Labkultur: Gornys neueste Medienpleite

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Noch bevor die Seite “Labkultur” noch unter dem Namen 2010Lab im Kulturhauptstadtjahr online ging, schwärmte einer der Macher davon, dieses Projekt würde die Ruhrbarone “kannibalisieren”. Nun ja, Träume sind Schäume und die Wahrheit liegt auf dem Platz: Nachdem das Land NRW weit über eine Million Euro für ein Online-Medium ausgegeben hat, das kaum Leser hatte ist nun offenbar Schluss: Seit Weihnachten 2014 sind auf dem Lab keine neuen Texte mehr erschienen und auch der Twitter-Account liegt brach. Von den hochtrabenden Medienplänen des von Dieter Gorny geleiteten European Center for Creative Economy (ECCE) in Dortmund ist nichts geblieben ausser eine Werbeseite für Kreativquartiere. Schade ist es nicht um das Lab, schade ist es um das viele Geld, was dort hineingesteckt wurde. Und Dieter Gorny hat nach Viva und Popkomm einen weiteren Flop gelandet, der den Steuerzahler teuer zu stehen kam. Wie heißt es doch so schön: “Wenn du lange genug an einem Fluß wartest, schwimmen die Leichen deiner Feinde an dir vorbei.”

14 Kommentare

Achso, jetzt verstehe ich endlich mal, woher Ihre gebetsmühlenartigen Angriffe gegen Gorny, ecce und Co kommen, Herr Laurin. Naja, Steuerverschwendungen gabs und gibt’s schlimmere, finde ich. Vllt. können Sie das Thema dann langsam auch mal ad acta legen und sich vermehrt Wichtigerem widmen. Langsam nervts nämlich. Der Feind kapituliert, die Amerikaner haben nach 45 ja auch nicht weiter auf die Deutschen eingeschlagen. Aus alten Feinden könnten sogar neue Alliierte werden, wie wärs?

Und waren Viva und Popkomm solche Flops? Zumindest nicht immer. Und sind da öffentliche Gelder geflossen?

Nein, ich bin bin kein Gorny-Freund.

Ich zitiere aus einer öffentlichen Dortmunder Ratsvorlage:

“Die Grundfinanzierung der ecce GmbH ist laut Beschlussfassung des Regionalverbandes
Ruhr (RVR) vom 10. Oktober 2011 gesichert. In dem verabschiedeten Konzept zur
Nachhaltigkeit des Kulturhauptstadtjahres „Kulturmetropole Ruhr – Perspektiven nach dem
Kulturhauptstadtjahr“ ist auch die Finanzierung der ecce GmbH mit jährlich 300.000 Euro für
drei Jahre enthalten.”

Die drei Jahre sind seit fünf Wochen rum. Vielleicht könnte man beim RVR mal nachhören, ob die Förderung eingestellt wurde. Dann gibts den ganzen Laden ecce nämlich nicht mehr.

@Dortmunder: Nein, ECCE wird es weiter geben – die Butze gehört zur “Wirtschaftsförderung Metropole Ruhr”. Eine Lab-Förderung gab es zusätzlich: 250.000 Euro für 2013, 150.000 Euro waren es 2014. Nun ist die Seite Tod. Der Unfug ist zu Ende, auf Twitter hat man sich schon verabschiedet.

@John Matrix: Genau so arbeitet sie immer, die allmächtige Aufmerksamkeitsverhinderungsmaschine der Fördergeldabzocker dieser Region: “Die Anderen sind doch noch schlimmer!”, “Es gibt Wichtigeres auf dieser Welt”und “Damals war nicht Alles schlecht!”

Fügen Sie folgende Stichworte in jeden beliebigen Text ein und schauen, was passiert:
Ruhr2010, Dieter Gorny, ECCE, Kreativquatiere

Ich geh dann mal im “Kreativquartier” Nordviertel die Hauswände vollkotzen.

@Klaus Lohmann: Ja, da haben Sie Recht.

Nur dann sollte man in erster Linie die politische Administration hinterfragen (wird hier ja auch getan), die dieses System der Fördergeldvergabe bzw. des Einsatzes der Steuergelder verfolgt. Theoretisch gibt es ja auch immer eine andere Möglichkeit: Ein Förderprojekt könnte funktionieren!

Außerdem: Wenngleich mir bewusst ist, dass in diesem Bereich vieles falsch läuft, ich will irgendwie einfach nicht so sein wie einer dieser grauhaarigen Ruhrpott-Kleinbürger, der “meine Steuergelder!” vor sich herbrummend auf der Parkbank sitzt. Ein Stück weit finde ich mich damit ab, dass Dinge, für die öffentliche Mittel eingesetzt werden, auch scheitern können. Ansonsten versuche ich selbst etwas zur Verbesserung in Gang zu bringen.

@John Matrix: Förderung bedeutet auch zumindest teilweise öffentliches Risikokapital, keine Frage, da bin ich bei Ihnen. Aber mind. schon seit 2010 schlechtem Fördergeld – da ohne irgendwelche vorzeigbaren Ergebnisse der hochtrabenden Zielförderung – auch weiterhin ohne Korrekturen und Kontrollen gutes Geld hinterherwerfen, nö. Da sitze ich doch lieber auf der Parkbank und meckere wie ein Rohrspatz, wenn ich dem gleichzeitigen Verfall ganzer Regionen zuschauen muss.

Was versuchen reicht nicht. Es braucht auch Kriterien für das Scheitern, bzw. für den Grad der Zielerreichung. 🙂

In dem Fall wär der Spruch in dieser Version wohl besser:

“Wenn du lange genug an einem Fluß wartest, schwimmen die Flaschen vorbei.”

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