Nach Scharia- und Pelz-Polizei: Zehn weitere Ideen für Möchtegern-Cops


Scharia-Polizei, Pelz-Polizei, Israel-Boykott-Kontrolleure – nach dem Motto “Keiner zu klein, Blockwart zu sein” machen sich immer mehr radikale Spinner, Wichtigtuer und Fanatiker auf, ihre Mitmenschen zu bedrängen, zu belehren und auf die Nerven zu gehen. Zehn Tipps für alle, die ihre Rolle im lauter werdenden Konzert der Möchtegern-Cops noch nicht gefunden haben:

Veggie-Police: Streift um Imbissbuden und Pizzerrien und belehrt die Hungrigen beim ersten Biss in die Wurst über das Leiden der Tieren und die Böshaftigkeit der Lebensmittelindustrie.

Nüchternheits-Wächter: Der Dämon-Alkohol wird immer noch verharmlost. Warum nicht mal morgens um drei durch die Kneipen ziehen und Betrunkenen ein Gespräch über die Freuden der Nüchternheit und Leberzirrhose aufdrängen?

Kultur-Kommando: Ein Buch ausländische Autoren gekauft?  Wohlmöglich auch noch in einer Fremdsprache: Das völkische Kultur-Kommando berät gerne. Warum nicht mal Konsalik statt Auster?

Sensibilitäts-Bullen: Wir alle sind mal nicht sensibel genug – vor allem, wenn wir uns aufregen. Der richtige Zeitpunkt, um in ein Gespräch über mangelnde Sensibilität einzusteigen.

Humor-Spitzel: Humor sollte nicht nur lustig sein, sondern den Klimawandel, die Ungerechtigkeit dieser Welt und die Befindlichkeiten der Mitmenschen  berücksichtigen. eingeschritten werden sollte unbedingt, bevor die Pointe zündet.

Mode-Cops: Kurze Männerhosen, Netz-T-Shirts oder der falsche Gürtel: Menschen werden sich freuen, wenn sie, vor allem vor Freunden oder auf der Balz auf Bekleidungsfehler aufmerksam gemacht werden.

Green-Guard: Eine weggeworfene Kippe? Eine Plastiktüte in der Hand oder man wird gar hinter dem Lenkrad eines Autos erwischt? Für die Green-Guard gibt es viele Einsatzmöglichkeiten, durch strenge Belehrung Punkte zu sammeln.

Lärm-Wache: Laute Musik, schrilles Lachen oder gar ein angeregtes Gespräch? Vielen Menschen bereitet so etwas Kopfschmerzen. Die Lärm-Wache mahnt, bevor die Migräne einsetzt.

Einkaufs-Dienst: Suppendose im Einkaufswagen oder gar ein Stück Fleisch vom allerletzten Einhorn? Der Einkaufs-Dienst schreitet ein, wenn Bequemlichkeit und Appetit über Moral und Ethik zu siegen drohen.

Leder-Streife: Leder ist der Pelz für Arme und nicht zu dulden. Vor allem in SM-Studios wird man die Leder-Streife freudig erwarten.

 

 

11 Kommentare

Ist mal wieder typisch für die RB, dass die wichtigste Streife vergessen wird: Die Benimmstreife, die jederzeit und überall für den guten Ton sorgt.

@ 1 &2: Es fehlen auch:
Sprach-Wächter, die jeden Artikel, jede Äußerung darauf hin untersuchen, ob nicht eine Begrifflichkeit auch einmal von den Nazis benutzt wurde.
Die Sprach-Faschisten von der "Unwort-des-Jahres" Jury sind mir da viel zu lasch.

Ich vermisse auch die „Moral-Polizei“, schließlich gibt es immer wieder Menschen, die meinen, sie müssten durch Dinge wie Händchen halten und küssen allen umstehenden ihre Liebe aufzwingen – womöglich noch gleichgeschlechtliche welchige. Und die „Gäste-Streife“, die Zugewanderte bestimmt erklärt welche Art von Kleidung und welches Verhalten in unserem Land an den Tag zu legen sind.

Ich möchte im Luther Jahr noch den Typ "Gotteswächter" hinzufügen. Über ihn kann man im evangelischen Online Magazin Chrismon.de Folgendes lesen:

"Wer wachsam ist, der weiß, was er will und lässt sich nicht abbringen von seinem Ziel, Gott eines Tages ins leuchtende Angesicht zu sehen. Und wer dieses Ziel vor Augen behält, wird nicht weltfern, sondern lebensnah. Der wird kein Träumer, sondern ein Wächter. Denn wer auf Gott wartet, erkennt das Leben und den, der es zusammenwebt.

Es ist gut, dass es solche Gotteswächter gibt. Klug nennt sie die Bibel. Denn sie lassen sich nicht einlullen von den Sirenengesängen eines sorglosen Lebens, sie lassen sich den Blick nicht vernebeln von der Jagd nach Karriere oder Ansehen oder Geld. Sie halten Maß und wissen, dass man sich weder das Glück noch die Liebe verdienen kann. Sie beobachten die Zeichen der Zeit und ahnen die Brüchigkeit aller menschlicher Existenz. Sie wissen, dass dieses Leben ein Hochseilakt ist, bei dem uns Gott jeden Tag entgegenkommen kann."

https://chrismon.evangelisch.de/das-wort/gotteswaechter-5943

Die schon so kontrollgeübten Gotteswächter und -wächterinnen sollten nach meiner Ansicht in Zukunft auch auf die Reaktion der Menschen um sie herum acht geben , wenn der Name Gottes, in welcher Sprache auch immer, fällt. Denn schon bei einem verständnislosen Blick ist ein Gotteslästerung nicht mehr auszuschließen. Erst recht jedoch, wenn sich Jemand abwendet, um sein Reaktion auf den Namen Gottes zu verbergen.

In beiden Fällen ist zumindest eine zur Rede Stellung durch die GotteswächterInnen geboten, um diese Menschen auf den rechten Pfad zurückzuführen. Religionsübergreifend bietet sich diesbezüglich eine Zusammenarbeit mit der Scharia Polizei an, muss aber nicht sein, weil die Scharia Polizei in der Regel keine Polizistinnen in ihren Reihen duldet.

Forums-Wächter, zuständig für die Einhaltung sämtlicher formaler und informeller Regeln. Hat die Möglichkeit ein Kommentarverbot zu verhängen.

Die Gender-Polizei.
Sind die von ihm und von ihr getragenen Einkaufstüten gleich schwer?
Enthalten die erworbenen Kleidungsstücke überkommene Geschlechterklischees – er Jeans/Holsfällerhemd, sie Minirock oder Blümchenkleid? Welche Schuhe tragen die Menschen, wird er durch eine niedrige oder sie durch eine zu hohe Absatzhöhe in ein Rollenbild gepresst?

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