Roger Schmidt droht abermals Ungemach – Und das auch völlig zu Recht!

Bayer 04-Trainer Roger Schmidt. Quelle: Wikipedia, Foto: Fuguito, Lizenz: CC BY-SA 3.0
Bayer 04-Trainer Roger Schmidt. Quelle: Wikipedia, Foto: Fuguito, Lizenz: CC BY-SA 3.0

Die Bayern dominieren Borussia Mönchengladbach im Spitzenspiel des Samstags deutlicher als es das Ergebnis von 2:0 aussagt, der BVB lässt beim 3:3 in Ingolstadt weitere Zähler unnötig liegen, doch das beherrschende Thema des Bundesliga-Wochenendes in Fußballdeutschland ist mal wieder Roger Schmidt, der Coach von Bayer 04 Leverkusen.

Der Cheftrainer der Werkself hatte seine Emotionen an der Seitenlinie nämlich beim bitteren 0:3 im Heimspiel der Rheinländer gegen 1899 Hoffenheim erneut nicht wirklich ausreichend unter Kontrolle und wurde nach einer heftigen Schimpftirade gegen  Gäste-Trainer Julian Nagelsmann von Schiedsrichter Bastian Dankert und seinem Team vorzeitig auf die Tribüne geschickt.

Das alleine wäre ja schon ‚unschön‘ genug, doch ist Schmidt nicht nur Wiederholungstäter, er zeigt sich nach dem Vorfall auch abermals ziemlich uneinsichtig. Nun dürfte ihn somit wohl eine empfindliche Sperre erwarten, wenn es auch für dieses Verhalten so noch keinen wirklichen Präzedenzfall  gibt. Doch alles andere als eine mehrwöchige Innenraumsperre für den Übungsleiter wäre wohl eine große Überraschung.

Nach seiner Pöbelei gegen Nagelsmann muss Roger Schmidt bei Bayer schon zum insgesamt dritten Mal vorzeitig auf die Tribüne, verspielt  somit wohl auch seine Bewährung, welche im Anfang des Jahres zugebilligt wurde als er sich im Spiel gegen den BVB lange Zeit weigerte seinen Platz auf der Bank zu  räumen, und er blickt daher nun vermutlich einer harten Strafe entgegen.

“Das war gar nichts. Was bist du denn für ein Spinner? Halt doch einfach die Schnauze!”, raunzte Schmidt seinen Trainerkollegen, sogar  recht deutlich bei der TV-Übertragung hörbar, an. Der anschließende Platzverweis durch das Schiedsrichtergespann kam also nicht wirklich überraschend.

Was jedoch noch mehr als der unangemessene Umgangston des Trainers, welchen man in einem solch emotionalen Spiel ja vielleicht gerade noch entschuldigen könnte, überrascht, das waren seine wenig einsichtigen Aussagen danach: “Ich habe kurz einmal was gesagt. Zum Schiedsrichter oder zum Vierten Offiziellen habe ich gar nichts gesagt. Anscheinend ist das so, dass man das so nicht sagen darf.”

Sehr einsichtig und reumütig klang das somit abermals nicht wirklich.

Für Schmidt war es gestern zudem auch schon der dritte Platzverweis seit seinem Dienstantritt in Leverkusen im Jahre2014. Das erste Mal wurde Leverkusens Trainer am 8. Februar 2015 in Bremen auf die Tribüne verwiesen. Beim zweiten, und bisher meistbeachteten Fall hatte er sich im Februar 2016 bei der Niederlage gegen Dortmund zunächst sogar über Minuten geweigert, seinen Platz auf der Bank zu räumen und so für einen tagelang deutschlandweit diskutierten Eklat gesorgt.

Schon damals erhielt er im Anschluss eine Sperre für drei Ligaspiele, zwei weitere Spiele wurden bis zum 30. Juni 2017 auf Bewährung ausgesetzt. Diese dürfte er nun verwirkt haben. Als ‚Wiederholungstäter‘ droht dem 49-Jährigen nun also vermutlich eine empfindliche Sperre.

Sportdirektor Rudi Völler rechnet vermutlich insgeheim auch bereits mit einem längeren Fehlen des Übungsleiters, wenn er gegenüber den TV-Kameras offiziell auch erst einmal noch die Hoffnung äußert, dass es bei den beiden aus der Bewährung noch offenstehenden zwei Spielen bleiben könnte: “Wir müssen in den nächsten beiden Ligaspielen auf unseren Trainer verzichten. Das ist schlimm genug. Ich hoffe nicht, dass es noch eine zusätzliche Strafe gibt. Das wäre meiner Meinung nach auch übertrieben.”

