Rekordparade im Ruhrgebiet

"Pott schlägt Hauptstadt: Die Loveparade 2008 in Dortmund hat mit 1,6 Millionen Ravern einen Besucherrekord aufgestellt – und die letzten Spektakel in Berlin bei weitem übertroffen" schreibt SPON – und dabei war das Wetter gestern wirklich mies.

Loveparade. Foto: Stadt Dortmund

Es ist das alte Problem der Kulturkritik, dass sich eigentlich kaum jemand für ihre Diskurse interessiert – so auch bei der Loveparade. Ob die (dämlichen) Reden von Dr. Motte wichtig waren, Techno noch einen wichtigen Beitrag zur Popkultur liefert oder die 1989 in Berlin gestartete Loveparade ihre  Autentizithät verloren, seitdem sie vom Betreiber einer Fitnessstudiokette gemanagt wird, fanden zumindest die 1,6 Millionen nicht ganz so spannend, die gestern in Dortmund für einen neuen Besucherrekord sorgten und vor allem ihren Spa&szlig…

"Pott schlägt Hauptstadt: Die Loveparade 2008 in Dortmund hat mit 1,6 Millionen Ravern einen Besucherrekord aufgestellt – und die letzten Spektakel in Berlin bei weitem übertroffen" schreibt SPON – und dabei war das Wetter gestern wirklich mies.

Loveparade. Foto: Stadt Dortmund

Es ist das alte Problem der Kulturkritik, dass sich eigentlich kaum jemand für ihre Diskurse interessiert – so auch bei der Loveparade. Ob die (dämlichen) Reden von Dr. Motte wichtig waren, Techno noch einen wichtigen Beitrag zur Popkultur liefert oder die 1989 in Berlin gestartete Loveparade ihre  Autentizithät verloren, seitdem sie vom Betreiber einer Fitnessstudiokette gemanagt wird, fanden zumindest die 1,6 Millionen, die gestern in Dortmund für einen neuen Besucherrekord sorgten und vor allem ihren Spaß haben wollten, nicht ganz so spannend. Die Loveparade ist Karneval im Sommer und das ist OK. Wem es nicht gefällt, der muß ja nicht hingehen und hat täglich zahlreiche Gelegenheiten, seinen elaborierten Geschmack unter Beweis zu stellen. Im nächsten Jahr kommt die Loveparade nach Bochum – mal schauen ob ich sie mir dann anschaue, denn eigentlich mag ich keine Bässe – ein Problem, bei einer Technoparty, aber einen Teil des gestrigen Lineups hätte ich mir ganz gerne angeschaut: Moby und Underworld – vielleicht sind sie ja nächstes Jahr auch dabei. Übrigens: Eine schöne Fotostrecke gibt es  auf der Internetseite der Stadt Dortmund.     

2 Kommentare

Das Problem mit der Kulturkritik ist auch, dass man sie bequem aus der Ferne abgeben kann. Der eine schmollt und fährt nach Hause: der andere findet’s gut, ist aber nicht vor Ort gewesen.

Dabei könnte man schon einiges aussetzen: die Getränkepreise, das Verhalten der Polizei vor dem Hauptbahnhof, die nur wenig kommuniziert hat, warum man nach der Abschlusskundgebung nicht auf den Ring durfte oder die wirklich miserable Lautstärke bei den DJ-Sets, zum Beispiel. Als einer von 1,6 Millionen fand ich’s nicht so spannend, als dass ich dafür nach Bochum fahren würde.

Die 1,6 Millionen sind maßlos übertrieben. Wenn man grob die ganze Fläche die bei der Abschlusskundgebung zur Verfügung stand (kann man mit Google ganz schnell ausmessen) mit je 5 Menschen auf den Quadratmeter bestückt, dann könnten es eigentlich höchstens 750.000 gewesen sein. Rechnet man noch das in der Stadt vertreute Potential dazu, dann waren es großzügig geschätzt ein Millionen.

Ich glaube die Polizisten im Helikopter haben im Sinne ihrer Vorgesetzten und der Stadtspitze einfach 30% Gefälligkeitszulage draufgetan. Oder sie waren einfach nur selbst begeistert über die gewaltige Menge unter ihnen. Aber was solls, die Zahlen in Essen waren ja ausch schon maßlos übetrieben. Und es geht ja auch gar nicht um die Wahrheit sondern um Stadtmarketing. Diesbezüglich sind 1 Millionen Besucher allerdings auch als riesiger Erfolg zu bewerten.

Also: Gratulation Dortmund!

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