Petition will Uli Hoeneß aus seinen Ämtern beim FC Bayern München entfernt sehen



Die Emotionen schlagen hoch rund um den Prozess gegen Uli Hoeneß in München. Inzwischen soll die von ihm hinterzogene Steuersumme tatsächlich sogar über 27 Mio. Euro betragen. Die Luft wird dünn für den 62-Jährigen.

In Anbetracht dieser Vorwürfe, die durch seine Verteidigung nicht einmal ernsthaft angezweifelt werden, wundert es nicht, dass sich, unabhängig vom juristischen Urteil, welches noch immer für den morgigen Donnerstag erwartet wird, eine Debatte neu entzündet hat: Sollte dieser Mann auch weiterhin in leitender Funktion für den FC Bayern München arbeiten?

Viele Beobachter verneinen diese Frage inzwischen eindeutig. Eine umstrittene Online-Petition ruft die Mitglieder des Aufsichtsrates des FC Bayern München aktuell sogar dazu auf ihn vom Amt des Aufsichtsratsvorsitzenden zu entfernen. Und auch wenn der Titel „Hoeneß ablösen, den Anstand retten!“ vielleicht etwas zu martialisch daherkommt, lohnt es sich doch über die darin aufgeworfenen Argumente einmal näher nachzudenken.

Hier der Text der Petition:

„Hiermit fordere ich Sie als Mitglied des Aufsichtsrates des FC Bayern München auf, den Vorsitzenden des Aufsichtsrates und Präsidenten des FC Bayern, Herrn Hoeneß, sofort abzulösen.

Begründung:

Herr Hoeneß hat zugegeben, 18,5 Millionen Steuern hinterzogen zu haben. Das ist sowohl aus der Sicht der Fans des FC Bayern wie auch aus der Sicht fast aller deutschen Mitbürgerinnen und Mitbürger eine unvorstellbar hohe Summe, um die er das Gemeinwesen betrogen hat . Hoeneß ist zum Sinnbild von Maßlosigkeit und Unanständigkeit geworden.

Wenn Sie diesen Präsidenten im Amt lassen, dann fördern Sie die Verwilderung der Sitten in Deutschland, dann machen Sie den schlampigen und kriminellen Umgang mit dem Staat und mit unseren öffentlichen Einrichtungen hoffähig.

Wenn Sie nicht sofort handeln und den Aufsichtsratsvorsitzenden und Präsidenten entlassen, dann fällt auch ein böser Schatten auf die großen Unternehmen, deren Repräsentanten mehrere von Ihnen sind. Sie entwerten damit zugleich das Bemühen deutscher Unternehmen um eine von Anstand und Solidarität bemühte Unternehmensführung, den so genannten Corporate Governance Kodex.

Das alles gilt unabhängig davon, ob Herr Hoeneß mit einer Haft bestraft wird oder nicht.

Wenn Sie aus falscher Solidarität mit dem Steuerbetrüger Hoeneß nichts tun, dann fällt dieses Verhalten als Kumpanei auf Sie und Ihre Unternehmen zurück. …“

Hier geht es zur entsprechenden Petition: https://www.openpetition.de/petition/online/hoeness-abloesen-den-anstand-retten

Und auch wenn man über Sinn oder Unsinn einer solchen Petition streiten mag, diese schlussendlich natürlich so auch gar nicht umsetzbar ist, da es lediglich eine Aufforderung zum Handeln sein kann, und Hoeneß ohnehin angekündigt hatte sich nach dem Urteil dem Votum der Mitglieder des FC Bayern München stellen zu wollen, ob er seine Ämter weiterhin ausüben soll, erscheint mir inzwischen tatsächlich der Zeitpunkt erreicht, wo man über diese Seite der Geschichte ernsthaft nachdenken sollte.