Aber wäre es das wirklich? Logisch, dass der Manager seinem Vereinskollegen in der Öffentlichkeit abermals zur Seite springt, schließlich möchte man die Sache nun möglichst nicht allzu hochkochen lassen.

Gegenüber Sky äußerte sich Völler dann aber sogar noch unglücklicher „Der Schiedsrichter hat mir ein bisschen leidgetan. Er wollte es eigentlich nicht machen, aber es haben zu viele Leute gehört. Deshalb ist es für ihn dann schwierig, ein Auge zuzudrücken.”

Zeigt man sich so seitens der Leverkusener wirklich reumütig und einsichtig?

Ob der Plan der Leverkusener die Angelegenheit kleinzureden am Ende auch gelingen wird, das wird sich nun in den nächsten Stunden zeigen, wenn Fußballdeutschland traditionell über den Spieltag diskutieren wird.

Und da dürfte Roger Schmidt vermutlich einmal mehr als Negativbeispiel eines unbeherrschten, uneinsichtigen Fußballtrainers herhalten müssen.

Zudem wird er abermals auf seine mangelhafte Vorbildfunktion hingewiesen werden. Schon wieder. Und das, bei allem Verständnis für die große Anspannung in diesem Job, doch auch völlig zu Recht, wie ich finde.

Und vermutlich dürften auf die zwei Spiele Innenraumsperre aus der Bewährung vom Sportgericht am Ende dann auch noch ein paar mehr hinzukommen. Und auch das dann eben auch aus sehr leicht nachvollziehbaren Gründen…

35 Kommentare

Robin,
ich habe schon nach dem letzten BVB-Spiel in Leverkusen den Charakter von Schmid kritisch hinterfragt und dabei an seinen "Auftritt" im Febr. 2o16 erinnert.

Wie wird die Vereinsführung in Leverk. jetzt reagieren?

Und die meinungsbildenden Medien?
Bisher haben die Medien durchweg mit großer Nachsicht, ja sogar mit Verständnis auf die Ausraster von Schmid reagiert, ganz anders als sie mit Klopp verfahren sind aus wesentlich geringeren Anlässen . Das gilt auch für den medialen Umgang mit Tuchel, über den sie unsäglich/unsachlich/unverhältnismäßig hergefallen sind, nachdem dieser sich über die überharte und unfaire "Gangart" der Leverkusen geäußert hatte; eine Gangart, die im übrigen von Schmid so und nicht anders von den Spielen gefordert wird!

@Thomas: Ich glaube halt an das Gute im Menschen. 😉 Nein, mal ganz im Ernst: Er muss das doch nach außen auch so darstellen. Was die heute intern reden wird etwas anderes sein…. Hoffe ich zumindest. Denn so schadet Schmidt zweifellos dem Verein. Und das darf Völler nicht gefallen.

Zwei arrogante Choleriker an entscheidenden Positionen im Verein sind für Vizekusen halt zwei Problemkinder zuviel. Wird in den Medien schon von der "Donaldisierung" des Profifußballs oder der "Pillen-Trumpete" geschrieben?;-)

Thomas Weigel,
ich lese so eben, daß Du mit der Einschätzung der zu erwartenden Reaktion von Völler absolut richtig gelegen hast; was aber in der Tat niemand überraschen dürfte.

Es ist offenkundig so, daß auch im Fußball wie in allen gesellschaftlichen Bereichen mit wachsender Tendenz"ein anständiges Verhalten" nicht mehr gefragt zu sein scheint;, im Gegenteil, selbiges zunehmend als antiquiert gilt. Es gibt jedoch im Fußball wie überall in der Gesellschaft Ausnahmen. Ich zähle z.B. Tuchel zu diesen Ausnahmen, die insofern über das Fußballspielen hinaus und unabhängig vom Fußballsport für Kinder und Jugendliche vorbildlich sein können.

PS
Ich hatte gestern morgen kurz Gelegenheit, ein größeres Turnier von 32 Vereinen im F und E Jugend-Bereich zu besuchen und durfte dort sehr erfreut im Gegensatz zu Erlebnissen in der Vergangenheit feststellen, daß alle Trainer, Betreuer, ja selbst die oftmals über engagierten Eltern "anständig mit ein andern und mit den Schiedsrichtern" umgingen.
( "Da hatten die den Auftritt von Schmid allerdings noch nicht mitgekommen"!)

