Die Uni Duisburg-Essen hat jetzt einen Querfront-AStA, der direkt die erste Peinlichkeit produziert

Der Essener Campus. Foto: Wiki05, CC BY-SA 3.0

Im November hatten wir über die neue Internationale Liste an der Uni Duisburg-Essen berichtet, die eng mit der Linksjugend Ruhr verknüpft ist. Das ist jener Jugendverband der Linkspartei, der 2014 für antisemitische Ausschreitungen in Essen mitverantwortlich war. Die Liste hat die Wahl gewonnen und bildet jetzt unter anderem mit dem rechten RCDS einen Querfront-AStA. 

Die neue AStA-Vorsitzende heißt Nadine Bendahou und ist zugleich Landessprecherin der Linksjugend NRW. Gleich in der ersten Sitzung nach der Einigung mit Rechten und Liberalen kündigte sie an, in Zukunft antisemitismuskritische Vorträge der linksradikalen Politikerin Jutta Ditfurth nicht mehr zulassen zu wollen. Ditfurth hatte im vergangenen Jahr im Duisburger Audimax einen Vortrag über “Modernen Antisemitismus und völkische Querfront” gehalten – auf Einladung des alten AStA. Ditfurth berichtete am Dienstag auf Facebook über die Äußerungen von Bendahou. 

Daraufhin wurde Ditfurth über den Twitteraccount der Linksjugend NRW mehrfach als “Rassistin” und “gescheiterte Existenz” beschimpft. Noch im Laufe des Tages wurden die Tweets wieder gelöscht – auf Facebook erklärt die Linksjugend jetzt, die Tweets einer Einzelperson seien nicht autorisiert gewesen.

Auf eine Anfrage von Ruhrbarone reagierten bis zum späten Nachmittag weder die Linksjugend noch die Internationale Liste.

16 Kommentare

Den Begriff "antisemitismuskritische Vorträge" muß mann sich erstmal auf der Zunge zergehen lassen …

Aber im Ernst: Der Antisemitismus ist – mit welchen fadenscheinigen Gründen auch immer – fest in der linken Partei implantiert. Von daher wundert mich bei denen gar nichts mehr.

Lustig finde ich jedoch das Bild, das die jungen Linken oben links im Absender haben. Ist das die kleine Schwester von Ernesto? Oder der gegenderte Che? Oder irgendso ein/e Guevara/o?

Dieser Artikel ist an Dreistigkeit nicht zu überbieten. Es ist ein Hetzbericht ohne jegliche Grundlage.

1. Die im Titel versprochene Peinlichkeit wird nirgendswo erklärt.
2. Mit der Bezeichnung Querfront wird der RCDS in eine Reihe mit den Nationalsozialisten gestellt und dem ältesten Studentenverband Deutschlands sowie einer neu gegründeten Liste wird unterstellt, sich zusammenzutun um gemeinsam Antisemitismus zu betreiben.
3. Den RCDS als rechts zu bezeichnen ist in einem Land, in dem das meist genauso wie rechtsextremistisch interpretiert wird, ebenfalls ein journalistischer Totalausfall.
4. "…in Zukunft antisemitismuskritische Vorträge der linksradikalen Politikerin Jutta Ditfurth nicht mehr zulassen zu wollen." ist eine waschechte Zitatfälschung. Vielmehr antwortete Nadine Bendahou auf eine entsprechende Frage, dass es in Zukunft noch Vorträge zu Antisemitismus geben werde, sie aber nicht Jutta Ditfurth einladen wolle.

Mittlerweile ist es echt peinlich, was auf ruhrbarone.de alles veröffentlicht wird. Hätte man einen Funken Anstand, würde man diesen Lügenbericht sofort löschen.

@einer der dabei war: "Rechts" ist natürlich nicht das gleiche wie "Rechtsextremistisch" . Ihr Lügenpresse-Geschrei schon. Am besten Sie lassen sich das mal vom Fachbereich Powi an der UDE erläutern.

Ich habe das Wort Lügenpresse nicht einmal verwendet und trotzdem benutzen Sie allein dessen Existenz, um jede Kritik an Ihrem Pseudojournalismus für illegitim zu erklären.
Interessant auch, dass Sie 3 der 4 aufgezeigten Mängel wohlweislich ignorieren.

#2 sind dann Ihrer Einschätzung nach demnächst Vorträge mit Aust oder Dagdelen zum Thema Antisemitismus zu erwarten ? Beide ja ausgewiesene Experten zu diesem Thema und bekanntermaßen ausgesprochene Freunde Israels.Desweiteren könnten Sie mir erklären, wo denn die politischen Schnittmengen zwischen der internationalen Liste und dem RCDS liegen.

Kurze Frage an den Autor?Gibt es personelle und inhaltliche Schnittmengen zwischen der internationalen Liste und Young Struggles, United Spuad, Duisburg Initiativ,Netzwerk gegen Rechts etc.?

@einer der dabei war: Wenn sie das (Beleidigungen tweeten, Tweets löschen) nicht peinlich finden, Okay. Ist ja ihnen überlassen.

Es liegt keine Zitatfälschung vor. Ditfurth hat über Antisemitismus referiert, die AStA-Vorsitzende will Ditfurth nicht nochmal über Antisemitismus referieren lassen. Das habe ich geschrieben.

@Norbert Krambrich: Diese Kreise hatten es bei der vorherigen Wahl als "United Students" versucht, sich nach viel Kritik aber wieder selbst zerlegt.

Einfach lächerlich dieser "Querfront"-Quatsch. Nur weil verschiedene Menschen zu einem bestimmten Thema eine ähnliche Meinung haben, bilden sie noch lange nicht automatisch eine "Front". Eine solche Querfront könnte man sonst z.B. auch für Frau Ditfurth und Henryk Broder konstruieren.

#11 Die haben nicht zu einem Thema eine Meinung, sondern bilden einen ASTA. Ein kleiner, aber entscheidender Unterschied. So etwas darf und kann man (Quer) Front nennen.

@Norbert Krambrich
Es wurde heute ein Koalitionsvertrag veröffentlicht, darin werden die hochschul(!)politischen Schnittmengen deutlich.

@Felix Christians
Der AStA hat niemanden auf Twitter beleidigt. Der Zusammenhang ist vollkommen konstruiert.
Der Unterschied dazwischen, eine bestimmte Person nicht mehr als Referentin einzuladen und Vorträge zu Antisemitismus nicht mehr zuzulassen, liegt wohl auf der Hand.

@thomasweigle
Der Einfachheit halber aus Wikipedia: "Vorgeschlagen wird daher, nur lagerübergreifende Bündnisse mit anti-emanzipatorischen „inhaltlichen Schnittmengen“ wie Antisemitismus, Rassismus, Homophobie, Islamismus und Antifeminismus als Querfront zu bezeichnen."
Was davon sehen Sie bei den fünf Koalitionspartnern?

@ eddw#13 Der Einfachheit halber:wenn sich Rechte und Linke zu einem Asta zusammentun, bei der hinreichend Verdacht auf AS bei dem einen oder anderen Partner besteht(s.o), dann nenn ich das Querfront!!! Egal was andere schreiben oder sagen.

Bildet die große Koaltion aus aus SPD und CDU nicht auch eine Querfront? Immerhin sind sie sich im Antirussismus einig.

Kommentar verfassen