Mal gefragt: Wer von Euch würde die Piraten wählen?

In Berlin sind die Piraten ins Abgeordnetenhaus eingezogen – aber Berlin ist ein Stadtstaat. In NRW sieht die Lage etwas anders aus. 

Hannes hat nebenan auf Zoom die Lage auf dem Land beschrieben – bei ihm in Winterberg gibt es noch nicht einmal Grüne – von Piraten ganz zu schweigen. Wie schätzt ihr die Chancen der Piraten in NRW ein? Klar, bei Kommunalwahlen dürften sie zumindest locker in die meisten Räte der Uni-Städte einziehen: Ob Köln, Bochum, Dortmund oder Düsseldorf – bald wird es wahrscheinlich in mehr Städten als Aachen und Münster Piraten im Stadtrat geben. Aber der Landtag? Die Grünen zogen hier erst 1990 ein – zehn Jahre nach ihrer Gründung.

Was glaubt ihr? Werden die Piraten ihren Siegeszug auch in NRW fortsetzen, werden sie jetzt weiter boomen und schon bei Neuwahlen in den Landtag kommen oder langsam wachsen – aus den Räten in die Landtage und dann in den Bundestag? Oder ist das ein Hype der bald vorbei ist?

42 Kommentare

Ich glaub, der Hype ist bald vorbei.

Was jetzt passiert ist doch klar: die Verrückten, die in die WASG gegangen sind, werden jetzt zu den Piraten weiterziehen. Die können eine Parteistruktur – gerade auf dem Basisniveau zerstören, bevor sie richtig gewachsen ist. Ich kenne da persönlich ein paar Typen, die sind der Tod für jede Partei.

Den Piraten fällt es aber schwer, diese Irren loszuwerden. Siehe Tauss oder diesen rechten Fuzzi, dessen Namen ich vergessen habe.

Erst wenn die Piraten einen Weg finden, diese Prozesse der Abspaltung von Irren einigermaßen rund und zügig über die Bühne zu bringen, haben sie eine Chance.

Sonst passiert, was immer passiert, wenn eine Partei keine breite Personalstärke hat. Die lauten Krakeler, die am längsten in den Diskussionsforen und Kneipen sitzen bleiben, bestimmen den Ton. Und vertreiben die guten Leute, die keinen Nerv haben, sich jedesmal Mist anzuhören.

wenn die klassischen parteien die hauptthemen der pp mal konsequenter angehen würden, ist die pp nur noch profillos mit lauter nonames. ich erwarte von gesellschaftspolitik mehr als das thema IT.

Jeder sollte Piraten wählen, schon allein, um mal neue Gesichter zu sehen.

So wie gestern in den Österreichischen Nachrichten, ZIB 2:

nach all der (SPÖ-) Korruption war das sehr unschuldig, erfrischend!

“Jeder sollte Piraten wählen, schon allein, um mal neue Gesichter zu sehen.” Danke für diese adäquate und vernichtende Kritik an der Demokratie, “Rosa” – durch Wählen ändert sich halt nichts an Geschäft und Gewalt, nur die Gesichter, hin und wieder. Ein Trauerspiel.

Die Stimmverteilung der Piraten in der Metropole Ruhr zur Landtagswahl zeigte mir, dass die Schwankungen zwischen kreisfreien Städten stark sind und von einer dritten Variablen abhängen, also irgendwie dem Milieu vermutlich in Universitätsstädten. Damals schrieb ich:

Die Schwankungen bei der in der Metropole Ruhr eher unterdurchschnittlich vertretenen Piraten-Partei sind deutlich abgrenzbar. Die Universitätsstädte Bochum, Dortmund und Duisburg treten hier hervor. Hängt dies mit Aktivitäten der “Kreisverbände” der Piratenpartei zusammen?

Ich vermute, dass die Piraten als “Protestpartei” weitere städtische Milieus als Wähler gewinnen können, ggf. sogar Milieus, denen bisher schon mal als Protestparteien herhaltende Parteien zu extrem sind (PDS, NPD, DVU, Schill etc.) Die Piraten als Protestpartei der (jungen) bürgerlichen Mitte?

@ dr_Opir #5

ich bin Befürworter der Demokratie, es gibt auch andere, Winston Churchill:

“It has been said that democracy is the worst form of government except all those other forms that have been tried from time to time.”

“Die Demokratie ist die schlechteste aller Staatsformen, ausgenommen alle anderen.”