@Walter: "Es ist offenkundig so, daß auch im Fußball wie in allen gesellschaftlichen Bereichen mit wachsender Tendenz"ein anständiges Verhalten" nicht mehr gefragt zu sein scheint;, "

Ja, es gab heute selbst im Sport1-Doppelpass mam Mittag einzelne Stimmen, die in die Richtung gingen, dass das doch 'normal' sei… Ich musste da auch kurz schlucken.

Ich kann nicht anders, als mit den Worten von René Adler zu sprechen: "Es kotzt mich an!"

Nicht das Verhalten von Herrn Schmidt. Das ist untere Schublade. Nein, erbärmlich finde ich das Mediengetöse.

Die veröffentlichte Meinung in Druck, bewegtem Bild und Ton erzeugt Druck, indem sie – nachdem LEV einige Spiele mäßig erfolgreich bestritten hat – mit Schlagzeilen á la "Es wird eng für Roger Schmidt" Stimmung anheizt.

Da der Mann einschlägig vorbelastet ist, kann man doch auch mal während des Spiels mit dem Mikro näher ran, denn immerhin: Vielleicht fällt ja ein Skandälchen ab! Tatsächlich tut der gestresste Tor wie erhofft und fällt aus der Rolle.

Sabbernd vor Eifer wird nun das ganz große Rad angeworfen. Da die Tonaufnahme von nur mäßiger Qualität ist, werden die inkriminierten Worte per Untertitel auch dem harthörigen Fussball-Jubel-TV-Konsumenten verdeutlicht. Wäre doch auch zu schade, ginge da Erregungspotenzial verloren!

Der ö-r WDR 2 – pardon! – entblödet sich nicht, den Philosophen unter den arbeitslosen Übungsleitern, Herrn Neururer, zu diesem Thema zu befragen.

Der Herr Schmidt hat erneut danebengelegen mit seinem "Benehmen". Doch hätten wir einmal die Gelegenheit, ein Richtmikro in eine beliebige Redaktionskonferenz zu halten, in der Beteiligte auch nur ansatzweise dem Leistungsdruck eines BL-Trainers ausgesetzt sind – Herrn Schmidts Wortwahl erschiene uns möglicherweise einem Klosterschülerinnen-Dialog entlehnt.

Ich bin weder LEV- noch Schmidt-Fan. Dennoch: "Leute, fasst Euch! Regt Euch auf über Dinge, die´s wert sind!"

@KG Freund: Ich bin kein Freund solcher halbgaren Relativierungsbemühungen ala "Aber die in der Redaktionskonferenz haben doch bestimmt auch…".
Herr Schmidt hat in voller Kenntnis seines Choleriker-Habitus einerseits und der Öffentlichkeit eines durch Sky an jeder Ecke mit Kameras und Mics ausgestatteten BuLi-Fußballstadions andererseits mit peinlichen Rechtfertigungen und Beschwichtigungen versucht, sein unflätiges Prollgehabe als "Standardsprech" im Vereinsfußball zu verkaufen und das gehört seitens des DFB – gerade wegen der bestehenden Berufungsstrafe – sanktioniert.

Und nun geht das Leben weiter.

@ KGFreund Herr Adler hat sich am Freitag ja über das Hamburger Publikum beklagt, fand dieses" zum Kotzen", wenn ich das in meiner Freude über den SGE Sieg richtig verstanden habe. Auch nicht fein, denn die Leistung des HSV war nun unterirdisch, da kann man als gut zahlender Zuschauer schon mal die Contenance verlieren und frühzeitig nach Hause gehen.
Ich habe mich als Lehrer, der zeitweilig auch Sport geben musste, immer über das wenig vorbildhafte Verhalten von Fußballprofis und Trainern geärgert, denn diese sind nun mal Vorbild für viele Kids. Da beißt die Maus keinen Faden ab. Die Redaktionskonferenz eines beliebigen Medienunternehmens steht eher nicht im Fokus der Kids.
Herr Neururer und der WDR, nun ja…

@Klaus: Spannend wird es aber spätestens dann, wenn der DFB ihn tatsächlich nun für drei, vier oder fünf Spiele sperren sollte, und seine Elf in dieser Phase dann weiter in der Tabelle abrutschen sollte.

KG Freund -7-
Ich erkenne nicht, jedenfalls nicht hier bei den Ruhrbaronen, daß "sabbernd vor Eifer nun das ganz große Rad " angeworfen wird.
Nein, ich sehe lediglich, daß wegen mehrfachen Fehlverhaltens des Herrn Schmidt nur ein "ganz kleines Rad angeworfen wird, das Anstand heißt.
Das liegt nahe , nicht nur, aber eben auch dann, wenn es um bekannte, medienpräsente Personen aus dem Bereich des Fußballprofi-Sportes geht. Um mehr geht es hier nicht .

