Klimakatastrophe: Donald Bäcker ist der Antihysteriker

Während es in der kommenden Woche wohl richtig kalt wird und in den vergangenen zehn Jahren auch nicht wärmer geworden ist, malt die Berichterstattung über die Klimakonferenz in Kopenhagen apokalyptische Szenarien an die Wand.

Und die müssen immer apokalypischer werden damit, wir auch alle brav unsere Glühbirnen gegen schwermetallbelastete Energiesparlampen eintauschen und jede hahnebüchene Subventionierung der Solarindustrie mitmachen. Und wenn die Szenarien nicht ganz so apokalyptisch ausfallen, wie es für eine so richtig knallige Medienberichterstattung nötig ist, wird mal eben nachgeholfen. Nachdem ich – Jahrgang 64 – eigentlich nichts anderes kenne als dass der Weltuntergang vor der Tür steht, der Planet wahlweise vom Atomkrieg vernichtet wird, zu einer Eiskugel gefriert oder bald die Nordsee zu kochen beginnt, habe ich mir eine gewisse Ruhe angewöhnt. Und ich habe  Menschen schätzen gelernt, die ruhig auftreten, keine Hysteriker sind und nicht die so beliebte Paranoia ausstrahlen. Sicher die Welt geht unter, aber das wird wohl noch ein wenig dauern.

Einer dieser Antihysteriker ist Donald Bäcker. Er ist Meteologe und präsentiert das Wetter im ARD-Morgenmagazin. Und während des Themenschwerpunkts Klimakonferenz im Morgenmagazin präsentiert er immer wieder kleine Informationen zum Klima, die ruhig und sachlich vorgetragen werden. Das Wasserdampf zum Beispiel das wichtigste Klimagas und die Sonne für unser Klima nicht ohne Bedeutung ist. Auf seiner Homepage schreibt Bäcker vorsichtig: "Heutzutage wird  der Klimawandel dramatisiert dargestellt. Allein die Prognose des Wetters für die nächsten Tage kann, je nach Wetterlage, extrem schwierig sein. Nach 5 bis 6 Tagen ist das Chaos bereits so groß, daß die Trefferquote langsam Richtung 50 Prozent (also zum Ratespiel) tendiert. Wenn man noch nicht einmal in der Lage ist die Witterung (siehe oben) für die nächste Jahreszeit zu prognostizieren, wie kommen dann Klimaforscher dazu uns ein Szenario für die nächsten 30 Jahre zu bauen? Die Wetterprognose ist überprüfbar und Meteorologen werden sofort abgestraft (glücklicherweise nur verbal! ) aber wer weiß in 30 Jahren noch was welcher Klimaforscher wann gesagt hat?"

Bäcker ist vor allem skeptisch – und Skepsis ist mir generell lieber als der Verkündung von Untergangsszenarien und Heilsversprechungen.

Während es in der kommenden Woche wohl richtig kalt wird und in den vergangenen zehn Jahren auch nicht wärmer geworden ist, malt die Berichterstattung über die Klimakonferenz in Kopenhagen apokalyptische Szenarien an die Wand.

Und die müssen immer apokalypischer werden damit, wir auch alle brav unsere Glühbirnen gegen schwermetallbelastete Energiesparlampen eintauschen und jede hahnebüchene Subventionierung der Solarindustrie mitmachen. Und wenn die Szenarien nicht ganz so apokalyptisch ausfallen, wie es für eine so richtig knallige Medienberichterstattung nötig ist, wird mal eben nachgeholfen. Nachdem ich – Jahrgang 64 – eigentlich nichts anderes kenne als dass der Weltuntergang vor der Tür steht, der Planet wahlweise vom Atomkrieg vernichtet wird, zu einer Eiskugel gefriert oder bald die Nordsee zu kochen beginnt, habe ich mir eine gewisse Ruhe angewöhnt. Und ich habe  Menschen schätzen gelernt, die ruhig auftreten, keine Hysteriker sind und nicht die so beliebte Paranoia ausstrahlen. Sicher die Welt geht unter, aber das wird wohl noch ein wenig dauern.

