Update: Linkspartei-Abgeordneter Dehm zur Gauck-Wahl: “Wahl zwischen Hitler und Stalin”

Diether Dehm Bundestagsabgeordneter der Linkspartei äußerte sich gestern im Fernsehen zur Alternative Gauck – Wulff.

Zur Frage,  ob  die Linkspartei auch Gauck wählen könnte, äußerte sich gestern Diether Dehm im Fernsehen. Er fragte den Reporter: “Was würden Sie denn machen, sie hätten die Wahl zwischen Stalin und Hitler? ”

Man kann sie beide ablehnen. Aus guten und aus weniger guten Gründen. Aber die Wahl zwischen Gauck und Wulff mit der Wahl zwischen Hitler und Stalin zu vergleichen ist.. ja, was ist es? Dehm ist übrigens ein alter, überführter Stasi-Spitzel, kommt aus dem Westen und war früher in der SPD.

Mittlerweile hat sich Dehm entschuldigt und erklärt, er sei missverstanden worden. Blöd für Dehm, dass an dem Video wenig misszuverstehen ist.

62 Kommentare

“Aber die Wahl zwischen Gauck und Stalin mit der Wahl zwischen Hitler und Stalin zu vergleichen ist.”

Hauptsache Stalin. Mich erinnert zwar Wulff eher an Florian Silbereisen…
Da habt Ihr Euch mit einem Stalin wohl vertan.

Bitte “Aber die Wahl zwischen Gauck und Stalin” durch “Aber die Wahl zwischen Gauck und Wulff” ersetzen…

Der Mann ist echt nicht tragbar…

Aus FOCUS Nr. 18 (1996):

“Solche Mitarbeiter wünschte sich die Stasi: „bereitwillig“, „um konkrete Berichte bemüht“ und beseelt von einer „ausgeprägt positiven Einstellung zur DDR“. Euphorisch berichtete Stasi-Hauptmann Koch im Juni 1971 über die Qualitäten des neu geworbenen Inoffiziellen Mitarbeiters (IM) Diether Dehm, der seine „Bereitschaft zur Unterstützung“ signalisierte.”

http://www.focus.de/politik/deutschland/stasi-akten-besonders-wertvoll_aid_157074.html

Mehr Worte muss man über Herrn Dehm vermutlich nicht verlieren. Dass so jemand nicht für Wulff und natürlich schon gar nicht für Gauck stimmen kann, versteht sich wohl von selbst. Obwohl er nach derartigen verbalen Entgleisungen sein Mandat eigentlich abgeben müsste…

Ich sehe die Probleme dieses Mannes nicht. Hitler und Stalin haben doch eine Zeit lang ganz blendend zusammengearbeitet und als treuer Kommunist hatte man erst gar keine Wahl.

Dieter Dehm schlug über die Strenge, steht aber sicher auch nicht repräsentativ für die Wortwahl der gesamten Linken. Die Wortwahl “zwischen Mist oder Scheiße” hätte es vielleicht immernoch nicht politisch korrekt getroffen, bringt aber den Standpunkt der Linken eindeutig heraus: Keiner der beiden Kandidaten geht mit Grundsatzhaltungen der Linken konform, die da lauten:
– Deutsche Soldaten haben in Afghanistan nichts zu suchen und sollten abgezogen werden.
– Der Freiheitsbegriff dehnt sich bei Gauck auch auf den Markt der Finanzspekulationen und Managergehälter aus, doch da müssten Einschränkungen herrschen
– Gauck setzt sich (Meinung der Linken) einseitig für die Aufklärung der DDR-Vergangenheit ein, die nicht nur aus Stasi besteht, sondern auch ein modernes Schul-, Bildungs, Sozial- sowie Gesundheitssystem umfasste, das “im Westen” der Erörtung bedürfte.
– Wulff sichert die Regierung (die derzeit mehrheitlich keinen Rückhalt in der Bevölkerung hat)

Das einzige, was im Interesse der Linke gewesen wäre, ist die Möglichkeit Neuwahlen herbeizuführen. Mehr Wählerstimmen wären das Ergebnis gewesen.

tja, so sind die Linken. Der Kommentar von Dehm ist da repräsentativ.
Nachdem die Linkspartei zunächst über die Nominierung von Gauck verwundert war und Lafontaine diesen sogar lobte kurz nach der Bekanntmachung, fing es denn schon an.