Robin -10-,
es kann durchaus sein, daß die Mannschaft, wenn Schmidt für mehrere Spieler gesperrt wird, nach dem Motto " Jetzt erst recht" mehr Siege einfährt als mit Schmidt.

@Walter: Das kann man ihm nur wünschen, denn sonste könnte doch auch ziemlich schnell sein Job in Gefahr geraten…

@Robin: Wenn es denn ohne ihn an der Seitenauslinie noch weiter nach unten geht, hätte er zumindest arbeitsnachweis-technisch den Beleg, dass es eher nicht an ihm liegt;-))

Im Ernst hab ich aber sowohl bei den Pillen als auch bei Autostadt Hundeburg das Gefühl, dass da zwei "immer vorne dabei"-Vereine so langsam ein grundsätzliches "Sattheits-"/Motivationsproblem haben, was nicht einfach durch ein paar neue Spieler oder Trainer zu beseitigen ist.

Das mit 'Vizekusen' ist ja tatsächlich inzwischen ein Thema für ein ganzes Buch. Irgendwas läuft da wirklich immer schief….

Ganz furchtbar, was der Herr Schmidt sich da wieder geleistet hat. Und das auch noch im Fernsehen, wo jeder mithört. Der gehört aber vor das mediale Scherbengericht, wenn nicht sofort in den Fußball-Gulag. Der gefährdet ja die erzieherischen Bemühungen von Millionen Eltern und aller hier Anwesenden. Wo doch hier auch immer alle so höflich und nett sind. Dem sollte man die Lizenz entziehen. Wo doch der deutsche Fußballkonsument nur nette, freundliche junge Männer sehen will, die in kameradschaftlichem Aufeinandertreffen auf faire Weise die beste Mannschaft ermitteln…
Der Fußball soll halt so werden, wie der Rest der Gesellschaft bald sein wird: weichgespült, warmgeduscht, gut zu vermarkten.
Sollten wir auch nicht endlich über Haftstrafen für Wiederholungfouler und -meckerer sowie eine Helmpflicht für Fußballer reden?

#15 Wo befindet sich denn dieser "Fußball-Gulag"? Den einzigen "Fußball_Gulag", den ich kenne, der befand sich in Theresienstadt, Protektorat Böhmen und Mähren.

Davbub -15-

ich nehme zur Kenntnis, daß Anstand , der für mich nach wie vor für das Miteinander der Menschen in einer zivilisierten Gesellschaft unverzichtbar ist, entweder gar nichts mehr bedeutet -PEGIDA und Anhängerschaft- oder, wie hier, schlechtestenfalls, wie hier ,offenkundig , nur noch als Objekt für eine Glosse brauchbar zu sein scheint, zumindest im Versuch einer solchen.

@17: Scheint's, sind Sie nicht in der Lage, über ein Thema zu diskutieren, ohne Ihr offensichtliches Trauma -Pegida & AfD- ins Spiel zu bringen. Wenn ich mir die Wählerwanderungen von SPD zu AfD anschaue, kann ich das zwar nachempfinden; dennoch könnten Sie aufhören, jedem, der nicht Ihrer – ausführlichst- geäußerten Ansichten ist, eine Anhängerschaft zu unterstellen. Das ist -in meinem Fall- ebenso falsch wie ermüdend. Das mit dem "Anstand" sollten Sie einmal einer kritischen Überprüfung der Eigenwahrnehmung unterziehen.
Immerhin schaffe ich es, in meinem " Versuch einer Glosse" verständliche Sätze zu schreiben…
@ 16: Falls der Ihnen bekannte Fußball-Gulag im Protektorat Böhmen & Mähren lag, handelte es sich wohl eher um ein KZ oder ein STALAG. Falls Ihnen meine Bildsprache nicht gefällt, ist das legitim; hier verzweifelt einen Nazi-Bezug herzustellen, nicht.

Was mich an der ganzen Angelegenheit stört: Hier wird m.M. nach aus einer Mücke ein Elefant gemacht; aus einer verbalen Entgleisung ein "Ausraster". Gerade in diesem Forum wird von vielen ebenso die Umwandlung der Fußball-"Sports" in eine mediale Inszenierung sowie die Betrachtung des Sportes als Produkt beklagt, aber alle machen fleißig mit.

Wahrscheinlich würden heute Trainer wie Rehagel, Lorant,Merkel oder Happel direkt auf Lebenszeit gesperrt oder aufgrund fehlender Medienkompetenz garnicht erst ins Trainergeschäft einsteigen können, welche kreative Kunst der Beschimpfung herrschte doch früher auf und neben dem Platz und dann hat man sich nach dem Spiel die Hand gegeben oder sich gelegentlich gemeinsam betrunken und gut war.

