Heute ist ‚Vegetarier-Tag‘ – Aber wann kommt der ‚Fleischesser-Tag‘?


Am heutigen 01. Oktober ist übrigens mal wieder ‚Vegetarier-Tag‘. Dieser wurde im Jahre 1977 erstmals ausgerufen und sollte damals noch dazu dienen die Vorzüge der vegetarischen Lebensweise weltweit bekannter zu machen.

Heute hat man leider vielfach den Eindruck, Vegetarier, deren Entscheidung kein Fleisch bzw. Fleischprodukte mehr konsumieren zu wollen ich übrigens persönlich durchaus respektiere, nutzen im Alltag gerne jedwede Möglichkeit einem ihre scheinbar (moralisch) überlegene Lebensweise aufzwingen zu wollen. Und das mag ich, ehrlich gesagt, ganz und gar nicht.

Auch in meinem persönlichen Umfeld gibt es seit Jahren einige bekennende Vegetarier und auch Veganer. Ich habe mit ihrer Lebensweise und ihrem Essverhalten, wie gesagt, gar kein Problem, käme aber auch niemals auf die Idee ihnen meinen liebgewonnenen Fleischkonsum wiederholt und öffentlich zu empfehlen, obwohl ich selber doch sehr gerne und regelmäßig Fleischprodukte konsumiere.

Im Gegenzug erwarte ich aber eigentlich von Vegetariern und Veganern auch, dass sie mir meinen Fleischkonsum nicht ständig madig machen wollen. Doch darauf zu verzichten, das gelingt (zumindest einigen von) ihnen einfach nicht. Ständig wird man inzwischen darauf angesprochen wie ungesund dass doch sei, wie sehr die Tiere wegen mir zu leiden hätten und/oder was für schädliche Auswirkungen mein Fleischgenuss generell auf unsere Umwelt habe.

Ziemlich augenfällig, wie aggressiv manche Zeitgenossen mit ihrer Anti-Fleisch-Mission inzwischen  ganzjährig und penetrant hierzulande unterwegs sind.

Braucht es dafür in der heutigen Zeit somit eigentlich noch immer einen speziellen Tag im Kalender, der die vegetarische Lebensweise bewirbt?

Hat man inzwischen nicht schon fast eher den Eindruck, das ganze Jahr ist eigentlich ein einziger großer Anti-Fleischesser-Feldzug?

Toleranz gegenüber Andersdenkenden und –handelnden scheint jedenfalls häufig nicht gerade oben auf der Tagesordnung vieler bekennender Vegetarier zu stehen. Ihnen genügt es häufig nicht selber das aus ihrer Sicht richtige zu tun, sie wollen andere zu ihrem Lebensstil bekehren.

Und so wird auch inzwischen längst öffentlich über einen erzwungenen Veggietag für alle in Kantinen nachgedacht, statt an jedem Tag fleischhaltige und fleischfreie Menus zur Wahl anzubieten. Oder es wird beim Treffen der örtlichen Grünen selbstverständlich lediglich ‚veganes‘ Essen für alle Besucher hingestellt. Was ist aber, wenn ich dieses so nicht essen möchte? Warum gibt es nicht beides zur Auswahl, so wie es vor Jahren noch von Vegetariern gewünscht war?

Was wurde denn aus dem ursprünglichen Wunsch wahlweise AUCH ein vegetarisches/veganes Gericht anzubieten? Ist man hier inzwischen nicht schon fast von einem Extrem ins Andere gefallen?

Liebe Vegetarier, wenn Ihr so weiter macht, dann kommt schon bald die Zeit in der man den ‚Welt-Fleischesser-Tag‘ einführen muss, um für die Bekanntheit und mehr Verständnis für öffentlichen Fleischgenuss zu werben…

25 Kommentare

Dies ist genau das Problem: dass sich viele Vegetarier auf einer höheren ethisch-moralischen Stufe wähnen. Und wer Veganer ist, der fühlt sich auch noch über die Vegetarier erhaben.
Was solche Ideologien vom “besseren Menschen” auf der Welt schon für Terror angerichtet haben, zeigt die Geschichte…

Frei nach dem Motto: Ich lasse mir meine Tierquälerei trotz Alternativen nicht verbieten. Schon schlimm wenn man auf dem örtlichen Treffen der Grünen kein totes Lebewesen auf den Teller kriegt, wo sind eigentlich all die Menschenrechts-NGOs wenn man sie wirklich braucht?
Möglichkeit: Immer die Bifi auf Tasche haben und auch olfaktorisch Zeichen setzen!

