Kreativität – im Kontext mittelalterlicher Tugenden

Mittelalterliches Ständebild, entworfen im Auftrag der Kirche im 15. Jahrhundert (1. Hälfte) – gemeinfrei, Wikipedia.

In einem der früheren Texte hatte ich eine Kreativfeindlichkeit des Ruhrgebiets erwogen. Mit diesem Text möchte ich einen Schritt weiter gehen und erläutern, wodurch Neues überhaupt entsteht. Die zentralen Bedingungen ergeben sich durch Abgrenzungen:

Eine besondere Eigenheit von kreativem Potential ist, Neues hervorzubringen. Sich lediglich auf bekanntem Terrain zu bewegen, in einer Welle mitzuschwimmen, sich ausschließlich auf Anerkanntes zu beziehen, dazu ist kreatives Potential nicht erforderlich, sondern Nachahmung. Und etwaige Schulungsangebote, die darauf angelegt sind, so zu arbeiten wie …, eventuell nach sogenannten objektiven Kriterien von …, ließe allenfalls ein kulturindustrielles Interesse vermuten, das bereits im Mittelalter, durch Ständeordnungen Vorläufer fand. Kreativität aber entfaltet sich – oder nicht.

Eine zentrale Bedingung für solche Entfaltungen sind Abgrenzungen: Ein Engagement, das auf Neues ausgerichtet ist, widerspricht gängigen Haltungen: Es untergräbt etablierte und sorgsam gepflegte Ästhetiken, es richtet sich gegen – auch gegen beliebte -, Moden, Schulen und Verhaltensweisen, die sich nur ausbilden konnten, weil den Leuten nichts eingefallen ist. Und es attackiert die Kulturadministranten, die Künste und ihre Resultate nicht anders behandeln, als die Produkte anderer Branchen auch. So wie Nachahmung nichts mit Künsten zu tun hat, bleiben auch Wiedererkennungseffekte, die eine Einordnung erlauben, praktisch dem Mittelalter behaftet, jenen Ständeordnungen, anhand denen entscheidbar war, was anerkennbar sei. – Dass einst eine industrielle Revolution im Ruhrgebiet stattgefunden hat, ist längst vergessen. –

Die Brisanz ist nicht unerheblich: Kreativität wird zu einem Sonderfall, auch und gerade in den Bereichen, in denen dieser Begriff eine zentrale Rolle spielt. Gleichfalls wird jedoch die Möglichkeit geschaffen, einen Zugang zu erhalten: durch Abgrenzungen als auch ein Erkennen dieser. Um relevante Abgrenzungen erkennen zu können, ist man allerdings darauf angewiesen, sich mit der jeweiligen Sache zu beschäftigen.

Diese Herausforderung anzunehmen, fällt Menschen aus der hiesigen Region besonders schwer. Man hat von Künsten und Kreativität in der Regel nicht nur keine Ahnung, man fühlt sich sogar belästigt, solange nicht irgendeine höhere Weihe erfolgt ist, der man Glauben schenken möchte und die, vor allem zur Stärkung des eigenen Renommees, eine Verwertung sichert.

24 Kommentare

“LEARN THE RULES LIKE A PRO SO YOU CAN BREAK THEM LIKE AN ARTIST” (Picasso)
Zu sagen Kunst wäre keine Nachahmung ist schon gewagt.
Wirklich neues gab es wann? Und wenn tatsächlich mal etwas neues entsteht kommt es garantiert nicht aus D..
Nicht nur das Ruhrgebiet macht sich was vor, sondern gesamt Deutschland.
in anderen Städten wie z.B. Berlin werden Ideen aus dem Ausland (meist USA)nur schneller absorbiert und als eigene in D. Verkauft.
Was war denn das letzte große Ding aus Deutschland?
Nichts, außer heiße Luft, die derzeit um den kreativen Markt gemacht wird ist nicht zu verspüren.

