Nazi-Hools demonstrierten in Dortmund: “Informationes mentitae !!! nuntia ficta silentium !!!”

Tatjana Festerling bereitet sich auf ihre Rede vor.
Tatjana Festerling bereitet sich auf ihre Rede vor.


Heute demonstrierten 500 Nazis, Hooligans und Altphilologen gemeinsam in Dortmund auf einer Kundgebung. Immer wieder wurden Journalisten von den Teilnehmern als Lügenpresse beschimpft. 

Sie waren gekommen, um gemeinsam zu diskutieren: Rund 500 Neonazis, Hooligans und Altphilologen  trafen sich heute in Dortmund. Es ging um Flüchtlinge, das Germanentum und die nachlassender Begeisterung junger Menschen für alte Sprachen. Star des Tages war Tatjana Festerling, die in der Szene für ihre Neuübersetzung von Ovids Metamorphosen ins Friesische verehrt wird. Sie hielt vielen der Hooligans ein Zitat von Tacitus vor: “laboris atque operum non eadem patientia, minimeque sitim aestumque tolerare, frigora atque inediam caelo solove adsueverunt.”
Viele der gesichtstätoowierten Männer und Frauen blickten da schon ein wenig beschämt auf den Boden. 

Eine Gruppe von Altgriechschlehrern diskutiert die Bedeutung der Kabenliebe in Platons Symposion.
Eine Gruppe von Altgriechischlehrern diskutiert die Bedeutung der Knabenliebe in Platons Symposion.

Zustimmung erhielt sie von zahlreichen Studienräten und dem anwesenden Lehrpersonal vieler deutscher Hochschulen. Mehrere altsprachliche Gymnasien und große Universitäten hatten Delegationen nach Dortmund entsandt.

Immer wieder wurde die Veranstaltung durch das rufen verschiedener Parolen unterbrochen. Hier waren Nazis, Altphilologen und die Anhänger des Sportes, bei dem 22 leicht gekleidete Knaben einem Ball hinterherlaufen, ganz bei sich: Neben  “Informationes mentitae !!! nuntia ficta silentium !!!”, “Qui non Germaniam diligit, Germaniam excede !!! wurde auch häufig “antifa fanatica – merda, sordes, sentina!!” intoniert. Leider konnten sich nur wenige Dortmunder an diesem Schauspiel ergötzen, der Kundgebungsort, die Bahnhofstrasse in Nähe des – Überraschung – Bahnhofs war für Passanten nicht einsehbar und wurde durch kalte Winde zu einem ungemütlichen Ort. Später, als viele schon gegangen waren, gab ein Barde verschiedene Germanische Lieder zum Besten. Es war so grauenhaft, dass mehrere Hooligans eine Gruppe von Altphilologen abhalten mussten, den armen Mann ans Kreuz zu schlagen.

Lateinlehrer des Schweinfurter Hebbel-Gymnasiums auf dem Weg zur Kundgebung,
Lateinlehrer des Schweinfurter Hebbel-Gymnasiums auf dem Weg zur Kundgebung,

Lateinische Übersetzungen: Dirk Krogull

 

 

1 Kommentar

Waren da zufälligerweise Leute vom Freundeskreis des Steinbart-Gymnasiums Duisburg, meist zu erkennen am stolzen Tragens der Alnertinum-Nadel?

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