NRW ergreift Maßnahmen gegen den Singvogel-Terror

Kleiner Singvogelkiller Foto: Public Domain
Kleiner Singvogelkiller Foto: Public Domain

Singvögel – wie ein Fluch liegen sie über unseren Städten. Gerade in den frühen Morgenstunden lärmen sie ganze Stadtteile so zu, dass an Schlaf kaum zu denken ist. Nach dem Laubsauger und dem Tiefflieger sind sie eine der größten Bedrohungen der Ruhe. Doch damit ist bald Schluss in NRW: Rot-Grün verbietet mit dem neuen Jagdgesetz den Abschuss von streunender Katzen. Die können sich bald ganz auf die Jagd auf widerwärtige und lärmende Singvögel konzentrieren – und natürlich darauf, sich eifrig zu vermehren.  Danke, Umweltminister Remmel. Bald herrscht Ruhe in NRW.

18 Kommentare

Ich bin bekennender Katzenfreund. Und mag rot-grün nicht.
Ich mag aber, wenn Jäger Katzen nicht erschiessen.
Vögel wiederum mag ich eher weniger.
Ich komme zur logischen Conclusio: mehr Katzen in Regierungsverantwortung
– weniger Jäger und Vögel.

….und natürlich Katzenselfies. Die fehlen…

@Sebastian: Hähnchen, Ente und Gans – mehr Vögel brauche ich auch nicht. Und Ente und Gans sowieso nur in der Weihnachtszeit.

Was für ein Blödsinn. In den Städten, wo die weitaus meisten freilaufenden Katzen im Verhältnis zur Vogelpopulation anzutreffen sein dürften, herrscht wahrlich kein Mangel an Singvögeln. Natürlich fangen Katzen ab und zu mal einen Vogel, aber in aller Regel nur die alten und schwachen oder junge und unvorsichtige Exemplare. Dieser seit Jahrhunderten völlig normale Evolutionsdruck hat bislang nicht dazu geführt, dass die Vögel in Städten ausgestorben sind. (Die Wärmedämmung und -sanierung von Häusern hat dagegen zuverlässig die Spatzen im Ruhrgebiet fast aussterben lassen und bedroht die Fledermaus-Populationen.)

Die Landesregierung unterbindet die widerwärtige Praxis der Jäger, auch noch den letzten Fressfeind ihrer Beute zu bekämpfen und ermöglicht, wie der Westen richtig anmerkt, die Wiederansiedlung von Wildkatzen.

Ich mag mich irren, aber mein Stand ist dass bisher “wildernde” Katzen nur geschossen werden durften wenn sie sich mindestens 200 Meter vom nächsten Haus entfernt aufhielten. Diese Konstellation dürfte auf städtischen Gebiet wohl eher selten anzutreffen sein.

Das sind ja wieder einmal nur halbherzige Schritte, die die Landesregierung hier vollzieht. Was ist denn aus dem Nachtangelverbot, also der Nachtruhe für Fische, geworden? Haben die etwa keinen Anspruch darauf, sich eifrig zu vermehren?

Stefan, ich verstehe das als einen wichtigen Schritt in den Liberalismus. Warum willst du, daß die Politik sich in solche natürlichen Abläufe einmischt, und Jägern erlaubt, da regulierend einzugreifen?
Katze frißt Vogel.
Ja und?
Wo ist das Problem? Große Vögel fressen wahrscheinlich auch Katzen.
Dazu braucht es keinen Menschen, der eingreift.
Einmal liberal, immer liberal.

@Helmut Junge: Gar kein Problem – ich bin ein bekennender Remmel-Fan und auch dieses Gesetz ist einfach nur klasse 🙂

Ich habe in meinem ganzen Leben im kleinen -in der Nachbarschaft, in der Kommune-uind im großen -sh. aktuell u.a.Erhalt des Freiraumes RieselfelderfDatteln-Waltrop- und für den Schutz der natürlichen Umwelt gestritten und gekämpft, manchmal sogar mti Erfolg.

Ich neige zudem oftmals dazu, mich im Interessenwiderstreit zwischen Ökonomie und Ökologie auf die Seite der Ökologie zu schlagen.

Nach diesem Vorwort:
Es per Gesetz -ausnahmslos- Jägern zu verbieten, streunde Katze außerhalb geschlossener Orftslagen abzusschießenl, ist schlicht und ergreifend Unsinn. Jeder (!!)weiß, was streunende Katzen in der Natur anrichten. Und das ist jetzt, weil der Gesetzgeber in NRW das so will, durch jedermann, auch durch interessierte und engagierte Naturfeunde(!!) hinzunehmen.

Ich verstehe die politische NRW- Welt nciht mehr.