Wenn du die Österreichischen Korruptions-Nachrichten gesehen hättest, würdest du meinen Kommentar, #4, vielleicht anders lesen (“SPÖ” ist übrigens Zufall, die anderen Parteien kamen in anderen Ausgaben der ZIB 2)

Also hoffen wir einfach ganz unschuldig, dass “Will”, #6, Recht hat:

“Jeder sollte Piraten wählen, um politischen Prozessen Transparenz zuzuführen.”

Was die Piraten erstmal benötigen ist ein Programm das alle relevanten Themen abdeckt, in Berlin scheint das ja ganz gut gelungen zu sein, nur ist das bundesweit notwendig. Zweitens sollten Sie dafür sorgen, nicht weiter als Jugend-Partei wahrgenommen zu werden.

Ob das gelingt halte ich für fraglich, außerdem ziehen neue erfolgreiche Parteien wie David schon sagt immer Spinner an, die könnten es gut schaffen den Aufbau zu zerstören.

Ich halte es für am realistischten, dass sich andere Parteien (Grüne, Linke und in Zukunft vielleicht auch die FDP) die Themen der Piraten nach und nach kapern und ihnen so Wähler abspenstig machen.
So wird die Piratenpartei dann eine Splittergruppe bleiben, die in Großstädten durchaus Erfolge erzielen kann aber Deutschlandweit doch eher irrelevant bleibt.

@ #7 Dirk Schmidt:

Deiner Grundthese würde ich ja zustimmen, die Piraten mit den von dir aufgezählten “Protestparteien” in einen Hut zu werfen halte ich allerdings für sehr fragwürdig.

Schill & DVU werden gewählt weil Leute rassistische Denkmuster haben und die NPD(auch von Rassisten gewählt) & Linke werden von sozial deklassierten Personen gewählt die auf einfache Lösungsvorschläge hereinfallen.

Die Piraten sprechen doch eher moderne, junge Menschen mit akademischem Hintergrund an.

Ganz wichtig, wenn die Piraten hier Erfolg haben worden, ist die Gründung eines Blogs mit dem Titel “Ruhrpiraten” 🙂

schlimmer als die anderns können sie nicht sein. Hat was von “Demokratie” nach dem Motto etwas von unten auf zu mischen. Bevor man sie bewertet sollte man sich die Frage stellen ob die Grünen im Endeffekt gut oder schlecht waren für die Parteienlandschaft.

Ich glaube nicht, dass das nur ein Hype ist. Die Klientel der Piraten ist sehr engagiert, hat ein gemeinsames Interesse, welches ein starke inhaltliche Klammer und Kultur bildet und ist persönlich sehr leistungsfähig. Das sind starke Grundlagen für einen dauerhaften Erfolg. Um über ein einstelliges Basispotential hinaus wachsen zu können, müssten allerdings neue Themenfelder erobert werden und das wird nicht leicht.

Für die Grünen sehe ich das Auftreten der Piratenpartei als Wegscheide. Gelingt es ihnen, sich von ihren tlw. zu dirigistischen Wurzeln und Anbiederungsversuchen an nur vermeintliche Volksparteiinhalte zu trennen und Bürgerrechte ohne wenn und aber zu vertreten? Gelingt es ihnen auch, großen Gruppen technikaffiner Männer eine politische Heimat zu bieten und sie zu binden? Wenn nicht, wird es zukünftig eine eher weibliche und tlw. konservative (insbesondere bzgl. Einschränkungen im Netz) grüne Partei und eine eher männliche, technisch fortschrittlichere grüne Partei geben – nämlich die Piraten. Im idealen Fall können die Piraten allerdings auch eine Frischzellenkur für die Grünen werden. Das es neben der sterbenden FDP nun zwei weitere im Grundsatz liberale Parteien (Grüne und Piraten) gibt, mindert möglicherweise deren Einfluss. Vielleicht ist es aber auch ein Naturgesetz, dass am liberalen Rand ständig neue Parteien entstehen müssen, um die Liberalität immer wieder neu zu erarbeiten. Ist ja doch auffällig, wie sehr die liberalen Elemente von den Piraten über die Grünen bis zur FDP in dem Maße abnehmen, in dem auch die politische Lebensspanne im Parteiensystem fortschreitet.