Sehr geehrter Herr Patzwaldt,

Ihnen ist mit diesem Artikel wirklich ein Glanzstück an hintersinniger Selbstironie gelungen.
So wollen Sie doch sicherlich herausarbeiten, dass natürlich jeder andere Tag eben jener Fleischesser-Tag ist.
Ich finde es auch gut, dass sie mit ihrem Unbehagen aufgrund jener moralischen Fragen, die von den paar Vegetarier/Veganern in Ihrem Umfeld an Sie herangetragen wurden so konstruktiv umgehen. Anstatt eine flache Polemik darüber zu schreiben, wie Ihnen doch fieserweise der Fleischgenuss verboten wird karikieren Sie diesen Ihnen eigenen Impuls sogar noch.
Einzig ein wenig mehr Reflektion darüber, warum Sie so auf diesen Tag anspringen und nicht auf ein anderes Thema wäre vielleicht noch angebracht gewesen. Aber sicherlich wollen Sie doch noch einen zweiten sachlichen Artikel zum Thema schreiben, der nicht Karikatur seiner selbst ist.

Mit freundlichen Grüßen
Kater Orr

spitzenargumentation, die ich gerne wie folgt modifizieren und auf den 27.1. erweitern würde:

Braucht es in der heutigen Zeit eigentlich noch immer einen speziellen Tag im Kalender, der der Opfer des Nationalsozialismus gedenkt?

Hat man inzwischen nicht schon fast eher den Eindruck, das ganze Jahr ist eigentlich ein einziger großer Anti-Nazi-Feldzug?

Ich kenne fast ausschließlich Vegetarier, die ihr Grünzeug still und leise in sich hinein fressen und nicht im entferntesten auf die Idee kommen würden, ihre Eßkultur anderen aufzuzwingen. Insofern hätte ich ohne diesen Artikel wohl nie erfahren, dass heute Vegetarier-Tag ist. Deshalb vielen Dank an all die Fleischesser, die es besonders heute als ihre Profession erachten, mich – aus welchen Gründen auch immer – daran zu erinnern, dass ich heute eigentlich nur Grünzeug essen sollte.

Übermorgen ist übrigens Tag der deutschen Einheit. Wer sich dementsprechend ernähren möchte, dem empfehle ich Einheitsbrei nach Art des Hauses.

Heute habe ich Erbsensuppe mit Einlage gegessen. Morgen gibt es dasselbe. Natürlich hätte ich heute auch nur Erbsensuppe, dafür morgen nur die Einlage esssen können. Dann hätte ich heute meinen Vegetariertag, womöglich sogar einen reinen Veganertag. Dann hätte ich allen Grund, mich anderen Zeitgenossen moralisch überlegen zu fühlen.

Moinmoin!
Also das ist der erste Artikel hier, den ich wirklich nicht vollkommen gut finde. 🙂 .. Naja was solls.

Punkt 1: Ich bin Vegetarier und war früher als ich pubertär war auch mal ein nerviger Missionar.
Nun nicht mehr, da ich weiß, dass diese Art und Weise sowas zu tun nur Negatives hervorbringt.. Und ich halt nicht mehr ganz so zornig bin, und jeder Mensch anders ist.

Punkt 2: Apropos vorheriges Kommentar: Ich schäme mich quasi, noch nicht geschafft zu haben, Veganer zu werden. Und halte mich vom moralischen Standpunkt her also für wesentlich schlechter als so mancher Veganer. Das heißt ja aber nicht, dass ich mich hassen oder verletzen oder auf KRAMPF verändern will. Solange es mir schaden würde ganz auf vegan umzustellen, lasse ich es. Und ich bin zufrieden damit, dass ich mir denke, irgendwann stehst du so fest im Leben, dann schaffstes auch mitm Vegan sein..

——>Aus Punkt 2 geht doch quasi hervor, dass man sich “…auf einer höheren ethisch-moralischen Stufe….” wähnen kann, ohne sich dabei für einen BESSEREN Menschen zu halten.
Für letzteres muss da doch noch sone Art wahnwichteliger totalitärer Wahrheits- und Unfehlbarkeitsanspruch dazu kommen!!!

