Kindle unlimited

kindle

Amazon will bald seinen Streaming-Dienst für E-books, laut Leaks „Kindle unlimited“ genannt, für 9,99 Dollar pro Monat anbieten.

Ich nutze Spotify und ich nutze es gerne. Das Prinzip, kostenlos Musik zu hören, finde ich eine tolle Idee. Die Werbeunterbrechungen sind für mich ertragbar, da somit die Möglichkeit für mich entsteht, kostenlos auf eine Vielzahl von Musiktiteln zuzugreifen. Dass somit Produktpiraterie eingeschränkt wird, ist ein gelungener Nebeneffekt.

Erstes Szenario:
Es ist schon heute das Problem: Die Musiker verdienen sehr wenig. Zwischen 0,6 und 0,84 US-Cent verdienen die Musiker pro abgespielten Musiktitel. Das ist zwar mehr als bei Radiostationen oder Videostreaming-Diensten, jedoch kann Spotify den richtigen Musikkauf schnell ersetzten.  Das ist ein Problem was zu einem Ende der Streaming-Idee führen könnte. Immer mehr Musiker würden sich abwenden. Somit würde Streaming unattraktiver und immer weniger Leute würden sich auf Spotify Lieder anhören, sodass eine Spirale einsetzt. Denn desto weniger Hörer auf Spotify sind, desto weniger Leute hören die Musik der Musiker. Diese überlegen sich dann natürlich, ob es sich überhaupt lohnt ihre Titel für so wenig Geld auf eine Streaming Plattform zu stellen.

Einige Künstler sind erst gar nicht  auf Spotify vertreten. Beispiele aus Deutschland sind Rammstein oder die Ärzte, von denen nur wenige Stücke auf Spotify verfügbar sind. (Nachtrag: Rammstein ist nun auf Spotify)

Sie sind schon bekannt genug, dass sie Spotify als „Startrampe“ nicht mehr benötigen und die finanziellen Angebote von Spotify scheinen nicht so gut zu sein, dass dies ein Argument wäre.

Dies könnte auch bei „Kindle unlimited“ der Fall sein, obwohl  nicht klar ist, ob Amazon entscheidet welche Titel verfügbar sind, oder ob die Autoren selber entscheiden und „Kindle unlimited“ quasi unabhängig von dem Verkauf von Büchern innerhalb Amazons stehen wird.

Zweites Szenario:

Zu diesem Szenario muss man klarstellen:
Amazon, anders als Spotify, würde nicht nur als Streaming Anbieter, sondern auch als potenzieller Verkäufer fungieren.

 

In diesem Fall würde Amazon bei einem Erfolg des Streamings merken, dass große Einbuße bei dem Verkauf von Büchern entstehen, während das Bücher-Streaming weiter wächst.

Abgesehen davon, dass auch, falls die Autoren selber entscheiden dürfen, ob ihre Bücher auch gestreamt werden können, die Autoren dies merken würden und in dem Fall „Kindle unlimited“ den Rücken zukehren würden, würde auch Amazon über andere Wege nachdenken.

Dann würde aber Amazon in einer Zwickmühle sein, da sie als Verkäufer von Büchern und als Streaming-Anbieter zwischen den Stühlen sitzt. Wenn es die Streaming-Preise erhöht, würden immer weniger Leute auf „Kindle unlimited“ Bücher streamen. Das könnte, wie im ersten Szenario beschrieben, zum Ende von „Kindle unlimited“ führen. Wenn sie aber „Kindle unlimited“ weiter ausbaut, könnte dadurch der Verkauf von Büchern stark eingeschränkt werden, sodass die Bücher-Industrie, ähnlich wie die Musikindustrie, in eine sehr schwierige Lage versetzt wird.

 

Amazon muss also abwägen, ob und wie sie „kindle unlimited“ konzipieren wollen.

Als Verkäufer und, in dem Fall dann auch als Streaming-Anbieter, steht Amazon zwischen den Stühlen. Amazon`s Markteintritt könnte die Art, wie wir lesen, verändern, da Amazon, im Gegensatz zu zum Beispiel Readfy, mit einer riesigen Palette an E-Books aufwarten kann.

Amazon muss sich seiner Vorreiterrolle bewusst werden, könnte dann aber unser Leben mit „kindle unlimited“ deutlich bereichern.

Kommentar verfassen