Klopp tritt zurück: „Neuer Wind schadet nicht“

Trainer Jürgen Klopp und BVB-Mediendirektor Sascha Fligge schauen optimistisch auf die Rückrunde. Foto: Robin Patzwaldt
Trainer Jürgen Klopp und BVB-Mediendirektor Sascha Fligge. Foto: Robin Patzwaldt

Jetzt ist es offiziell: Jürgen Klopp wird sein Amt als Cheftrainer beim BVB im Sommer, nach Saisonende, tatsächlich vorzeitig räumen. Dies hat er soeben auf einer vielbeachteten Pressekonferenz in Dortmund bestätigt.
Er habe die Frage, ob er denn tatsächlich noch die Idealbesetzung auf diesem Posten sei, für sich selber zuletzt nicht mehr immer eindeutig mit ‚Ja‘ beantworten können. Daraufhin habe er von sich aus in den letzten Tagen das Gespräch mit Aki Watzke und Michael Zorc gesucht. Er habe das Gefühl, dass jetzt eine Veränderung im Verein kommen müsse. Man könne dazu Teile der Mannschaft verändern, oder eben den Trainer austauschen. „Neuer Wind schadet nicht“, so Klopp zur aktuellen Lage in Dortmund.

 

Der Zeitpunkt der Bekanntgabe heute, war aber wohl tatsächlich den heute durchgesickerten Gerüchten geschuldet. Vorbereitet sei dies so nicht gewesen. Offenbar wäre die im Prinzip schon feststehende Entscheidung sonst erst in den nächsten Tagen bekanntgegeben worden.
Keinerlei Infos gab es daher heute zunächst zu der Frage eines eventuellen Nachfolgekandidaten. Die volle Konzentration liege, laut Klopp, aktuell natürlich nach wie vor darauf diese Saison mit möglichst großem sportlichen Erfolg zu Ende zu spielen.
Insgesamt eine hochemotionale, aber auch überaus sympathische und professionelle PK beim BVB heute. Die muss auch ich erst einmal kurz sacken lassen…
Kloppo geht im Sommer! Nach dann sieben Jahren….
Eine Ära geht zu Ende beim BVB. Ohne Zweifel…

Und am morgigen Donnerstag ist übrigens schon wieder eine Pressekonferenz beim BVB mit Jürgen Klopp angesetzt. Dann soll es um das Spiel am kommenden Wochenende gegen Paderborn gehen. Bis dahin kann und muss man sich an den Gedanken, dass bald ein anderer Trainer als Jürgen Klopp auf der Trainerbank der Schwarzgelben sitzen wird, schon mal etwas gewöhnen. Und das nicht nur seitens der Mannschaft und der Chefetage im Verein, sondern sicherlich auch seitens der Fans…

11 Kommentare

Gerade reingekommen. Hier die offizielle Pressemeldung vom Verein:

BVB und Jürgen Klopp beenden Zusammenarbeit zum Saisonende

Borussia Dortmund hat am heutigen Mittwoch dem Wunsch von Jürgen Klopp nach einer vorzeitigen Auflösung des bis 30. Juni 2018 laufenden Vertragsverhältnisses entsprochen. Auf Initiative des Cheftrainers einigte man sich, die Zusammenarbeit zum Ende der laufenden Saison 2014/2015 zu beenden.

„Wir haben die gemeinsame Entscheidung getroffen, dass der Weg, den wir sieben Jahre lang mit unglaublichem Erfolg gegangen sind, nach dieser Saison zu Ende ist“, erklärte der Vorsitzende der Geschäftsführung, Hans-Joachim Watzke. Bis dahin soll laut Jürgen Klopp „der beste Tabellenplatz stehen, der noch möglich ist“. Mit Blick auf den DFB-Pokal, in dem der BVB im Halbfinale steht, wünscht sich der Trainer zum Abschied „noch einmal einen guten Grund, mit dem Lastwagen um den Borsigplatz zu fahren. Wir wollen die Saison so überragend wie möglich zu Ende bringen“.

