Pro NRW: Beisicht hetzt nach Brandanschlag gegen Sinti und Roma

Pro NRW: Markus Beisicht

Nicht nur die Morde  in Norwegen setzen Deutschlands Rechtspopulisten unter Druck. Nach einem Brandanschlag auf ein von Sinti und Roma bewohntes Haus in Leverkusen steht die  extrem rechte Partei Pro NRW nach ihrer Hetzkampagne in der Verantwortung. Pro NRW Führer Markus Beisicht keilt zurück.

Die Saat ging auf: Nach monatelanger Hetze von Pro NRW gegen Sinti und Roma wurde am Montag in Leverkusen ein  Brandanschlag auf ein von Sinti und Roma bewohntes Haus verübt. Die Polizei ermittelt in Richtung eines fremdenfeindlichen Hintergrundes.

Der Zentralrat deutscher Sinti und Roma reagierte:  “Die Taten müssen umfassend aufgeklärt und Täter sowie eventuelle Hintermänner müssen schnellstens gefunden werden”, sagte der Vorsitzende Romani Rose in einem Bericht der Zeitung MZ-Web. Rose bemerkte zudem, dass es schon früher  in Leverkusen Gewaltandrohungen aus der rechtsextremistischen Szene gegen Sinti und Roma gegeben habe.

Markus Beisicht, Pro-NRW Führer und Ratsmitglied in Leverkusen, erwies sich in einer ersten Reaktion als geistiger Brandstifter erster Güte und schrieb und schrieb über den Zentralrat der Sinti und Roma: “…die Interessenverbände der Sinti und Roma, die man auch als Interessenverbände für organisierte Kriminalität bezeichnen könnte…”.

Für Beisicht sind scheinbar die Opfer des Brandanschlages die Schuldigen:

“Wir werden überdies politischen Druck machen, dass umgehend und mit Nachdruck der Feuerschutz in den von der stadtbekannten Großfamilie bewohnten Anwesen überprüft wird. Es ist davon auszugehen, dass hier erhebliche Mängel bestehen.”

Mit Kriminellen kennt sich Beisicht gut aus: Er hat als Anwalt schon viele straffällig gewordenen Neonazis und Pro NRW-Mitglieder vertreten.  Man könnte seine Partei auch als ein Auffangbecken für kriminelle und beruflich gescheiterte Nazis bezeichnen.

 

 

15 Kommentare

Hab von dem Brandanschlag im Radio gehört, allerdings wird auch wegen einer Erpressungssache ermittelt, deswegen würde ich hier jetzt nicht so voreilig sein.

Der Beitrag von Beisicht bzgl. Feuerschutz ist aber unfassbar, das geht schon in Richtung NPD und Co. !!!

Von dem Brandanschlag lese ich jetzt hier zum ersten Male. Entweder habe ich es schlichtweg übersehen und auch hier gilt, was ich an anderer Stelle auf diesem Blog bereits schrieb: bis heute können Ressentiments gegen Sinti und Roma ausgelebt werden, ohne dass es nennenswerte Stimme gibt, welche sich hier einschalten. Die haben kaum Lobby auch nicht in der Politik, zumindest ist mir KEIN Politiker bekannt, der sich für deren Rechte einsetzt – siehe auch Straßenstrich in Dortmund und das Verhalten der SPD – Die Bemerkungen von Beisicht sind einfach unsäglich, aber ich bezweifel, dass es viele gibt, die das anprangern werden, weil Sinti und Roma keinen interessieren oder sogar selbst Ressentiments bestehen, dass man denkt, die müssen nicht verteidigt werden.

Kann doch nicht sein, dass die großen Zeitungen nicht darüber berichtet haben – unabhängig davon, wer dann letztlich tatsächlich für den Brand verantwortlich ist. Scheint ja so zu sein, als habe man bisher nur Vermutungen.

Wäre ich Ratsherr der Stadt Leverkusen, würde ich in Zukunft jedesmal den Saal verlassen, wenn diese Kanaille das Wort ergreift.