Naja, so, also BESSERE und SCHLECHTERE Menschen existieren NICHT.
Trotzdem halte ich mich moralisch-ethisch fleischessenden Menschen(Hallo lieber Autor^^) in DIESEM einzelnen Aspekt sozusagen überlegen. Oder eher weiter vorraus.

Aber es gibt ja noch sooo viele andere Aspekte des moralischen Handelns…Vielleicht sind Sie(andere fleischessende) mir ja da bei sooo vielen Aspekten weit vorraus….->Ich vermute ja, bei allem außer Konsum von Nahrung und Kleidung wahrscheinlich schon.
Und wer von uns ist nun besser? NIEMAND. Nur Menschen in der Entwicklung, destination nich ganz klar.

Und was wäre der OPTIMALFALL??? Gegenseitiges Ergänzen und nicht Abgrenzen! Sich ohne den Wahrheits-/Unfehlbarkeitsanspruch austauschen, und vielleicht gegenseitig die Einsichten/Erfahrungen und sozusagen auch die Fähigkeiten austauschen!
Vielleicht bin ich stärker bezogen auf Tiere, habe mit Menschen spätestens in großen Ansammlungen ab und an meine sozialen Probleme.
Vielleicht ist es bei manchem Fleischesser ja genau anderes herum.

SO, jetzt komm ich mal zum wirklich kontroversen Teil meiner Überlegung.
Zitat von oben:
“Toleranz gegenüber Andersdenkenden und –handelnden scheint jedenfalls häufig nicht gerade oben auf der Tagesordnung vieler bekennender Vegetarier zu stehen. ”

Hören “wir” das nicht soo häufig von irgendwelchen verschwurbelten Esoterikern, Antisemiten, Weltverschwörern oder auch harten Nationalisten??
Ich denke ja.
Die Struktur, wann und in welchen Situationen Toleranz/Akzeptanz als solches Argument angewandt wird, ist auf jeden Fall interessant.

Ich bringe nun keine baboumimäßigen holocaustvergleiche, diese mag ich auch nicht gerne. Meine Mutter ist mir immernoch mehr wert als meine Hunde irgendwie, auch wenns schwer über die Lippen geht 😉 Merke aber an, dass er oder so gelagerte Leute obiges Toleranzzitat bestimmt abgeändert an die Fleischesserfraktion weitergeben würde oder es schon sehr oft tat. Und dann steht ihr argumentativ fast auf einer Stufe. Das Wort Holocaust und Vergleiche sind halt nie angebracht. Aber ich sehe Tiere schon auf einer ähnlichen Stufe wie Menschen. Und somit würde ich den massenhaften Fleischkonsum auch irgendwie als Tiervernichtung, quasi Tier-Genozid ansehen.

Und da ich Tiere so sehr liebe musste ich lange dafür arbeiten meinen Groll gegen Fleischesser und den schon fast aggressiven Missionierungsdrang loszuwerden.

Und es gibt sicher auch Linke, die ihren “Nazi”-Tötungswunsch genauso unter Kontrolle kriegen mussten^^ Nun mag mancher sagen Nazis Butz kaputt machen. Joa schön und gut, je nach Situation unbedingt.

ABER NUR EIN LINKER, DER SEINEN EHEMALIGEN TÖTUNGSWUNSCH ABLEGEN KONNTE, KANN IRGENDWANN ETWAS ÄHNLICHES WIE VERSTÄNDNIS AUFBRINGEN UND SOMIT VIELLEICHT ANFANGEN LEUTE ZUM AUSSTEIGEN ZU BEWEGEN!!!!! UND SOMIT DIE WELT VON DER WURZEL AUS [ =RADIKAL!!! ] ZUM GUTEN VERÄNDERN, NACHHALTIG LANGFRISTIG-IRGENDWANN.

