Margaret Thatcher ist tot

Margaret Thatcher ist tot. So umstritten sie auch war, der Satz “There is no such thing as public money; there is only taxpayers’ money” hat bis heute nichts an Gültigkeit verloren.

14 Kommentare

Na da gefällt mir aber die Tatsache dass sie bei der Entwicklung des Soft-Eis mitgewirkt hat besser als der von dir zitierte Satz.

@Wolfgang Wendland: Schon damit hat sie mehr geleistet als viele andere 🙂

Man sollte diesen berühmten Satz heute um einen weiteren ergänzen, der das Wort öffentlich durch Bank und das Wort taxpayer durch Sparer ersetzt.

“There is no such thing than bankmoney; there is only savers money”

Lady Thatcher hat speziell für ihr Land die Deregulierung der Banken in ein Weise vorangetrieben, dass diese die Sparer mehr enteignen konnten als der Staat es je getan hat. Wobei noch hinzu kommt, dass die Folgen der Bankenkrise die saver dopplet bezahlt haben, die zugleich auch noch taxpayer waren.

Es sind die englischen Banken bzw. die damit eng verbandelte britische Regierung die, zusammen mit dem Finanzplatz London, auch jetzt wieder eine gemeinsame Reregulierung und stärkeren Kontrolle des gesamten europäischen Bankensystems verhindern, zumindest aber erheblich erschweren.

Ich hätte jetzt eher erwartet “… hat nichts von seiner Dummheit verloren”. Genauso wie – natürlich – der Staat keine Mittel hat ohne die Bürger, die in ihm lebenund ihn tragen, hat auch der Bürger keine Mittel ohne die, die ihm die Gesellschaft ermöglicht zu erwerben. Man könnte also genauso gut umdrehen und sagen: “So etwas wie eigenes Einkommen gibt es nicht, es gibt nur von der Gesellschaft ermöglichtes Einkommen.”

Nur die eine Seite hervorzuheben, ist nichts weiter als neoliberale Ideologie in ihrer allerdümmsten Erscheinungsform.

@paule t.: Ich bin und werde nun einmal nie ein Staatsradikaler sein, auch wenn es gerade wieder modern ist. Aber davon ab: Menschen können den Staat wechseln, wenn er sie zu stark bedrängt. Der Staat aber ist auf seine Bürger angewiesen. Im Kern ist er von ihn abhängiger als die Bürger von Diktaturen ist die Abhängigkeit des Staates von den Bürgern bewusst – deswegen erreichten sie oft Mauern und schränken die Freizügigkeit ein. Und noch eine Frage: Wieso setzen Sie Staat und Gesellschaft gleich? Ich bin ja geselliger Mensch und schätze die Gesellschaft. Aber Staat? Nur soviel, wie es unbedingt sein muss.

Der Staat ist nun mal die politische Organisationsform der Gesellschaft.
Und ich hätte nun wirklich nicht erwartet, schon ein “Staatsradikaler” zu sein, bloß weil ich auf die Selbstverständlichkeit hinweise, dass niemand irgendetwas “selbst” verdient.

@paule t.: Der Staat ist nicht DIE, er ist EINE Organisationsform von Gesellschaften. Und je mehr Gesellschaften auf den Staat setzten, um so schlechter ging es den Menschen. Es kommt also auf das richtige Maß an. Mir ist weniger lieber als mehr. Klar: Der Mensch kann ohne Gesellschaft nicht existieren und nichts verdienen. Mit dem Staat hat das nichts zu tun.

