Protest gegen besorgte Bürger in Essen

Die Antifa auf dem Frintroper Marktplatz (Quelle: Antifa Essen Z)
Die Antifa auf dem Frintroper Marktplatz (Quelle: Antifa Essen Z)

Im Essener Stadtteil Frintrop protestierten am Mittwochabend gut 150 Nazigegner gegen Rassismus im Stadtteil. Die „Antifa Essen Z“ hatte zu einer Kundgebung gegen rassistische Stimmungsmache aufgerufen. In Frintrop war die Situation in den vergangenen Wochen hochgeschaukelt, nachdem angeblich ein Bewohner einer Flüchtlingsunterkunft eine junge Frau vergewaltigt haben sollte. Die Polizei konnte den Vorfall nicht bestätigen, der kurzzeitig verdächtigte Flüchtling wurde bald wieder aus der Untersuchungshaft entlassen. Bei einer „Bürgerversammlung“ nach dem Vorfall kam es zu massiver rassistischer Hetze (unser Bericht).

Schon seit Monaten agitieren Rassisten und fremdenfeindliche Anwohner in Essen-Frintrop gegen die dortige Unterkunft. Jeden Mittwoch treffen sie sich zu „Spaziergängen“. Auch NPD-Leute nehmen an diesen Veranstaltungen teil, die sich vor allem durch Alkoholkonsum und Pöbeleien auszeichnen.

Gegen diese Gemengelage wollte die „Antifa Essen Z” ein Zeichen setzen. Die Nazigegner demonstrierten deshalb heute auf dem Frintroper Markt, in direkter Nähe zu den Nazis. In Redebeiträgen wurde die rassistische Stimmung kritisiert und zur Solidarität mit Flüchtlingen aufgerufen. Eine der am häufigsten gerufenen Parolen auf dem Frintroper Markt war heute: „Say it loud, say it clear, refugees are welcome here!”.

Die Kundgebung wurde nur von einen kleinem Aufgebot der Polizei begleitet, so dass rechte Anwohner immer wieder provozieren konnten. Zu kleineren Tumulten kam es, als ein Böller auf die Kundgebung der Nazigegner geworfen wurde. Antifaschisten hatten bereits vorher davor gewarnt, dass von den Rechten eine Gefahr ausgehen könnte, und die Polizei gebeten, diese weiter wegzuschicken. Vergebens. Als ein Nazigegner die Polizei auf den Hitlergruß eines der Rechten aufmerksam machte, weigerte die Polizei sich, der Sache nachzugehen, und die Personalien des Mannes festzustellen. (Ein Video der „besorgten Bürger am Rand der Kundgebung.)

Die Nazigegner ließen sich durch die Rassisten nicht provozieren und zogen ihr Programm durch. Gegen 21 Uhr war die Kundgebung beendet, und die Antifaschisten machten sich auf den Heimweg. Aus Antifakreisen heißt es, man wolle wiederkommen, wenn sich die Situation in Frintrop nicht entspanne.

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