Revierderby: Der MSV Duisburg zahlt auch beim 0:3 in Bochum Lehrgeld

Quelle: Wikipedia, Foto: Stickinho, Lizenz: CC BY-SA 3.0
Quelle: Wikipedia, Foto: Stickinho, Lizenz: CC BY-SA 3.0

Herrliche äußere Bedingungen, Sonnenschein und schier ideale 23 Grad, heute Mittag beim ersten kleinen Revierderby der Saison. Aufsteiger MSV Duisburg zu Gast beim VfL Bochum und gut 24.000 Zuschauer ließen sich dieses Fußballfest im Revier nicht entgehen.

Bereits vor dem Spiel herrschte große Euphorie im Lager der Hausherren, die ihren Saisonauftakt in der Vorwoche mit drei Punkten auf der Habenseite beim Auswärtssieg in Paderborn krönen konnten. Der MSV Duisburg hingegen ‚versemmelte‘ seinen Auftakt am Freitagabend, bei der klaren Niederlage gegen den 1. FC Kaiserslautern, welcher schon zur Halbzeit schier uneinholbar mit 3:0 in Führung lag. Somit hieß es für den MSV am heutigen Mittag auch erst einmal Schadensbegrenzung beim ersten Auswärtstauftritt der noch jungen Saison, wenn man denn am Ende wirklich etwas Zählbares mit an die Wedau nehmen wollte.

 

Dementsprechend ausgeglichen und verhalten verlief auch die erste halbe Stunde der heutigen Partie. Nach völlig ausgeglichenen ersten Minuten erarbeitete sich der VfL allerdings so langsam ein spielerisches Übergewicht. Eine Führung für den VfL wurde im Verlauf von Halbzeit Eins immer wahrscheinlicher, je länger die Begegnung im Bochumer Stadion dauerte. Entlastungsangriffe der Gäste wurden immer seltener. Immerhin erreichten die Duisburger die Halbstundenmarke diesmal, im Gegensatz zur Vorwoche, schon einmal ohne Gegentor. In der Vorwoche lagen die ‚Zebras‘ zu diesem Zeitpunkt bekanntlich schon mit 0:3 zurück. Dieses Schicksal blieb ihnen heute zumindest, dank einer konzentrierteren Defensivleistung erspart. Allerdings war es zeitweise ziemlich knapp. So köpfte Tim Hoogland in der 29. Spielminute zum Beispiel den Ball an die Latte.
Und so verwunderte es daher eben auch nicht, dass MSV-Coach Gino Lettieri in dieser Phase Spielunterbrechungen gerne dazu nutzte seinen Jungs noch weitere taktische Anweisungen zu geben, sie möglichst neu zu strukturieren und zu ordnen, während VfL-Cheftrainer Gertjan Verbeek, an seinem 53. Geburtstag, zu dieser Phase des Spiel relativ entspannt wirkte, die Dominanz seines Teams offensichtlich zunehmend mit mehr und mehr Wohlwollen von der Bank aus sah.

 
Gegen Ende der ersten Halbzeit verbrachte Bochums Keeper Andreas Luthe dann sogar regelrecht ein paar völlig beschäftigungslose Minuten, bevor Schiedsrichter Florian Meyer beide Team schließlich zum sprichwörtlichen Pausentee in die Kabine schickte. Und so blieb es, in einem intensiven, in einem kampfbetonten und durchaus sehenswerten Revierderby, dann eben doch beim torlosen Unentschieden. Eine Tatsache, welche sich die Gäste durchaus als Erfolg verbuchen lassen konnten, hatte der VfL bis zur Pause doch ein deutliches Chancenplus zu seinen Gunsten zu verzeichnen.

 

Auch nach der Pause bestimmte der VfL das Geschehen. Und in der 56. Spielminute war es dann auch soweit. Ein abgefälschter Schuss von Timo Perthel, der eigentlich neben das Tor gegangen wäre, bedeutete die inzwischen völlig verdiente, ja fast überfällige Führung für die Hausherren.
Ein Treffer der bei den Gästen zudem weitere Wirkung zeigte. Der MSV schien danach leicht verunsichert, der VfL, der in seiner Geschichte noch nie eine Heimspielpremiere in Liga 2 verlor, suchte nun entsprechend die Vorentscheidung durch einen zweiten Treffer gegen den Aufsteiger, dessen Stadion nur rund 33 Kilometer entfernt steht.

 
Beim MSV lief in der Offensive zu diesem Zeitpunkt nur noch sehr wenig zusammen. In der 68. Spielminute erhöhte Onur Bulut aus zumindest abseitsverdächtiger Position für die Bochumer zur beruhigenden 2:0-Führung. Michael Ratajczak im Kasten der Duisburger hatte bei seinem platzierten Abschluss keine Chance.
Wer nun zumindest mit einer Schlussoffensive der Gäste von der Wedau gerechnet hatte, der wurde enttäuscht. Ganz im Gegenteil: Den Sack endgültig zu machte an diesem Nachmittag für die Bochumer dann noch Simon Terodde bei einem Konter der Hausherren sechs Minuten vor Spielende (84.).

 
Den Aufsteigern aus Duisburg scheint es aktuell noch deutlich an der Qualität in der Offensive zu fehlen. So wird es schwer werden die Klasse zu halten, das dürfte bereits das Fazit nach den ersten beiden Spieltagen in der neuen Liga sein. Und nächste Woche wartet der FC Schalke 04 im DFB-Pokal auf die Truppe von Gino Lettieri. Ob da was geht? Nach den ersten beiden Ligaspielen fällt es schon schwer daran zu glauben.
Der VfL hingegen geht erstmals seit 2002 mit der optimalen Punkteausbeute aus zwei Siegen zum Saisonauftakt in die nun anstehende Ligapause. Nicht unbedingt spektakulär was der VfL in Paderborn und heute zu Hause gegen die Duisburger ablieferte, jedoch grundsolide und auch durchaus attraktiv anzuschauen. Und Trainer Gertjan Verbeek wird so wohl letztendlich einen schönen 53. Geburtstag in Erinnerung behalten.

Kommentar verfassen