In Oberhausen mag niemand mit Skribble Gebibble reden

Seit drei Jahren gibt es in Oberhausen die Initiative Skribble Gebibble. Skribble Gebibble veranstaltet Konzerte und Partys. Mit der Stadt wollten sie mal über Geld reden – und bekommen noch nicht einmal eine Antwort.

Klar, Oberhausen ist arm. Das sind alle Ruhrgebietsstädte. Aber Oberhausen ist arm auf Rekordniveau: Keine Stadt in NRW hat höhere Schulden pro Kopf wie die Centro-Stadt. Dass da das Geld nicht locker sitzt ist klar und das erwartet auch niemand. Aber wenn eine freie Initiative wie Skribble Gebibble, die seit drei Jahren in der Stadt Kultur macht, an die Tür des Kulturdezernenten klopft , kann der die zumindest aufmachen. Man kann ja zumindest mal miteinander reden. Vor allem wenn Skribble Gebibble moch nicht einmal Geld will,  sondern nur einen Lagerraum. Das ist wohl nicht geschehen, wie Skribble Gebibble auf seinem Blog schreibt:

Seit März werden wir vom Büro des Dezernenten vertröstet. Alle paar Wochen. Zu einem zweiten vereinbarten Termin bei einer unserer Veranstaltungen ist Tsalastras nicht gekommen. Unsere konkrete Notlage lässt uns nun keine andere Wahl, als auf diesem Weg noch einmal um Hilfe zu bitten: Erkennen sie die wenigen Reichtümer, die Oberhausen noch hat, und lassen sie diese nicht in feuchten Kellern verrotten. Helfen Sie der unabhängigen, ehrenamtlichen Kulturszene – auch wenn die, im Bereich „Jugend“, fast nur aus uns bestehen mag. Übrigens: bei der Eröffnungsfeier der Kulturhauptstadt 2010 haben wir mit einem eigenen Bereich auf Zollverein mitgewirkt. Im kommenden Jahr werden wir unsere Kooperation mit den Internationalen Kurzfilmtagen im dritten Jahr fortsetzen. Das wir den Verantwortlichen, wie dem Kulturamtsleiter, überhaupt ein Begriff sind, bezweifeln wir dennoch. Also, nochmal: Hallo! Hier sind wir! Und wir würden – mit Ihrer Hilfe – gerne noch eine Weile bleiben.

Wir fragen dann mal im neuen Jahr nach, ob es einen Gesprächstermin gibt und wenn nicht, warum nicht.

Mehr dazu auf den Ruhrbaronen:

Abseits der Kreativwirtschaft: Skribble Gebibble

2 Kommentare

Was die überschuldeten Kommunen angeht, das liegt sicher auch daran, dass sie vom Bund mehr und mehr Aufgaben übernommen haben, die sie finanziell selbst stemmen müssen.

Aber wenn ich mich bei uns so umschaue, also in die kleinen Kommunen in der Region, dann muss ich sagen, dass da viele Bürgermeister im Amt sind, denen die Fachkompetenz fehlt, ein Budget von vielen Millionen zu verwalten. Da sollten vielleicht eher Fachleute ans Werk, die Bürgermeister sollten sich vielleicht eher auf´s Organisatorische und Repräsentative beschränken.

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