Immer neue Beleidigungen und Unterstellungen wurden Gauck an den Kopf geworfen, wovon die meisten, wenn nicht gar alle, nix mit dem Bundespräsidenten zu tun hatten.

Dazu dann noch Gysi, der wie Rumpelstilzchen am Abend herumhüpfte, “redet vor der Nemonierung mit uns”. Eventuell auch aus Verdruss, weil es keine Partei gibt, die weniger Gestaltungskraft ausübt zur Zeit. Da kommen schon Minderwertigkeitskomplexe zu Tage.

Exemplarisch…

Gauck: “Freiheit braucht Verantwortung” “Das Sparprogramm der Bundesregierung ist sozial unausgewogen”
Linkspartei “Gauck ist unsozial”
Der einzige politische Satz, den man von diesem Club für Zeitvertreib in Endlosschleife hört.

Dass das nicht der wahre Grund ist, ist jedem mit IQ über Zimmertemperatur klar. Die Linkspartei hat sogar lieber die einzigen beiden Parteien, die es noch nicht aufgegeben haben mit ihr zu reden, SPD und Grüne, zu vergrätzen, als sich mit ihrer Einstellung zur DDR auseinanderzusetzen.
20 Jahre Zeit gehabt dafür, aber…

Hitler und Stalin in einem Atemzug genannt. Sollte die Linkspartei neuerdings keine Probleme mehr mit dem Totalitarismuskonzept haben? Dann können sie sich ja bald auch dafür aussprechen, dass Extremismus – egal welcher Couleur – bekämpft gehört. Fände ich erfreulich….

Ekelhafte Entgleisung und übelste Verharmlosung von Hitler.

Wer wählt solche Leute wie Dehm überhaupt noch ?

Absolut inakzeptabel. Wäre ich in der Linkspartei, würde ich beim Fraktions- und Prateivorstand beantragen, dass der Mann aus Fraktion und Partei ausgeschlossen wird. Der Vergleich ist empörend und dämlich gleichermaßen.

@dissenter : Was sonst? Kuscheln, ist ja nicht so schlimm, hab dich trotzdem lieb?

Aber Sie haben recht, eigentlich hätte man “Sozialisten******* schreiben sollen [SelbstZensur!]

Ich hätte auch den Ausdruck “Die Wahl zwischen Pest und Cholera” verwendet und nicht ausgerechnet die beiden Gestalten in den Mund genommen. Wenn er das getan hätte würde Laurin in seinem Kreuzzugseifer aber genauso aufschreien, also ist es egal, wer von der Linken was sagt, Laurin hört sowieso immer nur das, was er hören will. Aber gut, vielleicht ist Bloggen ja eine mögliche Therapieform und kostengünstiger als alles andere.

Man greift sich wirklich an den Kopf. Und wenn man sich erholt hat, liest man auf Dehms Seite, wie er sich für ein weiteres Irrsinnsurteil feiern lässt:

“Gaucks Gott muss ein gerechter Gott sein. Zwar gab er ihm ein paar interessante Charakterfalten. Aber wenn er den Mund aufmacht, erklingt das rufmörderische Gequäke von Dieter Bohlen, der für die Musikvermittlung ist wie Gauck für unseren Rechtsstaat: Rückfall ins Mittelalter.”

Ich fand den Gauck-Hype unangenehm und finde weiterhin, dass es gute Argumente gegen ihn gab. Angesichts dieser Patientendichte in seiner Gegnerschaft wünschte ich aber, er wäre gewählt worden.

Die Feinheiten der deutschen Politik sind mir zwar nicht vertraut … aber es ist
doch offensichtlich, dass durch die Dämonisierung von demokratischen Politikern,
hier les Messieurs Gauck und Wulff, indem man sie mit den Diktatoren Hitler und
Stalin vergleicht, eine Relativierung eigener Vergehen erreicht werden soll.

