‘Rentner’ Jupp Heynckes als Notnagel – Auch die großen Bayern haben scheinbar keinen Masterplan

Das Stadion in München. Foto: Robin Patzwaldt

Nun ist es seit dem Nachmittag also auch offiziell: Jupp Heynckes wird ab sofort der neue Cheftrainer des FC Bayern München sein. Der 72-jährige kehrt somit nach über vier Jahren aus seinem eigentlich im Jahre 2013 angetretenen Ruhestand auf die große Bühne der Fußball-Bundesliga zurück.

Ob das wirklich auch ein kluger Schachzug ist? Noch kann darüber nur spekuliert werden.

Sein Engagement an der Isar läuft zunächst jedenfalls erst einmal nur bis zum Saisonende. Ob dann, wie von vielen vermutet, der erst 30-jährige Julian Nagelsmann, der aktuell bekanntlich 1899 Hoffenheim trainiert, sein Nachfolger beim Rekordmeister wird, das ist derzeit noch offen.

Fest steht damit jedoch, dass der Ex-BVB-Trainer Thomas Tuchel zu diesem Zeitpunkt noch nicht in München anheuern wird. Und das wird viele BVB-Anhänger beruhigen, bleibt ihnen somit doch ein Gefühlschaos in dieser Angelegenheit in den kommenden Wochen erspart.

Es galt in den Augen vieler ja ohnehin als zweifelhaft, ob ausgerechnet Tuchel mit seiner selbstbewussten und akribischen Art so in das von Kalle Rummenigge und Uli Hoeneß dominierte Gelände an der Säbener Straße in der bayerischen Landeshauptstadt gepasst hätte.

Was bedeutet das Ganze nun für die Bundesliga, was vielleicht auch für den BVB, der ja aktuell nach nur sieben Spieltagen mit fünf Punkten Vorsprung die Fußball Bundesliga-Tabelle anführt?

Natürlich ist Heynckes ein früher sehr erfolgreicher und erfahrener Fußballlehrer. Doch wirkt seine Art inzwischen eben auch schon etwas altmodisch im Vergleich zu der Ansprache von jungen Trainern wie Tuchel, Nagelsmann oder auch Tedesco.

Werden sich die Spieler, welche in der Masse erst um die 20 Jahre alt sind, tatsächlich auf Dauer von einem Mann etwas erklären lassen, der gut und gerne ihr Opa sein könnte? Zweifel daran erscheinen berechtigt zu sein. Nicht umsonst gilt es ja häufig auch als großer Vorteil der jungen Übungsleiter, dass sie die ‚Sprache der Spieler‘ sprechen.

Andererseits ist das Engagement von Heynckes beim Rekordmeister ja nicht für die Ewigkeit gedacht, was auch wieder eine gewisse Notsituation bei den Bayern erkennen lässt. Denn der 72-Jährige ist natürlich niemand dem man die mittelfristige Zukunft des Clubs anvertrauen würde.

Und das verwundert dann schon.

Selbst ein solcher Welt-Club wirkt hin und wieder doch noch ziemlich angreifbar und planlos. In der Bundesliga wird man das bei der Konkurrenz mit einigem klammheimlichen Grinsen registriert haben. Denn die zuletzt als unantastbar geltenden Triple-Sieger des Jahres 2013 und Serienmeister der letzten fünf Jahre sind so wieder ein gutes Stück weit in Reichweite der Konkurrenz geraten.

Und das kann der zuletzt häufig fast schon langweiligen Bundesliga auch aus neutraler Sicht eigentlich nur gut tun. Die im August frisch gestartete Saison hat so plötzlich eine ungeahnte Spannung bekommen.

Ob der BVB daraus am Ende dann tatsächlich auch Profit schlagen kann? Warten wir es ab! Aber spannender als befürchtet wird es so in jedem Falle, wie es scheint.

18 Kommentare

Man muss von der Entwicklung als Bayern-Anhänger (wer nicht gerne verliert, war bei den Baywrn meistens ganz gut aufgehoben?) nicht begeistert sein, nein, man kann es nicht sein. Allerdings war das auch schon unter Ancelotti so. Auch unter Pep gab es zwar recht viele Titel, allerdings war dieser Ballvesitzfussball mitunter zum Einschlafen.
Insofern kann man gespannt sein, welches fußballerische Konzept Heynckes verfolgen wird.

