So wenig Flüchtlinge in Sachsen

Über Twitter kam mir heute die folgende Karte unter:

Deutschland - neu vermessen nach Flüchtlingszahlen. (Quelle: www.viewsoftheworld.net / Benjamin Hennig)
Deutschland – neu vermessen nach Flüchtlingszahlen. (Quelle: www.viewsoftheworld.net / Benjamin Hennig)

In dieser Karte wurde die Größe der Bundesländer Deutschlands neu skaliert, in Abhängigkeit von der Anzahl der Flüchtlinge, die ein Bundesland aufgenommen hat. Damit das Ganze sinnhaft ist, wurde natürlich die Außenlinie der BRD gehalten.

Zudem wurde ausgerechnet wieviele Bürger eines Bundeslandes auf einen Flüchtling kommen. Das interessante Ergebnis: Sachsen hat mit einem Flüchtling auf 238 Sachsen die niedrigste Flüchtlingsdichte.

(Wieviele Nazitrottel pro Demokraten es in den einzelnen Bundesländern gibt, wurde hingegen nicht betrachtet.)

16 Kommentare

Eine gute Karte. Sie zeigt, warum es den Ostdeutschen kalt den Rücken runterläuft, wenn sie NRW, Bremen, Berlin oder Hamburg als Vorbild gezeigt bekommen. Das sei es, wohin sie streben müssten.
Dass die Nazis hier leichtes Spiel haben, ist ja logisch. Übrigens auch und gerade in den Migrationsstaaten des Westens wie der Bundesrepublik.
Ein Versuch, "den Osten" zu erklären: http://www.heise.de/tp/artikel/45/45823/1.html

Auch die ehem. Ostblockländer denken diesbezüglich ja ganz anders als der Westen. Gescheiterte Migrationsstaaten wie Frankreich, Holland, Dänemark, Großbritannien oder Schweden mitsamt ihren Riots arbeitsloser migrantischer Jugendbanden ist wohl der Anlass, von Anfang an einen Riegel vorzuschieben.

@#1 Frank Heinze: Danke für den Heise-Link. Ich wusste bis jetzt ja nicht, dass Ostdeutschland ausersehen wurde, alles Übel der Welt bei sich abzuladen und sich darüber bei jeder sich bietenden Gelegenheit bis auf die Knochen auszukübeln. Diese Armen…

Frank, das ist ja wohl die merkwürdigste Interpretation dieser Karte, die einem einfallen konnte.

Offensichtlich ist doch wohl, dass die Ausschreitungen und Anschläge hauptsächlich da stattfinden, wo am wenigsten Flüchtlinge sind. Besonders in Bremen, Hamburg und NRW ist es ja sehr ruhig und in Sachsen, mit den wenigsten Flüchtlingen ist es am schlimmsten.

Auf die Idee, dass es "logisch" wäre, dass die Hinterwäldler jetzt auf die Kriegsflüchtlinge los gehen, kann man eigentlich nur kommen, wenn man die "Problembezirke" in Duisburg oder Marseille wirklich noch nie betreten hat, weil man in ständiger, panischer Angst vor Ausländern sein kartoffelndes Dasein fristet.

Wie kann man immer noch leugnen, daß sich "die Fratze des Rassimus" in ihrer ganzen Häßlichkeit, in ihrer ganzen Erbärmlichkeit vornehmlich im Osten Deutschland und hier immer wieder mit einem Schwerpunkt in Sachsen öffentlich präsentiert, und zwar eben nicht nur -wie übliuch-durch engagierte Rechtsradike, sondern ausgeprägt durch Menschen, die gemeinhin dem sog. klein-bürgerlichen Lager zugeordnet werden?

Wenn "man" deshalb zunehmend die Frage stellt, ob das sog. Kleinbürgertum z.B. in Sachsen seine soziale, seine kulturelle, seine gesellschaftspolitiche Prägung in der DDR nicht los wird, sondern daß diese (mit-)ursächlich sein könnte, für en Denken und Handeln, das weit weg ist von der Idee der unverletzlichen Würde eines jeden Menschen, dann liegt diese Fragestellung nahe.
Ich jedenfalls frage mich das. Ich bin mir jedoch keineswegs der Antwort sicher.

