Linksjugend Duisburg: Propaganda-Show für Assad an der Uni Duisburg-Essen

1400691_441099619344449_505293754_oDie Linksjugend (solid) aus Duisburg lädt zur Podiumsdiskussion. Am kommenden Donnerstag soll über den Bürgerkrieg in Syrien diskutiert werden. Die Marsch-Richtung ist deutlich: Es wird eine Propaganda-Show für den syrischen Diktator Assad. Davon zeugen nicht zuletzt die geladenen Referenten.

Den Veranstaltern ist klar: Der Aufstand gegen Assad ist das Machwerk finsterer Mächte von außerhalb, die den heroischen sozialistischen Führer stürzen wollen. Das liest sich dann so:

„Der syrische Aufstand ist eine getarnte, gut geplante und von außen gesteuerte Militäroperation des Westens. Die überwiegende Mehrheit der „Freien Syrischen Armee“ rekrutiert sich aus ausländischen radikalen „Jihadisten“, welche einen Gottesstaat errichten wollen und bezahlten Söldnern. Sie werden durch die US-Imperialisten und den mit ihnen alliierten arabischen Diktaturen Katar und Saudi-Arabien, finanziert, militärisch ausgebildet und nach Syrien eingeschleust, um dort gegen die syrische Regierung zu kämpfen.“

Die Medien seien “gleichgeschaltet”:

„Gleichzeitig treiben die westlichen Staaten eine diplomatische Isolierung Syriens voran, hungern das syrische Volk durch illegale Sanktionen aus und verwenden ihre gleichgeschalteten Massenmedien als Mittel der psychologischen Kriegsführung…

Um diesen gleichgeschalteten Massenmedien zu trotzen und eine objektive Analyse über die aktuelle Lage in und um Syrien zu liefern, laden wir zu einer Podiumsdiskussion mit Joachim Guilliard, Salim Tas (Generalsekretär des Europäischen Zentralrats der Alawiten und Vorsitzender des Bundes der Alawitischen Jugend , M.N.) und Abdullah Abdullah auf dem Campus Duisburg der Universität Duisburg-Essen ein!“

Und so wird am kommenden Donnerstag in illustrer Runde „diskutiert“. Besonders interessant sind dabei die Redner. Joachim Guilliard etwa ist Aktivist im „Heidelberger Forum gegen Militarismus und Krieg“. In einem Meinungsbeitrag für die Zeitung Neues Deutschland wandte er sich im vergangenen Jahr gegen „Hamas-feindliche Propaganda“, da diese eine demokratisch gewählte, friedliebende „Befreiungsbewegung“ sei.

Der Referent Abdullah Abdullah wird vorgestellt als „Mitglied der Arabisch Sozialistischen Einheitspartei Syriens und Abgeordneter im syrischen Parlament“, also ein Assad-Getreuer. Zudem ist er „Vorsitzender des Nordkoreanisch-Syrischen Freundschaftsvereins”. Dann ist da noch die „Antiimperialistischen Aktion“ (AA), die die Veranstaltung mit organisiert. Die AA hat ebenfalls ein Faible für Diktatoren. Erst gestern gedachte sie dem „sozialistischen Märtyrer Gaddafi“, der vor zwei Jahren, der AA zufolge „vom französischen Geheimdienst“, getötet wurde.

Update: Die Linksjugend ist ja formal ein eigenständiger Verein. Doch auch Die Linke Duisburg wirbt offiziell für die Veranstaltung.

Siehe auch: Wolfgang Gehrcke und die Jubelsyrer

21 Kommentare

ich find es witzig, wenn Kleinbürger sich gegenseitig als Kleinbürger beschimpfen.
Wenigstens das ist eine Konstante in meinem Leben.

Ist man denn gleich Pro-Assad, wenn man die Feststellung trifft, dass viele Jihadisten in den Kampf gegen das Assad-Regime eingestiegen sind? Das ist ja kein Geheimnis. Und ob sich das Leben in Syrien nach Beendigung des Regimes zum Besseren wendet, ist auch nicht gesagt. Zumindest wenn danach die Jihadisten an die Macht kommen. So oder so sollte der Krieg schnellstmöglich ein Ende finden. Auf dass anschließend vernünftige Kräfte an die Macht kommen, die Hoffnung stirbt schließlich zuletzt.