Welches Signal setzt man denn auch als Verein nach außen, wenn ein Mann, der eine solch gigantische Summe an Steuern hinterzogen hat, in einer solch herausragenden Position belässt? Was denken wohl die Fans in der Kurve angesichts dieser sich scheinbar auftuenden ‘Abgründe’?

Und wie verträgt sich das noch mit der Tatsache, dass in den vergangenen Jahren ‚einfache Leute‘, die einen Pfand-Bon von wenigen Cent unterschlagen hatten, als Müllwerker ein weggeworfenes Kinderbett vom Sperrmüll mit nach Hause nahmen, oder einen alten, ausgemusterten Bürostuhl ungefragt von ihrem Arbeitsplatz entfernt hatten, jeweils anschließend ihre Jobs aufgeben mussten, dies auch von Arbeitsgerichten so bestätigt wurde?

Schon klar, die Fälle lassen sich nicht direkt miteinander vergleichen. Und Hoeneß wird auch keine Schädigung seines Arbeitgebers vorgeworfen, sondern er hat die Gesellschaft geschädigt. Aber macht das letztendlich wirklich so einen großen Unterschied? Wie passt dies Alles aktuell noch zusammen?

Augenblicklich frage ich mich ohnehin, wie man angesichts eines solch gigantischen Fehlverhaltens, welches Uli Hoeneß selber ja bereits zugegeben hat, überhaupt noch ernsthaft daran denken kann die Tätigkeit für den FC Bayern München auch zukünftig noch ausüben zu wollen bzw. zu können?!?

Sollte man da nicht ohnehin völlig freiwillig den Weg für einen unbelasteten Nachfolger freimachen? Auch ganz ohne Onlinepetition und öffentlichen Druck in diese Richtung?

19 Kommentare

Ich fordere Sie hiermit auf, das Verfassen schlechter Artikel unverzüglich einzustellen.
Beschränken Sie sich doch bitte in Zukunft auf den Sport- und Kulturteil, da sind Ausrutscher für den Leser verzeihlich. Dieser Artikel und der letzte über Michael Schumacher tun mir mehr weh als 100 Millionen hinterzogene Steuern.

Dieser Artikel ist in der Tat überflüssig, aber wer will sich nicht an dem Bashing beteiligen. Damit steht mal auf der moralisch guten Seite. Er hat also “die Gesellschaft geschädigt”… Diese Millionen gehören also uns. Hoeneß hat uns allen das Geld gestohlen, nicht wahr? Dass diese Millionen über 10 Jahre verteilt für jeden von uns nur ein paar Cent im Jahr bedeuten, geschenkt! Aber wie viele Milliarden in Wowiwostok mit der Flughafenruine und wie viele Billionen Mutti in dieser Zeit in den Sand gesetzt hat, spielt keine Rolle. Solche Vergehen bleiben haftungsfrei, diese Banditen werden noch nicht einmal abgewählt.

Was ist das für eine Heuchelei? Dieser Empörungsrausch, den der hysterisch-bürokratische Komplex aus Journaille und Politik in diesem Fall wieder inszeniert, ist geradezu erbärmlich!

@ “Freidenker”: schonmal auf einer kommunalen Ausschussitzung gewesen und Lust bekommen sich in die rechtliche Materie um Bauausschreibungen etc einzulesen? Man kann das alles machen! Solange Sie das nicht tun sind es eben Ihre legal gewählten Vertreter die das für Sie tun. Auf der anderen Seite finde ich – der Steuerbetrüger Hoeneß kann ein wenig Empörung über seine Straftaten schon vertragen. Der wird auch nach einer eventuellen Haftstrafe vermutlich nicht ruiniert sein.

Vergleich zwischen “Steuerverschwendung” und Steuerhinterziehung?
Kein guter Vergleich.
Steuerhinterziehung wird von einzelnen begannen, die für sich entschieden haben, das ist so okay.
Steuerverschwendung wird von demokratisch gewählten Repräsentanten begannen, die den Entscheidungsprozess oft offenlegen, sodass der quasi Aufsichtsrat, sprich Bürger sich einmischen könnte.