Der Schreiber dieser Zeilen würde auch Die Piraten nicht wählen, aus folgenden Gründen. Neben einigen guten Ansätzen stehen sie für einen staatlich festgesetzten Mindestlohn und ein “bedingungsloses Grundeinkommen” für alle. Sie fordern die kostenlose Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel, ein kostenloses Mittagessen für alle Schüler, den kostenlosen Internet-Zugang für alle und die Verstaatlichung der Gas-, Wasser- und Stromversorgung (das Label „kostenlos“ ist dabei lediglich ein Synonym für „nicht durch den Nutzer finanziert“!). Erstens will ich diesen ganzen sozialistischen Unsinn nicht und zweitens braucht man dazu nicht Die Piraten – das können die Etablierten besser!

Chancen für Die Piraten in NRW? Aber klar!

Klar, Chancen gibt es, aber die wichtigere Frage ist doch, was passiert, wenn eine kleine Piratengruppe (91% der Waehler in Berlin haben nicht die Piraten gewaehlt; Wahlbeteiligung 60%, in einigen Ostberliner Bezirken rund 50%) mit der vollen Macht von Politik 1.0 konfrontiert wird? Ausschuesse, Reden im Parlament, Verwaltungskram. Klar kann man ueber diese Dinge schoen Bloggen und der Netzbuerger schuettelt brav den Kopf, aber was dann? Die etablierten Parteien haben nicht deutlich Stimmen verloren (jaja, FDP blabla) in Berlin, also warum besorgt sein? Ich befuerchte, dass die Thematik der Piraten nicht in Richtung Gruene und gesellschaftlicher Mainstream geht, sondern eher Richtung Linke und Ausgrenzung geht. Linke ist viertstaerkste Partei in Berlin-darueber spricht keiner.

Jeder sollte Piraten wählen, damit die Parlamente wieder etwas durchgelüftet werden.

Zur BTW 2013 sind sicher 5-6% drin.

Die Piraten sind in meinen Augen ganz weit weg von Freiheit
Was haben Zwangsabschaltungen der AKW, ÖPNV-Subventionen und Verletzen von Eigentumsrechten im Netz denn mit Freiheit zu tun?
Vielmehr handelt es sich dabei um:
1) Kapital und Eigentumsvernichtung
2) Fehlallokation / Umverteilung in einer Hand mit Vollkaskomentalität ohne Gegenleitung – Kostenloses fahren = zu viel Fahren! – ist wie wenn man einem Kind einen berg Schokolade gibt, dem wird auch irgendwann schlecht!
3) Das ist schlicht Diebstahl
Die Piraten sind stark gestartet und haben sich dann vom Berliner Wohlfühl und Yuppie Millieu und den Berlienr Langzeitstudenten unterwandern lassen
Von Freiheit ist nich viel übrig geblieben, wenn man von den privilegien fürs eigene Stimmvieh absieht.

Stefan, danke für die Fragestellung. Ich habe jedenfalls Einiges aus den bisher 2o Kommentaren gelernt. Ich hoffe auf weitere Beiträge. Ich kann mir danach jedenfalls besser als derzeit eine Meinung darüber bilden, ob es und warum es für die Piraten bei Kommunalwahlen/Landtagswahlen in NRW bessere Chancen geben könnte, in die Räte/Kreistage bzw. in den Landtag einzuziehen oder eben nicht. Diese Beiträge sind für mich interessanter als das Ergenis mancher epräsentative Befragung zu dem selben Thema.

@ Freidenker #20

Hallo Freidenker,

danke für den Link. Mir ist dieser Artikel allerdings zu schwarz-weiß. Da das kreative Individuum und dort das tumbe Kollektiv. Hier der kluge und selbstverantwortliche Unternehmer und dort die verblödeten und regelungswütigen Bürokraten. Die Welt ist wesentlich komplizierter als Frau Ackermann uns weißmachen will. Und von einer Ökodiktatur kann ich auf deutschen Straßen einfach nichts entdecken. Geschweige denn von der totalen Durchregelung und Moralisierung des Privatlebens. Da wird ein Popanz aufgebaut um dann mit ideologischen Verve darauf einzuprügeln.

Obendrein ist Frau Ackermann anscheinend eine deutsche und damit sehr wahrscheinlich verbeamtete, zumindest aber vom öffentlichen Dienst dauerhaft alimentierte Professorin. Das ist auf dieser Welt so weit von privatem Risiko und Unternehmertum erntfernt, wie überhaupt möglich. Ich bezweifele ob so Jemand weiß, was Freiheit in eigener Verantwortung in der aktuellen Wirklichkeit heißt, auch wenn er mit gewählten Worten und schönen Zitaten darüber zu schreiben vermag.