Einer dieser Antihysteriker ist Donald Bäcker. Er ist Meteologe und präsentiert das Wetter im ARD-Morgenmagazin. Und während des Themenschwerpunkts Klimakonferenz im Morgenmagazin präsentiert er immer wieder kleine Informationen zum Klima, die ruhig und sachlich vorgetragen werden. Das Wasserdampf zum Beispiel das wichtigste Klimagas und die Sonne für unser Klima nicht ohne Bedeutung ist. Auf seiner Homepage schreibt Bäcker vorsichtig: "Heutzutage wird  der Klimawandel dramatisiert dargestellt. Allein die Prognose des Wetters für die nächsten Tage kann, je nach Wetterlage, extrem schwierig sein. Nach 5 bis 6 Tagen ist das Chaos bereits so groß, daß die Trefferquote langsam Richtung 50 Prozent (also zum Ratespiel) tendiert. Wenn man noch nicht einmal in der Lage ist die Witterung (siehe oben) für die nächste Jahreszeit zu prognostizieren, wie kommen dann Klimaforscher dazu uns ein Szenario für die nächsten 30 Jahre zu bauen? Die Wetterprognose ist überprüfbar und Meteorologen werden sofort abgestraft (glücklicherweise nur verbal! ) aber wer weiß in 30 Jahren noch was welcher Klimaforscher wann gesagt hat?"

Bäcker ist vor allem skeptisch – und Skepsis ist mir generell lieber als der Verkündung von Untergangsszenarien und Heilsversprechungen.

18 Kommentare

In Essen-Bredeney arbeiten hunderte Wetterfrösche an verschiedensten Wetterprognosen, die oft genug noch nicht einmal das Wetter am gleichen Tag vorhersagen können. Jede Stunde auf verschiedensten Fernsehsendern stellt sich dann ein Auserwählte(r) vor die Kamera um seine Sicht der Vorgänge am Himmel vorzuplappern. Ob solche Leute etwas zum Klimaschutz vorzubringen haben oder in China ein Sack Reis umfällt, ist für mich kein Unterschied.Wenn Schlauberger alternative Energien, die nicht aus Sonne oder Wind produziert werden, vorschlagen können, dann sollten sie es tun. Ich denke Braunkohle, Gas oder Atomkraft als Stromerzeuger sind keine Alternativen. Wir reden nicht von Hysterie, sondern von einem Zeitpunkt, den Hebel umzulegen. Da sollte Herr Bäcker eher mit seinen Fröschen im Glas auf der Leiter sitzenbleiben. Denn seine Aussagen haben eh nur eine Trefferquote von 50 Prozent. Warum hält er dann nicht einfach den Mund?

naja die Sachen bezüglich weltuntergang und Klimawandel beruhen auf sehr langläufigen Statistiken. Das kann man nicht mit einer Prognose auf so eine kleine Zeitspanne wie einen Tag bzw. morgen übermorgen etc vergleichen. Das ist absoluter mist sry…

[…] Wir müssen das aushalten. Zum Beispiel wenn einer was von der Erschaffung der Welt in sieben Tagen berichtet – so wie es in der Bibel steht und meint das sei Wahrheit. Kein Problem. Wir haben Meinungsfreiheit. Wir müssen damit leben. Auch wenn einer sagt, die Erde wäre die Innenseite einer Hohlwelt mit der Sonne als Zentrum – wir müssen damit klar kommen. Und aus dem gleichen Grund müssen wir akzeptieren, dass es gestriegelte Leute mit speziellen Förderbedarf in Sachen Erkenntnis gibt, die immer noch meinen, die Menschen hätten nichts mit dem Klimawandel zu tun. […]

Danke, Stefan. Habe schon länger auf dieses Thema hier gewartet, ich bin da nach wie vor sehr zwiegespalten.
Spätestens seitdem der Klimawandel zum Werkzeug einiger Staaten gegen andere aufstrebende Industrienationen geworden ist, gehört diese bequem “antikapitalistisch”-apokalyptische Ideologie tatsächlich verstärkt hinterfragt.
Wobei: Erstens redet man u.U. (so oder so) der Atomlobby zu und behindert eine ökologisch sinnvolle Energieversorgung sogenannter Entwicklungsstaaten.
Und: Kein Wunder dass alles was gegen den unglaublichen Energieverbauch an Rechnern z.B., aber auch gegen Konsumismus allgemein orientiert ist, in schwierigen wirtschaftlichen Zeiten eine unangenehme Idee darstellt. Eskapismus ist derzeit mehr en vogue als Postmaterialismus (- wobei Apokalyptik natürlich Eskapismus auch in die Hand spielt, aber ich denke persönliche Desillusionierung wiegt da schwerer). Und die fröhliche Wissenschaft ist halt nur eines von vielen Werkzeugen im Kampf um die Köpfe der Menschen im Wettstreit der Ideen. Denn wie sagte damals mein werter alter AStA-Vorsitzende über das Studierendenparlament: “Wenn wir beschließen, dass der Campusrasen rot ist, dann ist der rot.” Hallo, Kopenhagen.
Auch spannend: Es hält doch gerade total viele junge Leute politisch aktiv, dass sie “die Welt retten” können. Ich mag mir gar nicht vorstellen, wie vollkommen entpolitisiert bzw. rein egoistisch/lobbyistisch orientiert (und wenig global denkend) die politisch aktive Jugend gerade in Deutschland jetzt wäre, gäbe es den Klimawandel so nicht. Den Bedarf an apokalyptischen Szenarien am Ende der 00er kritisch zu hinterfragen halte ich dennoch für … verführerisch. 🙂