Wer keine Steuern zahlen will, kann gerne Parteien wählen / sich aufstellen lassen und diese senken / abschaffen.

Auch wenn es sozialistisch klingen mag o.ä., man muss es auch so sehen, unser aller Einkommen wird primär vom Staat bestimmt. Durch die demokratisch erschaffenen Rahmenbedingungen ist bestimmtes privatwirtschaftliches Handeln erst möglich. In Deutschland haben wir recht hohe Löhne, auch in Relation zu Lebenshaltungskosten, weil durch die Rahmenbedingungen sich es so ergeben hat. Gäb’s morgen ne Währungsreform, Krieg, nur noch Korruption, Aufstände etc… das alles hätte negative Einwirkungen auf unser Einkommen. Weshalb ich Steuern nicht als “wegnehmen” empfinde. Hinterziehung ist daher keine kleine Straftat.

Steuerverschwendung entsteht durch Fehlplanungen. Wenn dem keine strafbaren Ereignisse zu Grunde liegen (Korruption), kommt sowas eben immer mal wieder vor. Müssten Politiker, Manager oder sonstige Entscheidungsträger privat haften (btw: wie stellt man fest, wann etwas Verschwendung ist?), würde niemand mehr solche Jobs machen… oder nur zu Milliardengehälter, um das Risiko einer Privatinsolvenz in Kauf zu nehmen.
Bei Fehlplanungen kann man eben Leute entlassen / abwählen.

@ Freidenker # 2

Ach Freidenker, dadurch das andere noch mehr Geld verpulvern wird das was Zocker-Ulli getan hat nicht besser. Die die Steuern zahlen sind nun mal genervt von Leuten die es nicht tun, bzw. weniger tun als sie müssten. Ist doch nicht so schwer nachzuvollziehen, oder?

Was für eine blöde, selbstherrliche und anmaßende Petition. Der Aufsichtsrat soll die Interessen der Mitglieder wahren, die offensichtlich trotz allem noch zu Hoeness stehen. Was Außenstehende davon halten, kann den Mitgliedern auch vollkommen egal sein.

Ich finde es ziemlich erstaunlich, wie groß das Verständnis für Uli Hoeneß, angesichts solcher Talkshowauftritte (wie bei diesem Ausschnitt hier), bei einigen Leuten aktuell offensichtlich doch noch immer ist:

Ich werde die Petition nicht unterschreiben. Man soll nicht auf Menschen einprügeln die bereits zu Boden stürzen. Aller Wahrscheinlichkeit nach wird Uli Hoeneß morgen zu einer Freiheitsstrafe ohne Bewährung verurteilt, und dieses Urteil dürfte der Revision standhalten.

Geradezu fassungslos bin ich schon seit dem letzten Jahr angesichts der ignoranten Haltung der Unternehmen die im Aufsichtsrat der FC Bayern vertreten sind. Gegenüber den eigenen Mitarbeitern legt man hohen Wert auf Einhaltung der jeweiligen Compliance-Regeln. Aber beim FC Bayern toleriert man bisher augenscheinlich nicht nur einen Uli Hoeneß sondern auch einen Karl-Heinz Rummenigge der von einer Dienstreise zwei ihm unter dubiosen Umständen geschenkte Rolex-Uhren in satt sechsstelligem Wert mitbrachte die er durch den Zoll zu schmuggeln versuchte.

Man stelle sich vor, ein Mitarbeiter von VW würde bei der Rückkehr von einer Dienstreise mit einer geschenkten Uhr im Wert von einigen hundert Euro erwischt und sein Arbeitgeber bekäme Wind davon. Ich bin mir sicher, dieser Mann könnte sich einen neuen Arbeitgeber suchen.