Dass die Grünen für solchen Unsinn “gut sind”, verwundert mich nciht. Dass “meine” SPD da mitmacht, verwundert mich sehr. Was bekommt die SPD dafür von den Grünen? Die Zustimmung der Grünen zu E.ON-Datteln IV hat died SPD bereits eingesackt. Kommt jetzt die Zustimmung der Grünen zum New-Park-Datteln?Zuzutrauen ist den beiden Koalitionären in NRW mittlerweile Alles.

Walter “died SPD”, interessanter Tippfehler, wo die doch noch 12% haben. Hoffentlich machen die dir keinen Ärger deshalb.

Helmut,
wenn man wie ich nunmehr seit mehr als 4o Jahren Mitglied einer Partei ist, hier der SPD, dann kannst Du davon ausgehen, daß das nicht ohne beidseitigem Ärger, ohne beidseitiger Verägerung gegangen ist,, ja gar nicht gehen kann, wenn Mitgliedschaft mehr ist als der Besitz eines Mitgliedsausweises.

Bisher hat es “meine” SPD mit mir und ich mit ihr ausgehalten. Ich gehe davon aus, daß das bis “zum Ende meiner Tage” auch so bleiben wird.
Es gibt ja jetzt einen neuen politischen Konkurrenten für die SPD, nämlich die .AFD. Als “alter Sozialdemokrat” freue ich mich darauf, mich -auch im Interesse “meiner” SPD-mit dieser neuen Konkurrenz auseinandersetzen zu können.
Möglicherweise ist ja die AFD ein Glücksfall für die Demokratie in Deutschland, weil ihre politisch relevante Existenz dazu beiträgt, daß endlich der “Mief der Merkel-Demokratie”merkelscher Demokratie” vertrieben wird, indem sich neben vielen,vielen politischen Akteuren auch ” mein” Parteivorsitzender Gabriel wohlzufühlen scheint.

@Walter Stach: Die Spackenpartei AfD kann sich, ähnlich wie die Linkspartei, tatsächlich anrechnen, die Demokratie durch Polarisieren wieder etwas lebhafter zu machen.
Solange sich alle Parteien um die ominöse “Mitte” balgen, darf es nicht verwundern, wenn nur das Original, nämlich die CDU übrigbleibt. Die FDP war das erste Opfer, die SPD wird, die Wahl in Thüringen als Menetekel begriffen, als nächste dran sein.

Die Grünen nehme ich explizit aus. Solange sie als politisch korrekte Gängelpartei den Diskurs bestimmen und der Volksseele durch Verbot(sversuch)e wenigstens den heimeligen Hauch von einigendem Totalitarismus gönnen, ist der Erfolg praktisch garantiert.

(Wie sind wir vom Katzencontent eigentlich derartig abgerutscht…?)

Wenn ich mir anschaue, wie Barbara Hendricks, die ja Umweltministerin geworden ist, um die aufmüpfige NRW-SPD in irgendeiner Form an der Großen Koalition zu beteiligen, mit dem Thema Fracking umgeht und zwar in der Form, dass sie die Ergebnisse, zu der die von ihr in Auftrag gegebenen Studie bei Uwe Dannwolf kommt, so umdeutet, dass sich den an ihr beteiligten Wissenschaftlern die Haare sträuben, dann sehe ich eigentlich keinen Unterschied mehr zwischen der SPD und den Grünen, die sich ja ebenfalls einen Dreck um wissenschaftlich greifbare Ergebisse scheren, wenn diese ihrem ideologischen Kampf um eine schöne neue Welt in Grün im Wege stehen.

Panorama berichtete vor einer Woche darüber in einer Sendung, die anzuschauen sich durchaus lohnt und die man derzeit in der ARD Mediathek abrufen kann:

http://www.ardmediathek.de/tv/Panorama-die-Reporter/Angst-vor-Fracking/NDR-Fernsehen/Video?documentId=23389494&bcastId=14049192