@Jens: Die Atomlobby liebt die Klimadebatte. Atomforum: “Kernenergie: Klimaschutz “vom Anfang bis zum Ende” Kernkraftwerke sind Klimaschützer vom Anfang der Urangewinnung, über den Bau und Betrieb bis hin zu Entsorgung und Rückbau der Anlagen zur “Grünen Wiese” Neben Wasser und Windenergie weist Kernkraft die mit Abstand geringsten CO2-Emissionen aller Energieträger auf, wie u.a. das Paul-Scherrer-Institut (PSI), Villingen/Schweiz, ermittelt hat.”

Mir ist Donald Bäcker auch schon sehr positiv aufgefallen mit seiner vernunftbetonten Darstellung des Themas.

Ich kann nicht verstehen, dass – so lese ich die ersten Kommentare – auch hier wieder diese Meinungsäußerung unterdrückt werden soll. Interessant auch, dass grundsätzlich nur den sog. »Ketzern« eine gegen neutrale, sachliche Erkenntnis gerichtete Absicht unterstellt wird. Hier ist eine Parallele zu Religionsgemeinschaften schon offensichtlich.

Wir sollten uns auch einmal vor Augen führen, dass die sog. Wissenschaftler des IPCC in der Regel politische und nicht naturwissenschaftliche Vorbildung haben. Und auch der selbsternannte Klimapapst, der für die Mehrung seines auf dem Kohlendioxid-Handel basierenden Reichtums den Friedensnobelpreis erhielt (der für Wirtschaft wäre angemessener gewesen), hat in seinem Film massive Wissenslücken offenbart. Die Frage lautet immer: Cui bono?

Ich jedenfalls bin und bleibe immer dann skeptisch, wenn mir jemand verbietet, Dinge zu hinterfragen. Und einem Wissenschaftler MUSS es genauso gehen, sonst hätte er seinen Beruf verfehlt.

Wetter != Klima
Ein Meteorologe ist kein Klimataologe.
Darauf sollte man hinweisen, wenn sich ein Meteorologe zum Thema Klimawandel äußert.

Hans Joachim Schellnhuber vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung ist Physiker und Mojib Latif vom Leibniz-Institut für Meereswissenschaften in Kiel ist Meteologe – keiner ist Klimatologe und die beiden sind ja nun wirklich bekannte Klimaforscher. Wikipedia beschreibt Klimatologie wie folgt: “Die Klimatologie ist eine interdisziplinäre Wissenschaft der Fachbereiche Meteorologie, Geologie, Ozeanographie und Physik. Sie erforscht die Gesetzmäßigkeiten des Klimas, also den durchschnittlichen Zustand der Atmosphäre an einem Ort. Hierzu bedient sich die Klimatologie statistischer Methodik.” Meteologen ist sind also nicht ganz unbedarft bei dem Thema.

Wetter hat nichts mit Klima zu tun – eine einfache Erkenntniss. Die macht auch klar, warum der Wetterfrosch der ARD kein Klimaexperte ist. Also: hör ich doch lieber auf eine große Masse an Klimaexperten. Und die sehen einen menschengemachten Klimawandel unwideruflich kommen (und können sogar schon bestimmte Folgen vorraussagen). Fragt sich nur: wieviel wollen wir investieren um die Folgen auf welchem Niveau zu halten?

Die schöne Frage “cui bono?” stellt sich übrigens auch im Fall der “Skeptiker”…

@Horst58: Cui Bono stellt sich immer. Zum Beispiel auch bei den Klimaforschern, deren Institute von den gestiegen Forschungsausgaben profitieren.

es sind ja nicht nur die “Klimaforscher”.
es haben sich schon verschiedene angesehen Forschervereinigungen so positioniert, dass sie keine Zweifel am menschengemachten Klimawandel haben.

durchaus wäre dein Einwand, Stefan, nur auf die “Klimaforscher” bezogen richtig, sind ja auch nur Menschen.
Es wird natürlich Wirtschatszweige geben, die sich durch den Klimawandel Profite erhoffen, auf der anderen Seite werden viele ihre geschäfstmodelle überdenken müssen.
Und hier kommt immer der Punkt, an dem mir kein verschwörungstheoretiker antworten konnte.

