Kein Geld für Opel

Ich möchte nicht, dass Opel mit Steuergeldern geholfen wird. GM macht Gewinne und Opel-Autos verlieren weiter Marktanteile.

Es geht um viel Geld: 1,1 Milliarden Euro Staatshilfe in Form von Bürgschaften will GM für Opel. Dabei macht General Motors wieder Gewinn. 855 Millionen Dollar.

Aber es gibt noch einen weiteren guten Grund gegen Opel-Hilfen. Die Leute kaufen keine Opels mehr. Darüber mag man klagen oder auch nicht, aber es ist so:  Nur noch 6,6 Prozent Marktanteil hatte Opel 2009. Die Firma ist bei den Zulassungszahlen nur noch auf Platz fünf.

Dass die Opel-Länder Rheinland-Pfalz, Thüringen und NRW dafür sind, das Geld der Steuerzahler zu riskieren, ist nichts anderes als Populismus. Die Käufer oder GM sollten Opel retten. Sonst niemand.

16 Kommentare

Hört! Hört! Endlich mal einer der das ausspricht!

Wenn Opel keine Autos baut, die man gewinnbringend verkaufen kann, muß der Laden eben zugemacht werden.

Das mag ja für Opelaner traurig sein, aber es hat nun mal niemand ein Anrecht darauf in einem Job zu arbeiten, der nicht gebraucht wird. Ansonsten würde ich mich nämlich sofort als Lohntester für internationale Luxushotels selbstständig machen und mir die fehlenden Einnahmen vom Staat erstatten lassen…

Klar: Kein Geld für Opel, kein Geld für Kohle, kein Geld für die Bauern und keine Subvention der Rüstungsindustrie. Das kann man endlos fortsetzen. Aber die Prüfung eines solchen Artikels auf Fehler (Zeichensetzung) sollte weiterhin möglich sein.

Ich möchte etwas relativieren; es ist ja nicht richtig, dass die “Leute” keine Opels mehr kaufen. Und auch wenn die Neuzulassungen im Vergleich zu 2009 wieder zurückgehen: der neue Astra und auch der Insignia haben sich gut verkauft und treffen durchaus den Geschmack der Zielgruppe. Im Gegensatz zu anderen Volumenherstellern verliert Opel weniger.

Der Marktanteil von 8,9% (nicht 6,6%!) ist das Ergebnis eines langjährigen, konsequent ignoranten (US-)Managements in Verbindung mit sich verändernden Marktstrukturen.

Die Marke Opel ist heute produkttechnisch, qualitativ und sogar ansatzweise imagemäßig auf keinem schlechten Weg. Ein durchdachtes Finanzierungsmodell könnte sogar eine funktionierende Zukunftsinvestition sein.

Viele Grüße aus Herne,
Björn

Die Absurditäten, mit der die politische Klasse das Geld zum Fenster hinauswirft, werden immer gewaltiger.
Nicht nur, dass Bundes- und Landespolitik inzwischen mehr als 100 Mrd. Euro in den Bergbau gesteckt hat, und gleichzeitig die Stahl- und Baubranche ohne staatliche Hilfe ihren Strukturwandel überleben musste. Jetzt wird auch noch einer Opel GmbH Staatsgeld oder Bürgschaften offeriert, die eine wettbewerbsverzerrung mit sich bringen. Dass die Opel GmbH in das globale Cashpooling mit dem US-Mutterhaus GM integriert ist, und damit wir nicht nur Griechenland retten, sondern auch dafür sorgen, dass ein Gewinn erzielendes US-Unternehmen sich noch günstiger refinanzieren kann, schlägt doch einem glatt das Gebiss aus dem Mund. Das ist nur noch Absurdistan.

Für Opel trifft eine Umschreibung zu, die ich jüngst las: Hypo Real Estate auf Rädern. Mit welchem Recht, mit welchem Argument will man anderen Herstellern Bürgschaften verwehren, wenn man sie Opel nun gewähren sollte? Nein, ich stimme Stefan Laurin zu: Kein Geld für Opel. Nicht zuletzt auch, weil dies zu Wettbewerbsverzerrungen führen würde. Außerdem: Bürgschaften, um Arbeitsplätze zu erhalten? Ich dachte bislang immer, dass gefördert wird, um Dinge aufzubauen…

Klar, bekommen andere Unternehmen Geld aus dem Deutschlandfonds, aber die sind tatsächlich durch die Wirtschafts- und Finanzkrise in Schieflage geraten. Opel ist dagegen seit Jahren bereits ein Sanierungsfall. Die weltweite Krise hat den Niedergang nur beschleunigt, aber sicher nicht ausgelöst.

ich hab das nie verstanden. Wenn es 10 Autofabriken zuviel gibt weil niemand die Autos kaufen will wird man auch mit Subventionen für die Fabriken nicht viel ändern können. Außer daß nicht 10 Fabriken von Opel, sondern eine von Fiat, eine von VW, eine von Peugeot usw. zugemacht werden.

@Christian S.: Lässt sich denn in irgendeiner Art und Weise sicherstellen, dass das Geld nicht in die USA fließt? Das Problem gibt es bei anderen Unternehmen, die Gelder aus dem Deutschlandfonds erhalten, immerhin gar nicht erst. Was passiert, wenn GM endgültig den Bach runtergeht? Und kann es überhaupt im Interesse unseres Staates liegen, ausgerechnet einen Automobilunternehmen künstlich am Leben zu erhalten? Immerhin sind schon Milliarden von Euro in die Abwrackprämie geflossen – ich möchte mir gar nicht vorstellen, was man mit diesem Geld im ÖPNV-Bereich hätte finanzieren können. Die Zeit des exzessiven Individualverkehrs wird irgendwann vorbei sein – und dann dürften wir mit der Schaffung alternativer Verkehrsinfrastrukturen deutlich besser darstehen als mit der Rettung von Opel aus einer – zu großen Teilen selbstverschuldeten – Pleite.

Wie oft soll Opel noch Geld bekommen.
Die Automarke muß weg,die braucht keiner sonst würde es Opel ja besser gehen.
Der Markt reinigt sich selbst.Also weg mit dem Ballast.

Opel soll ja geholfen werden.
Aber solange GM selbst dazu in der Lage ist, muss GM als Mutterkonzern helfen!

Es geht nicht an, dass Opel jahrelang seine Gewinne an GM abzweigen musste, und jetzt, wo Opel selber Hilfe braucht, GM nun auch noch die Hand gegenüber unserem Staat offenhält, obwohl ihr eigenes Geldsäckel voll ist! – Das ist eine totale verdrehung wirtschaftlicher Handlungsprinzipien.

GM soll auch nicht versuchen, unsere Wirtschaft mit der Androhung von Arbeitsplatzverlusten zu erpressen – nichts anderes wird momentan versucht.
Das ist nicht nur schäbig sondern in höchstem Maße asozial den Opelanern gegenüber! Opel muss sich darauf verlassen können, dass der Mutterkonzern zu Opel steht, wenn es Unterstützung braucht.

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