Ein Stasispitzel bleibt ein Stasispitzel oder nicht ? … Der oberste Stasitäter war,
wenn ich jetzt richtig infomiert bin, ein gewisser Mielke. Neben Hitler und Stalin
wirkt dieser Mensch und seine Vergehen ausgesprochen harmlos. So gesehen
werden die Menschenfeinde und Biedermänner des ehemaligen DDR-Systems, ex
tunc, indirekt, als die “wahren Demokraten” hingestellt.

Rätselhaft bleibt mir immer wie solche Profiteure eines demokratischen Systems wie der Ex-Stasispitzel Dehm, welcher sich allein durch seine Äusserungen als
unverbesserlicher Demokratiefeind outet, für eine grosse Anzahl Deutscher
offenbar wählbar ist. Auf europäischer Ebene spielt der linke Faschismus, oder das
kommunistische Gesellschaftsmodell, doch schon lange keine Rolle mehr … weder
in England, Frankreich, noch in Italien, Österreich oder Spanien … und schon gar
nicht in unserer Schweiz. Worin liegt der Unterschied zu Deutschland ??? … das
bleibt mir ein Rätsel, denn die Wichtigtuer, Besserwisser und ewig Benachteiligten
gibt es doch überall …

Wer jemals im komplett simulierten Ostteil unseres Landes zur Stasizeit war, den überkommt ein ausgesprochen heftiger Ekel bei solchen Äußerungen. Boooo, Herr Dehm, gehen Sie bitte per Zeitmaschine 30 Jahre zurück und verbringen ein paar Jahre in Hohenschönhausen.

Danke, liebe Ruhbarone für das Dokumentieren

@Mertens: Malte liegt komplett falsch. Dieter Dehm ist ein hervorragender Vertreter seiner Partei. Er zeigt durch sein Leben als Stasispitzel, Schlagerdichter und Denunziant wofür die Linkspartei steht.

Oh je, nun wurde dem armen linken Stasi-Spitzel so bitterböses Unrecht getan! Klar, schuld war die neoliberale und rechtsgerichtete Presse mal wieder! Und vorneweg mal wieder die RUHRBARONE! (Dank Stefan für Deine Meldung, die mittlerweile von vielen Blättern deutschlandweit übernommen wurde!)

Ich halte es wie Renate Künast: seine lapidare Entschuldigung reicht nicht. Reicht nicht für ihn persönlich—reicht nicht für die Linkspartei. http://www.tagesspiegel.de/politik/kuenast-fordert-echte-entschuldigung-von-dehm-fuer-hitler-stalin-vergleich/1872988.html

Nebenbei gefragt: Herr Dehm, wieso vergleichen Sie Stalin mit Pest oder Cholera? Hat er in den Augen vieler Ihrer Mitgenossen nicht viel lobenswertes für die unterdrückte Arbeiterklasse getan? Oder aber: distanziert sich die West-Linke ab heute von Stalin und bezeichnet ihn als das was er war: ein Massenmörder? Hätte ich da Entscheidendes verpasst?

Diese Partei wird den Stempel der ewig Gestrigen nicht mehr los!

Auf linken-nahen Blogs wird Dehms “Zitat” ja als lustig empfunden und darf auch so stehen bleiben, mir bleibt das Lachen bei diesen ganzen Typen im Halse stecken! Der eine sagt solchen Blödsinn, der andere hat ne Büste des Jahrhundertkriminellen Dschersinsky auf seinem Klavier. Wieder andere finden, das Stasi und Verfassungsschutz das Gleiche sind! Und andere finden die DDR “in toto” eigentlich doch ganz cool!

Und immer noch gibts hier Menschen, die das alles meinen verteidigen zu müssen!

http://lafontaines-linke.de/2010/07/am-tag-danach-bundesversammlung-rot-rot-gruen-crossover/#comment-1565

@Stefan Laurin
“Mich würde interessieren was Sie von Dehms Aussage halten.”

Nein, Sie wollen ein Lippenbekenntnis von mir. Das bekommen Sie nicht.

Haben Sie für Ihre Behauptung, Dehm sei “ein alter, überführter Stasi-Spitzel”, einen Beleg?

“Mitschuld an der Aussage war seiner Ansicht nach der Reporter, der ihm “inquisitorische Fragen” gestellt hat.”

