Offener Brief zur Untersagung von Veranstaltungen im „subrosa“

Bis auf weiteres hat die Stadt Dortmund dem Subrosa untersagt,  Veranstaltungen durchzuführen. Mit einem offenen Brief wenden sich zahlreiche Aktive der Nordstadt nun an die Stadtspitze:

Sehr geehrter Herr Sierau,
sehr geehrter Herr Stüdemann,
sehr geehrter Herr Steitz,
sehr geehrter Herr Mager,

als Künstler und Veranstalter im Norden sowie als Anwohner und Gäste des „subrosa“ am Dortmunder Hafen wenden wir uns mit einem Offenen Brief an Sie.
Mit Bestürzung haben wir von der fristlosen Untersagung von Musikveranstaltungen im „subrosa“ erfahren, einer Institution der freien Kulturszene in der Nordstadt.
Wir wünschen eine kurzfristige, kreative Lösung, die den Fortbestand des Veranstaltungsorts „subrosa“ sichert. Die Untersagung lange geplanter und beworbener Veranstaltungen stellt eine besondere Härte dar.

Das „subrosa“ darf nicht zum weiteren Symbol einer Verhinderung von freier Kultur werden, zu groß ist der Schaden, den die junge Dortmunder Szene in den letzten Jahren durch den Verlust von Veranstaltungsorten erleiden musste. Die Clubszene auf dem Thier-Gelände, das alte FZW mit seinem einzigartigen Programm und das Solendo am Hafen sind nur wenige Beispiele. Ja, es geht dabei auch jenseits der sogenannten „Leuchttürme“ um Standortpolitik.

Seit bald 20 Jahren ist das „subrosa“ als Ort der Nachwuchsförderung und der freien Kultur im zumeist als „Problemviertel“ adressierten Norden weit über die Grenzen des Ruhrgebiets bekannt. Die Stadt selbst bewirbt und nutzt das – gänzlich unsubventionierte – „subrosa“ als Aushängeschild einer „alternativ-innovativen Szene“ im Norden, zuletzt beim „Hafenspaziergang“. Auch hier war das „subrosa“ mit einer zusätzlichen Außenbühne der Angelpunkt eines erfolgreichen Stadtteil-Festivals.

Wie soll das „subrosa“ als „,homebase‘ zahlreicher lokaler Musik- & Literatur-Acts“ im Dortmunder Hafenviertel dazu beitragen, „die sonst vielfach im Fokus der öffentlichen
Wahrnehmung stehenden Probleme eines sozialen Brennpunkts weniger zutage“ treten zu lassen, wie es auf der Webseite der Wirtschaftsförderung heißt, wenn Veranstaltungen dort behördlicherseits untersagt werden?

Ohne den Rückhalt und die Solidarität der Stadt kann das Kreativ-Potential des Hafenviertels nicht gedeihen und wird in absehbarer Zeit brachliegen. Dieses Bekenntnis haben wir in der Praxis bisher vermisst, nicht nur im Fall „subrosa“.
Wir bitten Sie daher, mit einer schnellen Lösung für das „subrosa“ Taten folgen zu lassen.

Mit freundlichen Grüßen

Rainer Holl, Hannes Weyland, Laura Reichel, Friedrich Laker, Nina Mühlmann, Anis Mičijević, Elvis Pummel, Murat Kayi, Boris Gott, Kay Berthold, Rebecca Klein, Gesa Schölgens, VolkerSchlepütz, Julia Sattler, Arno Dornieden, Alexander Sturie, Bastian Pütter, Torsten Gemke, Thorsten Timpte, Christian Peirick, Ariane Schultheis, Sebastian Sellhorst, Miguel Rio Roberto Martins

Kontakt:
Hannes Weyland
kontakt@hannesweyland.de
0176 70693284

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