So, wer das ganz liest, DANKE DAFÜR! 🙂
Ich weiß, die Qualität der Struktur lässt zu wünschen übrig. Hoffe es ging einigermaßen zu Lesen und man liest raus was ich meine, gerade bei den aufkommenden Paralellen am Ende. MfG Marvin

Schon spannend! Liebe Kritiker, warum denn nicht Toleranz in beide Richtungen? Kapier ich einfach nicht….
Früher haben sich die Vegetarier doch jahrelang beschwert, wenn es für sie kein entsprechendes Angebot in den Kantinen usw. gab. Völlig zu Recht, übrigens. Warum soll das denn nicht auch umgekehrt gelten?
Und nein, ich selber esse nicht tagtäglich Fleisch. Aber warum soll ich das ggf. denn nicht dürfen? Wesentlich schöner ist es doch, wenn sich jeder Bürger da selbst entscheiden kann, oder?
Woher dieser Zwang alle mit der eigenen Lebensweise ‚beglücken‘ zu wollen? Solange es niemanden einschränkt gönnt doch allen die möglichst freie Wahl. Auch beim Essen…

Hm, also der erste Kommentar stellt direkt mal eine Verbindung zum Faschismus her. Wenn es um die Verteidigung des Fleischkonsums geht sind diese Vergleiche also angebracht…aha.

Und davon zu sprechen, dass es niemanden einschränke, ist eben Unsinn. Es schränkt die getöteten Tiere in einem sehr relevanten Sinne in ihrer Lebensführung ein. Wir haben hier nämlich die Umkehr, dass nicht das Töten, sondern das Nicht-Töten die zu begründende Ausnahme ist. Aber natürlich, das überlegene Wesen verfügt halt einfach über das unterlegene. So ist das eben in einer toleranten Gesellschaft…

Die Diskriminierung der Fleischesser ist sicherlich fast so tragisch wie die von Männern oder von Deutschen “in ihrem eigenen Land”… Dass es von all diesen überhaupt noch welche gibt, so hart wie ihr Dasein als solches ist, grenzt tatsächlich an ein Wunder.

Hey, alle die Fleischessen, jetzt macht doch nicht gleich einen auf anti alle widerreder…!!!
Diese Antworten, die ihr geschrieben habt, konnte sich ja eh jeder ausdenken als Variante”Bitte keine Diskussion”. Also sind diese Beiträge überflüssig, kennt man schon.

AUF ALLES, worauf ihr hättet sinnvoll und nicht kindisch, sondern argumentativ eingehen können, HABT IHR KEIN STÜCK REAGIERT!!!!

UND DISKUSSIONEN UND STREITIGKEITEN AUS DEM WEG ZU GEHEN IST PRÄGNANT FÜR HIPPIES!!!!
IHR SEID DIE FLEISCHESSENDEN HIPPIES 😛

Immer dieses Schubladendenken^^ Wo findste heute noch Hippies im Hippiesinne…nirgends irgendwie!!! auf goafestivals oder bei esotherikmessen??? NEIN DANKE DA WILL ICH LIEBER NIX MIT HIPPIES ZU TUN HABEN.

Ich habe heute bislang rein vegan gegessen und ich wusste nicht mal, das “Welt Veggi Tag” ist. Ich finde es einfach richtig möglichst wenig Fleisch zu essen, weil dann ess ich eh noch immer zuviel davon um es als ethisch korrekt zu empfinden.

Leider bin ich in #7, den ich bis dahin richtig gut fand, an die Stelle gekommen “Ich bringe nun keine baboumimäßigen holocaustvergleiche” und werde mir auf dem nach Hause weg ein Steak kaufen. Denn genau da ist er der Holocaustvergleiche, obwohl ich nicht heraus gefunden habe was baboumimäßig bedeutet. Das mit dem jetzt-Steak-kaufen-müssen ist wie wenn vor der Mensa jemand steht und mir einen Flyer in die Hand drückt, auf dem steht, dass ich den armen Kälbern die Milch wegtrinke, schön bebildert mit großen Kuhkinderaugen. Dann kauf ich mir Milch. Trotz meiner Laktoseintoleranz. Kann ich ja immer noch ins Klo schütten die Scheiße.

Ich kauf ja auch Datteln, wenn mir mal wieder eine mail ins Haus flattert, ich soll Israel boykottieren. Die konnte ich auch nicht mehr ertragen, also die Datteln nicht, wie auch die mails nicht. Jetzt hab ich zum Glück Israelischen Wein gefunden, damit gehen die Restpakete Datteln gleich viel besser runter.