Die Lösung mit Heynckes aber als kopflos zu bezeichnen, findet nicht meine Zustimmung. Zu diesem Saisonzeitpunkt
gibt es wenige Trainer auf dem Markt , die das Anforderungsprofil der Bayern erfüllen würden und bereit wären, einen Übergangsvertrag bis zum Saisonende zu unterzeichnen- zudem nich ohne Einflussnahme auf den bestehenden Kader.
Und aus der Not heraus Hals über Kopf einen Trainer über das Saisonende hinaus zu verpflichten , dem man dann noch im Falle der Unzufriedenheit eine hohe Abfindung hinterschmeißen müsste, mag den in ihr Festgeldkonto verliebten Bayern-Oberen nicht gefallen.
Insofern könnte die Lösung mit Übungsleiter Heynckes für diese Saison passen- und wenn dann halt mal wieder ein anderer Club den deutschen Meister stellt- von der CL brauchen wir diese Saison nicht mehr sprechen- werden es die Bayern überlebrn.

Für die nächste Saison hat man genügend Zeit.einen neuen Coach zu finden und mit ihn die Kaderplanung abzustimmen.

Ob der dann wirklich Nagelsmann -oder vielkeicht Klopp oder wieder Guardiola oder ganz anders – heißen wird., wird man sehen.
Jetzt kann man in aller Ruhe den Markt- und demnach auch Nagelsmsnn – brobschtrn und dann im Frühjahr eine Entdcheidung treffen.

Unter den gegebenen Umständen ist die jetzige Lösung mit Heynckes nicht die Schlechteste und uch nicht kopflos.

Die jetzt vollzogene Entlassung Ancelottis hätte schon direkt nach der letzten Saison wegen . "unattraktivem Spiel"erfolgen sollen

Ganz schön was los derzeit bei den Bayern. Jetzt soll es also Fußballrentner Jupp Heynckes richten, was nur bedeuten kann, dass die Not in der wichtigen Trainerfrage und die Uneinigkeit der Bosse des FCB groß gewesen sein muss. Ja @Robin, Du hast Recht, wenn Du schreibst "Selbst ein solcher Welt-Club wirkt hin und wieder doch noch ziemlich angreifbar und planlos."
Als hätte ich schon eine Vorahnung gehabt, habe ich ja kürzlich als erste Spekulationen um Tuchel aufgekommen sind, bereits geschrieben, dass man bei der Uneinigkeit und Unberechnbarkeit der Bosse des FC Bayern über das bisher bekannte hinaus auch noch mit weiteren Überraschungen in der Trainerfrage rechnen müsse.
Gespräche mit Tuchel hat es nach übereinstimmenden Berichten gegeben und er war auch der einzige deutschsprechende Trainer, der vertraglich ungebunden ist, zuletzt mit dem BVB bereits sportlich erfolgreich einen europäischen Topklub trainiert hatte und dem man zumindest vom fachlich-taktischen Bereich her gesehen zutrauen konnte, die Mannschaft des FCB trainieren zu können. Aber es gibt ja darüber hinausgehend noch einige Kriterien, die beiderseits eine Rolle spielen und am Ende konnte man sich nicht auf eine Zusammenarbeit einigen. Über die Gründe und ob das mehr von den Bossen des FCB ausgegangen ist oder sogar Tuchel Zweifel hatte, kann man nur spekulieren. Genaueres ist nicht bekannt. Interessant ist, dass Hummels bestätigte, von den Bossen des FCB zu Tuchel befragt worden zu sein und Tuchel sowie Hummels haben sich beim BVB ja nicht gerade gut verstanden. Aber das war sicherlich nicht entscheidend für die FCB-Bosse.