Wieso hat sich diese “Klimalobby” scheinbar durchgesetzt, wo doch die “Anti-Klima-Lobby” viel mächtiger sein muss. Die Industrien, die auf fossilen Energien aufbauen, sind doch momentan deutlich mächtiger.
Es würden zwar auch Wirtschaftszweige aufgewertet oder neu entstehen, doch sind diese heute noch zu klein um annähernd an die Macht der Anderen ranzureichen.

Und hier sollte sich doch dann jeder fragen, ob sich die Idee des menschengemachten Klimawandel nicht doch durchgesetzt hat, weil er beim momentanen Wissenstand am wahrscheinichsten ist

Hallo zusammen,

stimmt. In den 70ern sollte das Erdöl noch schlappe 20 Jahre reichen. Das Thema seinerzeit war der “saure Regen”, und heute? Wenn die verwendete Energie, um z. b. ein Windrädchen zu bauen, 3x höher ist als die spätere Nutzung, wo ist da wirklich was gespart? Die verwendeten Energiekosten für diese abstruse Klimakonferenz (15.000 Teilnehmer+Hotelzimmer+Fahrzeuge+Sicherheitsdienste+Handys+Rechner+Verzehr+Energieeinsatz Konferenzräume+++++)richtet mehr Schaden an als das es was bringt. Heraus kommt wahrscheinlich soetwas wie: “Jedes Land hat ein Recht auf sein Klima…….”. Kein Wort bisher über den IPCC-Skandal, Datentricks und Fälschungen.

Aus meiner Sicht geht es hier schlicht und ergreifend um: Forschungsgelder.

Antihysterisch, das ist auch mir symphatisch. Aber es ist eine kritische Haltung und noch kein Argument. Also Stefan, Dirks Argument bleibt richtig.
Du zitierst Bäcker so:

“Wenn man noch nicht einmal in der Lage ist, die Witterung (siehe oben) für die nächste Jahreszeit zu prognostizieren, wie kommen dann Klimaforscher dazu, uns ein Szenario für die nächsten 30 Jahre zu bauen? ”

Auch wenn der Satz mit einem Fragezeichen endet, Bäcker benutzt hier eine unzulässige Argumentation. Denn selbst wenn – wie du richtig darstellst – Meteorologen sehr wohl Klimaforschung betreiben, sie verwenden für Klimaprognosen andere Verfahren als für Wetterprognosen. Aus der Unmöglichkeit langfristiger Wettervorhersagen folgt darum nicht die Unmöglichkeit langfristiger Klimaprognosen. Genauer sollte man hier sagen: kurzfristiger Klimaprognosen!

Entweder also ein Denkfehler Bäckers. Intellektuelle Schludrigkeit. Oder ein Stück Eristik, bei der er auf unsere intellektuelle Schludrigkeit setzt.

Tatsächlich kann man Prognosen über lange Zeiträume selten zuverlässig erstellen. Gerade beim Wetter oder gar beim Klima (also dem globalen Wetter). Somit sind Prognosen wie “2 Grad in 30 Jahren” Unsinn.

Allerdings ist es ebenso unsinnig zu glauben unsere Massengesellschaften mit Ihrer Sucht nach fossilen Brennstoffen wäre ohne EInfluß auf das Klima. Wenn schon die Sonnenaktivität und andere natürlcihe Prozesse das im Kern chaotische Treiben des Klima stark beeinflussen, dann müssen wir versuchen unseren Anteil so gering wie möglich zu halten. Denn wir wissen heute nicht, ob und wie sehr wir dem Klima schaden.

Die Erde wird nicht untergehen, das Leben auch nicht. Aber vielleicht der Mensch. Die Erde ist in einem Umkreis von mindestens 4 un-überbrückbaren Lichtjahren das einzige Habitat in dem wir auf Dauer existieren könnne.

Machen wir es nicht kaputt.

“Lange Zeiträume”, Dr. Stass, ist ein so relativer Begriff, dass es auch hier nicht erlaubt ist, einfache Analogieschlüsse zwischen Wetter- und Klimaprognostik zu machen.
Um die Prognose von 2 Grad in 30 Jahren zu kritisieren, bräuchte man schon andere Argumente.