Damit keine Mißverständnisse auftreten:
Dass ein latenter Rassismus auch in den sog. westdeutchen Bundesländern existiert, dass er sich zunehmend ungeniert öffentlich präsentiert, steht nicht in Widerspruch zudem, was ich vorab gesagt bzw. gefragt habe.

WALTER: WAS?! leugnet, dass die Karte ein Indiz dafür ist. Und er hat offensichtlich recht, wenn man sich die Quelle für die Karte mal genauer anschaut. Zu den zugrunde liegenden Zahlen, die aus dem BAMF kommen, heißt es nämlich:

"Die Zuteilung zu einer Erstaufnahme-Einrichtungen hängt zum einen ab von deren aktuellen Kapazitäten. Daneben spielt auch eine Rolle, in welcher Außenstelle des Bundesamtes das Heimatland des Asylsuchenden bearbeitet wird, denn nicht jede Außenstelle bearbeitet jedes Herkunftsland. Zudem bestehen Aufnahmequoten für die einzelnen Bundesländer. Diese legen fest, welchen Anteil der Asylbewerber jedes Bundesland aufnehmen muss und werden nach dem sogenannten "Königsteiner Schlüssel" festgesetzt. Er wird für jedes Jahr entsprechend der Steuereinnahmen und der Bevölkerungszahl der Länder berechnet."

Das sollte die Karte gleich weniger interessant machen.

(Die Verwendung des Worts "Nazitrottel" ist übrigens uber-lächerlich schlecht; wir sind doch hier nicht im DerWesten.de Kommentarbereich).

@KMB: Wenn es für Sie nicht einleuchtend ist, dass diese auf der Karte grafisch umgesetzten absoluten Zahlen eben unabhängig vom Zustandekommen der jeweiligen Länderquoten die reale "Belastung" der Bundesländer darstellt und dass es durchaus Sinn macht, grade den Nazitrotteln in Sachsen zu demonstrieren, dass sie überhaupt keinen Grund haben, über ihre xenophobische "Überfremdung" zu prollen und gröhlen, dann sollten Sie besser doch drüben bei derwesten weiterlesen.

KMB
Die hier präsentierte Karte war für mich nicht Gegenstand meines Beitrages, sondern nur dessen Veranlassung.

Ich denke jedoch, die Karte und deren Agenda können sehr wohl dem einen oder dem anderen einen Anlaß für -divergierende?-Auslegungen/Schlußfolgerungen/Fragestellungen bieten, warum auch nicht. Ich habe mich daran nicht beteiligt, weil mir die Karte/die Agenda keine ubstantiell neuen Informationen liefern.

" Nazi-Trottel".
Aufregung um solche oder ähnliche Begrifflichkeiten, sh. u.a. "Pack"…….oder unwichtig?

Ich denke, daß es durchaus interessant sein kann, darüber nachzudenken, wer und was hinter der jeweiligen Wortwahl steckt und was mit diesen Worten bewirkt wird -unbewußt, fahlässig oder vorsätzlich.

@#7 WALTER Stach: Ich verwende das Wort Nazitrottel nicht unbewußt, fahrlässig oder vorsätzlich, sondern weil es in seiner Silben-Kombination einen Sachverhalt einfach und treffend beschreibt.

Klaus Lohmann,
also ist das Wort "Nazi-Trottel" vorsätzlich verwandt worden, weil "es in seiner Silben-Kombination….." ,und das kann ich nachvollziehen.

Ich habe mich doch nicht einmal ansatzweise über"die Wortverwender " bzw über. "die Wortverwendung" negativ geäußert, sondern mich a.) selbst gefragt "Aufregung um… oder ehe unwichtig" und b.) zu bedenken gegeben, daß es…….; mehr doch nicht.

Also meinetwegen Nazi-Trottel, Pack oder…………..!

Ich versuche es mit dem Begriff "Rassisten", weil ich meine, damit am besten die gemeinsame Wurzel "der Nazi-Trottel, des Packes, der Rechtextremisten, der Faschisten, aber auch vieler Pegida-Anhänger" am besten zu bennen nebst der Beförderung einer darauf bezogenen Nachdenklichkeit.