In emotionalen Worten äußerte Watzke: „Wir haben in unseren Gesprächen festgestellt, dass wir das große Ganze beim BVB im Blick haben, dass wir eine ganz besondere Beziehung zueinander aufgebaut haben, die von extremem Vertrauen und von Freundschaft geprägt ist.“ Direkt an Klopp gewandt ergänzte Watzke: „Der ewige Dank aller Borussen wird Dir zuteil. Das einzige, was mich tröstet, ist, dass unsere Freundschaft bestehen bleibt.“

Sportdirektor Michael Zorc sagte: „Wir haben in den letzten sieben Jahren ein modernes Fußballmärchen geschrieben. Die Mannschaft soll Dir den Abschied bereiten, den Du verdient hast und der diesen sieben Jahren gerecht wird.“

Die Entscheidung habe nichts mit der aktuellen sportlichen Situation zu tun, versicherte Jürgen Klopp. Er will dem Verein die Zeit geben, die nötig ist, einen Nachfolger zu finden und die personellen Planungen in Ruhe voranzutreiben: „Wir haben in den letzten Jahren darunter gelitten, dass die eine oder andere Entscheidung eines Spielers zu spät gefallen ist. Das soll sich nicht wiederholen.“

Er habe „die Frage, ob ich noch der perfekte Trainer für diesen außergewöhnlichen Verein bin, in den letzten Tagen nicht mehr eindeutig mit Ja beantworten“ können, bekannte Jürgen Klopp: „Ich glaube, dass diese Entscheidung absolut richtig ist, fern von romantischen Gefühlen. Es ist nicht so, dass ich müde wäre. Und es gibt und es gab nie einen Riss zwischen mir und der Mannschaft.“ Dennoch habe es „der Verein verdient, vom 100 Prozent richtigen Trainer trainiert zu werden“.

In der Ära Klopp wurde Borussia Dortmund zwei Mal Deutscher Meister (2011 und 2012), gewann 2012 zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte das „Double“ aus Pokal und Meisterschaft. Außerdem stehen zwei Vizemeisterschaften (2013 und 2014), zwei Endspielteilnahmen (UEFA Champions League 2013, DFB-Pokal 2014) und drei Mal der Gewinn des deutschen Supercups (2008, 2013, 2014) als weitere Erfolge zu Buche. Trotz der sportlichen Delle in der laufenden Saison ist Jürgen Klopp mit einem Punkteschnitt von 1,91 Zählern pro Bundesligapartie der erfolgreichste BVB-Trainer aller Zeiten – vor Ottmar Hitzfeld (1,85) und Matthias Sammer (1,74).

Zu Fragen nach Jürgen Klopps Nachfolger nahmen Hans-Joachim Watzke und Michael Zorc auf der heutigen Pressekonferenz bewusst keine Stellung: „Das gebietet der Respekt. Wenn es etwas zu verkünden gibt, werden wir es in der gebotenen Kürze verkünden.“

Irgendwann ist auch die geilste Party zu Ende, allerdings “bettelt” ihn Susi ja geradezu an, uns noch in die Euroleague zu retten. Vielleicht kam deswegen Klopps Entschluss so überraschend für Aki und ihn.

Ich hoffe bloß, dass es jetzt kein sentimentales Geheule bis zum letzten Spieltag geben wird. Das heute war höchstprofessionell von Klopp, chapeau, und genauso sollte der Verein jetzt die Zukunft angehen.

Als uralter BVB-Fan auch via Ruhrbarone ein ganz, ganz herzliches Dankeschön an Jürgen Klopp für das, was ich als BVB-Fan Wunderbares in seiner Zeit als Trainer mit der Mannschaft erleben durfte.
Die Klopp-Zeit wird so wie die Hitzfeld-Zeit als ” große Ära” in die Fußballgeschichte eingehen.

Ich schätze Klopp nicht nur als herausragenden Tainer, als überdurchschnittlich intelliegenten Menschen, sondern auch als Persönlichkeit, auf dessen Wort man vertrauen kann.

Deshalb werde ich mich nicht an der Diskussion beteiligen, die jetzt läuft bezogen auf Fragen wie, hat Klopp tatsächlich die wirklichen Gründe für seinen Rücktritt genannt? Hat er nicht doch schon einen neuen Verein? Waren es Spieler und ggfls.welche , auf die Klopp nicht mehr vetrauen konnte, die also durch ihre Verahlten den Rücktritt von Klopp befördert haben könnten u.ä.mehr.

Klopp hat sich entschieden. Klopp hat seine Entscheidung begründet. Und das habe ich zur Kenntnis zu nehmen.

Ich bin mir absolut nicht sicher, was die Entscheidung von J. Klopp kurzfristig, also bis zum Ende der Spielzeit 2o14/2o15 für den BVB bedeuten wird? Positive oder negative Effekte oder gar keine ?
Ich bin mir zudem ganz und gar nicht sicher, was die Entscheidung von J.Klopp mittelfristig -für die nächsten 5 Jahren- für den BVB bedeuten wird, und zwar egal, wer der Nachfolger wird.

Tuchel als Nachfolger?
Ja, das könnte der Richtige sein.

Gewußt hätte ich ganz gerne, was die Spieler über den Rücktritt von Klopp denken, nicht das, was sie jetzt sagen werden -vorgegeben durch ihre bzw. abgestimmt mit ihren Beratern.

