“Making Prostitution illegal is Bullshit”

Es passt in eine Zeit, in der die Antwort auf jedes Problem ein Verbot ist: Der Appell gegen Prostitution der von Emma-Chefin Alice Schwarzer initiiert wurde. Gefordert wird nicht weniger, als  die Rücknahme der Liberalisierungen der vergangenen Jahrzehnte und ein Verbot der Prostitution:

Maßnahmen, die kurzfristig zur Eindämmung und langfristig zur Abschaffung des Systems Prostitution führen.

Unterschrieben haben ihn zahlreiche Prominente, darunter  Margot Käßmann, Wolfgang Niedecken und Frank Schätzing. Wem das noch immer nicht reicht, um den Appell abzulehnen, der kann sich ja diese wunderbare Penn & Teller Folge anschauen. Die puritanischen Verbotsdebatten, die wir heute in Europa und Deutschland führen, laufen  in den USA ja schon ein wenig länger.

 

22 Kommentare

Die Diskussion ist ja in Frankreich nicht neu – aufgrund einer Gesetzgebung, die „unmoralische Einkünfte“ verbietet, sind Eros-Center im einst für seine Bordelle berühmten Paris schon seit Langem undenkbar. Prostituierte können allein schon wegen aufreizender Kleider belangt werden. Der Kampf gegen die Prostitution wird in bester jakobinisch-französischer Tradition von namhafte Persönlichkeiten des feministischen und linken Spektrums geführt, notfalls auch gegen den ausdrücklichen Willen der betroffenen Prostituierten selbst. Freier sollen auch ins Visier genommen und bestraft werden.

Schweden ist inzwischen eines der sexuell repressivsten Länder Europas geworden. In Schweden gibt es die absurde Situation, daß Frauen zwar frei der Prostitution nachgehen dürfen; daß aber jeder, der von ihrem Angebot Gebrauch macht, verfolgt und bestraft wird.

Der Appell gegen Prostitution von Alice Schwarzer läuft in die gleiche Richtung: “Ächtung und, wenn nötig, auch Bestrafung der Freier…”

Die Rücknahme der Liberalisierungen der vergangenen Jahrzehnte ist wohl ein Zeitphänomen – im öffentlichen Umgang mit Themen wie Prostitution, Pornografie oder Tierpornografie wird deutlich, wie hypermoralisch und auch prüde unsere vordergründig so liberale Gesellschaft geworden ist….

Unsere liebe Alice hat schon manchmal sehr merkwürdige Forderungen,
zum Beispiel:

“Feministin Alice Schwarzer:
Ich fordere Trikot-Tausch-Pflicht beim Frauen-Fußball!”

Zu lesen hier.

Stefan Laurin, für gewöhnlich teile ich Ihre Abneigung gegen Verbote für alles und jedes.
Seit längerem betrachte ich die Aktionen von Alice Schwarzer nur noch mit Kopfschütteln, der Gipfel der Selbstgerechtigkeit war für mich die Zusammenarbeit mit BILD…

Aber diesmal hat die selbstgerechte Alice recht.
Die Liberalisierung des Prostitutionsrechts hat eben nicht zu der angestrebten Verbesserung der Verhältnisse geführt, sondern alles nur viel schlimmer gemacht. Inzwischen gilt Deutschland als beliebtes Ziel von Sextouristen und Drehscheibe des Menschenhandels.

Es scheint mir da vor allem ein grundlegender Denkfehler vorzuliegen: Eine florierende Prostitution ist eben nicht Ausdruck von Liberalismus, sondern von Verklemmtheit (Nicht umsonst ist Prostituion von der Katholischen Kirche stets toleriert worden – als “Ehehygiene”…).
Ich finde jedenfalls nicht, daß “Verrichtungsboxen” und “Flatrate-Bumsen” Ausdruck eines liberalen Sexualverständnisses sind.