Ich sags ja schon immer, Kommunisten und Rechtsextremisten unterscheiden sich kaum. Linke finden Mao, Lenin, toll. Rechte dafür Hitler und Franco.

Sowohl bei Kommunisten als auch bei Nazis herrscht die Bereitschaft vor sich zum Wohle der eigenen Ideologie einer totalitären Diktatur zu Unterwerfen. Also seine Freiheit für den Faschistischen oder Kommunistischen Staat zu Opfern. Zudem sind sowohl Kommunisten als auch Faschisten Antidemokratisch.

Für sie hat die Demokratie keinen Wert, Abstimmungen und Diskussion haben sowohl für Faschisten als auch für Kommunisten keinen Sinn. Beide sind sie überzeugt die absolute Wahrheit zu wissen und wenn es ohnehin nur eine Wahrheit gibt dann braucht man auch nicht mehr darüber zu diskutieren. Dann sind aus dieser Sichtweise heraus alle Menschen mit Alternativen Vorstellungen Feinde eben jener Wahrheit und werden entsprechend verfolgt und mit KZ (Faschisten) oder Gulag (Kommunisten) ausgelöscht.

Hey Möchtegern Anarcho.

Du merkst schon das du da gerade Totalitarismustheorie und die Extremismustheorie des Verfassungsschutz wiederkaust?
Ziemlich bürgerlich verkürzt für einen Anarchisten.

Natürlich sind auch autoritäre Linke Strömungen problematisch sie mit Nazis gleichzusetzen ist aber aus verschiedenen Gründen gefährlich. Ach ich red mir nicht schon wieder den Mund fusselig.

Lies mal hier nach bevor dich der deutsche Gewerkschaftsbund links überholt: https://www.dgb-bestellservice.de/besys_dgb/pdf/DGB41542.pdf

Ich als einfach nur freiheitsliebender Mensch kann den Unterschied zwischen Faschismus/Kommunismus echt nicht erkennen.

Die einen Hetzen gegen den “Volksfeind” und enteignen ihn, die anderen hetzen gegen den “Klassenfeind” und enteignen ihn. Beides sind Strömungen die ein Leben abseits ihrer Dogmen unterdrücken, nicht zulassen. Sind somit intollerant.

Wenn die Linken ihre eigene Kollektive selbsverwaltete Fabrik oder alternatives Wohnprojekt gründen hab ich nix dagegen.
Wenn sie aber die Macht im Staate anstreben um mich dazu zu zwingen die Lebensweise anzunehmen die sie für mich für richtig alten da hab ich was dagegen. Das ist Tyrannei. Und die meisten Kommunisten stellen ja nix eigenes auf die Beine sondern verwenden viel Zeit und Geld darin an die Macht zu kommen und zu überlegen wenn sie dann enteigenen, bevormunden könnten.

Wenn die Gewerkschaften und Kommunistischen Parteien das ganze Geld das sie in den letzten 100 Jahren für Streiks und sonstige Revolutionäre Aktivitäten ausgegeben haben dazu verwendet hätten eine Fabrik nach der anderen aufzukaufen oder gar eigene Betriebe zu gründen die dann im Arbeiterbesitz sind, why not. Wäre ne Möglichkeit auch ohne staatlichen Zwang viel zu erreichen.

Nur die Linken und Kommunisten tun das nicht, sie streben nach der Macht im Staate. Und so lässt sich am Ende sicherlich keine Herrschaftsfreie Gesellschaft aufbauen sondern eher eine Diktatur. Mit sind alle Politischen Bewegungen welche nach staatlicher Macht streben suspekt.

Wonach sollen denn politische Bewegungen sonst streben Deiner Meinung nach? Und wenn Du den Unterschied zwischen Kommunismus und Faschismus nicht erkennen kannst… lies mal ein Buch!