Fußball ist Kampfsport, bestenfalls Kampfkunst. Dazu gehört bei unbedingter Erfolgsorientierung kollektiver und individueller Kampfgeist. Auch beim Trainer. Deswegen darf und soll der ja überhaupt mit ans Spielfeld. Schöngeistigkeit ist also, wenn überhaupt, vor oder nach dem Spiel angesagt, und das möglichst weit weg vom Spielfeld .

@Arnold Voss: Ich kenne nur (richtige) Kampfsport-Trainer, deren öffentliches Auftreten von gepflegten Umgangsformen geprägt ist, denn auch denen ist unflätiges Geprolle während der Sportausübung zwecks unfairer Ablenkung ein Dorn im Auge. Man kann Kampf, ohne Hirn- und Sprechmüll absondern zu müssen.

Ach, und bevor Jemand mit dem z.Zt. üblichen "Heute ist doch Kindergeburtstag, früher ham se sich angeschrien!" kommt – Arnd Zeigler hatte gestern das Beispiel des Ex-Schalke-Trainers Georg Gawliczek (Anfang der Sechziger) parat, der seine Spieler beim Runtermachen noch durchgehend gesiezt hat! Das hat Style!;-)

@21: "Man kann Kampf, ohne Hirn- und Sprechmüll absondern zu müssen."
Das ist sicherlich so richtig. Aber in Zeiten, in denen A-E-Promis in allen Medien ihren Hirn- und Sprechmüll – oft genug laut beklatscht- absondern können; in denen Parteivorsitzende öffentlich den Stinkefinger zeigen (und sichtlich Stolz auf ihr Verhalten sind) und Totschlag, fahrlässige Tötung, Prostitution und die vorsätzliche Verbreitung von ansteckenden Krankheiten , begangen von Politikern, Schauspielern oder Musikern zu bloßen "Fehlern" heruntergeredet werden, mutet mich der Umgang mit Sportlern im Allgemeinen und Fußballspielern und -Trainern im Besonderen bigott an.

Ergänzend zu Klaus Lohmann -21/22-

Es geht hier nicht um Schöngeistigkeit oder um Schöngeister auf dem Fußballplatz und auf der Trainerbank.
Es geht hier nur darum, daran zu erinnern, daß in keiner Sportart, und jede(!!) ist von Kampf bestimmt -körperlich und/oder geistig-, selbstverständlich die allgemeinen Anstandsregeln nicht außer Kraft gesetzt sind und daß Beleidigungen eben nicht als dem "Kampfsport" innewohnend zu akzeptieren sind.
Folglich muß eine prominente Persönlichkeit, wenn sie mehrfach gegen allgemeine Anstandsregeln verstößt, wenn sie beleidigt, damit rechnen, daß sie deshalb kritisiert wird , z.B. hier bei den Ruhrbaronen, und daß sie deshalb mit fußballverbands-internen Konsequenzen zu rechnen hat.
Das Alles halte ich für selbstverständlich und nicht für "sabbernden Eifer" oder für den Versuch, den Fußball (wie die gesamte Gesellschaft) "weichzuspülen" oder für…………

PS
Dieser Einzelfall und der Umgang damit in Teilen der Gesellschaft, auch seine Relativierung hier bei den Ruhrbaronen, bekräftig mich allerdings wieder einmal, und das habe ich u.a. unter – 17 —versucht anzusprechen, darüber nachzudenken, ob nicht losgelöst von dem aktuellen kritischen Hinterfragen der Achtung der Gesellschaft gegenüber den vorgeblich oder tatsächlich großartigen Grundwerten unseres Zusammenlebens, nicht zunehmend deshalb im Miteinander der Menschen in der gesamten westlichen Welt etwas grundsätzlich schief zu laufen scheint, weil simple Regeln des Anstandes , die bis dato substantiell nicht in Frage gestellt wurden, zunehmend nicht nur nicht mehr zu gelten scheinen, sondern daß darüber hinaus diejenigen, die für ihre Beachtung eintreten, als "antiquiert" diskreditiert werden.
Unabhängig von den politischen Interessen und Zielen von Pegida und AFD, frage ich mich z.B., warum die Gesellschaft relativ unaufgeregt grob unanständiges Verhalten der Pegida-Anhängerschaft nebst grober Beleidigungen der Kanzlerin hinzunehmen bereit ist und selbst die Strafgerichtsbarkeit sich dieser halb durch Nichtstun "auszeichnet".