Die Rückkehr des Uli Hoeneß aus dem Knast und sein Drang, sowohl das Präsidentenamt als auch den Aufsichtsratsvorsitz wieder übernehmen zu wollen, haben für erstaunlich viele Turbulenzen in der Führungsetage des FC Bayern gesorgt. Plötzlich hat es mit Hoeneß und Rummenigge wieder zwei Bosse gegeben, die aber offensichtlich große Schwierigkeiten haben, nochmals auf einen Nenner zu kommen, die sowohl in Personalfragen als auch in Fragen der künftigen Ausrichtung des Klubs weit auseinander liegen. Teilweise sah das schon nach Machtkampf aus, wobei Hoeneß am längeren Hebel sitzt. Hoeneß hatte ja als eine seiner ersten Amtshandlungen Rummenigges Vorschlag für den Sportdirektorenposten (Lahm) gekippt und es kam zu dem wenig überzeugenden Kompromissvorschlag Salihamidzic, eher ein Hoeneß-Mann. Und wäre es alleine nach Rummenigge gegangen, wäre vermutlich jetzt Tuchel Trainer.

Wenn schon nach wenigen Spieltagen der Saison ein Trainer wie Ancelotti entlassen wird, der bei seinen vorherigen Stationen sowohl von Bossen als auch von Spielern über den grünen Klee gelobt wurde und der als Trainer dreimal die CL gewonnen hat, dann kann man das nur als Kurzschlkussreaktion bezeichnen. Mit gutem Manangement hat das nichts zu tun, denn falls man von Ancelotti nicht mehr überzeugt war, hätte man sich vor der Saison von ihm trennen müssen. War man noch überzeugt, muss man die Saison mit ihm zu Ende bringen.
Dass das eine Kurschlussreaktion ohne Plan B war, zeigte dann auch die etwas chaotische Trainersuche zum mit ungünstigsten Zeitpunkt einer Saison. Weil man sich nicht einigen konnte und keine gemeinsame Lösung gefunden hat, wusste man sich nicht anders zu helfen als Heynckes aus der Fußballrente zurückzuholen, der schon 72 Jahre alt ist und sich 2013 von der Fußballbühne verabschiedet hatte. Da kann man nur mit dem Kopf schütteln, auch darüber, dass Heynckes sich nochmals hat überreden lassen. Denn wenn man einen so überragenden Abschied aus dem Profifußball hatte wie Heynckes, mit dem bisher einmaligen Triple des FC Bayern im Gepäck gehen konnte, kommt man mit 72 Jahren und nach 4 Jahren Ruhestand normalerweise nicht mehr zurück, geht ein solches Risiko nicht mehr ein.
Schon weitgehend vergessen ist auch, dass Heynckes in 2013 ja nicht freiwillig aufhörte, sondern die Bayern-Bosse ihm schonend beigebracht haben, dass sie zur neuen Saison Guardiola holen wollen, der damals 1 Jahr Pause vom Fußballgeschäft machte. Heynckes war sauer und niemand rechnete damit, dass er dann noch das Triple hätte holen können. Das holte er aber nur wegen einer Verkettung glücklicher Umstände. Dazu gehörten auch zweifelhafte Schiedsrichterentscheidungen zu Gunsten des FCB und zu Ungunsten des BVB. Es gab damals auch kein überragendes Team in Europa, welches in diesem Jahr den FCB überstrahlt hätte.
Dass Hoeneß überhaupt seinen Freund Heynckes massiv überredete, übergangsweise aus der Rente zurückzukehren und im Alter von 72 Jahren nochmals zu helfen, ist sehr fragwürdig. So was macht man normalerweise nicht.
Fragwürdig ist auch, dass man jetzt auch noch die Düsseldorfer Fortuna, die derzeit die 2. Liga anführt, in Schwierigkeiten brachte und mit "Gewalt" den ehemaligen Assistenztrainer des Jupp Heynckes, Hermann, gegen eine Millionenablöse abwerben will oder schon abgeworben hat. Hermann war zuletzt sehr erfolgreich Assistent des Fortuna-Trainers Funkel. Der FCB pflügt also wie die Axt im Walde Richtung Wunsch-Übergangslösung und schwächt nebenbei auch andere Klubs wie z. B. Fortuna Düsseldorf.