Na klar. Für die Linken sind immer die anderen schuld, wer sonst…

@Dissenter: Hier ein paar Verweise auf Quellen. Viel Spaß beim nachlesen in den Archiven.

Hauptabteilung XX/5/1: Bericht über [die] durchgeführte Kontaktaufnah me zu Diether Dehm vom 25.6.1971; BStU, ZA, AIM 4166/81, Teil I, Band 1, Bl. 135. Hauptabteilung XX/5: Abschlußbericht zum IM “Willy”, Reg.-Nr. XV/2180/71, vom 1.12.1980; ebenda, Bl. 284.

HA XX/5/I: Treffbericht PIM “Willy” vom 3.7.1975; BStU, ZA, AIM 4166/81, Teil II, Band 1, Bl. 201-205, hier: 202.

Hauptabteilung XX/5: Vorschlag zur Werbung vom 15.3.1976, von General major Kienberg bestätigt; BStU, ZA, AIM 3965/81, Teil I, Band 1, Bl. 31-41, hier: 38.
[Ohne Autor, ohne Datum:] Komplexauftrag; BStU, ZA, AIM 3965/81, Teil I, Band 1, Bl. 121.

[Ohne Autor, ohne Datum]: Über gegenwärtige Aktivitäten zur Person Bier mann im Operationsgebiet; BStU, ZA, AIM 4166/81, Teil II, Band 1, Bl. 242-246.
[Oberleutnant Notroff/”Christa”:] Hinweise über Aktivitäten Biermanns […] vom 26.1.1978; BStU, ZA, ZMA XX 20 001, Bd. 8, Bl. 215-218. In handschriftlicher Form ist der Bericht auch in der IM-Akte von “Christa” abgeheftet; BStU, ZA, AIM 3965/81, Teil II, Band 1, Bl. 111-112a.

Hauptabteilung XX/5: Information vom 3.2.1977; BStU, ZA, AIM 4166/81, Teil II, Band 1, Bl. 238-240, hier: 238f.

Hauptabteilung XX/5: Information vom 8.3.1977; BStU, ZA, AIM 4166/81, Teil II, Band 1, Bl. 261f.

Hauptabteilung XX/5: Information vom 8.3.1977 ; BStU, ZA, AIM 3965/81, Teil II, Band 1, Bl. 74-76, hier: 75.

Ohne Autor, ohne Datum: Über gegenwärtige Aktivitäten zur Person Bier mann im Operationsgebiet; BStU, ZA, AIM 4166/81, Teil II, Band 1, Bl. 242-246, hier: 243.

Hauptabteilung XX/5: Information vom 27.4.1977; BStU, ZA, AIM 3965/81, Teil II, Band 1, Bl. 86.

Hauptabteilung XX/5: Information vom 13.6.1977; BStU, ZA, AIM 3965/81, Teil II, Band 1, Bl. 87f.

Hauptabteilung XX/5: Vorschlag zur Auszeichnung des IM “Willy” vom 4.11.1977; BStU, ZA, AIM 4166/81, Teil I, Band 1, Bl. 191.

Hauptabteilung XX/5: Vorschlag zur Auszeichnung des IM “Christa” vom 4.11.1977; BStU, ZA, AIM 3965/81, Teil I, Band 1, Bl. 82.

Hauptabteilung XX/5: Information vom 24.11.1977; BStU, ZA, AIM 3965/81, Teil II, Band 1, Bl. 104f.

Hauptabteilung XX/5: Information vom 27.9.1978; ebenda, Bl. 173-175, hier: 174.

Hauptabteilung XX/5/I: Treffbericht PIM “Christa” vom 23.8.1978; ebenda, Bl. 166-168, hier: 167.

Hauptabteilung XX/5: Treffbericht vom 28.11.1978; ebenda, Bl. 182-184, hier: 185. Hauptabteilung XX/5/I: Treffkonzeption vom 18.12.1978; ebenda, Bl. 188.

Hauptabteilung XX/5: Einstellungsbeschluß, o.Datum; BStU, ZA, AIM 4166/81, Teil I, Band 1, Bl. 38.