@ # 1: Picasso hatte damit Recht, dass ein Bruch von Regeln nur vollzogen werden kann, wenn man diese kennt. Aber solche Brüche benötigen ihrerseits Abgrenzungen, um nicht willkürlich vollzogen zu werden. Eine Auseinandersetzung ist unvermeidbar. Mir lag daran, diese Abgrenzungen ins Zentrum zu stellen, die erforderlich sind, also die vorauszusetzende Beschäftigung mit einer Sache. Dies kann auch grundlegend erfolgen, also nicht nur in Bezug auf die eine oder andere Regel. Relevante Abgrenzungen können bis in die Ästhetik reichen. Dass Kreativität faktisch ein Sonderfall, hatte ich im Text herausgestellt, aber ohne diese bliebe aus einem Engagment lediglich so etwas wie eine Dienstleistung oder Nachahmung …

Es gab mal im Cicero-Magazin einen Artikel mit dem Titel “Kreativität-Eigenschaft der Blender und Einfallslosen”, in diesem Text geht es darum das heute alles als Kreativität verkauft wird was auch nur entfernt den Anschein erweckt neues zu bieten, in wirklichkeit aber nur aufgewärmter Kaffee ist. Ich denke man tut gut daran sich von der Begriff Kreativität abzuwenden und ein bischen unverkrampfter an die Sache heran geht.

@ # 4 Dies wird doch längst getan: Wenn sich ein Wort ‘Kreativität’ nicht auf Neues bezieht, sondern auf irgendwas mit Unterhaltungswert, aus welcher Branche und für welche Klientel auch immer, dann ist dies ein äußerst entspanntes Vorgehen. Mein Anliegen ist mit dem Text ein anderes.

@Arnold Voss
Danke, für den Link…allerdings habe ich mich nach dem lesen heiter ertappt gefühlt, denn ich bin ein Lofibos…Fotograf, wohne in der Nordstadt in einer Hinterhofloft, fahre fast nur noch Fahrrad und sitze mit dem Laptop am liebsten in einem Cafe mit Wlan….bin wohl hipp, dass ist aber hier jedem scheissegal, mir übrigens auch….aber damit scheine ich ja dann auch ein Teil des Problems zu sein… 🙂

In der Philosophie des Mittelalters gab es eine berühmte Definition der Kunst, die auch schon damals massiv verteidigt oder kritisiert wurde: Ars imitatur naturam. (Die Kunst ahmt die Natur nach). Die Frage war ganz einfach, welche Kunst welche Natur nachahmen kann oder soll.

#1: “Und wenn tatsächlich mal etwas neues entsteht kommt es garantiert nicht aus D..”

Nun ja. Daß “D.” so toll nicht ist, haben uns die Alt-68er ja zur Genüge im Geschichts- und Sozialkundeunterricht beigebracht. Weil wir ja das Land der Täter sind.

Aber wie lobte der frühere israelische Botschafter in Deutschland, Avi Primor, in seiner Rede zum diesjährigen Volkstrauertag vor dem deutschen Bundestag diese Republik : “Deutschland ist das einzige Land der Welt, das Denkmäler baut, um sich an die eigene Schande zu erinnern!”

Also wäre “D.” zumindest da schon mal innovativ.

Ansonsten fielen mir da noch einige andere abstrakte politische Innovationen ein:

– Die Entwicklung des Bewußtseins für die Notwendigkeit einer ökologisch orientierten Politik , die inzwischen von allen ernst zu nehmenden Parteien vertreten wird.
– Die Friedensbewegung hat in “D.” größere Akzente als in jedem anderen europäischen Land gesetzt.
– Die europäische Einigung wird vor allem von “D.” als integraler Schwerpunkt der Außenpolitik betrieben.
– 2010 entfiel die weitaus größte Zahl von Patentanmeldungen beim Europäischen Patent-Amt mit 21.724 auf “D.” (39,9 % der Gesamtzahl für die EU-27).
(http://epp.eurostat.ec.europa.eu/statistics_explained/index.php/Patent_statistics/de)

Auch wenn Rot-Grün engagiert daran arbeitet, diese wenigen Beispiele tatkräftig zu konterkarieren, finde ich doch, daß ich gern in “D.” lebe. Ohne darauf stolz zu sein!

Zum Artikel:

Die Autorität in der Philosphie des Mittelalters schlechthin – ‘Der Philosoph’, also Aristoteles, – lehrte bereits in seiner ‘Metaphysik’, daß “das Staunen der Anfang der Wissenschaft ist.” (Met I, 982, b 11-13)

Sich lediglich auf bekanntem Terrain zu bewegen, in einer Welle mitzuschwimmen und sich ausschließlich auf Anerkanntes zu beziehen: dazu ist kein kreatives Potential erforderlich, sondern nur bloße Nachahmung – und keine Wissenschaft. Das wußte auch im ‘Mittelalter’ jeder halbwegs gebildete Mensch!