Und wenn im "Kampfsport" USA-Wahlkampf für mich bis dahin undenkbar grobe Verstöße gegen allgemeine Anstandsregeln, wenn gröbste Beleidigungen durch den "Kämpfer Trump" nicht nur als selbstverständliche Bestandteile eines Wahlkampfes gelten -"es ist ja ein Kampf"-, sondern wenn dieses grob unanständige Verhalten, wenn die gröbsten Beleidigungen noch erfolgversprechend zu sein scheinen, jedenfalls bei einem emerkenswert großen Teil der US-Gesellschaft, dann habe ich tatsächlich im Sinne aller Kritiker, die sich hier wider meine Position äußern, berechtigten Anlaß, darüber nachzudenken, warum ich mich über unanständiges Verhalten, über eine offene Beleidigung eines anderen Menschen -im kleinen Leverkusen, durch einen Fußballtrainer- echaufiere.
Naheliegender, so scheint es mir, könnte danach -leider- "ein Weiter so, ein Richtig so sein". Und das im kleinen -sh. Schmidt- wie im großen -sh.Trump, sh. Pegida-Anhängerchaft.
Ende offen.

Arnold Voss,
nur noch eine Anmerkung aus persönlichem Erleben:
Ich habe als aktiver Fußball stets den harten Zweikampf gesucht und bin oftmals auf Gegenspieler getroffen, die das auch gemacht haben. Jeder hat sich, und das in der Regel mit Erfolg, darum bemüht, dabei den Gegenspieler nie vorsätzlich oder grob fahrlässig zu verletzten. Das zum Kampfsport Fußball, den ich u.a. wegen dieser Härte im Zweikampf gerne betrieben habe und den ich u.a. deshalb bis heute zu schätzen weiß.
Nur:
Unanständige verbale Auseinandersetzungen mit Gegenspielern oder gar grobe Beleidigungen gehörten eben nicht dazu und gehören auch heute nicht dazu. Das schließt das Verhalten eines jeden Trainers ein.

Wer sich, wie ich, über das jetzt schon mehrfach zu registrierende diesbezügliche schuldhafte Fehlverhalten des Trainers Schmidt mokiert, der macht das nach seinem Selbstverständnis im Interesse des Kampfsportes Fußball, der einen fairen Umgang verlangt -auf den Platz und auf er Trainerbank- und dem grobe Verstöße gegen allgemeine Anstandsregeln bis hin zu Beleidigungen wesensfremd sind und wesensfremd zu bleiben haben.

Es mag sein, daß ich hier als ein "Antiquierter" argumentiere, der noch nicht zu begreifen bereit ist, daß die Gesellschaft -sh. u.a. deren Kommunikation bei Facebook- insgesamt dabei zu sein scheint, die allgemeinen Anstandsregeln widerstandslos über Bord zu verwerfen, den Fußball eingeschlossen mit Schmidt als einem ihrer Protagonisten im kleinen.
Ich bleibe insofern "antiquiert".

Betr.: Roger Schmidt droht abermals Ungemach – Und das auch völlig zu Recht!

Nun ja, Schmidt u. "Tante Käthe" rasten quartalsmäßig verbal aus.
Ein "Flying Dutchman" namens Arjen Robben ist auf "täuschen und tricksen" konditioniert, Franck Ribéry wird gerne mal real handgreiflich.
Finde die Aktionen vorgenannter Personen nicht unbedingt vorbildlich.
Allerdings sollten die "Verfehlungen" erwähnter Protagonisten auch mit gleicher Elle vermessen werden.
Schmidt'sche Worte sind wahrlich überflüssig, jedoch nicht physisch verletzend … – Zugriffe eines Herrn Ribéry ("Augenstecher" … ff) vermutlich schon.

Wie schrieb doch Herr Orwell in "Animal Farm":
"Alle (…) sind gleich. Aber manche sind gleicher als die anderen. "

Wie ist das also mit dem "Hingucken und Wegsehen"?

Finde den Fehler …

@RP:
Statt 2 Punkten, die "unnötig liegengelassen" wurden, ist ein Punkt, den man glücklich mitnehmen konnte, wohl etwas zutreffender, es sei denn, wir haben verschiedene Spiele geguckt. "Zum Glück" hat ja Roger Schmidt einen schönen Nebenschauplatz aufgemacht, so dass man sich nun darüber auslassen kann.

@#1/#17/#25
Wenn man Klopps Ausraster wie z.B. in Neapel als "geringeres Vergehen" bezeichnet, kann man sich diese ellenlangen Ergüsse vom vermeintlichen Untergang der zwischenmenschlichen Umgangsformen eigentlich sparen. Das hatte nicht mal mehr was mit Anstand zu tun.

