PEGIDA-Bachmann mit Nazi-Sprech

Das Sozialverhalten von PEGIDA-Freunden (Symbolfoto / Quelle: Dierk Schaefer/ Flickr)
Besorgte Bürger mit sozialer Kompetenz stellen den Kern von PEGIDA dar. (Symbolfoto / Quelle: Dierk Schaefer/ Flickr)

PEGIDA. Und immer wieder PEGIDA. Am Sonntag wurden wir im öffentlich-rechtlichen Fernsehen Zeugen des Appeasement gegenüber dieser Bewegung von Stumpftrotteln.

Immer wieder heisst es: das sind keine Nazis, das sind einfach nur besorgte Bürger. So besorgt, dass es OK ist, dass ein PEGIDA-Veranstalter Ausländer als “Viehzeug” bezeichnen darf?


Bereits gestern berichteten die Kollegen vom Tagesspiegel von der Haltung, die Lutz Bachmann, PEGIDA-Veranstalter, gegenüber Asylbewerbern hat. Auf die Vorgänge in Bachmanns Facebook-Profil hatte hingewiesen Anonymous News Germany hingewiesen (, die nichts mit der gekaperten Seite Anonymous Germany-Seite zu tun haben).

Da ist zunächst dieser Screenshot, in dem Bachmann davon spricht, dass Asylbewerber “Viehzeug” seien, dass “aus GUTEM GRUND bewacht werden” müsse. Ist das die Sprache eines “besorgten Bürgers”?

Asylbewerbert sind "Viehzeug" für den besorgten Bürger Lutz Bachmann (Quelle:  Anonymous News Germany)
Asylbewerbert sind “Viehzeug” für den besorgten Bürger Lutz Bachmann (Quelle: Anonymous News Germany)

Hat Bachmann kein Mitleid, keine Empathie mit Menschen, die ihre Heimat verlassen, weil sie um ihr Leben flüchten, weil Krieg tobt, weil sie ihre Verwandten und Freunde sterben sehen?

Nein. Hat er nicht. Und seine Begründung hierfür könnte zynischer nicht sein:

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Wer also flüchten kann, ist kein Flüchtling, weil er sich das Flüchten leisten kann. Das kann er nicht toppen.
Sollte man denken. Doch Bachmann legt nach. Posiert nun als Hitler in sozialen Netzwerken.

Die Enttarnung seiner selbst als rechtsradikal gelingt Bachmann augenscheinlich. Seine PEGIDA-Freunde gehen auf Distanz, fordern Konsequenzen. Spannend in diesem Zusammenhang wäre die Frage: wieviele Einzelfälle von Fremdenhass & Nazi-Sprech braucht es, um auch dem letzten klar zu machen, dass es nicht Auswüchse der PEGIDA sind – sondern ihr Kern?

19 Kommentare

Endlich: Ermittlungsverfahren gegen PEGIDA-Bachmann wegen Volksverhetzung eröffnet!

Mitgeteilt durch das “US-nah-gesteuerte, gleichgeschaltete und gehirngewaschene Lügenmedium” Deutschlandfunk…

Gestern durfte Satire noch alles. Heute versteht man dann schon wieder die Welt nicht mehr, wenn sich ein , zugegeben äußerst unsympathischer Zeitgenosse einen Jux erlaubt und sich ein Hitlerbärtchen anklebt.
Das man sich nicht nur über die Gartenzwerge von PEGIDA lustig machen kann, sondern auch über diejenigen, die gerade ganz laut ‘Volksverhetzer’ rufen, zeigt ein ebenfalls einem “US-nah-gesteuerte, gleichgeschaltete und gehirngewaschene Lügenmedium” Beitrag in der Welt von Henryk M. Bruder:

http://www.welt.de/kultur/article136623318/Lasst-uns-oefter-mal-ein-Hitlerbaertchen-tragen.html

PEGIDA-Wutbürger vs. anständige Gutmenschen. ist beides irgendwie schon typisch deutsch?
Manchmal wünschte ich mir, ich wäre Franzose…

Die Äußerungen Bachmanns überraschen nicht und der Skandal wird leider kaum Auswirkungen auf die “PEGIDA” haben. Die eine Hälfte denkt eh ähnlich und der Großteil der anderen Hälfte wird es irgendwann verdrängt haben. Was aber nicht wirklich zum Skandal passt, ist das “Hitler-Bild” – ich denke, man macht sich unglaubwürdig, das im gleichen Atemzug zu nennen. Die Sache ist eher dumm als skandalös.