Wie sich das alles jetzt auf den FC Bayern, auf die Liga und insbesondere auch auf den BVB auswirken wird, lässt sich kaum sicher einschätzen.
Unter den BVB-Fans ist zuletzt die Hoffnung darauf, dass der BVB doch mal wieder Meister werden könnte, gewachsen. Aber nach 7 Spieltagen ist nun mal noch nie ein Klub Meister geworden. Es liegt noch ein sehr langer Weg vor dem BVB und der BVB muss weiter punkten, punkten, punkten, darf sich keine Ausrutscher erlauben. Ob das gelingt, wird man sehen. Die Chancen auf ein seit Jahren wieder engeres Meisterschaftsrennen sind aber da, auch dank des tollen Startes des BVB in die Saison und des auch in der Breite qualitativ guten Kaders des BVB. Erst weit in der Rückrunde kann man sehen, ob Meisterschaftsträume unter uns BVB-Fans realistisch sind.
Klar ist aber auch, dass der FCB nach wie vor die am stärksten besetzte Mannschaft stellt. Heynckes und sein Team werden sicherlich wieder für mehr Geschlossenheit im Team des FCB sorgen können und über die notwendige Autorität gegenüber den Spielern verfügt er natürlich. Das könnte durchaus wieder Kräfte freisetzen.
Wunder aber kann auch Heynckes nicht vollbringen. Er ist nun mal 72 Jahre alt, seit 4 Jahren komplett aus dem Geschäft, hat die Mannschaft weder zusammengestellt noch auf die Saison vorbereitet.
Es ist also ein durchaus gewagtes Experiment aus einer Notsituation heraus, dessen Ausgang offen ist, in beide Richtungen offen, also positiv wie negativ.

Ja @Robin, es bleibt spannend und leider muss man ja mit den Bayern immer rechnen, gerade wenn sie ausnahmsweise mal in der Krise und selbst wenn sie zerstritten sind, sind sie imstande, den Schalter wieder umzulegen und zurückzuschlagen. Nach den beiden letzten Meisterschaften des BVB konnte man ja sehen, wie das läuft und wie sie ihren großen finanziellen Vorsprung in sportlichen Erfolg ummünzen können.
Wichtig ist, dass der BVB den Kampf um den Platz an der Sonne entschlossen annimmt. Der nächste große Prüfstein wartet schon, denn nach der Länderspielpause geht es gegen RB Leipzig und da zeigt sich, ob das Bosz-System auch bereits gegen solche Gegner funktioniert. Ein Sieg gegen RB Leipzig wäre aus vielerlei Gründen besonders wichtig und würde auch die Tabellenführung weiter festigen.

1.
Ich fange 'mal mit dem Ende an:
Ich bin nach wie vor "der festen Überzeugung" , daß der FC Bayern deutscher Meister wird -egal mit welchem Trainer.
2.
Mich überzeugen all die Argumente, die gegen die Verpflichtung von Heynkes vorgebracht werden -nachvollziehbar-, nicht davon, von meiner Feststellung zu 1. abzuweichen.
3.
Es liegt nahe, daß Heynkes der Bitte seines Freundes Ulli H. nachgekommen ist, diesem in einer schwierigen Situation kurzfristig und relativ problemlos zu helfen; naheliegend bis zum Ende der Spielzeit 2o17/2o18. Letzteres führt zu Spekulationen darüber, wer denn danach Trainer des FC Bayern werden wird. Abwarten, und zwar gelassen -seitens der Fans des FCB und seitens der gegnerischen Fans.
Wäre Tuchel für den FCB die bessere Wahl gewesen? Weiß ich nicht. Wäre Tuchel FCB Trainer geworden, hätten "wir BVBer" jedenfalls viel mehr Anlass als jetzt nach der Berufung von Heynkes nachdenklich zu werden. Das ist uns erspart worden.

4.
Als BVBer…..
"Wir" sind mit uns selbst beschäftigt -mit unserer Mannschaft, mit unserem Trainer, mit unseren Saisonzielen. Letztere heißen für mich unverändert: Qualifikation für die Champ.lig, am Ende der Spielzeit 2o17/2o18, Gruppenzweiter in der laufenden Gruppenphase der Champ.lig – Zielerreichung gefährdet (!!)- und Halbfinale im deutschen Pokal-.
Das Alles ist nicht selbstverständlich. Das Alles hat der BVB eigenständig zu versuchen, und insofern sollte es ihm -und uns als Fans- egal sein, was bei den Bayern abläuft.

