Pommes gegen Pizza-Connection

lieber Pommes als Salat: Sozial-CDUler Laumann

Um den Vorsitz der CDU-Fraktion wird es zu einem Duell kommen: Sowohl NRW-Integrationsminister Armin Laschet als auch Sozialminister Karl-Josef Laumann wollen am 6. Juli für den Vorsitz kandidieren. Bislang hatte es in der CDU immer geheißen, ein Duell solle vermieden werden. Nun treten die beiden gegensätzlichen Charaktere offenbar beide an

„Ich nehm eine doppelte Pommes, sonst nix“. Wenn der CDA-Vorsitzende Karl-Josef Laumann in der ansonsten salatdominierten Kantine des Düsseldorfer Landtags zu Mittag isst, wird es zünftig. Der 52-Jährige unterhält jede Runde mit seinen manchmal zotigen Sprüchen. “Das wird ein ganz knappes Höschen”, sagte er am Wahlabend zu den ersten Hochrechnungen. DerWestfale kämpft ansonsten für den Arbeitnehmerflügel der CDU, für Mindestlöhne und verbesserte Hartz-IV-Regeln.Er gilt als Vertrauter von Rüttgers. Je nachdem wie groß die Sehnsucht nach einem Neuanfang ist könnte ihm dies auch schaden.

Kinderfreund und Pizza-Fan: Armin Laschet

Der Rheinländer Armin Laschet ist hingegen ein eher verkopfter Jurist, der sich als einer der ersten in der CDU um Migranten als Wähler und Bürger kümmerte. Er gehörte zur legendären Pizza-Connection, einer Gruppe von jungen Politikern von Grünen und CDU, die sich in Bonn-Kessenich bei einem Italiener zum Essen trafen. Dieses neue Bündnis wird in Zukunft sicherlich eine größere Rolle spielen. Für sein freundliches Werben um Deutschtürken erhielt Laschet auf Parteitagen aber oftmals ungnädiges Raunen. Die CDU im Westen ist eben immer noch im konservativen Sauer- und Münsterland am stärksten. Deshalb werden Laumann die größeren Chancen eingeräumt.

Keine Chance bei der CDU haben wie immer weibliche Kandidatinnen. Die Partei hatte schon Schwierigkeiten, in ihre Sondierungskommission für die letztendlich gescheiterte Große Koalition Frauen zu entsenden. Bei einem Regieurngsduo aus Hannelore Kraft (SPD) und Sylvia Löhrmann (Grüne) könnte diese schwarze Männerriege ganz schön alt aussehen.

9 Kommentare

Meine Vermutung ist, Laumann wird das Rennen machen. Das Wahlsystem in NRW “polarisiert” insbesondere bei der CDU regional, (fast?) alle Abgeordneten der Union sind direkt in das Parlament eingezogen. Vom Land, also dort woher Laumann kommt stammt auch ein großer Teil der Fraktionsmitglieder. Ein eher progressiver Kandidat wie Laschet dürfte bei dieser Zusammensetzung schlechtere Chancen haben.

Ich entscheide mich klar für Pommes. Laschet wirkt wie ein Trickser, der den modern-innovativ-mitfühlenden Konservativen nur schauspielert. Man sollte sich mal seiner coldwar-mäßigen Tiraden gegen alles Linke im Landtag erinnern. Außerdem sind mir die rechten Deutsch-Türken und ihre Kumpel Laschet/Kufen in der NRW-CDU ohnehin suspekt. Warum hat Laschet beispielsweise zum Fall Kalisch geschwiegen, als ein Forscher von islamistischen Verbänden mundtot gemacht wurde…?

Laschet wäre mein Favorit, aber ich denke auch Laumann könnte der CDU gut zu Gesicht stehen.
Beide wirken ja eher wie Exoten innerhalb der CDU… einer, der was für Integration tut, einer, der für Arbeitnehmerrechte kämpft…
großer Kontrast zu den farblosen Wulff, den Rechtsaußen Koch, Mappus, Bouffier (oder so)…

“Keine Chance bei der CDU haben wie immer weibliche Kandidatinnen.”

=> Das kann man so nicht sagen. Schließlich ist Merkel BK, schließlich wäre v.d. Leyen fast BuPrä geworden.

Man könnte höchstens sagen, dass in der CDU nur verrückte Frauen eine Chance haben. Aber ist das in anderen Parteien wirklich anders? Wobei ich das nicht nur auf Frauen beziehen möchte.

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