@Frank: Ausschliessen würde ich im Profisport eigentlich (fast) nix, aber ich glaube, Klopp hat nach den letzten Jahren (und seinen diversen Äusserungen in Richtung Süden) beim FC Bayern aktuell nicht den ‘allerbesten’ Stand. Ein Wechsel ins Ausland erscheint mir daher deutlich wahrscheinlicher.

Frank,
ja so ist das erfreulicherweise mit der verbindenden Wirkung des Fußballes, eben auch zwischen Menschen wie uns, die oftmals zu gesellschaftspolitischen Themen unerschiedlicher Meinung sind.

Wo Klopp hingehen wird?
Ich wollte ja nicht spekulieren.
Also nur Mutmaßungen:
nach England zu……….?? Mancity.
nach Spanien -Real…..??
nach Bayern -glaube ich nicht.
Klopp ist aufgrund seiner nachgewiesenen Leistungsfähigkeit ein Trainer, der sich nicht anbieten muß, sondern nachgefragt wird -europaweit-.

Ich verstehe diesen Verständnisorkan für Klopp nicht so wirklich. Der Dampfer BVB kommt erstmals seit 2008 in schwere See und der Steuermann geht von Bord. In Mainz hat er in vergleichbarer Situation stand gehalten, ist ab-und wieder aufgestiegen. Was natürlich in Mainz einfacher war als es in Dortmund gewesen wäre. Offenbar kein Trainer für alle Fälle in der Spitze des Fußballs. Ein Schönwettertrainer gar?

@Thomas: Vielleicht muss man aus der Region kommen um zu spüren wie gut der Typ Klopp zum BVB passt. Seine Art, seine Ausstrahlung. Ich habe mir schon zu seiner Zeit in Mainz gewünscht, dass dieser Trainer mal zum BVB kommen möge. Ganz ehrlich. Leute aus anderen Regionen des Landes sind da teilweise deutlich kritischer Klopp gegenüber eingestellt. Habe selber Freunde in Nürnberg, die haben von Anfang an gesagt, dass Klopp ein schrecklicher Typ sei. Die genauen Begriffe will ich hier gar nicht nennen. es waren direkt Beleidigungen. Die mochten Klopp so gar nicht. Hier in Dortmund und Umgebung kam er halt super an. Schönwettertrainer? Bestimmt nicht. Als er kam sah es um den BVB um einiges schlechter aus. Er hat hier viel bewegt. Aber irgendwann ist halt jede Zeit eines Trainers bei einem Club mal zu ende. Klopp hat entschieden das das jetzt sein soll. Er wird wissen was wirklich intern los ist. Ich kann das gut akzeptieren. Jetzt muss man aber nach vorne schauen. Wie Klopp schon sagte: Der Verein ist größer als Einzelpersonen. Ist aber ja auch nicht nur beim BVB so.

Thomas Weigle,
“Verständnisorkan…”??
Nein, das ist doch nicht der Grundton, der den Inhalt der meisten mir bekannten Beiträge zum Rücktritt von J.Klopp bestimmt.

So wie ich -sh.-3-sprechen und schreiben sehr, sehr viele BVB-Fans in Sachen J.Klopp.
Da geht es nicht um Verständnis, schon gar nicht orkanartigen Ausmaßes, jedenfalls nicht primär, einhergehend mit einem Urteil über die auuschlielßlich von J.Klopp getroffene und ausschließlich von ihm zu verantwortende Entscheidung, sondern es geht primär um Dankbarkeit für die wunderschöne Zeit mit Jürgen Klopp als BVB-Trainer.

Vielleicht ist es ja ruhrgebietstypisch oder speziell BVB-typsich, daß hier Fußball-Fans zunächst und aus vollem Herzen Dankbarkeit verrspüren und diese äußern. Ich denke, daß ist eine Fähigkeit, die zum einen keine schlechte ist und die zum anderen nichts mit einem Verständnisorkan zu tun hat.

Das Spekulieren, das Mutmaßen, das Unterstellen -sh.ua. Schönwettertrainer-bleibt Dritten überlassen.
Das liegt mir in Sachen J.Klopp ebnso wenig wie in anderen Personalien -sh.dazu bereits meine Anmerkung -3-.
Öffentlich geäußerter Dank der BVB-Fans. Darum geht es denen primär. Und der Dank geht einher mit Respekt vor der ausschließlich von J.Klopp getroffenen und zu vertretenden Entscheidung.

Was die BVB-Gegner, was die Klopp-Gegner dazu sagen, dazu schrieben ist für mich -und die allermeisten BVB-Fans- absolut belanglos.

Kommentar verfassen