Karneval – oder die Vertreibung der Bitch aus ihrem letzten Domizil

Genau vor einem Jahr,  am Rosenmontag 2011,  habe ich Chantal und Jasmin allein unter Vielen auf dem Vorsprung eines Karnevalsbrunnens hocken sehen. Von unserer Gastautorin  Anne Winterhager.

Zwei „ganz besondere junge Frauen“, die sich dagegen entschieden haben ihr eigenes Gemüse anzupflanzen und immer vernünftig zu sein, – die sich vielleicht sogar aktiv dagegen entschieden haben sauber zu sein, an diesem Tag.

Zwei Hasen, die alles andere als niedlich sind: Rosa Ohren, Feinstrumpfhose glatt wie eine Schlittschuhbahn, garantiert ohne besondere Bildung und ultra betrunken – Objekte der Begierde für tausende Jungen und Männer – in den 90gern und frühen 2000ern zumindest.

Aber was ist heute?

Heute guckt die männliche Teenagerwelt in ihrem Prinzessinnenkleidern an den zwei Bitches  vorbei, arrogant und herablassend, durch eine geföhnte Haarsträhne und ein riesiges Brillengestell hindurch,  mit einem verschwörerischen Augenzwinkern zu den Mädchen mit den hellbrauen, glatten Haaren aus ihrer Klasse am Humboldt-Gymnasium.

Ihre ewigen Retterinnen und besten Freundinnen, die so vernünftig sind, dass sie immer bereit stehen einen besoffenen Jungen mit Spucke im Haar in ihrem Fiat Punto nach Hause zu fahren..

Und Jasmin und Chantal, diese aufregenden Personen, verlieren an diesem Tag jeden Mann der ihnen gefällt an diese schlimmen, schlimmen Frauen mit den idiotischen Bienchenfühlern und dem kreisrunden, gelben Fleck auf der Nase.

Traurig und ungerecht. In diesem Sinne: Helau und Alaaf.

4 Kommentare

Tja, nun ja, das ist ja das Ding; die beiden sind miteinander total glücklich und das ist im Karneval total unüblich. Meistens treffen sich hier total untervögelte Menschen zum Quickfick und ab Aschermittwoch ist eh alles vorbei, wieder dasselbe Spiel wie vorher… GÄHN…

Und sie suchen alle die wahre LIEBE.
Die kann man finden., Ich habe meine zufällig genau vor einem Jahr zu Karneval gefunden. Und bin sehr glücklich.

Es ist ein verrücktes Ding mit der Liebe. Sie kommt, vielleicht auch an Karneval, aber man sollte das nicht herauf beschwören… Sie kommt, wann sie will. Und nicht, weil man sich am Bahnsteig des verspäteten RE 4 mit einer Gruppe von Karnevalisten und einer Tussi im Kuh-Kostim gemeinsam über die Deutsche Bahn echauffiert. Schätzelein, ich habe zur Kenntnis genommen, dass Du mir Deine Handy-Nr gegeben hast. Aber tut mir leid, ich werde Dich trotzdem nich anrufen. Auch nicht, weil Karneval ist. Es gibt eben Grenzen.

Soweit.

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