Und von daher stimmt die pejorative Behauptung: “praktisch dem ‘Mittelalter’ behaftet” einfach nicht. Jedoch leben wir zum Glück nicht mehr im ‘Mittelalter’! Denn das Wasser kommt aus der Wand und die Heizung wärmt uns. Aber trotzdem hätte ich persönlich lieber im 13. als im 17. Jahrhundert gelebt!
Entgegen vielen anders vorgetragenen Vorurteilen ist es einfach so:

– Daß es im ‘Mittelalter’ bekannt und unstrittig war, daß die Erde eine Kugel ist.
– Daß die Hexen und Ketzer vor allem im 16. und 17. Jahrhundert sowohl von Katholiken und Protestanten, als auch von weltlichen Gerichten verbrannt wurden.
– Daß es philosphisch als absolut sicher galt, daß Frauen eine Seele haben.

Und wer mir nur eine Stelle in den philosophischen und theologischen Diskussionen des ‘Mittelalters’ zeigt, in denen ernsthaft die Frage diskutiert worden wäre, wieviele Engel auf eine Messerspitze passen würden, bekommt von mir einen Kasten Bier der Marke seiner Wahl!

Reihard, wir leben in einer überalterten Gesellschaft. Das was du beschreibst, ist typisches Verhalten älterer Menschen. Immer auf der sicheren Seite liegen, die Lebenserfahrung berücksichtigen und keine Risiken eingehen. Warum auch? Wer vergibt denn schon Fördermittel für eine Idee, deren Sinn man nicht einsieht? Das wäre aber im Prinzip bei jeder umwälzenden Erkentnis der Fall.
Darum hat sich die Strategie bewährt, den Juroren, in welchem Bereich auch immer, nur solche Förderanträge zu stellen, die gut über Literaturhinweise begründet werden können. Und diejenigen die damit besonders erfolgreich waren, waren früher oder später selber Juroren. Das pflanzt sich fort und ändert sich vielleicht erst, wenn es zum “nix geht mehr” gekommen ist. Ich habe diesbezüglich eine pessimistische Sicht entwickelt, weil ich denke, daß solche Entwicklungen in historischen Zeiten immer nur von der aufbegehrenden Jugend infrage gestellt wurden. Nur, diese Jugend sehe ich nicht.

@ Reinhard Matern:
Superartikel, ich teile die Beobachtungen im Ruhrgebiet voll und ganz. Ich bin dort geboren und habe dort Elektrotechnik studiert. Die Drittmittel kamen dort von Ruhrkohle und VEW. Irgendwie interessierte sich keiner für die Zukunft, wer eine Vision hatte, galt als im juvenilen Irrtum, der sich bald legen würde..
Wir UniDo Ingenieure galten bei Siemens als “Malocheringenieure”, die sich in was festbeißen und durchhalten. Und vor allem entwickeln, was man ihnen vorgibt.. Und so weiter.

Schaut man sich um in DE: Wir perfektionieren alles, bringen aber kaum noch Durchbrüche. Golf fahren, Merkel wählen, Scorpions und Maffay hören..

Das Neue entsteht aber nicht im Vakuum oder indem man sich der Welt entzieht. Es setzt meiner Meinung nach immer auf dem Bestehenden auf. Verrührt Bestehendes und rührt etwas Neues ein. Und rührt und schüttelt. Dann kommt der Moment mit dem Blitz – einer Idee, einem Zusammenhang. Da muss man den Notizzettel vollschreiben, hat aber oft keinen dabei.

Als mich der dot.com Boom Ende der Neunziger iinfizierte erklärten mir Informatiker aus dem Ruhrpott, warum eCommerce nicht funktionieren wird und dass Intershop nur ein Skript ist. Tenor: “Das kann jeder.” – Tut aber keiner. Solange es ihm keiner sagt zu tun.

Das schlimmste für Ruhrpotteltern ist oder war, wenn die studierenden Kinder nach Hause kommen und sagen: “Ich mache mich selbständig.”

Meine Erklärung: Wir sind Kinder des Bergbaus, der preussisch-militärisch organisiert war. Halte dich nicht für klug, fürs Denken werden andere bezahlt. Die bitteschön auch die Verantwortung für unser Leben zu übernehmen haben.