Zitiert nach: Hubertus Knabe: Der Fall Diether Dehm

@Stefan Laurin
Und Sie haben all diese Akten studiert und – wichtiger noch – ihren Inhalt angemessen gewürdigt, so dass Sie qualifiziert sind, das Urteil “Dehm ist ein überführter Stasi-Spitzel” zu sprechen?

@#6 Peter “…DDR-Vergangenheit ein, die nicht nur aus Stasi besteht, sondern auch ein modernes Schul-, Bildungs, Sozial- sowie Gesundheitssystem umfasste,…”

Immer diese Leier …
Ich habe (bin Fachfrau) Geschichtsbücher, didaktisches Material für Geschichtslehrer BRD/DDR verglichen. Die von Ihnen benutzte Wortwahl “…modernes Schul-, Bildungs,…system” trifft es m.E. nicht. Das war wohl eher Klassenkampf im schulischen Raum. Oder meinten Sie modernen Klassenkampf?

Bitte nicht nur die Naturwissenschaften, den Bereich Sport betrachten. Bei Fächern wie Geschichte sind pos. Bewertungen dieses Unterrichtssystems (ehem. DDR) an den sprichwörtlichen Haaren herbeigezogen.

@Dissenter: Dehm kann ja gegen mich klagen wenn er der Meinung ist, meine Behauptung wäre nicht korrekt.

@Stefan Laurin
“Dehm kann ja gegen mich klagen wenn er der Meinung ist, meine Behauptung wäre nicht korrekt.”

Das müssen Sie mit Dehm abmachen, ist nicht meine Baustelle. Ich habe Ihnen eine Frage gestellt, auf die eine einfache Antwort möglich sein sollte.

@Detlef Obens
“Dont feed the troll!!”

Keine Sorge, er wird nicht füttern. Wenn man die Einzel-Aussagen in den Laurin-Artikeln hinterfragt, kommt meist recht schnell keine Antwort mehr.

Dafür nehme ich mit Befriedigung zur Kenntnis, dass der Link korrigiert wurde; funktionieren tut er trotzdem nicht.

@Dissenter: Man bekommt sehr schnell Antworten von mir. Selbst jemand wie Sie, der hier immer anonym unterwegs ist und nur das Ziel hat, Diskussionen zu drehen.

@ 26: Nun sind die Medien also schuld. Das war eigentlich klar. Ist ja eine der üblichen Strategie der Linken und ihres Vordenkers Oskar Lafontaine. Es sind immer die anderen. Der Bau der Mauer? Als Schutz vor dem imperialistischen Westen. Die Stasi-Behörde? Eine heilige Inquisition, um die DDR-Bürger zu kriminalisieren. Es zeigt ganz einfach, dass die LINKE weder inhaltlich, noch was eine vertrauensvolle Zusammenarbeit in Parlamenten angeht, reif ist. Es ist und bleibt eine Protestpartei von sozial und privat gestrandeten West-Linken und Stasi-Mitarbeitern…. Welch geistig Kind’ ich bin…..

@ Dissenter

Haben s i e denn schon alle Akten zum Fall Dehm studiert und ausreichend gewürdigt, so dass sie mit Fug und Recht und qualifiziert behaupten können, dass Stefan Laurin unrecht hat? Ich denke, dass auf diese Frage eine einfache Antwort möglich sein sollte,oder? Wie wäre es innerhalb der nächsten 10 Minuten?

Ihre Methode der belegbezogenen Gegenfrage kann man heutzutage übrigens in jedem Billigseminar für abgehalfterte Propagandisten lernen.

Strengen sie sich etwas mehr an. Sie fangen mich an zu langweilen.

Ein blöder, ein unsäglicher Vergleich. Gesine Lötzsch wies, wie ich fand zu Recht, darauf hin, dass die Diskussion über diesen (eben einen von vielen sehr unpassenden Vergleichen) nicht zielführend sei. Ich habe mich mehr darüber geärgert, wie leichtfertig unsere Politiker den offenkundigen Willen des Volkes missachtet haben. Die Wahl war eine politische Schlacht zwischen SPD und Grünen auf der einen Seite und CDU/CSU und FDP auf der anderen.