@Nansy
Schweden ist nicht “inzwischen eines der sexuell repressivsten Länder Europas” sondern nur repressiv gegenüber Prostitution (und zwar auf die einzig wirksame Art), was nicht exakt dasselbe ist: es gibt noch ganz viele andere Ausdrucksformen von Sexualität und die sind, soweit ich informiert bin, in Schweden alle noch erlaubt.

gut faende (bzw. finde) ich,
wenn es um die arbeitsbedingungen geht –
unter denen offenbar
(soweit man dem deutschen krimi als moralische instanz -g- ) glauben darf –
viele der gerade auslaendischen frauen leiden –

gut finde ich ebenfalls – wenn minderjaehrige und zum sex
gezwungene frauen und maedchen schutz erfahren –

man sollte nicht, mit dem groll gegen alice schwarzer – auch diese
wenig geschuetzen frauen … mit dem bade ausschuetten.
(ich verfolge meinen eigenen satz mit spannung)

die kernfrage bei der aktion wird sein,
wie – und mit wieviel geld – wird man den frauen helfen können und
wollen –
wenn es nur um die deutsche-verbots-begeisterung geht –
sollten wir kein weiteres wort drueber verlieren –

Gegen welche moralische Regel verstößt es denn, Sex gegen Geld zu tauschen? Die Feministinnen behandeln schließlich Sex auch als Tauschware, nämlich gegen männliche Unterwerfung unter ihre eigenen Wertvorstellungen, wie in vielen öffentliche Diskussionsrunden mit EMMA-Redakteurinnen nachgehört werden kann.
Prositution umfasst ein weites Feld, von Flatrate-Bordellen, in denen junge Rumäninnen unter Ausbeutung und der Verachtung seitens ihrer Freier leiden, bis zu Edelprostituierten, die 2000€ und mehr für eine Nacht nehmen und sich die Kunden aussuchen können. Auch letztere werden sicher dankbar sein für EMMAs Kampf gegen ihre Unterdrückung und liberale Moralvorstellugen.
Die massive Zunahme der Billigprostitution und des Menschenhandels hat nichts mit unserer (noch) liberalen Gesetzgebung zu tun, sondern mit der Armut in Osteuropa und anderen Teilen der Welt, die wir täglich mitverursachen durch unser ungerechtes Wirtschaftssystem und unser unbedachtes Konsumverhalten.

@Puck #3:

“Ich finde jedenfalls nicht, daß “Verrichtungsboxen” und “Flatrate-Bumsen” Ausdruck eines liberalen Sexualverständnisses sind.”

Das ist ein beliebter Taschenspielertrick – man bringt eine grundsätzlich liberale Haltung zu einem bestimmten Thema mit einigen unschönen Auswüchsen in Verbindung – ein liberalen Sexualverständnisses beschränkt sich nicht nur auf “Verrichtungsboxen” und “Flatrate-Bumsen”.

Aber natürlich funktioniert das auch andersherum – da Dir Schweden so gefällt mit seinem “liberalen” Sexualverständnis – ich “empfehle” das Video einer Gruppe schwedischer Feministinnen, welches die Ermordung eines Zeitungslesenden Mannes zeigt, gefolgt von einer improvisierten Tanz-Party, mit der Botschaft “Tun Sie ihren Teil” :
http://www.youtube.com/watch?v=xRu9XSNiYkE

In der ideologischen Überzeugung, dass Pornografie sexuelle Gewalt verursacht, werden zum Beispiel in Schweden auch solche Vorschriften erlassen: die Regierung erstattet nur dienstliche Übernachtungskosten in “porn free”-Hotels, d.h. nur Hotels, in denen jugendfreie Inhalte in den hausinternen TV-Programmen gezeigt werden, sind erstattungsfähig.
Inzwischen gibt es spezielle Sex-Einheiten die bekannte und mutmaßliche Prostituierte jagen, um Männer aufzuspüren, die “illegal” für Sex zahlen könnten. Änderungen an der Definition von Vergewaltigung die Neudefinition von “Bitten um Sex”, die heute als eine Art “sexueller Nötigung und Belästigung” behandelt wird, oder die Verurteilung von sexuellen Akten, die einer Frau auch Jahre später ein “schlechtes Gefühl” verursacht haben sollen.
Dass einer sexuellen Begegnung zwischen Mann und Frau am besten vorher eine schriftliche Übereinkunft vorausgehen sollte, ist uns ja seit Assange inzwischen auch geläufig….

Puck, wenn Du das für den richtigen Weg hältst, ist das für mich in Ordnung – nur, dann sag das auch ganz klar….