Ich hatte im privaten Umfeld gerade eine unschöne Begegnung mit homophobie. Ich bin stockhetero. Aber jetzt muss ich mal schauen was mit anderen Jungs geht. Dann tauch ich auf der nächsten Grillparty mit Lover auf und leg mein Tofuschnitzel auf den Grill. Dann quatsch ich alle anderen voll, dass sie doch das Fleisch nicht mehr essen können, weil da doch Tofu auf dem gleichen Rost gelegen hat.

Jetzt hab ich mir den ursprünglichen Artikel nochmal durchgelesen und beschlossen, dass der mit seiner unangebrachten Fleischfresserlarmoyanz den Genozid-Nichtvergleich wieder wett macht. Muss mir also doch kein Steak kaufen. Aber ich kann.

Lieber Jos und ihr andere Tierverteidiger, ein sehr relevanter Bereich der tierischen “Lebensführung” ist für einen Teil von ihnen das Fressen von Fleisch. Die keineswegs schnelle und schmerzfreie Tötung anderer Tiere gehört immer dazu. Das diese Tiere im Gegensatz zum Menschen keine Wahl haben, ändert nichts an dieser evolutionsbiologischen Tatsache.

Es ist keine Frage, dass auch Tiere Vorformen von Intelligenz und Emotionen haben, aber sie sind deswegen noch lange keine Menschen. Deswegen können Mensch zwar Tiere lieben, Tier aber keine Menschen, sofern man Gehorchen und andere antrainierte und/oder angezüchtete Unterwerfungsgesten nicht mit Liebe verwechselt.

Weil die Liebe eines Menschen aber auch in Hass umschlagen kann, können Menschen Tiere auch mit Absicht quälen, während Tiere sie umgekehrt im Ernstfall einfach nur auf die ihnen gegebene Weise töten oder verletzen. Menschen können Tiere aber auch genauso absichtlich unter möglichst geringen Qualen massenhaft töten, um i h r Bedürfnis nach Fleischkonsum zu befriedigen.

Menschen die Tiere wirkich vor den Menschen schützen wollen, müssten deswegen konsequenter Weise ihre eigene Spezies und damit auch sich selbst vernichten, anstatt Vegetarier oder Veganer zu werden. Da sie das bislang aber aus nachvollziehbaren Gründen nicht getan haben und sehr wahrscheinlich auch nicht tun werden, bleibt ihnen nur die Moral als Durchsetzungsmittel ihrer Tierliebe.

Was sie dabei häufig vergessen ist, dass der Mensch sich lange Zeit seiner Evolution vor den Tieren schützen musste und es immer noch Gegenden auf der Welt gibt, in denen er dazu auch noch heute gezwungen ist. Wo es deswegen auch keine wie auch immer geartete Tierliebe gibt, weil Tiere die Fressen wollen gegenüber den Menschen kein Mitleid kennen, wenn sie Fleischfresser sind. Die Tierliebe ist , so wie die liebe zu Gott, also eine rein menschiche Erfindung, bzw. ein menschliches Bedürfnis das mit den Tieren rein gar nichts zu tun hat.

Das spricht keineswegs gegen den Tierschutz oder gegen die Entscheidung Veganer oder Vegetarier zu werden. Aber das Bewusstsein über dieses Tatsache würde die moralische Diskussion darüber wesentlich entspannen. Tierliebe ist kein Argument, sondern ein Gefühl. Tierliebe ist deswegen auch keine Pflicht sondern eine Option. Tierliebe kann deswegen auch Gegenstand von Kritik, ja von Satire und Witz sein. Vor allem aber macht die Tierliebe Niemanden zu einem besseren Menschen.

Ja, das Thema emotionalisiert.
Habe gerade bei Twitter folgende Nachricht bekommen: “Allein in Deutschland sterben jeden Tag fast drei Millionen Tiere, damit Menschen sie fressen. RobinPatzwaldt möchte das gerne ignorieren.”