Ich glaube nicht daran, dass auch nur eine der Parteien (die Linke inbegriffen) jetzt -nach der Wahl- das Thema Direktwahl des Bundespräsidenten auf die Tagesordnung setzt. Vielleicht schon. Aber so spät, dass man auch bei der nächsten BPW wieder die Bundesversammlung “bemühen” wird.

Die Chance etwas gegen die Politikerverdrossenheit zu tun wurde wieder einmal verspielt. Positive Resonanz zum Wahlergebnis habe ich nicht zur Kenntnis genommen. Oder gab es irgendwo eine solche? Ich meine natürlich außerhalb des Regierungslagers.

@Dissenter: Ist Ihnen das Prinzip von Sekundärquellen genannt? Erleichtert die Recherche, dann muss man nicht jeden Primärtext selbst lesen. Standing on the shpulders of giants, wenn Sie wissen, was ich meine.

Seit 1974 ist Lerryn (Dieter Dehm) als Schaumschläger bekannt. Zumindest in NRW bei den (SJD- Die) Falken in Köln und etlichen anderen Unterorganisationen innerhalb der Falken. Es gab schon damals Spottlieder (Leurin) auf ihn und er wurde nicht ernst genommen. Irgendwie hatte er es aber dann doch geschafft sich innerhalb der Südhessischen SPD festzusetzen… Das was er anläßlich der Bundespräsidentenwahl von sich gegeben hat, ist sein normaler Umgangston. Er kann einfach nicht das Maul halten wenn es evtl. drauf ankommt. So kenne ich ihn wenigstens…

Der Dehm hat das Absurde Theater rund um die Präsidentenwahl für seine Verhältnisse erstaunlich gut auf den Punkt gebracht. Er vergleicht ja nicht die beiden konservativen Kandidaten Wulff und Gauck mit Diktatoren (Hitler und Stalin), oder Seuchen (Pest und Cholera), sondern sagt, dass ihm eine Wahlentscheidung zwischen Wulff oder Gauck ähnlich absurd vorkommt wie eine „Wahl“ zwischen Pest und Cholera, zwischen Hitler und Stalin. Das sind halt (für Dehm und viele Andere) keine Alternativen, bei denen man sich für das Eine und gegen das Andere entscheiden will.

That’s it. So schwer zu verstehen ist das eigentlich nicht.

Stefan Laurin

Ob Dehm tatsächlich ein Verräter war, also als SPD Mitglied für die andere Seite gearbeitet hat, scheint mir nicht ganz klar sein. Ich habe mich aber mit dem Fall nicht eingehend beschäftigt. Dass er ein Dampfplauderer ist, scheint allerdings unbestritten zu sein. So beschrieb er ja seine unbezweifelbaren Stasi-Kontakte, als Dampfplauderei. Die Stasi war auch bekanntlich ein guter Zuhörer und hatte viel Verständnis für Menschen, die ihr politisches oder auch sonstiges Herz ausschütten wollten. Auf jeden Fall hat er das Talent, immer irgendwo Karriere zu machen, trotz seiner durch Sachkenntnis nur selten getrübten Ausführungen zu politischen Themen. Er ist ein gandenloser Unterhalter. Aber jenseits der kriminalistischen Bewertung der beiden verstorbenen großen Führer macht er ja doch deutlich, dass er ein Votum zugunsten von Gauck oder Wulff für eine grandiose Gewissensentscheidung gehalten haben muss. Er wollte nicht Gauck und Wulff in die Nähe der beiden verstorbenen Diktatoren rücken, soviel Reflexionsvermögen ist ihm durchaus zuzubilligen, sondern seine inneren Qualen bei der Wahlentscheidung, die dann eine Enthaltung gewesen ist.

Das ist doch die spannende Frage? Wie kommt er auf so eine Schnapsidee? Er scheint ja nüchtern gewesen zu sein.

F. Luebberding: Dehm war sicher die meiste Zeit keine Topquelle. Was hätte er auch verraten sollen? Die Geheimformel für schlechte Schlagertexte? Als Biermann in den Westen kam war das sicherlich für eine kurze Zeit anders. Jemand der mit dem Geheimdienst einer Diktatur zusammen arbeitet ist mir allerdings unsympathisch. Wie er auf den Hitler-Stalin-Vergleich kam? Ich glaube er mochte die Härte des von ihm verwendeten Bildes. Was es bedeutete war ihm egal. In seinen Kreisen hat er damit persönlich sicher wieder ein paar Unterstützer gewonnen. Und um mehr als ihn selbst ging es “Lerryn” ja wohl noch nie.