Um nochmal von den Vögeln in der SPD auf die Vögel in unserer Natur zurückzukommen: Ich war Anfang des Monats eine Woche auf Rügen und völlig fasziniert zum ersten Mal in Natura einen Seeadler gesehen zu haben. Bei einer Wanderung durch den Nationalpark Jasmund mit einem Förster erzähle ich diesem von meiner Beobachtung und erfuhr von dem Mann, dass sich die Seeadler wieder an der deutschen Ostesseküste ausbreiten und sie neben Usedom jetzt auch auf Rügen vermehrt zu beobachten sind.
Die Seeadler an den Mecklenburgischen und Pommerschen Küsten waren fast ausgestorben, weil im Ostblock bis weit in die 1980er Jahre DDT gegen den Borkenkäfer angewandt wurde und dadurch die Eierschalen der Adler dünner wurden und die Bestände rapide zurückgingen. Seit der Wiedervereinigung ist DDT auch in den neuen Bundesländern verboten, worauf sich die Bestände wieder erholten.
Bedauerlicherweise sind die Greifvögel erneut bedroht, so berichtete mir der Förster weiter, und zwar durch die steigende Zahl der Windkraftanlagen. Diese stehen in der Regel auf Wiesen und Feldern, also auf idealen Jagdgebieten der Greifvögel. Zu Kollisionen kommt es, weil die Tiere nicht in der Lage sind, die Bewegung der Rotoren richtig einzuschätzen. Häufig nehmen die Greife diese aufgrund ihrer Fokusierung auf die Beute gar nicht wahr. Das Umweltministerium Brandenburg sammelt seit einigen Jahren diesbezüglich Informationen und hat eine entsprechende Datenbank eingerichtet, in der durch Kollisionen mit Windrädern verendete Tiere registriert werden.
Weil dieser Zusammenhang ein schlagkräftiges Argument gegen Windkraftanlagen ist, basteln sich logischerweise Umweltschützer und Naturschutzverbände ein entsprechendes Gegenargument zusammen und das geht wie folgt:
Da man bei einigen wenigen Greifen erhöhte Bleiwerte in der Leber nachweisen konnte, was daher rührt, dass Greife gelegentlich Aas fressen, welches von geschossenen Tieren kommt, denen der Jäger nicht habhaft werden konnte, liegt die eigentliche Ursache für den Tod dieser Tiere in einer Bleiintoxikation, die sich auf das Nervensystem und somit auf die Reaktionsfähigkeit der Greifvögel auswirkt. Damit ist die Windkraftanlage aus dem Schneider und die Schuld liegt natürlich beim Jäger. Ist doch klar.

@der, der auszog: Aus Deinem Videolink, zum Einstieg: “Eine Technolgie, gegen die sich fast ganz Deutschland wehrt, die aber im Rest der Welt für Aufbruchstimmung sorgt”.

Das ist genauso hanebüchener, populistischer Gedankenabfall wie die “Urangst” der Frac’ing-Gegner vor brennenden Wasserhähnen. Aber lässt sich natürlich geschmeidig in Proporz-Sendungen des NDR einrühren, dieser Relativierungsquatsch.

Nur *ein* widerlegendes Beispiel: Exxon hat bis 2012 richtig Kohle in die Exploration von polnischen Erkundungsgebieten für Shalegas (den größten Hoffnungen in Europa) gesteckt, musste dann aber aussteigen, weil die Wirtschaftlichkeit der Förderung wegen real viel zu geringen Fördermengen nicht gegeben war.
http://www.klimaretter.info/energie/nachricht/11423-exxon-zieht-sich-aus-polen-zurueck

Wer Technologien der Technologien wegen fördern möchte, sollte sich bei der Exploration des Mars anstellen, aber bitte doch hier nicht den Realitätsverweigerer mimen.

@Klaus (#15)

ich wollte das Augenmerk eigentlich weniger auf die Qualität von Sendungen wie Panorama lenken, die ja bis zu dieser Reportage auch immer gerne gegen Fracking gewettert hat, als vielmehr auf den Widerspruch in den Aussagen von Umweltministerin Barbara Hendricks und denen des Leiters der Studie Uwe Dannwolf. Egal wie populistisch Panorama sein mag, ändert das nichts an der Tatsache, dass der Wissenschaftler Dannwolf der Politikerin Hendricks vorhält, aus seiner Studie Schlüsse zu ziehen, die diese gar nicht zulässt.

Persönlich habe ich noch keine Meinung zu Fracking, stelle aber fest, dass es schwer ist, sich eine solche zu bilden, wenn die Diskussion zu dem Thema in unserer Gesellschaft überwiegend ideologisch geführt wird.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/fracking-umweltministerin-hendricks-deutet-gutachten-um-a-989912.html

@ #3

Die Landesregierung unterbindet die widerwärtige Praxis der Jäger, auch noch den letzten Fressfeind ihrer Beute zu bekämpfen und ermöglicht, wie der Westen richtig anmerkt, die Wiederansiedlung von Wildkatzen.

Freilaufende, unkastrierte Katzen und Kater gefährden die Wiederansiedlung von Wildkatzen, stellen sie doch eine erhebliche Gefahr für Bastardisierung dar. Fachliteratur bildet.

Der im Rahmen des Wildtierschutzes jagdrechtlich zulässige Abschuß von wildernden Katzen ist auch erst das allerletzte Mittel. Eine Kennzeichnugs- und Anzeigepflicht für Katzen und Halter, sowie eine Kastrationspflicht für Freigänger würde bereits große Probleme lösen. Die Einführung einer Katzensteuer als Lenkungsinstrument ist auch durchaus sinnvoll.

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