Joachim Löws WM-Kader-Nominierung ist ein cleverer Schachzug

Roman Weidenfeller. Foto: BVB
Roman Weidenfeller. Foto: BVB

Es gab dann ja doch einige Überraschungen bei der gestrigen Nominierung des erweiterten 30er-Kaders für die anstehende Fußball-WM 2014 in Brasilien durch Bundestrainer Joachim Löw.

Besonders die zahlreichen ‚No-Names‘ im Kader überraschten zahlreiche Fans und Journalisten. Nicht berücksichtigt wurden hingegen überwiegend etwas ältere, oder erfahrenere Spieler.

Zu den Profiteuren dieses Vorgehens gehören neben den Schalkern Leon Goretzka, Max Meyer, der Dortmunder Erik Durm, der Freiburger Matthias Ginter, oder auch der zurzeit in Italien kickende Shkodran Mustafi.

Auch im Tor überraschte die Nominierung von Hannovers Ron-Robert Zieler viele.

Bei näherer Betrachtung ist die Nominierung des erweiterten Kaders jedoch ein cleverer Schachzug von Löw.

Während die nun in Kürze anstehende Kaderreduzierung von 30 auf 23 WM-Fahrer bei vielen der nun erst gar nicht erst genannten Persönlichkeiten nämlich mit größeren Unmutsäußerungen verbunden gewesen wäre, hat Löw nun so viele Spieler mit im Trainingslager die diesen drohenden Schritt relativ klaglos über sich ergehen lassen werden, da sie bereits mit der Benennung in den erweiterten Kader völlig zufrieden sind und sich geehrt fühlen.

Sieben Spieler muss Löw nach dem Trainingslager bekanntlich noch streichen. Geht man durch den gestern berufenen Kreis, dann fällt es nicht schwer diese sieben Spieler so zu benennen, dass eben keine Unruhe mehr entsteht, wenn Löw sich tatsächlich für diese Spieler entscheiden würde.

Und sollte sich der ein oder andere Wackelkandidat noch durch Verletzungen aus dem Kader der etablierten Spielern verabschieden, dann kann Löw ihn problemlos durch einen hochmotivierten Jungen ersetzen. Clever gemacht!

Und auch die Rangfolge der Torhüter steht bereits vor Beginn des Turniers fest. Roman Weidenfeller vom BVB wird eine loyale ‘Nummer 2’ hinter dem Ex-schalker Manuel Neuer darstellen. Zieler hat in einer Pressekonferenz gestern auch schon geäußert, dass ihm klar sei, das er nicht spielen wird. Ob das bei der Nominierung eines des jungen Wilden Marc-André ter Stegen, oder des ambitionierten Rene Adler, auch so gewesen wäre?

So gesehen hat Löw die Aufgabe gestern tatsächlich clever gelöst. Gute Stimmung im Trainingslager dürfte garantiert sein, den unzufriedenen Routiniers wurde erst gar keine große Bühne geboten ihren Unmut lauthals kund zu tun.

So musste auch ein Mario Gomez seinen ganzen Frust gestern über die sozialen Medien kundtun. Nach dem Trainingslager wäre das Medienecho bei einer Streichung des stürmers sicherlich deutlich größer gewesen…. Respekt, Herr Löw!

5 Kommentare

Für Deine Hypothese spricht einiges. Leistungsmässig hätte Löw statt Weidenfehler und Zieler Terstegen und Leno oder Fährmann nominieren müssen. Auch hätte der in Topform spielende Max Kruse – Du als BVB-Fan wirst Dich erinnern 😉 – dazugehört. Aber Deine These stimmt, dass alle von mir Genannten zu ehrgeizig wären, um mit wenig zufrieden zu sein. Und Löw ist der Teamgeist das Wichtigste, womit er Recht hat.
Immerhin ist Kevin-Großkreutz-Fußballgott trotz Dönerwurf dabei. Richtig so. Ich wette, er wird auch spielen.

@Martin: ‘Weidenfehler’ ist ja klasse! Den kannte ich noch gar nicht 🙂

Wäre ja auch albern gewesen, wenn er auf Großkreutz verzichtet hätte. Zumal sich diese unschöne Döner-Geschichte ja wohl auch gerade in ihre Bestandteile auflöst, wenn ich gestern die angebliche Zeugenaussage des Taxifahrers richtig gedeutet habe.

Über die Nichtberücksichtigung Kruse habe ich mich auch gewundert. Allerdings nicht so sehr wie über die Entscheidung pro Zieler. Das verstehe ich sportlich nicht wirklich.

Weidenfeller vom BVB ist klasse!

Stefan Kießling, der beste Stürmer fehlt!

Doch wer ist Leon Goretzka und Max Meyer?

@Gerd: Löw hat ja gestern bei der PK lang und breit zu begründen versucht warum er gerade für Khedira eine Ausnahme macht. Überzeugt hat mich das auch nicht. Manche Spieler sind halt auch unter Löw wohl ‘gleicher’ als andere 😉

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