Man muss Friedrich Merz für sein Machtstreben dankbar sein!

Friedrich Merz (li.). Foto: Sebastiam Weiermann

Man muss Friedrich Merz dankbar sein. Egal ob man ihn nun persönlich schätzt, oder auch nicht, seine ‚klare Kante‘ im CDU-Führungsstreit bringt endlich etwas Bewegung in die Sache. Dass die Politik in Deutschland aus der Sicht vieler Bürger aktuell völlig unzureichend ist, das konnte man ja erst am Wochenende einmal mehr am Wahlergebnis der Landtagswahl in Thüringen ablesen.

Nach der Meinung einer immer größer werdenden Anzahl von Leuten ist ein ‚Weiter so!‘ einfach nicht länger angesagt. Das hat auch Merz längst erkannt, und er startet innerhalb seiner eigenen Partei eine Debatte, wie es in Zukunft mit ihr und diesem Land weitergehen soll.

Das schmeckt den aktuellen Führungskräften natürlich nicht. Auch die ‚Tagesschau‘ kann sich in einem aktuellen Kommentar zur Sache, mit diesem Verhalten nicht anfreunden.

Dort schreibt man: „Merz will Kanzler werden – nach wie vor. Das allein ist ihm auch nicht vorzuwerfen, nur wie er das angeht, das ist schlicht niederträchtig. … Merz macht es nämlich nicht intern, sondern öffentlich im ZDF – und wie. Wegen Merkel sei das Erscheinungsbild der Regierung grottenschlecht. Verbale Ohrfeigen für Innen- und Außenpolitik. Und rein zufällig stößt sein alter Freund Roland Koch, auferstanden aus Ruinen, ins gleiche Horn in der Zeitschrift Cicero. Und noch mehr Zufall: Die Bild-Zeitung hat den Vorabdruck. …“

Ich vermag darin nichts Niederträchtiges zu erkennen. Ganz im Gegenteil! Man könnte sogar den gegenteiligen Standpunkt annehmen und Merz anerkennend attestieren, dass er zum Wohle seiner Partei und der Zukunft des Landes all sein verbliebenes politisches Gewicht zur Geltung bringt, um in der Sache endlich eine Kehrtwende der Politik zu erwirken.

Dass Merz nicht noch zwei Jahre ins Land ziehen lassen möchte, bevor er als möglicher Kanzlerkandidat der CDU/CSU in das Rennen im Bundestagswahlkampf gehen und dieses Land danach womöglich selber regieren kann, das ist ebenfalls gut zu verstehen. Die Entwicklungen der vergangenen zwei Jahre waren für seine Partei und das Land ja auch schon nicht gerade ein Gewinn. Je schneller sich also etwas ändert, je besser.

Warum also nicht möglichst kurzfristig versuchen, und sei es durch eine öffentliche Debatte, Einfluss auf die Dinge zu nehmen? Warum nicht schnellstmöglich das beenden wollen, was der eigenen Meinung nach mächtig schief läuft in diesen Zeiten?

Mir gefällt das. Ich halte Merz aktuell ohnehin für den einzig sinnvollen Kanzlerkandidaten der Union. Auch wenn ich politisch überhaupt nicht mit ihm übereinstimme, kann man Merz nicht absprechen, dass er aktuell der einzige denkbare Kandidat der CDU sein dürfte, der aufgrund seiner starken Persönlichkeit und großen Ausstrahlung in der Lage scheint dieses Land als nächster Kanzler zu führen.

Wer sollte es denn auch sonst machen? Merkel wird aufhören, AKK hat sich bereits selbst demontiert bevor es in Sachen Kanzlerschaft überhaupt ernst wird. Und die SPD? Guter Witz!

Was Merz in diesen Tagen macht, ist also nicht nur in seinem eigenen Sinne, es ist aus seiner Perspektive auch im Sinne des Landes und letztendlich sogar der eigenen Partei.

Kann man ihm das wirklich vorwerfen? Nein! Das ist zumindest anerkennenswert!

 

5 Kommentare

Friedrich Merz?
Wenn es drauf ankommt, kann er es nicht!
Selbst der Linnemann war letztes Jahr stocksauer w/ Merz' verkorkster Bewerbungsrede (Merz ist der Vizekusen der CDU).
Merz glänzt seit 20 Jahren durch Illoyalität (weil eine Frau die Chefin ist?). Auch nach der Niederlage im Dezember war er nicht bereit "seine" Partei zu unterstützen, AKK hatte ihm ja eine stärkere Rolle angeboten. Statt dessen nur von der Seite klug schnacken, ist armselig.
Merz ist definitiv yesterday's man. Noch peinlicher ist nur Roland Koch: in der Industrie gescheitert, pupst er jetzt mal wieder gegen Merkel.

Die Analyse ist ja nicht ganz falsch, aber dieser Möchtegern?

Was würde aus dem Grünen-Duo werden, wenn die Presse bei deren Aussagen ebenso kritisch berichten würde wie bei Merz. Ein potenzieller grüner Kanzler der Medien, der die Basics des Steuersystems offenbar nicht kennt und auch Probleme hat, einen Facebook Account zu managen. Die Presse ignoriert dies weitgehend.

Aus meiner Sicht hat Merz die richtigen Ideen, aber keine Lobby und wenig Unterstützung in der Bevölkerung. Er sollte seine Themen pushen, Mehrheiten organisieren und dann agieren.
Warum bspw. die SPD eine Grundrente ohne Bedürftigkeitsprüfung will, bleibt mir ein Rätsel. Offenbar ist dort komplett der Kompass bzgl. der Gerechtigkeit verloren gegangen. Ein Punkt den Merz pushen könnte. Nur dafür müsste er seine Auftritte optimieren. Dafür ist es aber vermutlich zu spät, und die Medien werden ihn besonders kritisch beobachten.

Also, Robin, bei aller Liebe… aber Friedrich Merz ist nicht interessiert an der CDU, der Debattenkultur oder gar am Zustand des Staates, der ist nur an einem interessiert: An Friedrich Merz. Den treibt nicht die Sorge an der Demokratie, sondern seine Eitelkeit.
Der kanns noch immer nicht verknusen, dass er (zweimal) ausgebootet wurde.
Und das gleiche gilt für seinen "Anden"-Freund Roland Koch.

Wer ist F.M. heute?
War mal ein Fan von ihm, bis zur Steuererklärung auf dem Bierdeckel. Da wurde mir klar
dieser Mann lebt nicht in der Realität. SO wie heute.
Gebt ihm seinen Bierdeckel und schickt ihn zurück in die schwarzen Berge.

Er hat ja nicht mal einen Freund für die politische "Drecksarbeit" gefunden. Glaubte wohl es selber tun zu müssen. Wie unpolitisch, wie unklug! jetzt gilt er vielen als versuchter Königsmörder und die werden niemals gewählt. Andere, die in Deckung geblieben sind, werden davon profitieren, daß er einen Anfang gemacht hat.

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