NHL – Die Welt ist eine Scheibe (5) – Mai 2012

Am Mittwoch startet das Stanley-Cup-Finale 2012: New Jersey Devils vs. Los Angeles Kings! von unserem Gastautor Robin Patzwaldt.

Während hier in Deutschland die Eishockeysaison längst beendet ist, sich die Berliner Eisbären als aktueller Titelträger sich wohl bereits, wie ihrer Ligakollegen, längst auf den Golfplätzen der Welt oder im Urlaub tummeln, steht der Saisonhöhepunkt im Welteishockey erst noch bevor. Bis Mitte Juni wir bei sommerlichem Wetter noch die vermeintlich beste Eishockeymannschaft der Welt ermittelt.

Wie unberechenbar die National Hockey League (NHL) auch in diesem Jahr wieder war, das zeigt die Tatsache, dass das Finale New Jersey gegen Los Angeles erneut ein Finale der Außenseiter geworden ist.

Mit den New Jersey Devils erreichte erstmals ein sechstplatziertes Team einer Conference seit 2004 im Osten mal wieder das Finale. Damals gelang dies den Calgary Flames.

Die Los Angeles Kings brachten sogar das Kunststück fertig als achtplatziertes Team der Vorrunde im Westen in das Stanley Cup Finale einzuziehen. Dies ist überhaupt erst zum zweiten Mal in der NHL-Geschichte gelungen. Erstmalig war das 2006 den Edmonton Oilers geglückt.

Somit kann man bereits jetzt sagen, dass ein Überraschungsteam den Titel in der NHL gewinnen wird.

New Jersey Devils

Die Devils, die im Vorjahr erstmals seit 1996 wieder einmal die Playoffs verpasst hatten, zeigten sich in dieser Saison gut erholt und spielten eine solide Vorrunde. Der Stil des Teams ist inzwischen deutlich offensiver als noch vor einigen Jahren. Um Starstürmer Ilya Kovalchuk hat sich inzwischen eine starke Offensive entwickelt (15. In der NHL-Vorrunde). Auf Altmeister Martin Brodeur im Tor, der inzwischen 40 Jahre alt ist,  kann sich das von Peter DeBoer trainierte Team noch immer verlassen. Nach einigen verletzungsbedingten Rückschlägen hat Brodeur inzwischen fast wieder die alte Klasse erreicht. Seine Erfahrung könnte den Devils im Finale nun von entscheidendem Nutzen sein. Das Team, welches den Cup zuletzt 2003 gewinnen konnte, und den Titelgewinn damals noch auf dem Parkplatz in East Rutherford feiern musste, nennt inzwischen das schmucke ‚Prudential Center‘ in Newark sein Eigen, welches Ende 2007 eröffnet wurde. Eine geeignete Umgebung zum Feiern des Titels wäre also diesmal garantiert.

Die Devils präsentierten sich zuletzt unheimlich heimstark, gewannen 6 der 7 letzten Begegnungen in Newark. Da dürfte ihnen die Tatsache, dass aufgrund ihrer besseren Vorrundenplatzierung die ersten beiden Finalspiele in New Jersey stattfinden werden entgegen kommen.

Los Angeles Kings

Das die Los Angeles Kings erstmals seit 1993, als noch Wayne Gretzky für das Team aus Kalifornien aktiv war, wieder in das Finale einziehen konnten ist für sich betrachtet schon eine große Leistung. Die Auftritte der seit Ende 2011 nun von Darryl Sutter gecoachten Truppe waren zuletzt allerdings sogar so überzeugend, dass ihnen sogar der Titelgewinn in diesem Jahr zuzutrauen ist. Zumindest konnte Los Angeles in dieser Saison genau in den Eigenschaften eines Teams Vorteile besitzen, welche mit New Jersey perfekt zusammenpassen. Die Kings schießen zwar relativ wenige Tore, haben aber eine tolle Abwehr und mit Jonathan Quick einen jungen und höchst talentierten Torhüter in ihren Reihen, der die zweitbesten Werte der Liga vorzuweisen hat. Mit Kapitän Dustin Brown führt zudem ein erfahrener Spieler die Truppe von der Westküste an. Und während New Jersey als heimstark gilt, haben die Kings alle acht bisherigen Auswärtsspiele in den Playoffs 2012 für sich entscheiden können. Sie daher aufgrund der etwas schwächeren Vorrunde und der Tatsache dass sie die beiden Vorrundenspiele gegen New Jersey verloren haben als Außenseiter zu bezeichnen, das fällt schwer.

Wenn es nun darum geht welches Team im direkten Vergleich zuerst vier Siege auf seiner Seite zu verzeichnen hat, dann werden die ersten beiden Spiele in New Jersey vermutlich schon von entscheidender Bedeutung sein. Werden die Devils ihre sprichwörtliche Heimstärke durchsetzen können, oder die Kings eben ihre ausgeprägte Auswärtsstärke?

Natürlich werde ich hier Mitte Juni wieder davon berichten wie es ausgegangen ist.

Wer aber schon die einzelnen Spiele in  den nächsten Tagen mit verfolgen möchte, dem empfehle ich die Kollegen von Eishockey.com, die auch mit zwei Mitarbeitern vor Ort sein werden und aus den jeweiligen Arenen im Internet in deutscher Sprache mit Spielzusammenfassungen und Interviews berichten werden.

Wer über ein Pay-TV-Abo verfügt, der kann die Spiele natürlich auch auf ‚ESPN America‘ live im TV sehen.

Und während die Massen hier in Deutschland gerade in die hiesigen Freibäder strömen, oder sich auf die Fußball-Europameisterschaft freuen, da erreicht parallel dazu die Eishockeysaison in Nordamerika nun auch gerade ihren Höhepunkt. Ich freue mich schon darauf und drücke, um auch mal meine private Vorliebe hier mit einfließen zu lassen, den Kings die Daumen für Ihren ersten Titelgewinn in der Franchisegeschichte! Go Kings, go!  ; – )

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