Pyrotechnik: Griechen setzen mal wieder ganz eigene Maßstäbe


Schier unglaubliche Bilder kursieren aktuell (mal wieder) vom griechischen Fußball im Internet.

Vor dem Ligaspiel zwischen PAOK Saloniki und Olympiakos Piräus kam es am vergangenen Wochenende in Thessaloniki nicht nur zu schweren Auseinandersetzungen, im Stadion empfingen die PAOK-Fans beide Teams zudem mit einer riesigen ‚Pyroshow‘.

 
Dagegen wirken ähnliche Vorfälle in deutschen Stadien, welche auch zuletzt immer wieder zu Geldbußen durch die Sportgerichtsbarkeit führten, geradezu ‚nicht erwähnenswert‘.

6 Kommentare

Wollt ihr jetzt der BILD Konkurrenz machen? Die kann die Hetze gegen andere Länder bislang aber besser.

Ich war im Stadion in Saloniki, es gab eine Pyroshow, wie auf dem Video. Gab’s an den Wochenende vorher in anderen Stadien hier unten auch. Nichts neues. Kann man gut finden oder nicht (mich persönlich nervt es). Aber die bösen Griechen setzen “wieder mal ” ganz neue Maßstäbe, klar.

Ehrlich gesagt: Die “schweren Auseinandersetzungen” werden durch jedes Spiel z.B. zwischen Hamburg und Bremen oder St. Pauli gegen Rostock locker getoppt. Nur ohne Pyro.

@Bernd: Immer wieder erstaunlich zu sehen, was manche Leser hier in unterhaltsam gemeinte Beiträge gelegentlich hineinzuinterpretieren bereit sind! „Hetze gegen andere Länder“? Ich bitte Sie/Dich! *kopfschüttel*
Mir ging es jedenfalls lediglich um das vergleichsweise spektakuläre Bildmaterial vom Wochenende, auf welches man mich vorhin aufmerksam machte, und einen augenzwinkernd gemeinten Vergleich zu der vermutlich zu erwartenden großen Aufregung, welche eine vergleichbare Aktion wohl in der hiesigen Fußballlandschaft nach sich gezogen hätte. Mehr war nicht…
Es würde also, wenn man den Gedanken mal kurz weiterentwickelt, eher sogar eine Kritik an der deutschen ‚Hysterie‘ bei Pyrotechnikvorfällen in Stadien daraus… Zumindest könnte man den kurzen Beitrag vom Nachmittag ebenso in diese Richtung interpretieren.
Eine solch extreme ‚Pyroshow‘ wie in dem Video habe ich in nun 35 Jahren in denen ich den Fußball hier in Deutschland beobachte in diesen Ausmaßen jedenfalls noch nie gesehen. Insofern sind das dann hier schon andere Maßstäbe, wie ich finde. Und über ähnliche Bilder aus der Griechischen Liga wurde schon häufiger berichtet. Auch hier bei uns im Blog. Ist halt, so wie auch (auf ganz andere Weise) im US-Sport übrigens, eine andere Herangehensweise, eine andere Fankultur im dortigen Sport. Frei nach dem Motto: Andere Länder, andere Sitten!
Ob man das nun positiv bzw. negativ werten soll/kann, wenn Pyrotechnik auf einer Fußball-Tribüne zum Einsatz kommt, das ist bekanntlich selbst bei den engagiertesten Fußballfreunden hierzulande höchst umstritten.
Wie dem auch sei:
So etwas, wie von Ihnen/Dir hier unterstellt, war von mir jedenfalls nicht im Ansatz beabsichtigt.
Wer mich kennt, der weiß ohnehin, dass mir das ohnehin fremd wäre.
Nur um das hier mal ganz klar zu formulieren…

@Robin: Etwas, was hierzulande nun mal verboten ist, ist hierzulande auch nicht “höchst umstritten” – außer natürlich bei einigen wenigen “Versprengten”, bei denen 2000 Grad heiß brennende Chemie anscheinend sexuelle Verzückung auslöst, so ala “2000 shades of burn”…

Aber in den letzten Jahren gab es ja immer wieder Aktionen und Bewegungen welche das ändern wollten, Klaus. Und auch bei DFL und DFB gab man sich ja schon mal ‘gesprächsbereit’. Doch in letzter Zeit ging die Diskussion dann eher wieder in die Gegenrichtung, und man sah seitens der Liga wohl keinen Spielraum mehr.

Hier mal ein etwas ausführlicherer Artikel noch aus 2012 dazu: http://www.11freunde.de/artikel/wie-pyrotechnik-legalisiert-werden-koennte

Robin, alle Pilotprojekte und Absichten der letzten Jahre und auch die in den anderen Ländern erlaubten Pyroanwendungen laufen doch darauf hinaus, dass nur ein stark reglementierter Einsatz möglich ist. Die treibenden Gruppen hinter dem pubertären Pyro-Spaß, die Ultras, haben ja schon (siehe Deinen Artikel-Link) verlauten lassen, dass sie sich als “Outlaws” des Profifußballs keine “Spießbürger-Regeln” und Behördenauflagen gefallen lassen wollen. Also ist damit zu rechnen, dass solche Regelwerke die Hauptdarsteller nicht glücklich machen und dass es trotzdem weiter Streit zwischen Fans, Behörden und Vereinen über den Pyroeinsatz geben wird.

Unter solchen Prämissen weiter zu verhandeln, ist bei den gesetzlichen Rahmenbedingungen hierzulande mit gutem Grund hoffnungslos, denn wer wie so einige Bundesligisten schon seine Ordnerdienste nicht in den Griff bekommt, der sollte als Verein von diesem Thema tunlichst seine Finger lassen.

Mit der Pyrotechnik ist das so wie mit Kampfhunden oder Waffen: das alleine gefährdet per se niemanden. Die Gefahr geht von den Menschen aus, die damit umgehen. Aber da ja Kampfhunde, schwere Waffen und Pyros ausschließlich von absolut integren Ehrenmännern geführt, die vollständig verantwortungsbewusst damit umgehen, ist die Öffentlichkeit auf der sicheren Seite!

Kommentar verfassen