Linke zeigen Werbeflyer von derwesten.de

Die Linke in NRW hat auf ihrem Server den Werbeflyer (PDF, 6,7 MB) herumliegen, über den sie sich hier in der taz so wunderbar aufgeregt hat. Das ist doch schön, so kann sich jeder mal selbst ein Bild von dem Angebot machen, das die Linken wohl per mal bekommen haben.

Grafik: derwesten

Ich sehe durch den unteren Türschlitz einer Damentoilette. Dort: Ein Frauenfuß in einer Sandale, rechts daneben ist die Hälfte eines roten Damenslips zu erkennen, fast bis auf die Knöchel heruntergeschoben, links vom Fuß mit den rotlackierten Nägeln steht ein geöffnetes Notebook auf dem Boden, darauf herum tasten Frauenfinger. Ich weiß nicht, ob hier gerade versucht wird, mittels einer Bluetoothverbindung den Spülvorgang auszulösen, kann ich doch den Inhalt des…

Die Linke in NRW hat auf ihrem Server den Werbeflyer (PDF, 6,7 MB) herumliegen, über den sie sich hier in der taz so wunderbar aufgeregt hat. Das ist doch schön, so kann sich jeder mal selbst ein Bild von dem Angebot machen, das die Linken wohl per mail mal bekommen haben.

Grafik: derwesten

Ich sehe durch den unteren Türschlitz einer Damentoilette. Dort: Ein Frauenfuß in einer Sandale, rechts daneben ist die Hälfte eines roten Damenslips zu erkennen, fast bis auf die Knöchel heruntergeschoben, links vom Fuß mit den rotlackierten Nägeln steht ein geöffnetes Notebook auf dem Boden, darauf herum tasten Frauenfinger. Ich weiß nicht, ob hier gerade versucht wird, mittels einer Bluetoothverbindung den Spülvorgang auszulösen, kann ich doch den Inhalt des Notebook-Bildschirms nicht erkennen. Jedenfalls sieht so das Deckblatt der Werbebroschüre aus, die derwesten.de den Landtagsparteien hat zukommen lassen. Sie will den Landesparteien mit dem Flyer Wahlkampfwerbung auf ihrem Portal verkaufen.

Gut, dass die Linken und die Grünen mir via taz mitteilen, was dieses Titelbild zu bedeuten hat: "Es ist sexistisch und geschmacklos" (Grüne) bzw.  noch besser, weil in der Klo-Notebook-Schlüpfer-Fetisch-Ecke verordnet, "dass der WAZ-Konzern hier mit platter sexistischer Attitüde die männlichen Entscheidungsträger in den Parteien ködern will" (Linke). Hmm.

Nun muss ich mir die "männlichen Entscheidungsträger" in den nicht befragten verbliebenen Parteien (SPD, FDP, CDU) also folgendermaßen vorstellen: Sie stehen auf moderne Frauen, die während des Pinkelns twittern, bloggen, online Aktien kaufen etc. bzw. fallen auf ein Motiv herein, welches schon damals beim Start von derwesten.de irgendwie nicht so richtig zu überhaupt irgendetwas imwesten passte.

Und weil die männlichen Patriarchen dieser drei (huch, Frau Kraft von der SPD vergessen) zwei Parteien mal aben so 25.000 € an den Wahlkampf-Gremien vorbei der WAZ zuschustern können, bleibt als linke Schlussfolgerung, dass wohl bloß die Regierungsparteien auf dem online-Portal werben werden/können.

Denn das sollte ja jedem, "jedem durchschnittlich an Politik interessierten Werbeprofi klar sein, dass er damit bei einer Partei, die die Geschlechterquotierung und den Kampf für gleiche Rechte der Frauen auf ihre Fahnen geschrieben hat, scheitern muss". (Linke)

Halten wir also fest: Die frauenquotierte Partei von den zufälligen Lenkern Lafontaine/Gysi lässt sich von der Klofrau nicht aufs Glatteis führen! Und in die Tasche greifen schon gar nicht. Dann doch lieber ‘nen ollen Flyer öffentlich machen und quengeln.