Robin, das heißt nicht, die Ereignisse bei den Bayern seien uninteressant oder nicht kommentierungs-bedürftig, nur , so meine ich, sollten die BVBer damit gelassen umgehen.
In diesem Sinne -sh.Lukas N., abschließend unter -2-, treibt mich nicht die "Causa Heynkes" um, sondern all die Erwägungen und Diskussionen, die das Spiel des BVB gegen Leipzig betreffen.

@RobinS zu #1
Da kann ich Dir in dem einen oder anderen Punkt sogar mal teilweise zustimmen. Aber verrate uns doch mal, welches Dein Lieblingsklub ist. Evtl. sogar die Bayern? Dass Du nicht BVB-Fan bist, ist ja klar und bekannt, aber es muss ja auch nicht jeder BVB-Fan sein und es ist noch interessanter, wenn Fans unterschiedlicher Klubs diskutieren. Mit kontroversen Meinungen kann man sich ja auseinandersetzen. Zu seinem Lieblingsklub solltem an ja auch stehen.

Die Lösung Heynckes ist schon aus der Not heraus geboren und die Bosse des FCB haben schon ein Stück weit kopflos agiert, was vor allem damit zusammenhängt, dass sich Hoeneß und Rummenigge nicht einig sind.
Den Grund für die Kopflosigkeit der FCB-Bosse nennst Du ja in Deinem letzten Satz. Denn es ist ganz schlechtes Manangement, wenn sich ein Topklub nach erst 7 Spieltagen einer Saison von seinem Trainer trennt, dazu noch von einem Trainer, der europa- und weltweit sehr geschätzt wird, der nach seinen bisherigen Stationen stets sehr gelobt wurde und der dreimal die CL gewinnen konnte.
Entweder die Bayern hätten sich vor Saisonbeginn schon von ihm trennen müssen, wenn sie nicht mehr überzeugt waren oder man hätte eben die Saison gemeinsam durchgestanden.
So aber kam es zu einer Art Kurzschlusshandlung nach der Pleite in Paris, ohne dass man einen Plan B hatte und zu einem Zeitpunkt, zu dem kaum Toptrainer auf dem Markt sind.

Wenn man dann am Ende keine andere Lösung sieht als einen Trainer zurückzuholen, der schon 72 Jahre alt und seit 4 Jahren im Ruhestand ist, dann ist das doch ein Armutszeugnis für die Bosse des FC Bayern. Und dass Heynckes das macht, der 2013 den perfekten Abschied aus dem Profifußball hatte, spricht nicht unbedingt für ihn auch wenn er das als "Freundschaftsdienst" bezeichnet. Man sollte wissen, wann Schluss ist, vor allem wenn man mit 68 Jahren einen perfekten Abschied hatte.

Ohne Zweifel hat der FC Bayern für die Zukunftsplanungen Zeit gewonnen, man könnte auch sagen, er hat die Lösung der Probleme nur aufgeschoben. Es ist dabei nicht ausgeschlossen, dass Heynckes diesen Übergang gut moderieren und bewältigen, die Geschlossenheit in dieser Truppe wieder herstellen kann, was automatisch zu besseren Leistungen führen wird. Aber das muss man jetzt mal abwarten, denn es ist auch ein Experiment.
Ich sehe das auch so, dass es völlig offen ist, wer ab kommender Saison als Trainer des FCB in Frage kommt. Das hängt sicherlich auch davon ab, wer dann verfügbar wäre, wie groß also die Auswahl ist. Für Nagelsamnn käme die Aufgabe aus meiner Sicht noch zu früh und ich halte den Hype um ihn für völlig überzogen, aber man wird sehen, wie dann die Karten gemischt werden.

Eines ist aber mit all den Personalentscheidungen auf der Position des Sportdirektors und der Position des Trainers klar: Hoeneß hat die Macht wieder an sich gerissen und Rummenigge zur Nummer 2 gemacht.
Interessant wird sein, wie sich der FC Bayern strategisch für die Zukunft aufstellt, wie z. B. auch die Transferpolitik aussehen wird und welcher Trainer dann ab kommender Saison übernimmt, auch ob Hoeneß und Rummenigge sich überhaupt nochmals zusammenraufen können.