Ich hatte in meinem ganzen langen Leben noch nie eine unbefristete Stelle und bin nun schon seit vielen Jahren freiberuflich tätig. Ich stimme ihnen zu, dass die meisten Menschen Eigenverantwortung und Freiheit eher als Last empfinden. Nicht nur in Deutschland.Aber Frau Prof. Dr. Ackermann aus dem idyllischen Heidelberg ist nun wirklich keine gute Zeugin gegen Paternalismus und Staatseuphorie und für mehr Freiheit in Eigenverantwortung.

Ach ja, wie finanzieren sie selbst eigentlich ihre eigene Freiheit in Verantwortung? Oder träumen sie eigentlich nur davon während sie auf einem warmen weil vollsubventionierten Sesselchen sitzen?

Ich stimme teekay zu. Als Kommunalpolitikerin weiss ich gut, dass die notwendigen Verfahrensabläufe nicht gerade sexy sind.
Von dem Stellen einer Anfrage in einer Sitzung des Kommunalparlaments bis zu ihrer Beantwortung vergeht schon mal gerne ein Jahr. Und zig-seitige Vorlagen mit vielen Fachbegriffen und Paragraphen aus einem fremden Fachgebiet sind in den ersten Jahren des Mandats nicht immer leicht zu verdauen.
Ich denke: Die jetzt noch feiernden Piraten werden schneller als gedacht in der Mühseligkeit des Tagesgeschafts entzaubert werden….

@Freidenker: Ein vermeintlich (da via FA finanzierter) kostenfreier ÖPNV hat mit Sozialismus nichts zu tun. Es hat vielmehr damit zu tun, dass die Bürger selbst festlegen, was sie für ihre Steuern bekommen möchten. Sehen wir es als eine Flatrate mit Web 2.0: Der Bürger hat das Recht mitzubestimmen, welche staatlichen Leistungen er für seine Steuern bekommen möchte. In einer Welt, in der Mobilität immer wichtiger ist, würde ich gern über meine Steuern die Infrastruktur dafür finanziert wissen.

Darüber hinaus: Man müsste mal berechnen, welche Kosten der von uns subventionierten Bahn dadurch entstehen, dass sie ein Fahrkartensystem in ihren Betrieb implementiert hat: Fahrkartenstände, Kontrollpersonal, Automaten inkl. IT-Support, Fahrkartendruck, Tarifrunden etc. – diese Kosten könnten wir uns jedenfalls im Falle einer Flatrate sparen – und die immensen Kosten für den Strassenausbau ebenfalls. 😉

Herr Voss, ich verstehe nicht, warum sie die Meinung von Frau Ackermann so niederschmetternd und mit sich selbst vergleichend abtun; fast schon unsachlich. In dem Artikel werden hier und da Dinge schwarz und weiß gemalt aber dennoch schafft er es einen sehr wichtigen Punkt herauszustellen: die Vormundschaft und der moralische Zeigefinger des Staates dem Bürger gegenüber hat in den letzten Jahrzehnten stark zugenommen.
Ob man das für gut oder schlecht hält ist eine Frage der präferierten Ideologie.

Unabhängig vom Wahlprogramm der Piraten (das noch nicht mal geschrieben ist), wäre es ein Riesenerfolg, wenn die Partei es schafft Transparenz in der Politik zu etablieren. Von mir aus können dann gerne alle anderen Partei diese Vorgehensweise kopieren und damit ihre Wählerschaft “zurückerobern” und die Piraten ständen wieder leer da.
Der Punkt ist den Wählern wieder ihre politischen Augen zurückzugeben und Politikfatalismus zu verringern…parteiunabhängig

Ich hätte Schwierigkeiten diese Partei zu wählen.
Aber ..
Ich habe ähnliche Schwierigkeiten mit den etablierten Parteien!

Und dann kommt schnell der Gedanken hoch ‘mal schauen was passiert, wenn sie (die piratenpartei) eine weile mitregieren würde?’