Ich hatte bei den Ruhrbaronen auch schon mal die Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen Ruhrpott und Berlin beschrieben:
http://www.ruhrbarone.de/kreative-in-die-industrie/12353

@ # 8 Ich bezog mich auf die mittelalterlichen Standesordnungen, in denen geregelt war, wer was in welcher Weise tun durfte. Wenn man die Philosophie einbeziehen möchte, die noch für das Mittelalter tragend war: Aristoteles hatte in seiner Poetik die Nachahmung der Natur (Mimesis) hervorgehoben, wobei man sich grundsätzlich fragen könnte, wie Sprache überhaupt ‘nachahmen’ könnte …

@ # 9 Helmut, Förderanträge zu stellen, war nicht mein Thema 😉 Mir lag daran, Anreize zu geben, sich mit der jeweiligen Sache zu beschäftigen. Das derartiges möglich ist, scheint, da gebe ich Dir Recht, verlorengegangen zu sein …

@ Thorsten Stumm # 7

1. Wer im Ruhrgebiet überhaupt Freiberufler ist , der ist immer schon Teil der Lösung.
2. Sich-hip-fühlen ist nicht mehr wirklich cool.

Also keine Sorge. 🙂

Reinhard, Förderanträge gibt es sehr häufig in Natur-und Ingenieurwissenschaften. Dort wird aus meiner Sicht jedenfalls, ebenso Kreativität benötigt, wie in anderen Bereichen des menschlichen Schaffens. Nur geht das meist unter, wenn über Kultur und Kreativität gesprochen wird. Wenn Du das akzeptierst, betrachte meinen Kommentar als Ergänzung Deiner Ansicht. Ich denke, wir haben es in allen Bereichen des menschlichen Schaffens, soweit er Kreativität, also schöpferische Kräfte voraussetzt, mit dem gleichen Phänomen zu tun. Das von Dir angesprochene Problem ist mittlerweile ein alle Bereiche erfassendes Problem geworden.
Ich vermute zwar, daß die künstlerische Kreativität eine wichtige Voraussetzung für die Entfaltung geistiger Kräfte bei jungen Menschen ist, aber dann sind wir mit unserer Kritik schon spät dran. Denn unser technologischer Vorsprung, den wir noch in den siebziger Jahren hatten, ist verschwunden. Seit dieser Zeit gab es auch nur eine kleine, winzige Zahl von wissenschaftlichen Preisen für Personen, DENEN WICHTIGE ENTDECKUNGEN IM LANDE GELUNGEN SIND. Was wir gelegentlich als deutsche Preisträger vorgestellt bekommen, sind Personen mit deutschen Wurzeln die im Ausland ihre Arbeitsstätte haben, und vielleicht noch in Deutschland studiert haben. Sie haben aber eben meist nicht in Deutschland gearbeitet! Vom viel kleineren RUHRGEBIET will ich jetzt gar nicht erst sprechen.
Aber für dieses Gebiet sieht es noch viel düsterer aus.

@#8
Ich bezog mich ausschließlich auf Kunst und Kultur.
Wer mit dem was da ist zufrieden ist, okay, ich bin es nicht.
Ich weiß auch nicht was die 68er in dieser Diskussion sollen, ich sehe mich in der Kunst- und Kulturlandschaft um und ich sehe nichts-nichts interessantes.
Ob das an einem Schuldgefühl liegt bezweifle ich mal, will aber in der Geschichte bleiben und behaupten das Goebbels “reinigung” der Kultur bis heute nachwirkt, ebenso wie Adenauers “keine Experimente”.
Wie gesagt, nur behauptungen.

@Arnold Voß (11) stimmt! Das Gegenteil zu glauben scheint hierzuland aber dennoch weit verbreitet zu sein. Und weil wir seit den Siebzigern viele Forschungsprojekte zugunsten von Lizenzkäufen eingestellt haben und trotzdem gut auf dem Weltmarkt positioniert sind, ist dieser Glaube auch schwer zu widerlegen. Trotzdem bin ich überzeugt, daß Dein Zitat richtig ist.

@ # 14 Danke für die Erläuterung, Helmut, aus technischer Sicht sei auf die Entwicklung des MP3-Formats vom Frauenhofer-Institut hingewiesen, das ja schon fast so etwas wie ein Alibi-Hinweis geworden ist 😉 Politisch soll es vom Land aus übrigens zu einem Innovationsengagement kommen, ein Vertrauen in die Politik habe ich jedoch nicht.