#11 Die von dir vorgeschlagene Revolutionstaktik ist aber auch ziemlich krude. Was nutzt es denn eine Fabrik nach der anderen zum Zweck der Kollektivierung aufzukaufen, wenn dieses Kollektiv sich dann dennoch der Konkurrenz der Kapitalien stellen muss. Die Eigentumsform eines Betriebes spielt doch gar keine Rolle, wenn die Ausbeutungsform dadurch nicht überwunden wird (siehe China oder auch das Schicksal dieser selbstverwalteten Fahrradfabrik in Brandenburg oder wo das auch war).
“Wenn die Gewerkschaften und Kommunistischen Parteien das ganze Geld das sie in den letzten 100 Jahren für Streiks und sonstige Revolutionäre Aktivitäten ausgegeben haben”, nicht ausgegeben hätten, dann wär’ heute wohl nix mit 39 Stundenwoche, Kündigungs- und Arbeitsschutz, betrieblicher Mitbestimmung, etc. pp.
Ich kann mich der Aufforderung von #12 nur anschließen: Lies mal ein Buch!

Ich entschuldige mich übrigens für den Artikel in #8. Der stellte sich beim zweiten Durchlesen auch als ziemlich kruder BS raus.

assad kämpft gegen den westen, Israel und den Kapitalismus, wenn ich das richtig verstehe. das ist doch in Ordnung. so wie einst die DDR. und die SU. Und: gibt’s die noch? die solid und ihre Mutterpartei, fürchte ich, gehen uns länger auf die nerven. und führen noch zu vielen schönen Kommentaren.

Kommunismus und Faschismus mögen sich zwar in ihrer Theorie und Philosophie unterscheiden. Die Konkrete Umsetzung als totalitäre Diktatur des Staates über Wirtschaft und Menschen unterscheidet sich dann in der Praxis jedoch nicht mehr.

Ich sehe keinen Unterschied zwischen Fascho Massenmördern wie Hitler und Franko und Kommunistischen Massenmördern wie Stalin, Mao, PolPot usw. Grad bei der Linken gabs ja viel Symphatie für Massenmörder wie Gaddafi und Assad.

D.h sehe ich da den Kapitalismus als das noch kleinere Übel an. Und konkurrenzkampf ist ja nicht schlecht, in einer sozialistischen Wirtschaft ohne Konkurrenzkampf würde wahrscheinlich heute noch Trabant gefahren werden. Zumal man den Konkurrenzkampf ja auch mit einem BGE abmildern könnte.

#13lies mal ein buch: guter vorschlag. ich kenne eine menge bücher, in denen genau erklärt wird, wieso k. und f. sich gleichen. und noch mehr bücher, dass sie sich nicht gleichen. und noch ganz viel mehr bücher, dass sie sich in einigem gleichen. im ernst: es gibt inhaltliche und auf formen bezogene Parallelen. und wichtig: sie haben partiell zusammengearbeitet. für beide war eigentlich die SPD der Hauptfeind, trotz straßen- und Saalschlachten zwischen beiden. der personale austausch zwischen sa und rfb war in einigen großstädten nicht unerheblich, in Berlin sprach man von “beefsteakstürmen: außen braun, innen rot.
die sa war zutiefst antikapitalistisch, forderte nach der machtübergabe 33 eine zweite Revolution. d

#16 franco und hitler unterscheiden sich schon in ihrer Zielsetzung. franco war eine üble nummer, aber dennoch bestenfalls in der 3.liga.hatte keine außerspanischen eroberungspläne, deshalb auch kein eintritt in w2, war stockkatholisch. hitler spielte in der championsleague, gemeinsam mit Stalin und mao. nicht zu vergessen “unserallerlehrerlenin, der ja gerade in der NRW-pdl, jedenfalls in owl,
durchaus als antiimperialistischer Heiliger kultstatus besitzt.
generell muss man zwischen Faschismus und ns unterscheiden. das italienische Modell war, was Unterdrückung angeht, eine DDR ligth,relativ unblutig. und der König war ein nicht zu unterschätzender Machtfaktor. es gab auch keine kz, die polit. gefangenen waren in der regel auf Inseln interniert.

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