… und wenn man nur lange genug fragt, dann findet man immer irgendwo einen Trottel, der einem irgendwelchen übergeigten Schwachsinn ins Mikro diktiert. Für Dehm sind Gauck und Wulff also mit Stalin und Hitler vergleichbar, nun gut, mit jemandem wie Dehm möchte ich auch kein Bier trinken gehen. Wo ich ihm allerdings zustimmen würde: Auch mir wäre es unmöglich, einen neoliberalen Linkenhasser und Kriegstreiber wie Gauck zu wählen. Wenn jemand diese Gründe nicht akzeptieren kann und stattdessen verzweifelt einen Herrn Dehm als Gründelieferanten braucht … dann kann ich ihm wohl auch nicht helfen.

Eigentlich ist der ganze Vorgang ein guter Witz bzw. Realsatire.

– Selbst die Parteigänger Dehms halten ihn im Zweifelsfall für einen etwas unterbelichteten Quatschkopp.
– Als Erklärung und Entschuldigung dient sein Gefühlsleben, in dem Gauck, Hitler, Stalin und Wulff in einem Töpfchen landen. Das ist das Gefühlsleben eines Psychopathen.
– Er wird als Repräsentant verteidigt.
Demnach wäre die Linke die Partei der eher Unterbelichteten mit zerrüttetem Seelenleben und würde damit ihrem Anspruch, Repräsentant der Unterpriviligierten zu sein, im besonderen Maße gerecht.

Ich finde diese “geglückte” Selbstdarstellung durchaus erheiternd.

Wie hier geflissentlich unbeachtet gelassen wird, dass der böse Ultrarote den Stalin mit Hitler gleichsetzt.

Es wird weder Herrn Laurin noch seinen Fanclub aber in Zukunft daran hindern, Protagonisten desselben Clubs eine Distanzierung zum totalitären Realsozialismus abzusprechen.
Ruhrbarone machts möglich.

@49 + @50
Eines dürfte nach diesen Beiträgen nur sehr schwer zu widerlegen sein … die
deutsche Partei “Die Linke” ist die neue Speerspitze des deutschen und
europäischen Antisemitismus. Daraus erklärt sich auch die Unterstützung der
Rechtsextremen im Netz für diese Partei vor der letzten Bundestagswahl. Es wird
wohl nur noch wenige Jahre dauern bis die lästige und nur mühsam den braunen
Schmutzkopf bedeckende Maske, endlich beiseite gelegt werden kann. Ein Norman
Peach muss dann nicht mehr schweigsam durch die Gegend schippern, sondern
kann ungeniert in den Schlachtruf, “Tod den Juden”, einstimmen. Es soll ja Völker-
rechtler sein.

“Rechtler” -> “Rechts” -> “Richter” ….. fehlt noch der Henker; ok das würde die
HAMAS übernehmen. Ein Schreibtischtäter wie Peach macht sich die Hände nicht
schmutzig … er will nur “richten”. Wäre irgendwie alles hübsch lustig, wenn kleine
Kinder aus jüdischen Familien in vielen europäischen Schulen nicht schon wieder
Probleme wegen ihres Glaubens mit ihren MitschülerInnen hätten.

In dieses Bild passen auch die Verschwörungsclowns von der faschistoiden
Gruppe “Die Bandbreite” mit ihren zutiefst frauenfeindlichen Texten. Dass Mitglieder
der deutschen Partei “Die Linke” solche “Perverslinge” verteidigen zeigt eben auch
die Verankerung der Faschisten in dieser Partei. Darüber kann auch nicht die
immer wieder gebetsmühlenartig vorgetragene Aussage, “dass man gegen den
Afghanistankrieg wäre”, nicht hinwegtäuschen. Die scheinbare “Friedensliebe” ist
genauso wenig glaubwürdig, wie das Bekenntnis zur Demokratie. Es werden nur die
falschen Kriege geführt … gegen die Juden müsste man Krieg führen oder gegen
den Klassenfeind … dann machen Kriege Sinn und sind berechtigt 😉

