NHL – Die Welt ist eine Scheibe (8) – März 2013

Werfen wir hier bei den Ruhrbaronen auch diesen Monat, Ende März 2013, wieder einmal einen kurzen Blick nach Übersee in die beste Eishockeyliga der Welt, die NHL.

Die 30 Franchiseunternehmen der Liga haben inzwischen alle bereits knapp über 30, und damit rund zwei Drittel, ihrer diesmal nur 48 Vorrundenspiele bis zu den Playoffs absolviert. Ende April endet dann auch diesmal die Spielzeit für die 14 punktschlechtesten Teams, die besten 16 ermitteln dann in den folgenden Wochen den Stanley Cup-Sieger 2013 im KO-System.

Wenn die Tabellen zu diesem Zeitpunkt auch noch viele Möglichkeiten offen lassen, so fallen bereits jetzt deutliche Tendenzen auf.

Da in der nächsten Woche die sogenannte ‚Trading-Deadline‘ ansteht, also der letztmögliche Wechseltermin, müssen sich die Teammanager nun bald entscheiden, ob sie ihr Team für die Playoffs nun noch verstärken möchten, oder ob sie ältere Leistungsträger, deren Vertrag vielleicht schon in Kürze auslaufen, noch gegen andere, jüngere Spieler mit anderen Teams tauschen wollen. Finanzielle Ausgleichszahlungen bei Transfers, so wie sie z.B. hier im Bundesligafußball üblich sind, gibt es in der NHL nicht, was sich auf Dauer gut auf die enge Leistungsdichte der 30 Franchises auswirkt. Denn so haben auch sportlich schwache Mannschaften gute Möglichkeiten bereits in wenigen Jahren durch gute, junge Talente, bereits wieder um den Titel mitzuspielen.

Schauen wir nun in die Eastern-Conference, dann enttäuschten bisher wohl vor allem die hochgehandelten Mit-Favoriten auf den Cup aus Philadelphia, Buffalo und Washington, welche derzeit alle noch deutlich außerhalb der Playoffplätze liegen.

Besonders auch die Philadelphia Flyers präsentieren sich als Vorletzter der Conference bisher in erschreckend schwacher Form. Das Team, welches noch 2010 im großen Finale gegen die Chicago Blackhawks stand, wird sich mächtig strecken müssen, wenn es die Endrunde in 2013 noch erreichen will.

Souveräner Spitzenreiter des Ostens sind bisher die Pittsburgh Penguins. Das Team um Starstürmer Sidney Crosby nimmt offenbar in diesem Frühjahr einen ernsthaften Anlauf den begehrten Titel erstmals nach 2009 wieder in die Stahlstadt in Pennsylvania zu holen.

Einige namhafte personelle Verstärkungen gab es in den letzten Tage für Pittsburgh bereits. So wurden in Trades (Wechseln) u.a. auch der langjährige Kapitän der Dallas Stars Brendan Morrow, Douglas Murray aus San Jose und Stürmer-Superstar Jarome Iginla von den Calgary Flames, allesamt sogenannte namhafte ‚Führungsspieler‘ der Liga, verpflichtet. Diese jüngsten Aktivitäten des Managements der Pinguine sprechen da schon jetzt eine ganz klare Sprache: Der Titel im Jahre 2013 wird wohl nur über die Pens vergeben werden. Besonders die Verpflichtung von Stürmer Jarome Iginla, der seit Jahren das prominente Gesicht der Calgary Flames war, schlug sehr hohe Wellen bei Fans und Medien in Nordamerika.

Jarome Iginla in der Umkleide der Calgary Flames. Foto: Robin Patzwaldt
Jarome Iginla in der Umkleide der Calgary Flames. Foto: Robin Patzwaldt

Im Westen liegen die Chicago Blackhawks nach ihrem Startrekord zu Saisonbeginn noch immer deutlich in Führung. Überraschend gut platziert sind bisher auch die Anaheim Ducks, welche im Vorjahr noch die Pos komplett verpasst hatten. Der Stanley-Cup-Sieger aus 2007 scheint inzwischen aber wieder gut in die Spur gefunden zu haben. Auch die Los Angeles Kings, der aktuelle Titelträger, hat sich nach einem sehr schwachen Start in die verkürzte Saison inzwischen wieder auf einen Playoffplatz vorschieben können. Mit den Kings muss man daher wohl auch in diesem Jahr wieder rechnen.

Überraschungen zuhauf gibt es hingegen bisher am Tabellenende der Western Conference. Die Colorado Avalanche sind zwar bereits seit Ihrem Titelgewinn 2001 nicht mehr so richtig sportlich  durchgestartet, man wähnte sich in Denver jedoch eigentlich nach einigen schwächeren Jahren zuletzt, in denen der Kader nach und nach komplett umgekrempelt wurde, wieder auf einem ganz guten Weg. Junge Talente sollten das Team, mit dem Uwe Krupp 1996 als erster Deutscher einen Stanley Cup gewinnen konnte, eigentlich so langsam aber sicher in der Tabelle wieder nach oben führen. Der letzte Tabellenplatz im Westen spricht da bisher aber leider doch eine ganz andere Sprache. Auch für die Teams aus Calgary und die Phoenix läuft es dieses Jahr irgendwie nicht wie gewünscht. Besonders für die Phoenix Coyotes, welche zuletzt zweimal in Folge an der KO-Runde teilnehmen konnten, dürfte der drittletzte Platz im Westen ziemlich unbefriedigend sein.

All diese Teams dürften daher in der nächsten Woche, wenn es zur ‚Trading Deadline‘ geht, wohl eher gewillt sein einige Spieler abzugeben. Näheres wird sich dann in den nächsten Tagen zeigen. Bis Ende April wissen wir dann auch, welche Teams bereits wieder golfen gehen können und welche Teams einen ernsthaften Anlauf auf den großen Silberling nehmen dürfen.

Vor wenigen Tagen gab es im Umfeld der NHL übrigens auch eine ziemlich traurige Nachricht zu vermelden. ‚Stompin‘ Tom Connors‘, ein kanadischer Countrysänger und als solcher unter Hockeyfreunden weltweit als Sänger des ‚Hockey Song‘ recht bekannt, verstarb am 06. März 2013 im Alter von 77 Jahren. Sein legendäres Lied wird aber sicherlich auch weiterhin sehr häufig durch die Hockeyarenen Nordamerikas schallen…

 

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