@20, @ 22, @23

Frau Ackermann ist FH-Professorin für Politikwissenschaft an einer Fakultät für Wirtschaft. Im “Wissenschaftlichen Beirat” ihres Instituts ist u. a. die Friedrich-Naumann-Stiftung vertreten – ein Schelm, der Böses dabei denkt. Wer sie sich angucken will:

http://www.fh-heidelberg.de/de/fakultaet-fuer-wirtschaft/john-stuart-mill-institut-fuer-freiheitsforschung/personen/

Eine x-beliebige Einführung in die politische Ideengeschichte so flott umzuschreiben, daß die Abwehr der globalen Erwärmung irgendwie spießig klingt, ist allerdings keine kleine Leistung. Überzeugen tut’s mich trotzdem nicht.

Ansonsten würde ich vermuten, daß man die Nerds in Sachen Ausdauer nicht unterschätzen sollte: das Bohren dicker Bretter ist man in diesem Geschäft durchaus gewöhnt. Und sie geben Antwort auf ein kulturelles Bedürfnis, das von den Netzausdruckern beharrlich ignoriert worden ist. Genau wie bei den Grünen handelt es sich auch bei den Piraten um den politischen Arm einer Bürgerbewegung, nur daß die sich nicht mehr in Brokdorf, sondern im Heise-Forum austobt. Sofern daraus nicht der Glaube entsteht, jedes politische Problem sei am Ende ein technologisches, das ingenieursmäßig gelöst werden kann, traue ich persönlich den Piraten noch einiges zu – sofern denn der deutsche Michel sich von Schlagwörtern wie Emanzipation und Partizipation noch vom Sofa hochscheuchen läßt.

Und das mit der “Genderproblematik” (Wowereit) kommt bestimmt auch noch in die Reihe.

ThomasK sagt am 20. September 2011 um 14:49: Ich glaube nicht, dass das nur ein Hype ist. Die Klientel der Piraten ist sehr engagiert, hat ein gemeinsames Interesse, welches ein starke inhaltliche Klammer und Kultur bildet und ist persönlich sehr leistungsfähig. Das sind starke Grundlagen für einen dauerhaften Erfolg. […]

Als erstes fiel mir ein: Wenn erst der Wille zur Macht die Überhand gewinnt, wie in anderen Parteien auch, ist es vorbei. Da müsste sich die Partei selbst beschränken.

Aber man kann ja mal rumspinnen 😉

Die Selbstbeschränkung sei die Regelung, mit einem gewissen Alter wieder aus der Partei auszuscheiden und in andere Parteien (je nach politischer Präferenz) auszuschwärmen. Dann könnten die Piraten eine Durchlaufstätte für eine selbstgewählte! Ausbildung in “freiheitlich-grundordlicher” Bildung, Tranparenz und sachbezogener Entscheidungsfindung sein. Quasi eine politische Akademie.

Außerdem: Die Piraten bleiben (relativ) jung und damit in der Regel offener für Neues. (Und ehrlich, wer will sich Piraten mit Bierpläuze in den mittleren Jahren vorstellen?)* Außerdem haben sich jüngere Menschen weniger mit dem Links-rechts-Virus angesteckt und können sachpolitisch konstruktiver denken und kommunizieren.

Ganz ehrlich. Ich bin der Überzeugung, dass die Eingliederung der Piraten in den herrschenden! Politikbetrieb schon auf mittlere Frist zu ähnlichen Ergebnis führt, wie bei den Grünen. Das wohl überwiegend studentische Klientel wird später – einmal vor die Entscheidung gestellt: materielle Sicherheit oder Ideale – sich für die materielle Sicherheit entscheiden.

Wenn die Piraten in dieser Demokratie wirklich was ändern will, muss sie – so paradox das klingt – von der Macht (des Politikers) lassen.

Und überhaupt: Nur MÄNNERS geht gar nicht.

* Ausnahmen bestätigen die Regel

Kann man so sehen, Herr Voss, muss man aber nicht. Man kann auch zu dem Ergebnis kommen, dass mancher Leichtmatrose sich besser nicht zu weit aufs offene Meer hinauswagen und lieber Kapitän in der eigenen Badewanne bleiben sollte.

Eine weitere Literaturempfehlung: “Eros der Freiheit” von Ulrike Ackermann. Aber Sie wissen ja ohnehin schon bescheid, nicht wahr?

Mal was anderes, Herr Voß. Warum ist der gestrige Beitrag von Herrn Jurga zum Nahostkonflikt entfernt worden? Ist das Thema zu heiß geworden oder hat Herr Jurga seine Meinung geändert? Das ist unüblich, zumal schon einige Kommentare gepostet wurden.

