Neue Kritik an Sauerland

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Adolf Sauerland: "Immenses Leid"

ThyssenKrupp-Chef Ekkehard Schulz ist ein Mann mit geradem Rücken. Das hat er am Sonntag wieder einmal bewiesen.

In der Duisburger Salvatorkirche hat Schulz über Verantwortung in der Wirtschaft gesprochen. Ein sperriges und gerade in der Finanzkrise oft strapaziertes Thema. Es lohnte sich, dem ThyssenKrupp-Chef zuzuhören. Denn er sprach in seiner Kanzelrede auch über den Umgang mit Verantwortung in Duisburg. Und das in der Kirche, in der der Gedenkgottesdienst für die Loveperade-Opfer stattfand.

Mit Blick auf die Katastrophe stellt Schulz die Fragen: „Wer hatte Verantwortung? Wer trägt Schuld? Fragen, die nicht einfach, vielleicht nie, zu beantworten sind.“ Keiner der Beteiligten habe absichtlich eine Situation herbeigeführt, die zu dem Unglück mit 21 Toten geführt habe. „Es werden Menschen Verantwortung übernehmen müssen, die ursächlich vielleicht gar keine Schuld triff“, sagte Schulz.

Ich kann mir vorstellen, dass es dem Manager schwer gefallen ist, das Thema anzuschneiden. Selten üben Vertreter der Wirtschaft Kritik an Politikern, vor allem dann nicht, wenn sie eine wichtige Rolle in der Stadt spielen. ThyssenKrupp ist mit seinem Stahlwerk der größte Arbeitgeber in Duisburg. Die Worte von Schulz werden also im Rathaus genausten verfolgt werden.

Der Konzernchef nennt Oberbürgermeister Adolf Sauerland in seiner Rede zwar nicht namentlich. Die Aufforderung endlich zurückzutreten, ist aber klar an ihn adressiert. Der Druck auf Sauerland lässt also nicht nach.

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