@der, der auszog:

Es geht hier nicht um ein ein lächerliches Hitler-Bildchen und die lächerliche Lügengeschichte (https://mopo24.de/#!nachrichten/christoph-maria-herbst-bachmann-pegida3995-3995) die Bachmann darum herum gestrickt hat.

Es geht um übelste rassistische Hetze. Und Bachmann ist keineswegs der einzige Hetzer in der Pegida-Spitze: http://www.spiegel.de/politik/deutschland/pegida-anfuehrer-hitler-zitate-und-rassistische-parolen-a-1012208.html

@#5 der, der auszog: “anständige Gutmenschen” – könnten wir wenigstens hier diesen dümmlichen Braunsprech unterlassen? Danke.

Und wenn ein gewisser Hendryk M. Broder jetzt von Ironie schwafelt, sollten wir diesen braunpopulistischen Dummbatz endgültig in die Trottelecke stellen.

Die Facebook-Aussagen sind skandalös und zeugen von einem rassistischen und chauvinisten Weltbild. Das Hitler-Foto taugt da erstmal nicht zu und lenkt aus meiner Sicht davon ab, dass Bachmann tief im braunen Sumpf steckt. Zumal PEGIDA Dresden mittlerweile quasi auf Unzurechnungsfähigkeit ihres Ex-Chefs macht. Also: ein durchgeknallter Typ, der gerne mal als Hitler posiert.

Die Ruhr(!)barone schenken einer Gruppierung von der Elbe viel Aufmerksamkeit. Warum, der Fluss befindet sich am anderen Ende des Landes, PEGIDA Klone sind hier bedeutungslos und die Mainstream Medien scheinen kein anderes Thema zu haben.

@der, der auszog,

#5…. ich schließe mich da deiner Meinung absolut an, gerade Satire soll und darf …… und Nr. 7 Juli 2002, der Titanic zeigt u.a. AH mit der Frage: War Hitler ein Antisemit?

Möglicherweise haben einige Menschen immer noch nicht verstanden, was Satire????

Allerdings dürfte es anlässlich der “Gaza- Demo” im Sommer in Essen wohl kaum um Satire gehandelt haben ” Hamas, Hamas, Juden ins Gaza..”, Ralf Michalowsky sitzt immer noch bei den Linken….
….in Deutschland haben wirklich viele ein merkwürdiges Verhältnis zur Geschichte, Broder ist weder braun, ziemlich ironisch und bringt es in vieler Hinsicht auf den Punkt….

…. in Israel, in dem Land in dem viele Juden leben, in das viele flüchten konnten und mussten…. geht man mit der “Geschichte” unverkrampft um, es gibt einen Gedenktag an all die Opfer, aber ein Witz beim Antritt bei der Zahal (israelische Armee) ist: Zieht die ABC-Maske an und denkt dran, wir sind nicht in Deutschland, da ist kein Gas drinnen!
…aber wie Broder ein lebender Jude ist, ist Israel ein Land, dass auch über Vergangenheit zynische Scherze machen kann….
…was Deutschland beherrscht, ist das “unglaubliche” verkrampfte Geheuchel über tote Juden!

@dda, ich finde Deinen Kommentar 5 interessant, und Dein Verweis auf unterschiedliche Bewertung von Satire ist es allemal. Bei Herrn Bachmann glaube ich zwar nicht an einen satirischen Hintergrund, aber dennoch, es gibt unter Menschen eine unterschiedliche Auffassung dazu, was Humor ist.
Darüber müßten wir tatsächlich mal nachdenken und diskutieren.
Vielleicht werden solche Diskussionen aber weltweit nur selten geführt, weil im Vorfeld, quasi an der Pforte zum Dialogeintritt schon Menschen ohne Humor stehen (Pförtner, Hausmeister usw.) die nach festen Regeln, gelenkt über Reizwörter denken, die bei ihnen “Würgreiz” auslösen, und die dann schon laut lospolternd, jeden aufkommenden Keim eines Gedankens zerstören. Denn, einmal so angeblafft, ist es schwer die Linie klarer Gedanken zu halten. Das ist traurig, aber offenbar unvermeidbar, denn solche Hausmeister haben sich meist in ihrer Nische sgenau deshalb so eingerichtet, weil sie sich so und nicht anders gerne sehen. Darum nehmen sie auch keine andere Haltung ein, wenn sie auf ihre gedankenzusammenhangszerstörende Eingriffe in einen beginnenden, möglicherweise intelligenten Diskurs aufmerksam gemacht werden.
Da ich Deine Beiträge seit Jahren sehr schätze, würde mir einiges fehlen, wenn Du Dich jetzt entnervt zurückziehen würdest. Darum ist mein Ratschlag, in Zukunft Hausmeisterkommentare zu ignorieren, oder sie einfach als Hausmeisterkommentare zu bezeichnen, und fertig. Meist bleiben sie nämlich ohne Unterstützung unter den anderen Kommentatoren und sogar ohne jegliche Resonanz. Denn die meisten Kommentatoren wollen doch wirklich diskutieren.