Noch viel, viel interessierter schaue ich natürlich auf den BVB 🙂

@Walter Stach zu #3
Da der BVB national in direkter Konkurrenz zum FC Bayern steht und bisher noch der einzig ernstzunehmende Konkurrent des FCB ist, schaut man auch als BVB-Fan ja schon mal auf das Geschehen beim FCB, vor allem wenn es so turbulent zugeht wie zuletzt und aktuell 🙂
Es kommt auch nicht alle Tage vor, dass die Bayern sich selbst dermaßen in Not bringen und hektisch, uneinig bis teilweise chaotisch nach Lösungen suchen. Es ist ja auch ein Stück weit beruhigend, dass die Bayern auch nicht immer alles im Griff haben und dass nicht alles immer gut gemanagt wird. Und man schaut jetzt natürlich drauf, ob das Experiment mit der Rückholaktion des Fußball-Rentners Jupp Heynckes gelingt oder nicht.
Du hast aber Recht, dass wir mit dem, was sich beim FCB abspielt, gelassen umgehen sollten, zumal wir es auch nicht beeinflussen können.
Wir schauen natürlich mit noch viel, viel mehr Interesse auf "unseren" BVB und es ist wichtig, dass beim BVB – unabhängig davon, was in München passiert – möglichst viel richtig gemacht wird und dass es so gut als nur möglich läuft.

Die nächste große und wichtige Bewährungsprobe steht in der Tat bevor und die heißt RB Leipzig. Hoffen wir, dass diesmal alles friedlich bleibt und dass der BVB sehr wichtige 3 Punkte einfahren kann. Beides wäre sehr bedeutend.
Ich sehe es auch so, dass der FC Bayern Favorit auf die Meisterschaft bleibt, es auch ohne Heynckes geblieben wäre, weil er einfach über den besten Kader verfügt. Aber die Chance des BVB, diesmal ein Wörtchen mitzusprechen ist auf jeden Fall größer als in den letzten Jahren und da hilft auch der tolle Start in die Saison. Meristerschaftsträume sind aber am erst 7. Spieltag verfrüht. Wenn der BVB weit in der Rückrunde noch im Rennen um Platz 1 ist, dann erst kann man mit Recht hoffen, dass eine Meisterschaftschance besteht.
In der CL wird es auf jeden Fall eng, da ist das Ziel, die Gruppenphase zu überstehen, gefährdet, ist es bisher in einer schweren Gruppe etwas unglücklich gelaufen. Im Pokal ist der BVB auf Kurs, aber alles weitere hängt auch von der jeweiligen Auslosung ab.

Es bleibt weiter interessant und spannend 🙂

@Walter: Müsste ich den Deutschen Meister 2018 tippen, auch bei mir wäre es noch immer der FC Bayern. Doch aus einer 99,9% Wahrscheinlichkeit ist aus meiner Sicht aktuell 'nur' noch eine 75-80 % Wahrscheinlichkeit geworden. Immerhin! 🙂

@RobinS zu #6
Vor Jahren hätte man das noch sagen können, aber heutzutage machts "de Franzl" ja nicht mehr. Der hat genug als hochbezahlter Sportbotschafter des russischen Staatskonzern Gazprom und mit den Folgen der WM-Affäre zu tun, die auch immer noch nicht restlos ausgestanden ist und hat sich ja seit einiger Zeit völlig zurückgezogen, wohnt ja auch in Österreich.

Seltsam auch, dass fast alle bisherigen Bosse / Präsidenten des FC Bayern mit dem Gesetz in Konflikt gekommen sind, Hoeneß verbrachte Jahre im Gefängnis wegen einer der größten Steuerhinterziehungsfälle, die Deutschland bezüglich Privatpersonen je gesehen hat, Beckenbauer wurde zu früheren Zeiten auch wegen Steuerhinterziehung verurteilt, hängt aktuell in der WM-Affäre drin, Rummenigge ist vorbestraft und musste eine Geldbuße in Höhe von über 200.000 Euro zahlen, weil er sehr wertvolle Rolexuhren unverzollt einführte, die er angeblich in Katar geschenkt bekommen hat, der frühere Präsident Willi O. Hoffmann ("Champagner Willi") wurde aufgrund fragwürdiger Geschäfte im Zusammenhang mit dem Vertrieb von Bauherrenmodellen und wegen Steuerhinterziehung zu einer einjährigen Freiheitsstrafe auf Bewährung verurteilt und so könnte man die Liste beliebig fortsetzen.