6 Kommentare

Zumal ich in den Bemühen, Werbeplatz an Parteien zu verkaufen echt nichts böses sehe. Was wollen die Linken? Kostenlose Zuteilung von Anzeigenraum? den kriegen die doch schon beim WDR.

Eine Frage habe ich nun nach der Lektüre des Flyers aber doch an die WAZ.

Dieses Special soll das als Anzeigenraum gekennzeichnet werden? Oder wird da Werbung und Inhalt vermengt?

Das blick ich nicht ganz?

Im Flyer heißt es:

“Dieses Paket möchten wir Ihnen für die Laufzeit von ca. 4 Monaten anbieten. Während dieser Zeit werden über die Wahl-Special Seite immer die aktuellsten Nachrichten zum Thema zu finden sein.
Das Redaktionsteam von DerWesten sorgt hier für eine
entsprechende Platzierung der Seite und ist zuständig für die prominente Ankündigung.”

Bedeutet das, die Online-Redaktion soll PR-Arbgeit machen?
Falls ja, ist das mit dem WAZ-Kodex zu vereinbaren?

Nun ja.

Alte Kamelle.

Die Quelle:

http://www.dielinke-nrw.de/946.html?&tx_ttnews%5BbackPid%5D=939&tx_ttnews%5Btt_news%5D=9055&cHash=51eb26a737

http://shorl.com/tifivikogramo

Aber trotzdem lustig.

Ein weiterer Beweis für die dullbatzige Medienkompetenz der Linkspartei.

Süß ist auch wie der nordrhein-westfälische Pressesprecher und Landesvorständler von denen, der Gladbecker OB-Kandidat Ralf Michalowski ‘per Sprachregelung’ an seine Untergebenen intern verbreitete, wie diese die Dierkes-Sache – DU: Linkspartei-OB-Kandi ruft zum Israelboycott auf – gegenüber Mikrofonen der bösen bürgerlichen Presse zu verteidigen hätten.

Und zwar:

Per Sprachregelung!

Leider war die interne Mailingliste von denen öffentlich.

Und hier ist die ganze Lachnummer mit der Sprachregelung zu lesen:

http://de.groups.yahoo.com/group/isl-aktuell/message/1931

@Thomas: Recht hast Du. Hatte nur gedacht, da die taz geheimnisvoll von einem Dokument “das der taz vorliegt” schrieb, das das Ding noch nicht öffentlich geworden ist. O.k. hat sich die Auifregung wohl erledigt, obwohl in dem Flyer, so “sexistisch” er auch immer sein mag, nicht so richtig deutlich wird, was derwesten denn jetzt so gerne verkaufen würde.
Grüße, Elmar

@Elmar:

>Hatte nur gedacht, da die taz geheimnisvoll von einem Dokument ?das der taz vorliegt? schrieb, das das Ding noch nicht öffentlich geworden ist.

Ach, das war doch nur ne bedeutungssteigernde Maßnahme von Pascal. Damit der seine Story daran aufhängen konnte.

(-;

Die PE wurde im Pressebereich auf der Website der Linken NRW veröffentlicht.

Die Quelle hat Pascal sich wohl erschlossen.

[Bei dieser Gelegenheit. (-:]

Wobei man hisichtlich der Presseerklärungen der NRW-Linkspartei bei deren Datierung und Ortszuweisung tatsächlich ins Schlingern geraten kann.

Im RSS-Feed derselben – der übrigens nicht protokollkonform ist – wird in den Feedreadern, jedenfalls in meinem Googlereader, kein Veröffentlichungsdatum, kein Ortsverweis dargestellt.

Im Prinzip sind die also zeitlos, ortslos. Schweben und geistern dahin. (-:

Was im News-Business allerdings nicht wirklich hilft.

Auf diese Leidigkeit freundlich aufmerksam gemacht, antwortete der Webmaster der Linken NRW, Siggi Stoffels:

Nicht.

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