Review: Masayoshi Fujita & Jan Jelinek ‎– Schaum

Im Schaum ordnen sich die Komponenten zu einem harmonischen Chaos, und das ist auch dem Ambient-Duo Fujita und Jelinek gelungen. Was auf dem Debutalbum noch Interaktion war, ist jetzt gemeinsamer Ausdruck.

Der flüssige Klang mag auch dem Umstand geschuldet sein, dass Jelinek diesmal viel intensiver mit den Basistracks nachgearbeitet hat. Schaum ist natürlich ein HiFi-Erlebnis, aber ein wesentlich unpathetischeres als im heutigen Ambient-Mainstream üblich. Das liegt an den kleinen Brüchen und unprätentiösen Dissonanzen und bestimmt auch an der Vorliebe von Fujita und Jelinek für Improvisation sowie der technischen Verspieltheit der Protagonisten. Die ist natürlich am offensichtlichsten in den raffinierten Modifikationen von Fujitas Vibrafon zu erkennen.

Bildlich führen uns die vielen kleinen Geschichten auf Schaum, dem im Titel versprochenen Aggregatzustand entsprechend, in Gefilde mit hoher Luftfeuchtigkeit. Davon abgesehen lässt die Platte trotz aller Dichte schier unbegrenzten Interpretationsspielraum. Toll!

Kontakt für Reviews auf Ruhrbarone: felix.moeser[at]ruhrbarone.de

Kommentar verfassen