Wir sollten bei dieser kurzen Disk. über Begrifflichkeiteten, über Worte allerdings stets bedenken, daß all denjenignen, die von Nazi-Trotteln oder von Pack oder von Rechtextremisten oder von Faschisten oder von Rassisten sprechen, gemein ist, daß sie sich gegen Nazi-Trottel, gegen das von Gabriel bezeiichnet Pack, gegen Rechtsextremisten, gegen Faschisten, gegen Rassisten positioniern , und darauf kommt es m.E. ganz wesentlich an.

Was etwas verwundert… es scheint, dass die Bundesländer mit hoher Bevölkerungsdichte überproportionale viele Flüchtlinge unterbringen… die drei Stadtstaaten und NRW…
ich hätte ja angenommen, dass genau das eigentlich die Orte sind, wo es am schwersten ist, zusätzliche Räume zu finden (wie das peinliche Duisburger Zeltlager z.B. zeigt)

Bevorzugt man Ballungsgebiete, weil dort die Polizei eher leichter die Flüchtlinge vor den Deutschen schützen kann?

@#10 TuxDerPinguin: Der "Königssteiner Schlüssel" regelt, wie sich die Bundesländer an gemeinsamen Aufgaben finanziell beteiligen. Ursprünglich nach dem Krieg erdacht für die Finanzierung von gemeinsamen Forschungsprojekten, dient dieser Schlüssel nun für eine ganze Latte von Aufgaben, u.A. eben auch für die Unterbringung von Flüchtlingen.

Dabei werden das Landes-Steueraufkommen zu zwei Dritteln und die Bevölkerungszahl zu einem Drittel gewichtet, so dass NRW halt viele und Sachsen oder Thüringen halt nur wenige Flüchtlinge aufnehmen.

Die Karte basiert auf Zahlen von 2014, die Anzahl der Asylanten in diesem Jahr hat sich ja teilweise verdreifacht.

@Jens: Da sich dieser "Königssteiner Schlüssel" seit 2014 nicht verändert hat, vernändern sich dadurch auch nicht die Relationen der einzelnen Bundesländer zueinander.

Logischerweise haben die Bürger von Heidenau mehr zu verlieren als die von Duisburg. Ein Heidenauer hat am Ort sein Eigenheim und seine Solidargemeinschaft. Ein Duisburger mit vergleichbarem Einkommen und Sozialstatus hat eher kein Eigenheim und keine lokale Solidargemeinschaft. Wenn ihm die Zahl der Zuwanderer zu groß wird, wird er einfach wegziehen, und das ist ihm auch bewusst – "White Flight" ist ja keine neue Erfindung.
Soviel zum Thema Ost/West und Dorf/Stadt.

Aber dass Walter Stach wirklich glaubt, es wäre was dadurch gebessert, dass man "Rassisten" sagt statt "Pack" oder "Nazitrottel" – erstaunlich! Ich denke, die Sache wird dadurch diskursiv eher schlimmer. Auf Wörtern wie "Pack" oder "Nazitrottel" errichtet man wenigstens keine Gegnerforschung mit wolkigen Theorien!

-15-Rainer Möller
nee, nee;
wenn ich von Rassismus und Rassisten rede, dann geht es nicht um ein x-beliebiges, problemlos austauschbares, dem subektiven Empfinden und der eigenen Sprachgewohnheit gemäßem Vokabular -Pöbel, Pack oder ähnlich, sondern um die exakte Beschreibung eines Zustandes, die begründet und erklärt werden kann. Wenn Rassimus im wesentlichen "Diskriminierung von Personen aufgrund bestimmter biologischer Merkmale" bedeutet", dann läßt sich der Rassimust relativ problebmlos l aufgrund von Aktionen ikn Deutschland gegenüber Flüchtlingen, z.B. gegen nicht-weiße Menschen aus Afrika, nachweisen.

Und warum würde infolge einer Diskussion über Rassimus in Deutschland "die Sache diskursiv ehe schlimmer"? Verstehe ich nicht. Ich halte eine solche Diskussion "hier und heute in Deutschland" nicht nur für nciht schlimm, sondern für dringend geboten. Vor allem immer dann, wenn es darum geht, nicht nur Syptome des Hasses gegenüber Flüchtlinge auszumachen und darüber nachzudenken, wie man diesen begegnen kann , sondern wenn es darum geht, die Ursachen dieser Epidemie eines tagtäglcih wachsenden Hasses Deutscher gegenüber Flüchtlingen aufzuspüren und diese zu benennen.

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