Sex ist ein menschlicher Trieb und keine rational, geschweige den moralisch begründete Entscheidung. Schon deswegen lässt er sich nicht beliebig regulieren wie alle Institutionen und Personen wissen, die es seit Jahrtausenden immer wieder versucht haben.

Deswegen kann man mit menschlichen Trieben auch die besten Geschäfte machen.Das dazu auch systematische Ausbeutung gehören kann ist zwar eine direkte Folge davon, aber – im Gegensatz zum Trieb selbst – verhinderbar. Vorausgesetzt man will es wirklich und stellt die entsprechenden Mittel dazu auch zur Verfügung.

Das allerdings wird bislang trotz gesetzlicher Veränderungen nur sehr unzureichend getan, was den neuen Puritanern natürlich sehr zu pass kommt. Obendrein unterschlagen sie wie immer systematisch, dass die meiste und schlimmste sexuelle Ausbeutung eben nicht auf der Straße, bzw. im Bordell sondern zuhause, bzw. in sogenannten geschützten Räumen stattfindet.

Das die Täter keine Freier und/oder Zuhälter sondern Freunde, Verwandte, Lehrer, Priester, oder andere “fürsorgliche” Personen sind, die obendrein meistens der Bestrafung entgehen, weil die Ausgebeuteten und Missbrauchten zu ihnen eben kein geschäftliches sondern ein sehr persönliches Verhältnis haben.

Wer die sexuelle Ausbeutung in der Prostitution abschaffen, zumindest aber lindern will, der darf sie nicht in die Ungesetztlichkeit abdrängen sondern muss sich mit denen konsequent und mit allen geboteten Mitteln anlegen, die diese Ausbeutung betreiben und daran horrende verdienen. Alles andere ist Augenwischerei.

@Nansy
Kann es sein, daß mit Ihnen die Phantasie ein bißchen durchgeht?
Und was Filme angeht: Ich habe mal einen gesehen, da wurden Dinosaurier geklont!
Aber ich habe den Verdacht, das war gar nicht echt, die ham nur so getan…

Daß der Name Assange fällt, wenns um Schweden geht, ist wohl nicht zu vermeiden. Zu vermeiden ist allerdings, den gleichen Mist nachzuplappern, den Herr Assange verbreitet, um zu verbergen, daß er sich einmalig dämlich verhalten hat.
Was ist denn da passiert mit Herrn Assange? Er hat mit zwei Frauen kurz hintereinander Sex gehabt und beide Male entgegen Absprache kein Kondom benutzt. Kann passieren, im Eifer des Gefechtes. Dachten wohl auch die beiden Frauen und ließen das auf sich beruhen.
Erst als sie sich austauschten und die Vermutung nahe lag, daß Herr Assange das öfter so macht, verlangten sie von ihm einen Aids-Test. Das kann man übertrieben vorsichtig nennen, aber ganz unbegründet ist das nicht. Erst als er sich weigerte, haben die Frauen sich bei der Polizei erkundigt, ob sie den Test erzwingen könnten, worauf hin eine ehrgeizige Staatsanwältin sich reingehängt hat, weil Anklagen gegen Promis die Karriere befördern können.
Letzteres ist nun wirklich keine schwedische Spezialität und nicht beschränkt auf Fälle, in denen es um Sex geht.
Herr Assange, der sich ansonsten so vortrefflich auf Medienpräsenz versteht, hätte das wissen können und einfach den blöden Aids-Test machen. Das hätte ihm eine Menge Ärger erspart.
Das Ganze ist also eine Geschichte von Ehrgeiz und Hybris, nicht von rigorosen Gesetzten gegen Prostitution.