@ # 15 Seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs ist künstlerisch in Deutschland viel geschehen. Speziell im Bereich Literatur wäre z.B. Arno Schmidt anzuführen, oder die aus dem Ruhrgebiet stammende, in Hamburg lebende Brigitte Kronauer, die freilich auch schon zur älteren Generation gehört … Das Engagment von Norbert Wehr in Essen wäre hervorzuheben, der die Literaturzeitschrift “Schreibheft” herausgibt — In meinem Buchverlag (AutorenVerlag Matern) wird keine Auseinandersetzung gescheut, obgleich ich nicht beurteilen will, ob der Verlag in diese Reihe gehört …
Speziell im Ruhrgebiet, davon ich überzeugt, geschieht in künstlerischer Sicht einiges, doch meist im Verborgenen, unter verwegenen Verhältnissen, abseits der breiteren Öffentlichkeit und der Politik, die vor lauter Kulturgerede nichts mehr wahrnehmen. Ich möchte einfach nur ermuntern …

Ich sehe gar keinen Grund, die Bevölkerung des Ruhrgebiets verantwortlich zu machen. Unsere Leute an der Ruhr werden jede kreative Innovation gerne annehmen, wenn sie ein tatsächlich vorhandenes Problem löst.
Diese Art von kreativen Lösungen findet man allerdings vor allem im technisch-wissenschaftlichen Bereichen.
Bei Künstlern und schöngeistigen Autoren (wie, sagen wir mal, Arno Schmidt) findet man diese Art von Kreativität eher selten – die sind halt doch darauf angewiesen, das Reputationsbedürfnis einer herrschenden Schicht zu bedienen, auch wenn sie dagegen so gerne protestieren möchten.

Es kommt immer auch auf die Einstellung und Sichtweise der Gesellschaft an:
In Berlin hat man ein cooles Projekt, im Ruhrgebiet ist man einfach nur arbeitslos.

Es wird sich auch zeigen, ob bspw. die Angst bzgl. der IT-Gefahren ein Standortnachteil bleibt oder aber Vorreiter ist.
Man kann geteilter Ansicht sein, ob es gut oder schlecht ist, wenn bspw. Minister der Landesregierung Angst vor dem Online Banking haben. Aktuell zeigt es eine Einstellung der Politik.
http://www.rp-online.de/nrw/justizminister-hat-angst-vor-online-banking-aid-1.3971929

Die “German Angst” ist legendär. Sie wird wird vermutlich nur noch von der “Ruhri-Angst” übertroffen.

@ # 19 Die Haltung, “Schöngeistiges”, wobei noch klären wäre, was damit gemeint ist, Arno Schmidt hätte für diese Formulierung allenfalls Sarkasmus übrig gehabt, demonstriert eine Ignoranz, die ich Ihnen als auch jedem, der sie äußert, nicht vorwerfen könnte? Aber ok, ich kann nicht von jedem verlangen, sich für Literatur und Künste zu interessieren, aber dann wäre es vermutlich angebracht, sich einfach rauszuhalten 😉

Ein Nachtrag, der mir wichtig ist: Als die Forschung 1982 an einer Audiokompression begannen, gabe es kein ‘Problem’, sondern Neugierde … Dass die Forschungen irgendwann industriell genutzt wurden, ist ein anderes Thema.

@8 discipulussenecae
Bezeichnender Weise stammt das Bild aus dem 15.Jh. also aus der Rennaissance.

Rainer Möller (19) “Bei Künstlern und …………… findet man diese Art von Kreativität eher selten – die sind halt doch darauf angewiesen, das Reputationsbedürfnis einer herrschenden Schicht zu bedienen, auch wenn sie dagegen so gerne protestieren möchten.”
Ich habe kein Problem damit, mir die Malerei der Renaissancekünstler, die für die brutalsten Despoten und Päpste gemalt hatten, gerne anzusehen und schön zu finden.
Auch , wenn ich weiß, daß sie zunächst mal dem “Reputationsbedürfnis einer herrschenden Schicht” dienten. Das gilt übrigens auch für die Malerei des “sozialistischen Realismus” die kein Mitglied der schlechter bezahlten Bevölkerungsschichten hätte bezahlen können. Auch diese Malerei diente dem Reputationsbedürfnis der herrschenden Schicht. Das war ja der große Vorwurf gegen diese Künstler nach der Wende.
Ich habe, ähnlich wie Reinhad Matern (21) den Verdacht, daß Sie sich gar nicht für den Gegenstand dieser Diskussion interessieren, aber unbedingt etwas dazu sagen wollen. Irgend etwas ganz Schlaues. Ist aber nicht schlau, denn wenn Ihr Satz stimmt, bleibt doch die Frage, was ein Reputationsbedürfnis ist. Das beruht doch auf der Vorstellung, daß man bei möglichst vielen Leuten Eindruck schinden möchte. Und das setzt ein gewisses Interesse dieser Leute voraus. Das muß schon vorhanden sein. Natürlich nicht bei Jedem, aber bei vielen, lieber Rainer Möller.

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