Ich würde auch vorschlagen erst die Ermittlungen abwarten, obwohl bei einem Brandanschlag auf ein Haus wo nur Sinti oder Roma oder Türken oder oder leben, erst mal alle Glocken läuten. Was nun aber Beisicht und Genossen angeht,so stehen sie in einer Tradition mit PI,JF und ähnlichen volksverhetzenden Seiten, aber da wurden immer alle Augen inlc. der Hühneraugen geschlossen. Und nach einer kurzen Schamfrist, geht es wieder munter weiter.

Vielleicht sollte Herr Beisicht dahingehend politischen Druck ausüben, dass der Feuerschutz im Gehirn bei stadtbekannten Pro NRW Politikern überprüft wird.

#7
Ermittlungen braucht man gar nicht erst abzuwarten. Zu dieser Stunde ist es uninteressant wie es zu dem Brandanschlag gekommen ist, so eine Äußerung von einem Politiker ist geschmacklos, unwürdig, diskriminierend und eine Hetze.
Entweder hat Beisicht Infos und rückt damit raus, oder er hält einfach seine Klappe.

“Diese neuen Nazi-Parteien, ganz egal, wie sie heißen und wie sie sich verbrämen, diese Parteien in ganz Europa, in Skandinavien, in Frankreich, in Italien, in Holland und überall, sind eine Riesengefahr für Europa.” Die europäischen Rechtsparteien hätten den Antisemitismus durch die Islamophobie ersetzt. Lasse man sie gewähren, dann beschreite man eine Entwicklung, wie in Deutschland in der ausgehenden Weimarer Republik. “Das ist ein Vorgang, den man noch ganz am Anfang ersticken muss”, so Uri Avnery in DW. Dazu passt auch folgende Meldung: Rechtsextremisten drohen deutschen Politikern, Wissenschaftlern und Journalisten, die in Fragen des Islam eine liberale Haltung vertreten, im Internet mit gewaltsamen Konsequenzen. Das berichtet der ‘Kölner Stadt-Anzeiger’ in seiner Ausgabe vom Montag.

Sooo viel freundlicher hört sich das FDP Statement dazu aber auch nicht an:

http://www.rp-online.de/bergisches-land/leverkusen/nachrichten/nach-dem-inferno-taetersuche-und-bedauern-1.1342531

Die FDP sieht nach dem Anschlag aber vor allem die Verwaltungsspitze in der Pflicht. Das oftmals provokante und aggressive Auftreten dieser stadtbekannten Familie habe in der Vergangenheit immer wieder zu Irritationen in weiten Teilen der Bevölkerung geführt. “Insofern ist auch die Stadtverwaltung gefordert zu verhindern, dass mitten in Leverkusen ein rechtsfreier Raum entsteht”, mahnt Benedikt Vennemann, stellvertretender Kreisvorsitzender der Liberalen.

@Bert: Stimmt, auch das werden aus Opfern Schuldige. Die FDP vergreift sich im Ton, ist aber noch immer weit entfernt von Beisicht. Provokantes und aggressives Verhalten mag eine Aufgabe für die Polizei oder das Ordnungsamt sein. Eine Rechtfertigung für einen Brandanschlag, bei dem es nur aus Zufall keine Toten, gab sind sie nicht.

Ermittlungen haben zu zwei Tätern geführt, die jetzt vor Gericht stehen.

Leverkusen
Anschlag auf Roma-Haus: Mordversuch
zuletzt aktualisiert: 05.04.2012 – 02:30
Leverkusen (RP). Zwei Männer (17, 22) stehen ab Mai vor dem Kölner Landgericht. Sie sollen im Juli 2011 ein Haus einer Roma-Großfamilie in Leverkusen angezündet haben. “Beide sind wegen versuchten Mordes, Heimtücke, schwerer Brandstiftung und Verstoßes gegen das Waffengesetz angeklagt”, so ein Gerichtssprecher. Das Motiv soll Rache gewesen sein – die Familie soll dem Älteren Geld im Wert von mehreren Zehntausend Euro gestohlen haben.

http://nachrichten.rp-online.de/regional/anschlag-auf-roma-haus-mordversuch-1.2782356

Dieter

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