Totaler Quatsch! Daran sieht man aber sehr schön, was manche hier einfach nicht verstehen wollen: Ich plädiere lediglich dafür das jeder Mensch selber entscheiden kann und soll ob er Fleisch essen möchte oder nicht. Und das möglichst ohne moralisch belehrende Tipps von der ‘anderen Seite’.
Ich versuche doch auch nicht Vegetarier dazu zu bringen zukünftig (wieder) Fleisch zu essen. Umgekehrt wünsche ich das dann aber eben auch nicht. Schon gar nicht auf oberlehrerhafte Art und Weise.
Gleiches gilt für mich auch in der Raucher-/Nichtraucherfrage: Obwohl ich selber Nichtraucher bin, versuche ich doch auch nicht ständig Raucher dazu zu bringen damit aufzuhören. Das soll doch jeder für sich entscheiden…

Also ich esse gern und viel Fleisch und stimme dem Artikel auch im wesentlichen zu. Dies hier aber:
” Oder es wird beim Treffen der örtlichen Grünen selbstverständlich lediglich ‚veganes‘ Essen für alle Besucher hingestellt”

geht genau in die Richtung, die ansonsten kritisiert wird. Warum soll jemand nicht bei seiner Veranstaltung das anbieten, was er für richtig hält? Da drückt sich das Sendungsbewusstsein eines Fleischessers aus, der gar nicht so weit von den von ihm zu Recht kritisierten Veganer weg ist.

@BillBrook: das kann ich kurz erklären: Gemeint ist, dass dies auf deren Einladung auch so formuliert ist, dass es im Ansatz missionarisch daher kommt. Wenn die Gastgeber schreiben, dass das angebotene Essen ‘selbstverständlich vegan’ ist, dann suggeriert man damit den an Politik Interessierten, dass veganes Essen eben ‘besser’ und ein Stück weit auch ‘selbstverständlich’ ist. Es wird zudem nicht mit zur Auswahl angeboten, wogegen ich nicht das Geringste hätte, sondern ausschliesslich. Natürlich kann jeder Gastgeber selber entscheiden welches Essen er anbietet. Keine Frage! Aber das ist dann eben genau dieser oberlehrerhafte Ansatz bei vielen Veganern/Vegetariern den ich nicht mag. Es würde ja wohl auch kaum jemand auf eine Einladung schreiben: ‘selbstverständlich gibt es nur Schweinebraten und Rinderhack!’ o.ä. 😉

Lieber Vandalin.

Menschen wie du, die solche Vergleiche ziehen, gehören auf eine ganz neue Stufe der Moralität: gar nichts essen für dir genetische Reinheit der gesamten Menschheit.

Zum Thema.

Was die moralische Überlegenheit angeht: ist es wirklich moralisch die eigene Natur so zu verleugnen, dass die Natur als Gesetzmäßigkeit nach der wir alle leben als “unmoralisch” bezeichnet wird? Ist der Efeu unmoralisch, wenn er in seinem Wachstum andere Pflanzen tötet?

Und wenn die Damen und Herren auf die ethische Schiene gehen, sollten sie Peter Singer mal durchlesen. Ein Philosoph der den ethischen Wert der vegetarischen und veganen Lebensweise BEFÜRWORTET hat. Und dann geht bitte konsequent eure “Holzwege” zu ende.

Ich berufe mich solange auf Nietzsche und erlaube niemand mir seinen goldenen Käfig als meinen anzudrehen. Ich esse was und wann ich will von dem was mir zur Verfügung steht und bin froh etwas zu essen zu haben. Ich erschaffe mir keine “erste Welt Moralität” und das Argument “iss keine Tiere, du würdest doch auch keine Menschen essen” beantworte ich mit “Würde ich, wenn das Essen von Menschenfleisch nicht degenerativ und illegal wäre”

Moin zusammen,
Ich bin auch der Meinung das zu einer freien Gesellschaft auch die frei Wahl der Lebensmittel gehören sollte. Leider sehe ich mich als liberaler Fleischesser auch immer wieder vehementen Belehrungsversuchen ausgesetzt. Jetzt freue ich mich gerade daraus das sich der bekannte Querdenker, Florian Asche, in seiner "Ethik für Fleischesser" mit dem Thema auseinandergesetzt hat. Wenn das jemanden interessiert, dann sucht einfach Florian Asche auf FB, da gibt es mehr Infos.
😉

Es könnte ja einfach jeder essen, worauf er gerade Hunger hat.
Ich mach das so, klappt prima.
(Ja ja, ich bin ein liberaler Schwärmer…)

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