@#29 (Freidenker): Die Sache mit Herrn Jurga ist mir ebenfalls aufgefallen. Seine Meinung dürfte er nicht geändert haben, denn auf seiner eigenen Homepage fand ich den Text wieder:
http://jurga.de/42.html

Ob er, der Text, einen Kodex dieses Blogs verletzt hat oder ob die Blogbetreiber den Autoren vor wütenden Kommentaren schützen wollten (mit „Du spinnst doch, Werner!“ ging es, wenn ich richtig erinnere, los), werden die Beteiligten vielleicht noch erklären.

Oder auch nicht.

@DH: Danke für den Hinweis und den link. Kodex verletzt? Möglich, keine Ahnung! Ich bin in dieser Angelegenheit zwar nicht der Meinung von Herrn Jurga, aber der Text war doch noch harmlos. Da habe ich schon ganz anderes gelesen.

Na ja, ist wahrscheinlich zu heiß geworden. Eine Erklärung dazu seitens der Ruhrbarone wäre angebracht (IMHO).

@ Freidenker

Man kann hier alles ganz verschieden sehen. Ist halt ein Blog und kein Universitätsseminar. Ich habe hier auch nicht geschrieben, das Frau Ackermann dumm ist sondern zur vereinfachenden ideologischen Betrachtung neigt. Wenn man für die NZZ schreibt, ist das auch nicht verwunderlich. Vielleicht wollte sie aber auch nur pointieren um ihre Position besser klar zu machen. Ich mags nur nicht, wenn mir Leute was von der Freiheit erklären die sich ihr in ihrer eigenen Lebenspraxis nicht stellen.

Wenn ich Zeit habe, werde ich mir ihre Buchempfehlung mal zu gemüte führen. Aber schon der Titel hat diese leicht weltfremde Anmutung, die die Autorin bzw. ihr Verlag wahrscheinlich selbst für verkaufsfördernd hält. Klingt für mich aber eher nach Jemand, der bei einem Glas Wein in der Toskana über die Freiheit von staatlicher Bevormundung schreibt, während das eigene Gehalt bis zur Pansion staatlich gesichert ist.

In Wirklichkeit hat die Freiheit zuallerletzt was mit einem irgendwie gearteten Eros zu tun. Den empfindet man in der Realität nur in den Sternstunden selbst getragener Verantwortung. Es sei denn man bleibt wie ihr Leichtmatrose in der heimischen Badewanne.

Sie selbst, Freidenker, deuten, was ihre eigene Person betrifft, immer nur an, verstecken sich aber ansonsten hinter ihrem Decknamen. Dafür unterstellen sie gerne anderen etwas. Das steht ihnen hier frei. Aber sehr mutig ist es nicht. Gerade wer für Freiheit in Verantwortung steht, sollte das unter seinem richtigen und vollen Namen tun. Nehmen sie es mir nicht übel, aber sie selbst scheinen mir in diesem Fall der Leichtmatrose zu sein.

@ DH

Das mit dem Artikel von Jurga hat mich selbst in Erstaunen gesetzt, Dirk. Du solltest dich direkt an ihn oder an Stefan Laurin oder an beide per email wenden. Ich fände es auch gut, wenn es dazu Ruhrbaroneseits eine kurze Erklärung gäbe. Ich selbst bin zur Zeit in New York City und kann dazu nichts sagen.

@Arnold (#36): Ich denke, wir können davon ausgehen, dass Laurin und Jurga hier mitlesen, es also keiner E-Mails bedarf.

Die nun von mehreren Seiten erbetene Erklärung bleibt aus; im Zweifelsfall hat das Entfernen des Beitrags schlicht berufliche Gründe, über die man nicht gerne öffentlich spricht.

@Will: Es wird eben von vielen nicht gern gelesen, wenn Freiheitsliebende deutlich und präzise das ausufernde staatliche Treiben anprangern. Dann isses auch immer wieder bezeichnend, dass Paternalisten gleich ad hominem losgeifern, statt ad rem etwas zu sagen.

Sorry Freidenker, aber ich habe hier noch keinen einzigen wirklich präzisen Satz ad rem von ihnen gelesen. Wer die Freiheit liebt, der lebt sie. Leben sie sie? Und wie tun sie das? Kommen sie endlich zur Sache, anstatt sich hinter den Texten und Büchern anderer Leute zu verstecken.Sonst bleiben sie für mich einfach nur ein Sprücheklopfer.

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