Sorry, Stefan, aber zu Bewunderung für Maggie Thatcher kann ich mich einfach nicht durchringen.
Zu viel Staat ist schädlich, d’accord. Aber es ist ja nicht so gewesen, daß GB vor 1979 ein sozialistischer Staat gewesen wäre.
Sie hat nicht nur die Gewerkschaften zerschlagen, sie (und die anderen Vorbeter des freien Marktes) haben auch durch Deregulierung des Marktes und vor allem des Bankwesens viel zu der derzeitigen Misere beigetragen.
Maggie Thatcher hat durch die Doktrin vom “Recht auf Eigentum”, sprich Verkauf von Sozialwohnungen, dafür gesorgt, daß eine Unterschicht abgespalten wurde, die vermutlich für Generationen nicht mehr auf die Beine kommt.
Sie hat das Gesundheitswesen ruiniert.

Maggie Thatcher – und die Vorturner der “geistig-moralische Wende” als Äquivalent in D – sind nicht an allem schuld, das seitdem gründlich schief gelaufen ist (es waren genau genommen die unter dem Label “links” angetretenen Nachfolger, die das Werk vollendeten), aber sie sind schuld an sehr vielem.

Nein, ich habe mir noch nicht “The Whitch is Dead” auf die Festplatte herunter geladen.
Aber man muß auch nicht damit anfangen, jemanden über den grünen Klee zu loben, nur weil er gestorben ist. Das ist keine besondere Leistung. Das blüht uns allen mal…

Ich fand die Idee von Ken Loach sehr gut: Die Beerdigung privatisieren! Ausschreibung, der billigste Anbieter bekommt den Zuschlag, weil ihr das bestimmt gefallen hätte – und anderen auch.
Endlich mal ein Konsens.

Lobeshymnen auf eine Ikone der Neoliberalen? Dazu noch im Ruhrgebiet? Kaum zu glauben. Traurig.
Hier läuft Hefner, mit “The Day That Thatcher Dies”, aus dem Jahr 2000.

Nusskatie72
Man kann Thatcher gar nicht genug dafür loben das sie jemanden wie Arthur Scargill aus der Politik entfernt hat…..und die neoliberale Apokalypse haben nicht Thatcher oder Reagan herbeigeführt sondern Clinton und Blair….und in D. übrigens rot-grün…..

@Thorsten Stumm: Millionen Arbeiter auf der ganzen Welt würden Dir etwas anderes erzählen, Du warst wohl nicht dabei, in den 1980ern. Dass die Sozialdemokratie danach das Werk der Neoliberalen vollendet hat, auch das ist allgemein bekannt, genau wie der Anteil von Schröder, Clement, Steinbrück & Co.

“Margaret Thatcher ist tot. So umstritten sie auch war, der Satz “There is no such thing as public money; there is only taxpayers’ money” hat bis heute nichts an Gültigkeit verloren.”

Jens König lebt. So umstritten er auch ist, der Satz “That’s Bullshit” hat bis heute nichts an Gültigkeit verloren.

Thatchers Aussage für sich stehend ist nicht nur auf den ersten Blick banal sondern führt ohne den Zusammenhang auch auf’s Glatteis.
Hört sich dann nämlich so an, als seien eingenommene Steuergelder das Eigentum der Besteuerten. Wäre schön für diejenigen (und schlecht für die, die keine Steuern zahlen), ist aber blanker Unsinn.

Was sie meint ist: Die eingenommenen Steuergelder kommen irgendwo her, und zwar von den Steuerzahlern. Ok, ganz langsam sacken lassen.
Ja, das ist banal, hört sich Scheisse an, deshalb hat sie es anders formuliert. Trotzdem in der ultimativen Wertung bei Bullshit gelandet.

Eingenommene Steuergelder gehören allen. Und damit darf man sie eher als public money, denn als taxpayers’ money bezeichnen. Es handelt sich allenfalls um taxpayers’ ex-money.

Es handelt sich bei dem zitierten Satz um nichts weiter, als eine neoliberale Nebelkerze. Thatchers Rede ist neoliberale Rabulistik. wie zB:
“.. by taxing their citizens beyond their capacity to pay…” Wie soll das denn gehen? meine fresse. Oder mon cul, wie der Engländer sagt.

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