@Arnold Voß

Das ist ja alles richtig, was Sie da schreiben, über die sexuelle Ausbeutung innerhalb der Familie – nur das ist eine ganz andere Geschichte.
Ich will auch gar nicht bewzeifeln, daß das neue Gesetz zur Legalisierung der Prostitution in bester Absicht erlassen wurde.
Irgendwo spukte da in den Köpfen die Vorstellung von selbständig arbeitenden Sexarbeiterinnen herum, die selbstbewußt wie die Kurtisanen Venedigs im 17. Jh. einen Platz in der Gesellschaft haben – und womöglich noch sozialversichert sind!
Aber die Realität sieht doch wohl anders aus (übrigens bei genauer Betrachtung auch in Venidig im 17. Jh.).
Das Gesetz hat schlicht das Gegenteil von dem bewirkt, was beabsichtig war. Es ist nicht die mangelhafte Umsetzung, die Menschenhandel und Ausbeutung begünstigt, sondern der falsche Ansatz.
Seit ich weiß nicht wie lange wird gefordert, daß zur Prostitution illegal ins Land geschleuste Frauen nicht mehr automatisch abgeschoben werden sollen, wenn sie ihre Ausbeuter anzeigen, bzw. spätestens nachdem sie gegen die Typen ausgesagt haben. Das ist der richtige Ansatz.
Aber das würde ja bedeuten – Gott bewahre! – daß illegal ins Land gekommene Leute einfach so bleiben könnten… das ist dem Wähler nicht zu vermitteln!
Wie ich das sehe wurde nicht das Übel der Ausbeutung bekämpft, sondern das Übel legalisiert, um sich vor unbequemen Erkenntnissen zu drücken.

@Puck #9:

Kann es sein, daß Sie der eigentlichen Problematik ausweichen wollen? 😉
Ich werde jetzt in keine Diskussionsrunde mit dem Thema Assange eintreten, dafür spielen in diesen Fall zuviele andere Faktoren hinein – Assange war nur der Aufhänger für die (auch in Schweden verbreitete Erkenntnis), dass einer sexuellen Begegnung zwischen Mann und Frau am besten eine schriftliche Übereinkunft vorausgehen sollte.
Was Schweden uns schon längst vorgemacht hat, das möchte Alice Schwarzer jetzt auch hier einführen – darum geht es, und nicht darum, den Fall Assange wieder aufzurollen.
Wie hat Ihnen übrigens das Video gefallen?

@Nansy

So wirklich diskutieren willst Du ja scheinbar auch nicht. Hier sind ein paar Stichwörter gefallen, auf die weder der Film noch Deine Kommentare eine Antwort geben.

Wie sieht es beispielsweise aus mit dem Vorwurf des Menschenhandels? Gibt es sowas in Deutschland Deiner Meinung nach oder nicht?
Wenn ja, wie willst Du dieses Problem in den Griff bekommen, oder sollte man die damit verbundene Versklavung von Frauen für den Preis liberaler Gesetze hinsichtlich der Prostitution wie man so schön sagt “billigend” in Kauf nehmen?

Ich muss gestehen, dass ich mich mit diesem Thema bislang noch nicht sonderlich auseinander gesetzt habe, es aber für so wichtig halte, dass ich mir gerne eine Meinung darüber bilden will. Was Du, Stefan und Arnold sagen, ist sicherlich nicht von der Hand zu weisen. Aber es ist mir zu theoretisch, weil es eben gewisse Punkte, die von Puck ins Spiel gebracht werden, ausblendet, um die man allerdings nicht herum kommen wird, wenn man über Prostitution in Deutschland diskutiert.

@der, der auszog:

Ich zitiere mal Leute, die davon mehr Ahnung haben: “Die Prostituiertenorganisation Doña Carmen geht von jährlich rund 11 500 Routinekontrollen in Prostitutionsstätten aus, bei denen 44 000 Personen kontrolliert werden. Hinzu kommen Großrazzien in Rotlichtvierteln, Bordellen und Bars – nach Recherchen von Doña Carmen waren es in den Jahren 2000 bis 2012 insgesamt 280 solcher Einsätze, wobei 6 500 Objekte kontrolliert wurden. »Mit anderen Worten: Binnen vier Jahren haben bundesdeutsche Ermittler so ziemlich alle im Prostitutionsgewerbe tätigen Personen einmal kontrolliert«, sagt Sprecherin Juanita Henning.”

Diese Überwachungskultur wird von Sexarbeiterinnen nicht unbedingt als Schutz empfunden. Trotz der Kritik an den Polizeikontrollen sprechen sich aber auch Sexarbeiterinnen seit langem grundsätzlich dafür aus, das Prostitutionsgewerbe zu regulieren. Die Deutungshoheit darüber, was Zwangsprostitution ist, ist offenbar das Problem – die einen sprechen von 90 %, die anderen von höchstens 10 % – je nachdem, wie die politische Einstellung dazu ist.

