Kampf dem Weihnachtsmann!

Nikolaus von Myra. Quelle: Wikipedia, Foto: Aleksa Petrov, Lizenz: gemeinfrei
Nikolaus von Myra. Quelle: Wikipedia, Foto: Aleksa Petrov, Lizenz: gemeinfrei

Auch wer es aktuell vielleicht selber nicht (mehr) so sehr mit der Kirche hat, kann mit dieser Aktion des Katholischen Bonifatiuswerkes vielleicht etwas anfangen:
Die konservativen Kirchenfreunde nehmen nämlich auch in dieser anstehenden Adventszeit den scheinbar aussichtslosen Kampf gegen den inzwischen schier übermächtigen Weihnachtsmann auf!
Dieser wird von ihnen als ‚Plagiat‘ des Nikolauses, als ‘Geschenkebringer’ verunglimpft und als Vertreter des Konsumfestes Weihnachten strikt abgelehnt.

“Achtung, weihnachtsmannfreie Zone” ist eine Aktion des Bonifatiuswerkes der deutschen Katholiken e.V., dem Diasporahilfswerk der Katholiken Deutschlands.
Sie wurde erstmals im Jahr 2002 ins Leben gerufen und möchte mit aktiv dazu beitragen, den heiligen Nikolaus in der Gesellschaft wieder in den Vordergrund zu stellen und einer Verwechslung mit der populären Kunstfigur des Weihnachtsmannes entgegen zu wirken.“, heißt es da beispielsweise aktuell seitens der Organisatoren.
Und tatsächlich, auch als nicht kirchlich engagierter Zeitgenosse, kann man sich der Kritik an der Figur des Weihnachtsmannes als nicht traditionell zum Fest passende Figur ja durchaus, zumindest ein Stück weit, anschließen.
Denn, in der Tat, die historische Figur des Heiligen Nikolaus hat mit dem heute in nahezu jedem Schaufenster, auf jedem Weihnachtsmarkt präsenten Weihnachtsmann nichts gemeinsam. Wer verbindet den Weihnachtsmann schon noch mit christlichen Werten? Christkind und Nikolaus wurden im Laufe der letzten Jahre mehr und mehr durch ‚den Weihnachtsmann‘ verdrängt.
Eine Rückbesinnung auf die eigentliche Tradition des Weihnachtsfestes kann bei vielen Kindern, die von Eltern und Verwandten immer seltener mit dem Ursprung des Festes konfrontiert werden, sicherlich nicht schaden, verbinden Kinder und Jugendliche der Gegenwart Weihnachten doch überwiegend schon mit der Sehnsucht nach Geschenken und Ferien, denken aber nur noch in den seltensten Fällen an den Ursprung der Feiertage, wissen ihn manchmal nicht einmal mehr zu erklären.
Eine grundsätzlich spannende Diskussion also, die sich aus dem Denkanstoß des Bonifatiuswerkes da ergeben könnte. Die Frage ist dabei allerdings, wie viele Leute bzw. Eltern sind heutzutage eigentlich noch empfänglich für solch traditionelle Gedankengänge, wie viele Leute wollen sich überhaupt noch auf den Unterschied zwischen Weihnachtsmann und Nikolaus einlassen?
Sich darüber aber zumindest mal ein paar Gedanken zu machen, Kindern bei Gelegenheit mal zu erklären wer der Nikolaus eigentlich war, warum Weihnachten eigentlich gefeiert wird, das kann sicherlich grundsätzlich nicht schaden.
Und auch wenn man sonst mit der Katholischen Kirche vielleicht persönlich nicht (mehr) viel zu tun hat, vor diesem Hintergrund ist die Aktion nach dem Motto ‚Nikolaus statt Weihnachtsmann‘ dann doch vielleicht wesentlich spannender als sie zunächst vielleicht erscheinen mag… Und sei es auch nur um die Gedanken der Kinder, und natürlich auch die Eigenen, mal kurz vom sich ausbreitenden Konsum abzulenken, sich der Ursprünge des Weihnachtsfestes für ein paar zusätzliche Minuten bewusst zu sein.

Weitere Infos hier: http://www.weihnachtsmannfreie-zone.de/

12 Kommentare

Es heißt Weihnachten und nicht Nikolaus, weil man den Weihnachtsmann feiert.

Warum mischt sich die Kirche da ein? Es gibt soooo viele christliche Feiertage, kann man da nicht einen weltlichen Feiertag haben, wo man eine adipöse Werbefigur feiert?

Als nächstes kommt noch ein Streifzug gegen den Osterhasen. nene.

Weihnachten, war das nicht da, wo die Ägypter diesen Jesus unter die Guillotine gebracht haben?

Demnächst wollen die für Ostern noch St. Martin durch Mister Pumpkin ersetzen, oder was?

Hatte die Kirche Weihnachten nicht selbst mit ihrer christlichen Tradition überschrieben, also ein ursprünglich heidnisches Fest, das mit Jesus Christus und Co auch erstmal nichts zu tun hatte?

