NRW: Piraten wollen Numerus Clausus-Praxis beenden

TU Dortmund Foto: Tuxyso Lizenz: CC
TU Dortmund Foto: Tuxyso Lizenz: CC

Auf die steigende Zahl von Studieninteressierten reagieren immer mehr Hochschulen mit einer massiven Ausweitung von Zulassungsbeschränkungen. Die Piraten fordern nun die rot-grüne  Landesregierung in NRW auf, Numerus Clausus-Praxis beenden.

Auf der Seite des Bildungsministeriums ist die Welt noch in Ordnung:

„Um allen Studienanfängerinnen und -anfängern ein erfolgreiches Studium zu ermöglichen,  haben die Landesregierung und die Hochschulen in NRW ein umfangreiches Maßnahmenpaket geschnürt. Das Spektrum der Maßnahmen reicht von der Einstellung  zusätzlichen Personals für die Lehre und bei den Studentenwerken, über die Sanierung und den Neubau von Hochschulgebäuden, bis hin zu Runden Tischen in den Hochschulstädten, mit denen zusätzlicher Wohnraum für Studierende mobilisiert wird. Eins steht fest: “Land und Hochschulen sind auf den doppelten Abiturjahrgang vorbereitet”

Die Wirklichkeit in NRW sieht anders aus: Immer mehr Hochschulen erlassen immer strengere Zulassungsbeschränkungen. Die Piraten in NRW sehen das in der Einleitung einem Antrag an den Landtag  mit großer Skepsis:

Die Antwort des Ministeriums auf den prognostizierten Studierendenansturm ist die Erhöhung und der Aufbau von Bildungshürden. Diese Praktiken sind allerdings höchst umstritten, denn sie lassen außer Acht, dass bereits höchstrichterlich zu der Problematik entschieden worden ist.

Die Piraten wollen, das doe Landesregierung keine weiteren örtlichen Zulassungsbeschränkungen, die Orts-NCs. genehmigt und bezeichen die NC-Verfahren als  “eine Hürde für Menschen mit Hochschulzugangsberechtigung ihren gewünschten Studiengang zu wählen.”

 

4 Kommentare

Die Piraten,mal wieder völlig an der Realität vorbei. Wann haben diese Polit-Clowns denn zuletzt mit 250 anderen in einem Hörsaal für höchstens 150 Personen gesessen? Eine Abschaffung der Orts-NCs wäre angesichts des kommenden doppelten Abiturjahrgangs eine absolute Katastrophe! Viele der ohnehin überfüllten Unis würden schnell aus allen Nähten platzen und ein angemessener Wissenszugang wäre nicht mehr möglich!

Die Damen und Herren Piraten Sollten anfangen, realistisch zu denken der geschlossen ihre Landtagsmandate niederlegen. Lasst die Erwachsenen Politik machen!

Das löst nur wenig Probleme, denn Kapazitätsfragen richten sich ja nicht nach Räumen, sondern vor allem nach Lehrpersonal. Außerdem würde das sowieso voraussetzen, dass die Hochschulen überhaupt mehr Studienplätze schaffen wollen. Das wollen sie aber mir zum Teil, da die meisten erkannt haben, dass sie sich besser auf Forschung einstellen sollten als auf Lehre, da sie hierfür weniger Geld bekommen. Zudem müsste man dann nicht nur über Bachelor- sondern auch Masterkapizitäten reden, was von den Kosten her noch viel teurer werden würde. Das Geld werden die Piraten und auch keiner im Landeshaushalt unter den jetzigen Rahmenbedingungen kaum finden. Natürlich habe ich kein Problem sich hierfür zu verschulden, aber irgendwie wollten diese Grundgesetzänderung und Schuldenbremse damals fast alle Parteien und Einnahmeverbesserung nicht. Und dann haben sie auch noch den Bund rausgeworfen und die Regelungskompetenzen den Hochschulen unter Jubel der Wissenschaft übertragen.

In NRW fehlen laut HRK etwa 2-3 Milliarden Euro für Bauten und Personal pro Jahr. Selbst wenn man die Summe halbiert, ist es einmal Beamtenbesoldungssteigerung.

@#2: Videostreaming ist ja bereits an einigen Unis durchaus in Gebrauch, löst aber die Probleme nicht wirklich. Denn nicht jeder Student verfügt über die technischen Voraussetzungen für eine reibungslose Teilnahme am Videostreaming. Wer z.B. gerade umzieht kann unter Umständen schon mal ein paar Wochen ohne Netz sein. Also muss man auch die W-Lan-Infrastruktur an den Unis ausbauen – und da ist die Frage, ob das Geld nicht sinnvoller in mehr Lehrkräfte investiert werden sollte. Auch der Ausbau der räumlichen Kapazitäten ist längst nicht so einfach, denn das kostet a) Geld und b) Platz. An der Ruhr-Uni Bochum muss z.B. gerade ein weiteres Stück Wald für einen Neubau weichen.

Allerdings bin ich tatsächlich auch für eine Verbesserung des Vergabesystems. Statt NC sollten lieber an das jeweilige Fach angepasste Eignungstests eine zentrale Rolle spielen. Das bedeutet zwar enormen personellen und organisatorischen Mehraufwand, sorgt aber auch für später für mehr Harmonie im Seminarraum, weil dann dort nur die diejenigen sitzen, die auch wirklich interessiert sind und nicht die, die es sich aufgrund ihres NCs leisten können.

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