Zu Bayer:
Es war eigentlich klar, dass der Trainer nun seine zur Bewährung ausgesetzte Strafe absitzen muss. Was er sich bisher geleistet hat, war im Vergleich (Klopp, Streich) nichts Ungewöhnliches, alleine die Provokation der Spielunterbrechung wegen vermeintlich schlechter Regelkunde war ja eigentlich der "große Eklat". In dem Sinne kann man bei der Kommunikation von Völler fast schon von "Erfolg" sprechen, je nach dem, ob er erwartet hat, dass da noch was obendrauf kommt. Trotzdem sollte sich Bayer evtl. jemanden in einer Rolle wie Sammer ehemals beim FCB hinstellen, der ohne jegliche Aufgabe oder persönlichen Druck mal ganz ruhig vor die Medien treten kann. Dem Völler und auch Schmidt stehen da ihre Egos dann doch sehr im Weg.
Zur Bewertung des Benehmens, ich finde ehrlich gesagt, ähnlich wie Chr. Streich, dass solche Worte fallen können, aber, und das unabhängig von der Anwesenheit von Sky-Mikrofonen, dann halt auch einen solchen Verweis mit sich ziehen können bzw. müssen. Ich muss das nicht gutheissen, was die von sich geben, aber ich finde ehrlich gesagt die Tonspur aus der Kurve oder in der Kneipe vom Nebentisch meist bedenklicher, da ist "Spinner" ja noch ganz am Anfang der Skala. Zum Teil wundert man sich, dass die z.B. Spiele vom RWE überhaupt mit Ton im Fernsehen gezeigt haben.
Viel kritischer bei den Aktiven wiederum sehe ich allerdings ebenfalls die klaren Aggressionen außerhalb des Spielgeschehens, da würde ich Klopp dabei tun, jemanden wie Ribery, oder Cordobas Losgehen auf Fährmann nach seinem eigenen Foul jetzt am letzten Spieltag, aber auch Emre Mor, dessen rote Karte durch den DFB mit zwei Spielen Sperre als doch gerechtfertigter bestätigt wurde als es im allgemeinen in den Medien gesehen wurde. Hier könnte man sich im Fussball ruhig mal was bei den Handballern abschauen, wo es zwar im Spiel ordentlich "zur Sache" geht und Verletzungen eigentlich eher die Norm sind, aber nach einem Pfiff trotz der Härte verhältnismäßig wenig Aggression verbleibt, was mich jedes mal wundert, denn jedes Kreisligaspiel im Handball würde mit den Protagonisten aus der Fussball-Kreisliga in einer Massenschlägerei enden.

b
Erwartungsgemäß:
Nichts Ungewöhnliches, was Schmidt….
Die Anderen sind noch schlimmer…….-vor allem Klopp, Tuchel, Mor also der BVB (!!) in Gänze.

Und zu
"zwischenmenschlichen Umgangsformen" und zu "daß hatte nicht 'mal mehr was mit Anstand zu tun……
erspare ich mir anstaltshalber jede Bemerkung.

Was ein Trainerkollege dazu sagt:
https://www.youtube.com/watch?v=rg_A6bSWEhU

Übrigens hat der betroffene Trainer Nagelsmann das Thema direkt auf der Pressekonferenz abgeschlossen.

Was man als Fussballfan schlimmer finden kann als verbale Ausraster, die nichts im Vergleich dazu sind, was jeder von uns schon mal z.B. als Autofahrer einem anderen Verkehrsteilnehmer an den Kopf geworfen hat, sind Fussballspieler oder Trainer, die in Interviews mit austauschbaren Phrasen antworten, weil sie Angst haben was Falsches zu sagen.

Pro Mikrofone aus an der Seitenlinie.
Pro Lorant, Trapp, Klopp, Schmidt, Streich etc.

Tuchel habe ich gar nicht erwähnt. Klopp haben sie ins Spiel gebracht. Streich ist bei Freiburg. Cordoba bei Mainz. Ribery bei den Bayern. Niemand flucht schlimmer oder besser als der andere. Gewalt ist schlimmer als verbale Aussetzer. Jemandem gehörig "auf die Pelle rücken" ist eine Form der Gewalt. Das Beispiel Emre Mor ist angebracht, da der Artikel um Verweise, Strafen, Fehlverhalten und Medienwahrnehmung geht, und in diesem Fall Mor als ein gutes Beispiel dient. In den Medien steht man eher hinter dem Spieler, beim DFB scheinbar doch weniger.