@Philip, als das Christentum in Rom noch nicht Staatsreligion war, feierte man im gesamten Imperium am 25.Dezember die Geburt des Mithras. Die Mithrasreligion stammt ursprünglich aus Persien. Und von dort ist bekannt, daß die Priester des Mthras, die Magier, dem gerade in einer höhle geborenen Sonnengott Geschenke überbrachten. Die Kleidung dieser Magier entsprach ziemlich genau der Kleidung des heutigen Weihnachtmanns. Phrygische Mütze roter Umhang und Stiefel. Wieso der christliche Bischoff von Myra, der in alten Gemälden immer in der üblichen Kleidung eines Bischoffs dargestellt wurde, genau diese Kleidung der Magier verpaßt bekam, weiß ich nicht. aber es war immer schon Tradition der christlichen Kirche, alte Gottheiten in christliche Heilige umzuwandeln.
Seit aber Coca Cola den Weihnachtsmann zur Werbefigur gemacht hat, ist diese Gestalt so populär geworden, daß Osteuropäer, für die der richtige Nikolaus noch immer ein wichtiger Heiliger ist, ganz entsetzt sind, daß er hier auf eine für sie unbekannte Gestalt übertragen wird, und der Werbewirtschaft dient. So möchten sie den Heiligen nun wirklich nicht mehr sehen. Und den Weihnachtsmann als Mithraspriester, oder gar als Sonnengott ansehen, wollen sie wohl auch nicht.

Wem schadet es, wenn die kath.Kirche öffentlich bekundet, was für sie der “Nikolaus-Tag” bedeutet, welche Bedeutung für sie das Weihnachtsfest, das Osterfest, das Pfingstfest haben?
Wird dadurch irgend jemand diskriminiert? Was hindert irgend jemand daran, diese Bekundung zu respektieren -stillschweigend oder ausdrücklich?

Als kath.Christ begrüße ich es, wenn sich die kath.Kirche öffentlich positoniert und an den Sinn dieser Feiertage -aus ihrer Sicht- öffentlich erinnert.

Ob das dazu beitragen wird, daß sich ihre Mitglieder, möglicherweise auch Nichtchristen, vor und während der genannten Feiertage ein wenig von der jährlich wachsenden kommerzielen Hektik f r e i -machen, um sich in Freiheit -jeder nach seiner Fasson-an diesen Tagen mehr als sonst mit anderem als den materiellen Dingen des Lebens zu befassen, indem z.B. Eltern mit ihren Kindern “über Gott und die Welt” oder über “eine Welt ohne Gott” sprechen?

(Vielleicht sollte der DGB aus den selben Erwägungen gelegentlch daran erinner, warum der 1.Mai ein arbeitsfreiere Tag ist.)

PS
“Eigentlich” müßten doch alle “Malocher” den christlichen Kirchen dafür dankbar sein, daß sie es durchgesetzt haben, wenn wir allesamt außerhalb des tariflich erstrittenen Urlaubes an je 2 Tagen -zu Weihnachten, zu Ostern, zu Pfingsten -ohne Lohnabzug- nicht arbeiten müssen; denn das ist -verständlichlerweise-für viele “Malocher” doch ein ganz wichtiger Faktor für Vorfreude, für Freude anläßlich der gennanten sog. christlichen Feiertage.

Das bringt mich auf den Gedanken, daß es notwendig sein könnte, so manchen “jüngeren Malocher” daran zu erinnern, warum es den Urlaub als zeitlich befristete, nicht arbeitsvertragswidrige “Freistellung von der Arbeit” überhaupt gibt und daß das keineswegs eine Selbstverständlichkeit für die in einem wirtschaftlichen und persönlich Abhkängigkeitsverhältnis zu ihrem Arbeitgeber stehendne Arbeitnehmer ist.

@Helmut: nicht ganz, was ich in Erinnerung hatte, aber so genau war die Erinnerung auch nicht.

@Walter Ich würde ja gerne mal ausgerechnet sehen, wieviel Geld eine Volkswirtschaft ohne Subventionierung der Kirchen sparen würde und wieviele freie mehr Tage man sich dadurch erlauben könnte. Von wegen Dankbarkeit denjenigen gegenüber, die ihre Angestellten mehr ausbeuten als manch anderer Arbeitgeber. 😉

Philip,
es mag ja so sein,daß “man” sich dadurch so manches erlauben könnte, wenn………

Nur, “glaubst” Du denn daran, daß die Arbeitgeber, daß der Staat von sich aus und ohne Weiteres den Arbietnehmern “einfach ‘mal” dreimal 2 freie Tage por Jahr zugestehen würden?

– Ich will das mit der “Dankbarkeit” nicht weiter kommentieren; das war ja erkennbar eine ehe ironische “nebenbei Anmerkung, die mit dem Kommentar bzw. dem Anliegen von Robin unmittelbar nichts zu tun hat-.

Arnold,
soweit erinnerlich, hat man “früher” auf eine Behauptung, die man selbst für irreal hielt, geantwortet:
“Du gaubst auch wohl an den Weihnachtsmann”.

Anmerkung:
Ich bekomme jjedes Jahr zu meiner Freude einmal eine besondere Grußkarte von einem muslimischen Kurden, der meiner Familie und mir ein schönes und ein fröhliches Weihnachtsfest wünscht.
Ich antworte ihm dann mit meinem Dank und mit dem selben Wunsche an ihn und an seine Familie, ohne den Zusatz: “Ein gesegnetes Weihnachtsfest.” Geht auch so oder?

“Das Bonifatiuswerk der deutschen Katholiken unterstützt katholische Christen überall dort, wo sie in einer extremen Minderheitensituation, in der Diaspora, ihren Glauben leben.” (Quelle: http://www.bonifatiuswerk.de/)

Schön, dass die katholische Kirche zu einer realistischen Selbsteinschätzung ihrer Lage in Deutschland gekommen ist.

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