Joe Jackson – Das musikalische Multitalent kommt nach Köln

Es gibt Musiker die einen durch das ganze Leben begleiten. Man lernt Sie schon als Jugendlicher bzw. junger Erwachsener kennen, wenn sich der eigene Musikgeschmack ausbildet, und sie lassen einen danach dann irgendwie nicht mehr los.
Zu dieser eher raren Kategorie gehört für mich persönlich ‚Joe Jackson‘.

 

Ich lernte ihn und seine Musik vor über 20 Jahren eher zufällig kennen. Nachdem ich eine positive Kritik gelesen hatte, kaufte ich sein 1991-er-Album ‚Laughter & Lust‘ in einem großen Kaufhaus am Dortmunder Westenhellweg. Komischer Weise kann ich mich auch heute noch genau daran erinnern. Was ich dann darauf hörte faszinierte mich auf eine Art, wie ich sie in meinem Leben wirklich nur bei ganz wenigen CDs erlebt habe. Wenn ich es aufaddiere, diese ‚Platte‘ muss ich tatsächlich hunderte Male gehört haben inzwischen. Und wie das so ist, wenn einem eine Sache bzw. eine Musik so sehr gefällt, man will mehr darüber wissen, man muss einfach mehr davon haben und genießen.
So lernte ich in kurzer Zeit auch die bis zu diesem Zeitpunkt damals bereits erschienenen Songs des heute 58-jährigen Briten kennen. Alsbald erfuhr ich, dass er seine kommerziell erfolgreichsten Zeiten zu diesem Zeitpunkt wohl schon hinter sich hatte. Jackson wurde ursprünglich einmal schlicht der ‚New Wave‘-Welle zugeordnet, veröffentlichte Platte seit Ender der 70-er-Jahre. Rasch bewies er aber, dass er sich nicht in ‚eine Schublade‘ stecken lassen wollte. Experimentierte fast auf jeder Platte mit neuen Einflüssen.
Das bereits 1982 erschienene Album ‚Night and Day‘ lieferte zudem den eigentlich bis heutige einzigen echten Radiohit von Jackson: ‚Steppin‘ out‘.
Diesen Song hat eigentlich jeder schon einmal gehört, er läuft auch heute noch relativ häufig im Rundfunk.
Gerade auch seine Alben aus den 1980-er-Jahren: ‚Night and day‘, ‚Blaze of glory‘, oder ‚Body and Soul‘, gehören noch heute für mich zu den wichtigsten Silberlingen in meiner CD-Sammlung.
Ein Klassiker ist auch sein Doppel-Live-Album ‚Live 1980/86‘, welches u.a. fantastische Versionen seines Titels ‚Is she really going out with him?‘ enthält.
Leider erwischte ich aber mit ‚Laughter & Lust‘ 1991 genau das Album zum Kennenlernen, nach welchem Jackson erst einmal wieder eine seiner, wie ich inzwischen weiß, üblichen musikalischen Kehrtwendungen vollzog.
Er wandte sich danach für ca. 10 Jahren verstärkt der ‚Klassik‘ zu. Damit tat ich mich lange recht schwer, wartete bis zum Jahr 2000 auf ein ‚echtes‘ neues Jackson-Album, mit Gesang und Hitpotential.
Im Nachhinein kann ich auch den in den 1990-er Jahren von ihm erschienenen Klassik-Alben etwas abgewinnen. Damals war ich zunächst recht enttäuscht über diese musikalische Kehrtwende Jacksons.
Mit der Jahrtausendwende wandelte sich seine Musik aber erneut mehr in Richtung Rock/Pop, was auch seine Beachtung in der Öffentlichkeit wieder vergrößerte.
Endlich gelang es mir auch ihn in einigen Konzerten zu erleben. In unterschiedlicher Bandbesetzung tourte der Brite seither mehrfach auch durch deutsche Lande.
Inzwischen lebt der Musiker sogar in Deutschland, nämlich in Berlin, welche er als derzeit spannendste Stadt bezeichnete.
Seit ein paar Monaten ist nun sein neuestes Werk ‚The Duke‘ auf dem Markt. Hierin huldigt er, wie der Titel schon verrät, einem seiner größten musikalischen Idole ‚Duke Ellington‘, indem er bekannte Jazz-Klassiker aus seiner Feder, dem typischen Joe-Jackson-Sound anpasst. Iggy Pop hat auf ‚der Platte‘ übrigens einen beachtenswerten Gastauftritt.
Es handelt sich bei dem neuen Machwerk also keineswegs um ein reines ‚Cover-Album‘, sondern Jackson arrangierte die Songs dermaßen um, dass sie förmlich noch einmal ein ganz anderes, neues Leben erhalten.
Aus diesem Anlass befindet sich der Brite derzeit auch wieder auf Tournee. Er präsentiert das Werk in diesen Tagen mit ‚Bigger Band‘ dem Publikum.
Leider steht uns in NRW dabei nur ein Termin ins Haus:
Joe Jackson, 16. Oktober 2012, Theater am Tanzbrunnen, Rheinparkweg 1, 50679 Köln
Wer die interessante Mischung einmal live erlebt hat, der wird hoffentlich, wie ich, begeistert sein! Einen Konzertbesuch kann ich jedem Leser hier nur ans Herz legen! Man darf wirklich auf den Abend gespannt sein!

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