@ Robin 14 Vielleicht läuft`s schief, weil sie noch nicht die richtigen Pillen gefunden haben da am Rhein. Bei Völler allerdings helfen wohl auch keine Pillen mehr. Ich habe die Begeisterung für diesen Herren nie verstanden, jedenfalls nach Ende seiner diesbezüglichen Aktivitäten als aktiver Kicker.

@KlausLohmann #8: " (…) halbgare Relativierungsbemühungen (…)" – Besten Dank für die konstruktive Rückmeldung!
@thomasweigle#9: Wenn ich Herrn Adler richtig verstanden habe, ging es ihm überhaupt nicht um Publikumsbeschimpfung. Vielmehr fand er das Verhalten seiner Profikollegen erbrechensfördernd.
Die Redaktionssitzung habe ich erwähnt wegen des Splitters im Auge des Anderen und des Balkens im eigenen…
@Walter Stach#11: "(…) jedenfalls nicht hier bei den Ruhrbaronen, daß "sabbernd vor Eifer nun das ganz große Rad " angeworfen wird (…) – Genau! Nur sind die Ruhrbarone, bei aller Wertschätzung, allenfalls ein Teilchen der veröffentlichten Meinung. Und ein beträchtlicher Teil der großen Mehrheit – nicht alle!!! – sabbern halt.
Zum "Anstand", der vielfach wohlfeil gefordert wird: Oft ist gerade das nicht im Angebot, was grell beleuchtet in der Auslage ist.

@8,9,11: "(…) das Verhalten von Herrn Schmidt. Das ist untere Schublade." Damit dachte ich, meine Haltung zum Verhalten des Übungsleiters eindeutig beschrieben zu haben. Ich ärgere mich ausschließlich über das mediale Ausschlachten dieses Ereignis´.
Deshalb nochmals mein Schlusssatz: "Leute, fasst Euch! Regt Euch auf über Dinge, die´s wert sind!"

Ich denke auch, daß 'mal Schluß sein sollte mit der Diskussion über die "Causa Schmidt".
Ich kann mir jedoch nicht verkneifen mit Blick auf die Stereotypen "ist doch alles normal. Und die anderen haben ja auch schon. Und Andere sind noch Schlimmer" daran zu erinnern, daß Schmidt sich schon ein Alleinstellungsmerkmal erarbeitet hat, denn mir ist nicht in Erinnerung, daß ein Bundesliga-Trainer
a.)
schon 'mal aufgrund seines Fehlverhaltens eine längere Spielunterbrechung erwirkt und den Schiedsrichters durch sein Fehlverhalten dazu gebracht hat, den Abbruch des Spieles anzudrohen und
daß
b.)
ein Trainer jemals während eines Spieles seinen Kollegen einen Spinnern genannt und ihn angepöbelt hat, er möge die Schnauze halten.
Anständiger Umgang? Respekt vor dem Kollegen? Na, ja, wer meint, das Alles sei nicht weiter"der Rede wert" und schon gar nicht einer längeren Diskussion, der mag das weiterhin so meinen. Ich war und ich bin weiterhin anderer Meinung.

Aber….sh.einleitend…

Thomas Weigle,
Ja, das mit den Beruhigungspillen, vielleicht als Bayer-Markenprodukt "Spezielles für Fußballtrainer" findet vielleicht Beachtung im Bayer-Konzern und Du eine Prämie für Deine Kreativität zu Wohle des Bayer-Konzernes und zum Nutzen und Wohle der Schmidts u. Co.

@#32 KG Freund: ".. Ich ärgere mich ausschließlich über das mediale Ausschlachten dieses Ereignis"

Und die Medien überlassen das Ausschlachten solch eines Ereignisses ausschließlich dem Pöbel in Blogs und Foren?? Sind die Medien neuerdings die Heilsarmee?

Zum krönenden Abschluss für Medien, Pöbel und Ruhrbarone hat Vizekusen ja heute von den guten Leuten von Lotte richtig einen auf den Sack bekommen, damit soll auch gut sein;-)

@#34: "Und die Medien überlassen das Ausschlachten solch eines Ereignisses ausschließlich dem Pöbel in Blogs und Foren?? Sind die Medien neuerdings die Heilsarmee?" – Nö. Allerdings täte etwas mehr Journalismus in den Medien dem Ganzen gut.

"(…) hat Vizekusen ja heute von den guten Leuten von Lotte richtig einen auf den Sack bekommen (…)" – Anständige Formulierung, fürwahr!

Ansonsten folge ich Ihrem Vorschlag "damit soll auch gut sein;-)"

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