“..wie willst Du dieses Problem in den Griff bekommen, oder sollte man die damit verbundene Versklavung von Frauen für den Preis liberaler Gesetze hinsichtlich der Prostitution wie man so schön sagt “billigend” in Kauf nehmen”

Diese Argumentation ist mir fremd, wie willst Du Schwarzarbeit in den Griff bekommen… Arbeit verbieten?

@der, der auszog:

de nada 😉 – es sollte auch kein Übergehen deiner Frage sein, sondern eher das Eingeständnis, dass ich nicht Patentlösungen wie Alice Schwarzer für dieses Problem anbieten kann – nur Ideologen können das leisten….

@Nansy

Was kommt von Dir als nächstes? Freiheit für Frank Hanebuth, der viele Prostituierte in Brot und Arbeit brachte?

Sorry, aber ich finde Deine Argumentationsstruktur, dass alles was verboten wird genau das Gegenteil bewirkt, nicht nur gewagt sondern auch äußerst blauäugig. In Sachen Prohibition mag sie eventuell aufgehen, zumal jeder selber wissen muss, was er sich an Alkohol und Drogen rein pfeift, aber beim Begriff Zwangsprostitution geht es nicht um die Selbstbestimmung von Menschen, sondern darum, dass Frauen durch Gestalten, wie Beispielsweise Frank Hanebuth gezwungen werden, sich für Geld zu verkaufen.

http://www.focus.de/politik/deutschland/tid-28714/menschenhandel-und-prostitution-das-brutale-geschaeft-der-rocker-mit-kaeuflichem-sex_aid_885638.html

@der, der auszog

Dass ich behaupten würde, alles was verboten wird, würde genau das Gegenteil bewirken, hast Du jetzt aber mal kurz zusammengeschustert…
Über die Argumentationsstruktur sollten wir uns vielleicht noch mal unterhalten 😉

Selbst die Grünen möchten keine “Alice-Schwarzer-grüne Koalition” eingehen. Sie verteidigen hier ihr letztes Liberalisierungs-Projekt vor dem gänzlichen Abtauchen in die Volkserziehung gegen Alice Schwarzer:

http://www.gruene.de/themen/moderne-gesellschaft/prostitution-wir-wollen-die-situation-der-frauen-verbessern.html

Zitat: “Nicht alle Menschen, die auf dem Gebiet der sexuellen Dienstleistungen arbeiten, sind Zwangsprostituierte. Es gibt durchaus Frauen und Männer, die aus eigener Entscheidung in der Sexindustrie arbeiten. Sie alle zu Opfern zu machen und mit Sklaven zu vergleichen, wird den Frauen und ihrer Selbstbestimmung nicht gerecht und ignoriert die Realität.”

Putzig: im letzten Halbsatz werden Männer ausdrücklich nicht genannt! Haben Männer keine Selbstbestimmung?

@Nansy #18

Ist Ihnen mal der Gedanke gekommen, daß Die Grünen ihr tolles Gesetz so vehement verteidigen, weil man nur ungern zugibt, daß man sich geirrt hat?

@Puck:

Es fällt mir grundsätzlich sehr schwer, mich in die Vorstellungswelt der Grünen hineinzudenken, obwohl ich es trotzdem immer wieder versuche 😉

Info eines Vereins für soziale und politische Rechte von Prostituierten (lesenswert):

http://www.donacarmen.de/?p=431#more-431

Zitat: “Kernstück der geplanten Konzessionierung aber ist zukünftig das Recht der Polizei auf jederzeitige, unangemeldete, anlass- und verdachtsunabhängige Kontrollen.”

und weiter:
“Statt vom Prostitutionsgesetz endlich zu einer konsequenten Legalisierung von Prostitution zu schreiten und die bestehende Kriminalisierung durch Sonderparagrafen im Strafrecht abzuschaffen, erleben wir gegenwärtig eine
reaktionäre Zeitenwende.

Dabei zeigt die SPD mal wieder ihr wahres Gesicht. Im engen Schulterschluss mit Polizei und Konservativen – gegen die Rechte von Sexarbeiterinnen……
Immer dabei, wenn es um den Abbau von Rechten geht. Und die GRÜNEN signalisieren bereits Verständnis.”

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