Eine feine Gesellschaft "Deine" Bayern-Bosse, denn ich gehe mal davon aus, dass Du Bayern-Fan bist. Aber die muss es ja auch geben 🙂 und wenn Du hier Deine Meinung schreibst und argumentierst, dann kann man sich ja argumentativ damit auseinandersetzen. Kontroverse Diskussionen sind ja auch interessant.

@Robin Patzwaldt zu #7
Bis vor Monaten haben ja die Fußballfans in Deutschland und auch die Medien befürchtet, dass auch in den nächsten Jahren der Deutsche Meister schon vor Saisonbeginn feststeht und der FC Bayern seinen Meisterschaften der letzten Jahre weitere ohne Unterbrechung hinzufügen kann. Das hätte die Bundesliga immer langweiliger gemacht. Eine Liga ohne echten Meisterschaftskampf hat auf Dauer ein Problem.

Insofern können eigentlich nicht nur BVB-Fans froh sein, dass es den BVB gibt und dass der BVB der einzige Klub neben den Bayern ist, der über einen längeren Zeitraum durchgängig fast alles richtig machte, im wirtschaftlich/finanziellen und sportlichen Bereichen top gearbeitet hat und so als einziger Klub zumindest einigermaßen an den Bayern drangeblieben ist. Ob RB Leipzig bald hinzukommt, muss man erst noch abwarten.
Wir haben es im deutschen Fußball auch mit einem Versagen des Manangements mehrerer Klubs zu tun, die sogar bessere Standortvoraussetzungen als der BVB hatten, denken wir nur an den Hamburger SV, den VfB Stuttgart, die Frankfurter Eintracht, aber auch an finanziell gut ausgestattete Werksklubs wie Wolfsburg und Leverkusen.

Der BVB betreibt seit Jahren mit die beste Scouting- und Transferpolitik und hat das zuletzt wieder eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Selbst den Verlust des Mega-Talents Dembele hat man kompensiert, wenn man nur an die tollen Verpflichtungen Yarmolenko und Philipp denkt oder die Außenspieler, die schon da waren, Pulisic und die verletzt ausgefallenen Reus und Schürrle oder den Perspektivspieler Sancho. Und sogar eine Lücke auf der Außenverteidigerposition wurde mit Toljan geschlossen, der beide AV-Positionen spielen kann und als Nachfolger Piszczeks in Frage kommt.

Aus meiner Sicht ist der BVB qualitativ in der Breite des Kaders sogar besser aufgestellt als letzte Saison. Und da das so ist, der BVB sehr gut in die Liga-Saison startete und der FCB zunächst etwas schwächelte, ist es so, dass die Meisterwahrscheinlichkeit nicht mehr zu 99 % auf Seiten des FCB liegt. Die Bosse des BVB haben ja auch imemr wieder betont, dass man nur dann eine Chance habe, wenn der FCB mal in eine Schwächephase gerate, was bisher durchaus der Fall ist.
Der FCB bleibt der Meisterschaftsfavorit, aber die Chancen auf ein engeres Rennen als letzte Saison haben sich erhöht, wobei Meisterschaftsphantasien am erst 7. Spieltag verfrüht sind. Wie gesagt, schauen wir mal, wie es in der Tabelle weit in der Rückrunde aussieht. Erst dann kann man etwas über das Meisterschaftsrennen und die Chancen des BVB sagen.
Ja, aus den genannten Gründen kann man zumindest sagen "Immerhin", man kann bis auf weiteres mit mehr Spannung rechnen als in den letzten Jahren. Und das tut nicht nur uns BVB-Fans gut, sondern der gesamten Bundesliga.

@Lukas
Naja. die Bayernbosse geben sich halt nicht mit so Kleinigkeiten wie Döner werfen. in Hotellobbies pinkeln oder sich im Stuttgarter Rotlichtmilieu mit Jugendlichen prügeln. ab. Die meisten haben auch einen Führerschein dort.

Was macht eigentlich Gerd Niebaum so zur Zeit? ??