Hitler und Stalin waren nicht so, wie Gauck oder Wulff, oder andere Leute, die irgendwo gegeneinander kandidieren.
Hitler und Stalin waren schlimmer als alle.
Schade, daß es bei der Partei Die Linke Leute gibt, die das nicht verstehen.
Auch schade, daß einige Forumsteilnehmer hier einen Mann, der Hitler und Stalin so verharmlost, indem er diese beiden Massenmörder mit zufällig herausgepickten Zeitgenossen vergleicht, auch noch zu unterstützen versuchen. Da hilft es auch nicht, wenn dieser Mensch den Vergleich in umgekehrter Richtung formuliert hat.
Ein Vergleich gilt schließlich immer für beide Richtungen.

@55

Du sagst: “Hitler und Stalin waren schlimmer als alle. Schade, daß es bei der Partei Die Linke Leute gibt, die das nicht verstehen.”

Ich sage: Verstehen dürften das die meisten – auch in der Linken. Aber sie scheren sich nicht wirklich drum. Die Linke schöpft jedes potentielle Ressentiment ab, egal wen es trifft. Gerade in Deutschland müßte eine solche Haltung auf die Verachtung aller Demokraten und aller echten Linken treffen. Antifaschisten in ganz Europa haben im zweiten Weltkrieg genauso wie zahllose Soldaten der Alliierten ihr Leben für die Abwehr des Nationalsozialismus aufs Spiel gesetzt. Ihr Andenken wird mit Füßen getreten, wenn heute Politiker, die sich links schimpfen, genau jene Haltung bedienen, der diejenigen, die sich mit Recht als Kommunisten bezeichnet haben, unter Einsatz ihres Lebens entgegengetreten sind. Wie Max Liebermann sagte: “Ich kann gar nicht so viel essen, wie ich kotzen möchte.”

@crusius:
Du sagst: …”Die Linke schöpft jedes potentielle Ressentiment ab, egal wen es trifft.”
Das sehe ich jetzt erst mal nur für Einzeltäter, und nicht für alle Personen aus dieser Partei so.

@Lokalpatriot:
“und das hat mit der Region Ruhrbiet jetzt was genau zu tun…?”
Klare Antwort: Nix!
Liebe, Haß, kalt, warm, Arm, Reich, Lob, Beleidigung, usw.
Nichts hat mit uns was zu tun. Und das übrigens reichlich.
Mannomann Lokalpatriot,
hoffentlich konnte ich Dir mit dieser Antwort helfen.

@57

Der Einzeltäter, den ich da verlinkt habe, hat in der Partei allerdings schon einigen Einfluß – jemand, der Ressentiments bedient, ohne sie zu teilen. Dehm scheint wenigstens zu glauben, was er sagt. Wer von beiden schlimmer ist, mag ich nicht entscheiden. Aber natürlich hast Du trotzdem recht: In der Linken findet man bestimmt auch aufrechte Antifaschisten. Meine Sicht der Linken würde sich ändern, sobald eine Parteigliederung den Mumm aufbrächte, Herrn Dehm zur Rückgabe seines Mandats und zum Parteiaustritt aufzufordern. Stattdessen sitzt Frau Lay, die Bundesgeschäftsführerin der Linken, bei Phönix und meint, Herr Dehm habe sich entschuldigt und damit sei die Angelegenheit erledigt. Die Linke hat eben im Gegensatz zur SPD keinen Ortsverein Bochum-Hamme.

@Crusius:
…”Meine Sicht der Linken würde sich ändern, sobald eine Parteigliederung den Mumm aufbrächte, Herrn Dehm zur Rückgabe seines Mandats und zum Parteiaustritt aufzufordern.”
Ja, nicht nur Deine Sicht.
Glaubwürdigkeitsfragen sind bedeutender, als manch einer wahrhaben will.

Wenn Herr Dehm die Wahl zwischen Hitler und Stalin gehabt hätte wäre doch klar WEN ER gewählt hätte: den Mann mit dem Bart natürlich 😉

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