Papst will Kinder schlagen, Bischofskonferenz schweigt

Haben dem Papst nichts zu sagen: die Bischöfe aus Deutschland. (Logo: DBK)
Haben dem Papst nichts zu sagen: die Bischöfe aus Deutschland. (Logo: DBK)

Wir Ruhrbarone haben nachgefragt, wie eigentlich die Deutsche Bischofskonferenz die Aussagen von Papst Franziskus zur gerechtfertigen Gewalt gegenüber Kindern sieht.

Die Bischofskonferenz ist der Zusammenschluss aller 66 Bischöfe in Deutschland. Was sagen diese Oberhirten nun zu den Gewaltideen ihres Papstes? Leider nichts. Und dadurch doch so viel.

Oder wie es die Pressestelle auf Nachfrage ausdrückt:

Die Deutsche Bischofskonferenz kommentiert die Aussage des Papstes nicht. In Bezug auf die von Ihnen sogenannte Dissonanz zur bundesdeutschen Rechtsprechung darf ich Ihnen die Lektüre des Bollettino zur Generalaudienz von Mittwoch ans Herz legen. Dort können Sie sowohl die italienische Originalfassung als auch eine deutsche Zusammenfassung und damit den Zusammenhang nachlesen und nicht nur einzelne Zitate, die derzeit kursieren. Darüber hinaus hat sich der Pressesprecher des Vatikans, Pater Lombardi, bereits dazu geäußert.

Was sagt aber nun Lombardi?

Der Papst hat nicht dazu eingeladen, Kinder zu schlagen. Wie ganz richtig beobachtet wurde, zeigt der Papst gegenüber Kindern immer große Zuneigung und Zärtlichkeit.

Dabei ist doch genau diese “Zuneigung und Zärtlichkeit” der katholischen Kirche, die zur Debatte steht. In der Übersetzung des empfohlenen Bulletino,findet sich nichts zu dem Thema Gewalt in der Erziehung.
Also alles nur ein Medienfake? Lügenpresse? Katholophobie?

Mit wenig Aufwand ist die italienische, vollständige Version der Papstrede zu finden und darin folgende Passage:

Un buon padre sa attendere e sa perdonare, dal profondo del cuore. Certo, sa anche correggere con fermezza: non è un padre debole, arrendevole, sentimentale. Il padre che sa correggere senza avvilire è lo stesso che sa proteggere senza risparmiarsi. Una volta ho sentito in una riunione di matrimonio un papà dire: “Io alcune volte devo picchiare un po’ i figli … ma mai in faccia per non avvilirli”. Che bello! Ha senso della dignità. Deve punire, lo fa in modo giusto, e va avanti.

Nun spreche ich kein Italienisch. Aber selbst die Google-Übersetzung war eindeutig genug, um zu sehen, dass der Papst eben doch sagte, dass Schläge in Ordnung sind, solange sie die Würde nicht verletzen. Weitere Rückfragen bügelt die Pressestelle der Deutschen Bischofskonferenz  direkt präventiv ab:

Wenn Sie weitere Fragen zu Aussagen des Papstes haben, wenden Sie sich bitte an seinen Pressesprecher Pater Lombardi.

Es ist beschämend für die Hirten der deutschen Katholiken, dass sie sich nicht von der Gewalt gegen Kinder distanzieren.

Kopf einziehen und abwarten, scheint die Devise.
Und wenn es trotzdem Haue von der Öffentlichkeit gibt – dann nur nicht ins Gesicht!

9 Kommentare

Wofür sollen die vielen Bischöfe finanziert werden, wenn sie nicht in der Lage sind, einfache Fragen zu beantworten. Natürlich ist nach so einer Aussage eine Erläuterung notwendig.

Es hat doch Gründe, dass so viele Menschen aus der Kirche austreten.

Das mit dem “würdevollen” Schlagen ist doch längst eine Grunddisziplin des geheimdienstlichen Folterknechts in Guantanamo. Selbst Sado-Maso-Fans beherrschen das perfekt, damit der Job nicht hopps geht. Insofern bescheinigt der Papst ja nur, dass Folterknechte und sexuell erregte Peitschenschwinger auch gute Väter sein können… 🙁

@Sebastian: Es *ist* ganz schräger Humor. Könnte fast von Nuhr sein. Anders ertrage ich solchen “päpstlichen” Unfug nicht, auch wenn es missverständlich rüberkommt.

“Wenn jemand einen widerspenstigen und ungehorsamen Sohn hat, der der Stimme seines Vaters und seiner Mutter nicht gehorcht und auch, wenn sie ihn züchtigen, ihnen nicht gehorchen will, so sollen ihn Vater und Mutter ergreifen und zu den Ältesten der Stadt führen und zu dem Tor des Ortes und zu den Ältesten der Stadt sagen: Dieser unser Sohn ist widerspenstig und ungehorsam und gehorcht unserer Stimme nicht und ist ein Prasser und Trunkenbold. So sollen ihn steinigen alle Leute seiner Stadt, dass er sterbe, …”

(5. Mose 21,18-21)

Jegliche Kritik am “Stellvertreter Gottes auf Erden” ist doch nicht erwüscht. Der Papst braucht
weder ethische noch mediale Beratung. Fragt ein Schäfer etwa seine Schafe um Rat?
Der Papst selbst ist doch d i e Kompetenz, e r gibt Antworten und berät sich mit Gott.
Er benötigt keinen irdischen PR- Beistand.
Ihr Christen, seid doch dankbar, wann bekommt ihr schon einmal klare Richtlinien.

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