Mir hatte die Phase der Trainersuche beim BVB auch nicht wirklich gefallen, Lukas. Aber natürlich ist es ein Vorteil in der Sommerpause suchen zu können. Und egal wie die Saison ausgeht, Peter Bosz hat schon in den ersten Wochen gezeigt, dass ein Plan dahinter steckte ausgerechnet ihn als Tuchel-Nachfolger auszuwählen. Bei den Bayern kann ich den Plan nicht erkennen aktuell, auch wenn vieles auf Nagelsmann im Sommer hindeutet.

Gibt`s den Franzl überhaupt noch? Schon ewig nix mehr vom Alpendampfplauderer gehört. Iss er noch fit? Oder geht er nur Fragen nach seinen eventuellen kriminellen Verstrickungen in dies und jenes aus dem Weg? Weiß man mehr in Waltrop, @Robin?

@Thomas: Doch, den gibt es noch. Hatte dem Vernehmen nach ernsthafte Herzprobleme und wohl auch mindestens eine schwere Operation. Inzwischen aber wohl soweit wieder fit. Offenbar hat das Ganze seinem Körper zumindest irgendwie zugesetzt, wenn ich das mal interpretieren darf mit der Herz-OP….

@RobinS zu #11
Nein mit Kleinigkeiten geben sich die Bayern-Bosse nicht ab, unter vorbestraft machen die es nicht 🙂

Es ist übrigens ein Unterschied, ob wir über einen Spieler reden oder über einen Manager / Vorstand / Geschäftsführer. Spieler sind einfach nur Angestellte des Klubs und renenn auf dem Platz rum, tragen aber keine Verantwortung in der Führung eines Klubs / eines Unternehms.
Überall findet sich mal ein fauler Apfel, so auch mit Niebaum beim BVB. Aber dass sogar die Mehrheit der führenden Leute eines Klubs, vor allem die Präsidenten, mit dem Gesetz in Konflikt gekommen sind, das gibt es nur beim FC Bayern. Zufall?

@Robin Patzwaldt zu #12
Egal wie man jetzt die Trennung von Tuchel bewertet, die ja nichts mit der sportlichen und fachlichen Qualität des Trainers zu tun hatte, die Entscheidung war sehr hart, aber auch konsequent. Wenn es intern in der Zusammenarbeit, im zwischenmenschlichen Bereich, im gegenseitigen Vertrauen nicht mehr stimmt, dann macht es keinen Sinn mehr, denn das kostet nur unnötig Kraft und Uneinigkeit führt nur dazu, dass man nicht alle PS im Sinne des Klubs auf die Straße bringt.
Wenn solch eine Situation entsteht, ist es besser, klar Schiff zu machen und dann kann man sich zur neuen Saison rechtzeitig neu orientieren.
Anderenfalls hätte man evtl. das gleiche Problem gehabt, welches jetzt die Bayern haben. Sie sind mit einem Trainer in die Saison gegangen, von dem sie wohl nicht mehr voll überzeugt waren und jetzt waren und sind sie am rudern, mussten sogar in ihrer Not einen Fußballrentner aktivieren.

Der BVB dagegen konnte die Saison rechtzeitig gut planen, hatte rechtzeitig Klarheit in wichtigen Personalfragen, vor allem in der Trainerfrage.

Ich dachte eigentlich, diese "dunklen" Zeiten, als Abgänge von Spielern oder Ex-Trainern vom BvB zum gehassten Gegner – egal ob Bauern oder die Blauen – derart verpönt waren, dass daraus quasireligiöse "Kriege" entstanden, wären endgültig vorbei? Ob demnächst Nagelsmann oder Tuchel an der Säbener vorstellig wird, interessiert mich einen feuchten Kehricht (Jogi Löw wäre ja auch 'ne Option), aber dass sich die Ultragroßkopferten ausgerechnet in der Trainerfrage fast seit einem Jahrzehnt so oft verzocken, ist schon erstaunlich.

Warum probieren die nicht einfach mal 'ne Saison *ohne* Trainer aus? Der Titelanzahl scheint das ja nicht viel auszumachen, wie grottig der FCB-Trainer grad ist. Die Richtung auf dem Platz bestimmen ja eh die Rentner Robbery und Hummels;-)

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