NRW-Wahl: Lindner wird in NRW bleiben und widerspricht “Röttgen-Gerücht”

In Düsseldorf kursieren Gerüchte, das FDP Spitzenkandidat Christian Lindner nicht beabsichtigt nach der Wahl in NRW zu bleiben. Macht Lindner den Röttgen. Wir haben nachgefragt.

In den letzten Stunden vor der Wahl dampft es in der Gerüchteküche. Ein Gerücht, das gestreut wird: FDP-Spitzenkandidat Christian Lindner will nicht in NRW bleiben und wird schon bald wieder nach Berlin gehen. Wir haben nachgefragt und von der FDP gerade die Antwort erhalten:

Wird Herr Lindner sein Abgeordnetenmandat für den NRW~Landtag annehmen und dies die volle 16. Legislaturperiode behalten?

Wenn die Wähler der FDP das Vertrauen schenken und Herrn Lindner ein Mandat erteilen, wird er es selbstverständlich annehmen. Wer mit seiner Zweitstimme FDP wählt bekommt Christian Lindner als Fraktionschef der FDP im Landtag von Nordrhein-Westfalen.

Wird Herr Lindner im nächsten Jahr für den Deutschen Bundestag kandidieren?

Nein, Christian Lindner hat sich eindeutig, verbindlich und über den Wahltag hinaus für Nordrhein-Westfalen entschieden.

 


14 Kommentare

@Suchenwi: Dann hätten die Wähler entschieden, dass er kein Landtagsabgeordneter wird. Was er dann macht ist meiner Ansicht nach seine Sache, denn in diesem Fall wäre er nicht über ein Mandat seinen Wählern verpflichtet.

Das ist also dieser kritische Journalismus, von dem immer alle sprechen.
Ein Interview mit einem Parteivorsitzenden, das nicht als Interview abgedruckt wird, sondern als nachträglich kommentierte Interviewcollage. Und eine kommentarlos wiedergegebene – und nicht etwa kritisch hinterfragte – Auskunft. An der wird sich meinetwegen Lindner messen lassen müssen, wenn er doch irgendwas Bundespolitisches wird. Aber dann ist die Wahl vorbei.
Gut, daß immer nur die Anderen parteiisch sind.

@Dühing: Es ist kein Interview. Es gab ein Gerücht. Wir haben eine Anfrage gestellt. Die wurde beantwortet. Das wars.

#5

Technisch gesehen ein Unterschied. Faktisch eine Bühne für den FDP-Spitzenkandidaten, sich von Röttgen abzusetzen. Was man als Journalist ja durchaus steuern kann, ist, welche Frage man wann wie stellt. Und veröffentlicht.

@Dühlig: Lindner gibt auf die Frage wo er seine politische Zukunft sieht eine klare und eindeutige Antwort. Ich denk mal so etwas hätten sich viele Christdemokraten auch von Röttgen gewünscht. Aber um Wehner zu zitieren: Der Herr badet gerne lau…

Sorry. Die Ruhrbarone haben hier solide gearbeitet: Entsprechende Informationen wurden uns heute zugespielt – aus dem Umfeld des FDP-Bundesparteivorstandes. Gerüchte gab es in Düsseldorf schon länger. Auf Gerüchte sollter guter Journalismus aber nicht setzen.

Die gestreute Information besagte: Lindner sei für die Aufstellung der Listen für die Bundestagswahl 2013 vorgesehen und würde dann im September sein MdL-Mandat in Düsseldorf aufgeben. Das war die Ausgangslage. Wir haben nachgefragt – die Antworten dokumentiert. Damit haben wir, wenn sich Herr Lindner es dann doch noch in den nächsten fünf Jahren anders überlegt und nicht mehr den Kubicki vom Rhein geben will, sondern auf Bundesebene mitmischen will, schwarz auf weiß, dass Herr Lindner mal was anderes gesagt hat.

Basta.

Und Lindners Aussage, dass er die volle Legislaturperiode in Düsseldorf bleiben will, muss man auch vor dem Hintergrund möglicher Putschgerüchte ins rechte Licht rücken. Denn dass der Vorsitzende einer Bundespartei NICHT zugleich im Bundestag sitzt, ist äußerst selten – gerade bei den kleineren Parteien noch seltener als selten.
Lindner hat also hier bei den Ruhrbaronen durch seine Aussagen durchblicken lassen, und das war auch das Anliegen der Anfrage, dass er NICHT der nächste FDP-Bundesvorsitzende wird….. 🙂 Und eine solche Nachricht ist doch mal eine Meldung wert.

Lindner zeigt seinem “Lieblingskoalitionspartner” wie man Punkten kann. Was jetzt noch fehlt, ist eine klare Ansage der CDU, dass Röttgen auch wirklich wieder zurück nach Berlin geht, wenn er es nicht zum Ministerpräsidenten schafft.

Der Gedanke, der Umweltminister könnte vielleicht doch in NRW bleiben und so weiter machen wie in den letzten Wochen, ist nach seinem atemberaubenden Wahlkampf mehr als beunruhigend…

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