Paralympics VIII: Die strammen Waden aus dem Allgäu

Gestern war Gold. Dreimal. Und dazu sogar noch einmal Silber und zweimal Bronze. Das hatte ich heute morgen hier schon einmal angedeutet. Einmal Gold hat Willi Brem geholt, ein blinder Biathlet und Langläufer aus dem Allgäu, der seit acht Jahren einen treuen Fanclub mit dabei hat. Stramme Waden, Lederhosen, Dirndl – als die Jungs und Mädchen reinkamen ins deutsche Haus, dachte ich zunächst, die gehörten zur Bewerbungsgesellschaft München 2018. Naja, ich wurde eines besseren belehrt. Mein kurzer Text über Willi Brem und seine elf lustigen Bayern:

Gestern war Gold. Dreimal. Und dazu sogar noch einmal Silber und zweimal Bronze. Das hatte ich heute morgen hier schon einmal angedeutet. Einmal Gold hat Willi Brem geholt, ein blinder Biathlet und Langläufer aus dem Allgäu, der seit acht Jahren einen treuen Fanclub mit dabei hat. Stramme Waden, Lederhosen, Dirndl – als die Jungs und Mädchen reinkamen ins deutsche Haus, dachte ich zunächst, die gehörten zur Bewerbungsgesellschaft München 2018. Naja, ich wurde eines besseren belehrt. Mein kurzer Text über Willi Brem und seine elf lustigen Bayern:

Nach zwei vierten Plätzen gewinnt Willi Brem am Mittwoch das Biathlon-Rennen über 12,5 Kilometer. Damit hat der Allgäuer seine Tradition, wie er sagt, fortgesetzt: Bei allen fünf Paralympics, an denen er teilnahm, holte Brem eine Medaille. Am Abend ließ er sich von seinem Fanclub feiern.

Eindruck haben sie hinterlassen in Kanada, die bayrisch-strammen Waden, das steht außer Frage. Bei den Biathlon-Wettbewerben am Mittag sind sie sogar dem Regisseur der Vor-Ort-Übertragung aufgefallen, der sie gleich mal voll ins große Leinwand-Bild nimmt in ihren feschen Lederhosen. Und am Abend im deutschen Haus sind staunende Blicke auf sie gerichtet. Die strammen Waden und die dazugehörigen Dirndl des Willi-Brem-Fanclub sind in Kanada freudig-respektvoll aufgenommen worden. Spätestens seit Mittwoch gilt das auch für Willi Brem selbst.

Gold im Biathlon über 12,5 Kilometer. Nach zwei vierten Plätzen waren dem 32-Jährigen am Abend des Erfolgs Freude und Erleichterung deutlich anzumerken. Gelöst und redselig genoss er Sieg und Aufmerksamkeit im Kreise seiner Fans. Auf der letzten Runde hatte sich Brem gemeinsam mit Begleitläufer Florian Thomas Grimm noch an seinem russischen Konkurrenten vorbeigekämpft und schließlich auch dank gut präparierter Skier mit vier Sekunden Vorsprung Gold erlaufen. Jetzt hat Brem bei all seinen fünf Paralympics-Teilnahmen eine Medaille gewonnen. Und nach diesen Erfolgen muss für den Physiotherapeuten längst nicht Schluss sein. „Wenn die Rahmenbedingungen stimmen“, sagt Brem, „kann es auch weitergehen. Ich lasse das mal noch offen.“

Seinem Fanclub würde eine Reise ins russische Sochi, wo 2014 die nächsten Winter-Paralympics stattfinden, sicher gefallen. Elf Willi-Brem-Freunde waren Anfang März auf eigene Kosten für bis zu drei Wochen nach Kanada gereist. Untergebracht dank eines guten Pauschal-Angebotes in einem noblen Hotel in Whistler verfolgten sie Brems Rennen euphorisch – und wurden letztlich belohnt. Seit 2002 besteht der Fanclub, Brem genießt die Unterstützung, schließlich ist er so auf Wettkampfreisen weit von der Heimat weniger allein. Dass seine Fans sogar bis Kanada reisten, hat Brem berührt. Vielleicht ist die Medaille ein Stück weit auch dieser Unterstützung zu verdanken.

Einen Auftritt haben Willi Brem und die strammen Waden seines Fanclubs noch. Am Sonntag startet Brem im Langlauf-Sprint über einen Kilometer. Am Montag geht es zurück in die Heimat. Mit einer Medaille im Gepäck. So wie es sich traditionell gehört für einen Willi Brem nach paralympischen Spielen.

Die Fotos sind von mir.

Kommentar verfassen