Kein zweites Rostock-Lichtenhagen!

In Berlin urinieren zwei Männer in der S-Bahn auf zwei Flüchtlingskinder und in Heidenau kommt es zu Ausschreitungen von Flüchtlingsgegnern gegen ein Flüchtlingsheim. 23. Jahre nach Rostock-Lichtenhagen…

Aus gegebenem Anlass:

Vor 23 Jahren spielten sich in Rostock-Lichtenhagen Szenen ab, die sich (bis jetzt) zum Glück nicht wiederholt haben. Auch 1992 verstand sich der braune Mob nicht als ausländerfeindlich und es waren nicht die Neonazis, sondern die “normalen” Bürger, die Parolen wie “Deutschland den Deutschen, Ausländer raus!” und ” Wir kriegen euch alle!” skandierten.

 

Rassismus wird wieder salonfähig, vielleicht ist er es schon. Die Mitte der Gesellschaft zeigt ihn auf jeden Fall wieder offen. Politiker wie Innenminster De Maizière befeuern mit Forderungen wie die, dass das Taschengeld für Flüchtlinge gekürzt werden solle, damit weniger Flüchtlinge nach Deutschland kommen würden, die Vorurteile gegen Flüchtlinge. 

Am 24. August 1992 zündeten rund 1000 Personen eine Flüchtlingsunterkunft in Rostock-Lichtenhagen an. Nur dem Glück ist es zu verdanken, dass die in dem Gebäude eingeschlossenen Flüchtlinge überlebten. Das Gebäude und die darin befindlichen Personen waren zeitweise ohne Polizeischutz dem Mob ausgeliefert.

So etwas kann und darf sich nie wieder wiederholen. Schon wieder sind Teile der deutschen Gesellschaft nicht bereit, Menschen in Not aufzunehmen oder überhaupt zu akzeptieren, wie man in Heidenau sieht. Auf der anderen Seite sind die gleichen Leute bereit, Gewalt anzuwenden, um Flüchtlinge einzuschüchtern, zu vertreiben oder ihnen Schlimmeres anzutun.

Diese Leute werden von Polizeisprechern, Politikern und einigen Journalisten liebevoll als “Asylgegner” bezeichnet. Das sind sie nicht. Sie sind , Flüchtlingsgegner, Asylhasser, Rechte. Sie sind nicht gegen eine politische Entscheidung zum Thema Asyl, sie sind gegen alles Fremde und versuchen, mit Ressentiments gegenüber Flüchtlingen ihre irrationale Ängste zu erklären. Diese Ressentiments sind bei vielen Bürgern der eigentlichen “gesellschaftlichen Mitte” angekommen. Immer mehr werden die “normalen” Bürger zu idiotischen Flüchtlingsgegnern.

 

Wie beendet man so einen Beitrag? Vielleicht mit einem Satz, den Felix in seinem Artikel geschrieben hat:

“Dem Mob entgegenzutreten, ihm seinen Spielraum zu nehmen und seine Pogrom-Ambitionen zu bekämpfen, bedeutet dafür zu sorgen, dass Heidenau in 20 Jahren nicht den Klang von Rostock-Lichtenhagen und Hoyerswerda hat.”

 

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