@#15:
http://www.sueddeutsche.de/kultur/kritik-am-gutmenschen-dem-man-nicht-vergibt-1.1138137

“Nährboden für diese massenhafte Neudeutung lieferten wohl jene islamkritischen Bloggertrupps und Rechtspopulisten, die den Gutmenschen offiziell zum Feindbild erkoren haben. Folgt man ihrer Argumentation, die von Sekundanten wie Thilo Sarrazin oder Henryk M. Broder bis in Talkshows und auf Bestsellerlisten getragen wird, so ist der Gutmensch heute nicht mehr der Schaumschläger aus dem Reformhaus, stattdessen hat er universale Schuld auf sich geladen. Stuttgart 21, Multikulti, übereilter Atomausstieg, die Legende vom Klimawandel, kein Bundeswehreinsatz in Libyen, Bankenrettung, Hybridautos, der Erfolg des Käßmann-Buchs – an allem ist der Gutmensch schuld.

Selbst daran, dass er in Norwegen abgeknallt wurde und zwar weil er auf unbewaffnete Sicherheitsleute gesetzt hat. Liest man sich durch die Sammelbecken der Gutmensch-Gegner, durch die Homepages “Achse des Guten”, “Politically Incorrect”, “SoE”, lernt man in jedem zweiten Beitrag: Das “linksreaktionäre Gutmenschenpack” (Broder) hat alles verbockt. Es verdient nicht mehr nur ein bisschen Häme, sondern eher eine handfeste Abreibung.”

Das ist keine Ironie, keine Satire, kein putziges “Reizwort” mehr. Und da gebe ich doch gern den Hausmeister, auch für Sie.

Herr Lohmann, eine Diskussion geht über das Abgleichen von Wortlisten weit hinaus.
Und wenn Sie schon den Text von Broder als Beispiel zitieren, dann sollte Sie ihn korrekt, also im Zusammenhang zitieren. Mich stört nämlich eher das “Pack”, als der Begriff Gutmensch.
Wenn wir nur Wortlisten abgleichen wollten, wären wir schnell fertig. Aber ich fürchte, daß Sie das nicht einsehen werden, obwohl mir das als Mindestvorraussetzung eines jeden, auch eines schlechten Diskurses gilt. Sie sollten sich bei @der,der auszog wegen ihres Kommentars 13 entschuldigen.
Das ist meine Meinung.

@17: Ich wüsste nicht, wofür ich mich bei Jemand entschuldigen sollte, der Pegida-Kritiker in rechtsaußen-populistischer Broder-Art als “anständige Gutmenschen” beleidigt. Sind *Sie* jetzt der Hausmeister hier?

Nö, ich versuche mich gerade als Friedensstifter. Die Hoffnung stirbt zwar zuletzt, aber ich werde mich nicht mehr weiter um Ihre Einsicht bemühen.
Nur noch zwei Bemerkungen zum Schluß:
So wie Sie jetzt zitieren hat aber ihr Zitat mit dem, was Broder geschrieben hat, keinerlei Ähnlichkeit.
Und “Gutmenschen” für sich allein geschrieben, finden Sie in hunderten von Zitaten in der SZ, allein für 2014. Googeln Sie mal.

@#19: Gleicher Link, einen Absatz höher, bitte auch mal im Zusammenhang lesen:
“Am schnellsten merkt man das in den Leserdiskussionen im Netz, etwa bei Spiegel Online oder bild.de, wo “Du Gutmensch!” *heute als üble Schmähung gilt* und *in allen Ressorts zu finden ist*, von der Außenpolitik bis zum Autotest.”

Und leicht nachvollziehbarerweise beziehe ich den Rechtsaußen-Populist und “Sekundanten” Broder nicht auf mein Zitat, sondern auf das Ausgangsposting #5, in dem mit “Gutmensch” beleidigt wurde.

Wenn das Schwingen der Nazikeule heutzutage als gleichwertige Waffe gegen z.B. “Du Gutmensch” gilt, welchen Wert hat sie dann noch?

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