Pflanzenschutzmittel gestohlen

Pflanzen.

Die Welt ist ein großer Ort voller wunderbarer Geschehnisse, kleiner Momente von Wundern und dem ganzen Rest. Der Rest indes ist manchmal böse, manchmal verstörend und manchmal einfach so wie er ist. Die Geschichte der Welt erzählen verschiedene Stellen den Menschen, manchmal für Unternehmen, manchmal für Ministerien und manchmal für die Polizei.

Letztere Meldungen, die Polizeimeldungen, die Blaulichtpresse, das sacre coeur du boulevard, sind ein besonderer Quell der Realitäterzählung. So wie eine heutige Polizeimeldung aus Thüringen, dem Land von Bernd Höcke und dem Linken, der eigentlich kein Linker ist. Das Mordor unter den Bundesländern – wenn man Sachsen ausklammert.

Dort, nördlich von Erfurt, liegen Stadt und Kreis Sömmerda, das 876 erstmals urkundlich erwähnt wurde, und das 19.000 brave Bürgerinnen und Bürger beherbergt. Und einige Ganoven. Diese klauten in der Nacht zu Dienstag 500 Liter Planzenschutzmittel, im Gesamtwert von 6000 Euro.

Wieso, fragt man sich denn? Habgier? Raffsucht? Klimaprotest? In Ermangelung der Möglichkeit des Einbruchs in ein Juweliergeschäft, oder beim Elektrogiganten Fujitsu, der seine Werke in Sömmerda schon länger schließen ließ?

Wir werden es wahrscheinlich nicht erfahren.

Es wird ein Splitter der Wahrheit Thüringens, Deutschlands, Europas, ja der Welt bleiben. Ohne nachrichtlichen Wert, ohne Aufhänger, ohne Relevanz für uns.

Aber sollten wir deswegen nicht darüber berichten?

1 Kommentar

Darüber muss man berichten, wir dürfen den Osten nicht sich selbst überlassen.
500 Liter Herbizide! Dafür muss eine alte Oma lange stricken.
Womöglich steckt dahinter der ursprüngliche, archaische Wunsch des Mannes, das Land urbar zu machen. Womöglich ging es nach dem Raub direkt über die polnische Grenze, in die unwegsame, zugewachsene Provinz.

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