Das Allerschlimmste für Hoeneß wäre erreicht, wenn sich seine Kumpels aus Vorstand und Aufsichtsrat, aus der Riege der Ex-Bayern-Kapitäne und aus der königlich-bayrischen Bussi-Politik von ihm abwenden, weil er mit seiner peinlichen “Performance” im Prozess so langsam gefährlich für die Seehofers, Telekoms und Audis wird.

“Auch wenn es sozialistisch klingen mag o.ä., man muss es auch so sehen, unser aller Einkommen wird primär vom Staat bestimmt. Durch die demokratisch erschaffenen Rahmenbedingungen ist bestimmtes privatwirtschaftliches Handeln erst möglich.”

Klarer Fall von Stockholm-Syndrom! Ist es der Hass auf den FC Bayern oder ist es der Neid, den die Linken der Gesellschaft jahrzehntelang aufgedrückt haben und der gerade in Deutschland mittlerweile ausgeprägter ist als der Geschlechtstrieb?

Unabhängig vom aktuellen Fall halte ich solche Petitionen (z.B. auch die gegen Lanz) für vollkommen daneben.

Das hat so was von “hängt ihn höher” und mittelalterlichem Pranger. Faschistoid ist es meiner Meinung nach auch noch.

Einmal weil wirklich nie durchschaubar ist, wer da die treibende Kraft bei solchen Petitionen ist, und wer die nötigen Votes besorgt, Und auch, weil mittlerweile alle möglichen und unmöglichen Pressure-Groups solche Petitionen nutzen um damit Meinung zu machen und Meinungsmacht zu erreichen, bzw. zu zementieren.

Selbst bei Petitionen an den Deutschen Bundestags ist mir schon aufgefallen, daß es dort oftmals nicht der “kleine” Bürger ist, der dort Petitionen einstellt, und das bei bestimmten Themen, oftmals die gleichen Namen auftauchen, die für oder gegen etwas sind. Manche Namen tauchen gar bei fast allen Petitionen unabhängig vom Thema auf und zwar immer auf der “pro-Seite”, wenn es um irgendwelche neuen Verbote geht.

Heute werden wir sicherlich intensiv das Urteil diskutieren müssen, aber dann ist gut. Dann stehen wieder die wirklichen bedeutenden Probleme des Fußballs auf der Tagesordnung. Ganz oben, an der Spitze: Schafft die SGE den Klassenerhalt, wer wird neuer Trainer am Riederwald.
Apropos Riederwald. Vor längerer Zeit erwarb ich einige Sportmagazine der Jahre 49/50. Die Eintracht musste damals wg. Kriegsschäden am Bornheimer Hang spielen, dem FSV-Stadion, heute zur Volksbankarena aufgejazzt, und spielte wohl nicht wirklich gut. Das läge daran, dass die Spielfläche des Bornheimer Hanges zu hart für die sensiblen Füße der Eintracht-Spieler sei, so das Blatt.

Stefan, von ehemals hippdebach kann ich nur sagen, dass dies ja keine recht glückliche Liebe sein konnte. Ich habe allerdings über die Jahre den FSV mit halben Auge verfolgt. Ich habe mir fest vorgenommen, beim Gastspiel in Bielefeld auf der Alm zu sein. Auch weil ich einiges Gute über die Fans des FSV gelesen habe.

@OWL-Baron: Dieter Hoeneß war vor ein paar Wochen zu Gast bei ‚Sky90‘. Dort hat er aber nichts weiter zur Sache gesagt. Sicherlich verständlich. Am Dienstag war er zudem als ‚Moralische Stütze‘ bei Uli in der Loge und man konnte die beiden zusammen sprechen und essen sehen. Ansonsten habe ich von ihm schon länger nichts mehr gehört. Und zur Sache halt auch nicht.

@Freidenker #11

Wann hat das eigentlich angefangen, daß Einfordern von Gerechtigkeit – oder wie in diesem Fall schlicht das Einhalten von Gesetzen! – als Neiddebatte diffamiert wird?

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