Kinotipp: „Red Army – Legenden auf dem Eis“


Einen spannenden Filmstart in den Kinos der Republik möchte ich hier heute nicht unerwähnt lassen:
Wer sich für die Politik während des ‚Kalten Krieges‘ und Sportdokus, insbesondere Eishockey interessiert, für den ist „Red Army – Legenden auf dem Eis“ sicherlich ein besonders interessanter Film. Eine thematisch zunächst sicherlich recht ungewöhnlich anmutende Mischung. Das räume ich hier gerne ein. Und gerade auch deshalb möchte ich auf den Film hier heute einmal kurz hinweisen!
Gabe Polskys Dokumentarfilm zeigt nämlich, wie Sport damals auch zu Propagandazwecken instrumentalisiert wurde und welchen Preis die Sportler dafür zahlen mussten.
Die Anfänge des Eishockeysports liegen zwar ursprünglich in Kanada, doch in kaum einem anderen Land der Erde war und ist dieser Sport bis heute so beliebt wie in der ehemaligen Sowjetunion. Kein Wunder also, dass auch Eishockey in den Jahren des Kalten Kriegs von Politik und dem Kampf der Systeme Ost gegen West sehr geprägt war.

 
Im Zentrum des heute in den Kinos anlaufenden Films stehen die Eishockey-Legende Slawa Fetissow und das russische Nationalteam der Achtziger Jahre.
Das mit Härte und Disziplin geformte Team der Sowjetunion setzte seinerzeit vornehmlich auf das Kollektiv, die Mannschaft der USA hingegen eher auf Individualismus. Ganz ähnlich wie es damals auch im echten Leben, in der Politik zuging.
Als viele Sowjet-Spieler dann in den Neunzigern in die amerikanischen Profiliga NHL wechselten, spielten sie dort zunächst eher schwach, hatten große Anpassungsprobleme, auch Fetissow selber. Doch als Kollektiv, vereinigt im NHL-Team der Detroit Red Wings, klappte es bei den Sowjets plötzlich auch in Nordamerika wieder. Die Folge war u.a. der Stanley Cup-Gewinn im Jahre 1997.

 
Der von Werner Herzog und Jerry Weintraub koproduzierte Film verbindet thematisch die Langzeit-Entwicklung des russischen Eishockey-Sports mit der politischen und gesellschaftlichen Geschichte des Landes vom Kalten Krieg über Gorbatschow bis hin zu den Winterspielen in Sotschi 2014.

 
Klingt also in der Tat alles recht ungewöhnlich, aber durchaus spannend, wie ich finde!

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