Ich bin froh, heute, 07.01.2010, Frühstücksfernsehen gesehen zu haben. Donald Bäcker “wagt” es, die Sonne in die Klimadiskussion einzubeziehen. Das veranlasst mich, nach seiner Seite im www zu suchen – und einen Sympathisanten zu finden.

Wenigstens hier, in diesem Forum, findet eine Diskussion statt. Ansonsten – so mein Gefühl – wird jede Gegenmeinung belächelt, verschwiegen, tot gemacht. Dabei gibt es so viele Gesichtspunkte… Auch Herr Bäcker äußert sich sehr vorsichtig. So weit sind wir schon wieder.

Glauben wir wirklich, wir können das Klima so gezielt beeinflussen, wie etwa eine Straße bauen? (Ich rede nicht von “Einfluss” nehmen, sondern von “gezielt” so beeinflussen, dass z.B. genau 2° Erwärmung als Maximum raus kommen.) Mir kommen da Zweifel. Es gibt viel zu viele Einflüsse. Und einer davon ist ebend die Sonne.

Auch an der Ernstahftigkeit der öffentlichen Diskussion muss ich zweifeln.
Es wird in nahezu allen Fällen (Schweinegrippe, Waldsterben, Ende der Ressourcen…nun geht auch noch das Streusatz zu Ende, o Gott!) maßlos übertrieben – siehe einerseits: obige Kommentare, andererseits:

Wenn das CO2 so entscheidend für den Klimawandel ist – warum überläßt es die Vorkämpferin gegen CO2 (Angela Merkel) Bürgerinitiativen gegen den Bau von Kohlekraftwerken anzutreten (Lubmin, Hamburg)?
Diese Industrie ist mit 50% am CO2 Ausstoß beteiligt – da muss doch der Ansatz erfolgen! Das muss gesetzlich verboten und nicht durch Bürgerinitiativen erstritten werden – wenn es wirklich um das CO2 geht.

Aber, was irgendwie immer vergessen wird, wenn wir von Austausch, Ersatz, Energieeinsparung sprechen: wie sieht die Gesamtenergie- und wie die Gesamt-CO2-Bilanz aus? Und wie ist das mit der Nachhaltigkeit?
Ist es sinnvoll, Erdöl in Form von Dämmung an die Fassaden zu kleben? Ist das nachhaltig?
Ist es sinnvoll, Fenster mit hohem Kunststoff- (Erdöl-)anteil einzusetzen? Ist das nachhaltig?
Da gibt es eine ganze Reihe weiterer Beispiele.

Ein altes Auto mag eine Dreckschleuder sein. Aber – wieviel Energie, Ressourcen und CO2 setze ich ein, um ein neues zu produzieren? Und rechnet sich das mit Bezug auf die Umwelt über den Nutzungszeitraum wirklich?

Die Vergleichsrechnungen für den Privatmann beginnen immer dann, wenn die neue Dämmung am Haus klebt, wenn das neue Fenster eingebaut ist, das neue Auto auf der Straße steht.

Wem nutzt das? Wir wundern uns, warum kein CO2 – Einspareffekt erkennbar ist. Das wird wohl auch nicht passieren, solange die die Geamtbilanzen (von der Wiege bis zur Bare) fehlen. Wie wir leicht erfahren können, haben alle Maßnahmen dazu geführt, dass auch in Deutschland wieder mehr CO2 in die Luft geblasen wurde (Spiegel online). Vor allem durch die Industrie können wir dort lesen.

Eine andere Frage ist die nach den gesteckten Zielen. Wenn die 35 Gt CO2, die die Menschen produzieren, 60% des zusätzlichen Klimaeffektes ausmachen, dann erreichen wir bei einer Reduzierung des CO2 Ausstoßes um 30% (weltweit) eine Reduktion des Klimaeffektes auf geschätzte 40% – wo ist der Unterschied?

Wenn ich nun mein Haus neu dämme, neue Fenster und eine neue Heizung einbaue, dann erzeuge ich erst einmal CO2. Vielleicht ist nach 20…30 Jahren die Gesamt-Bilanz positiv – wenn ich nicht vorher wieder zum Sanieren gezwungen werde.
Und den Lesern sei gesagt, dass in sehr vielen Fällen in der Gesamtbilanz nicht einmal Geld gespart wird. Das läßt sich gerade im Fall von Fenstern sehr häufig zeigen.

Wenn jemand antworten möchte, dann bitte nicht mit den Worten “intellektuelle Schludrigkeit” o.ä., das nämlich ist zum eingangs erwähnten “Totmachen” geeignet, nicht zur Meinungsbildung.

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