Großmann will die Ruhrstadt

In einem WAZ-Interview hat sich RWE-Chef Jürgen Großmann dafür ausgeprochen, aus dem Ruhrgebiet eine Stadt zu machen.

Großmann sagte in dem Gespräch das man Konsequenzen daraus ziehen müsse, dass das Ruhrgebiet die einzige Metropole sei die schrumpft. Das Ruhrgebiet müsse auf die internationale Landkarte – allerdings sieht Großmann auch wenig Chancen, dass es noch einmal eine kommunale Gebietsreform wie in den 70er Jahren geben wird, da der Politik heute der Mut für solche Entscheidungen fehle. Ein gutes Interview und mutige Sätze – die vor allem den Kommunalpolitikern aus dem Ruhrgebiet nicht gefallen werden, die ja auch Großmanns Aktionäre sind. Schade, das Großmann nicht Moderator des Inititaivkreises geworden ist .- denn der hält sich bislang mit solchen politischen Aussagen leider zurück. Dabei…

In einem WAZ-Interview hat sich RWE-Chef Jürgen Großmann dafür ausgeprochen, aus dem Ruhrgebiet eine Stadt zu machen.

Großmann sagte in dem Gespräch das man Konsequenzen daraus ziehen müsse, dass das Ruhrgebiet die einzige Metropole sei die schrumpft. Das Ruhrgebiet müsse auf die internationale Landkarte – allerdings sieht Großmann auch wenig Chancen, dass es noch einmal eine kommunale Gebietsreform wie in den 70er Jahren geben wird, da der Politik heute der Mut für solche Entscheidungen fehle. Ein gutes Interview und mutige Sätze – die vor allem den Kommunalpolitikern aus dem Ruhrgebiet nicht gefallen werden, die ja auch Großmanns Aktionäre sind. Schade, das Großmann nicht Moderator des Inititaivkreises geworden ist .- denn der hält sich bislang mit solchen politischen Aussagen leider zurück. Dabei findet  Großmann Zustimmung für seine Thesen zu Ruhrgebiet  – weniger indes allerdings mit seiner Forderung nach längeren Laufzeiten für Atomkraftwerke, mit der ich allerdings auch leben könnte.

8 Kommentare

Solange auf dem Niveau, das uns Jürgen Großmann in seinem WAZ-Interview vormacht, für die Ruhrstadt gestritten wird, muss sich kein OB irgendeiner Ruhrgebietsstadt irgendwelche Sorgen um seine politische Existenz machen. Wer auf die Frage, wie das Ruhrgebiet eine Stadt wird, vor allem alten Gebietsreformen hinterher trauert und ansonsten nur ein paar hilflose Sätze (?Wir müssen auf die Landkarte. Wir müssen eine Stadt sein wollen.?) zum besten gibt, hat seine Stärken zweifellos woanders.

Mit einem hat der RWE-Boss jedoch recht: ?Provinzialität kommt aus allen Winkeln?. Zum Beispiel aus Konzernetagen.

Grandios auch der (womöglich von Stephen King inspirierte) Satz: ?Dann kamen Stimmen aus der Fläche.? Puh. Krude Gegend, dieses Ruhrgebiet.

Deshalb, Stefan, haben Sie recht, das war ein gutes Interview. Irgendwie schon.

WAZ Interviews sind nun mal in der Regel unterkomplex.Das ändert nichts an der Generalaussage von Großmann, die ihnen, Dirk, natürlich nicht gefällt: Eine Stadt werden wollen! Dieser Satz ist allerdings ausgesprochen klar in seiner Kürze und die Message dahinter auch: Man muss es nur wollen. Es liegt nicht an den anderen, es liegt an uns selbst!

Es gibt also keinen Grund sich darüber lustig zu machen außer dass einem die Aussage als solche lustig erscheint. Ist sie aber nicht. Auch nicht für “unsere” Bürgermeister. Großmann ist nicht Irgendwer.Und provinziell ist er schon gar nicht.

Gegen sein Stadtseinwollen habe ich ja (fast) nichts, noch weniger allerdings gegen das Gründen internationaler Schulen. Ganz im Gegenteil: Mit einem Netz internationalen Schulen, die auch pädagogisch ganz weit vorne sind (also in Deutschland ihresgleichen suchen), käme man bspw. auf solche “Landkarten”, die international auch wahrgenommen werden. Und neugierig machen auf das Ruhrgebiet. Warum aber lässt er sich dabei von seinen eigenen Beratern und nicht näher bezeichneten “Stimmen aus der Fläche” bremsen und parkt das Geld bei einer Stiftung? Sie haben ja recht, er ist ?nicht irgendwer? ? warum also dieses Zaudern?

Das ?Man muss es nur wollen? ist nun auch schon vierzig Jahre alt. Und egal, wie unterkomplex die WAZ ihre Interviews führt, würde es mich, wenn ich ein Ruhrstadt-Befürworter wäre, schon ein wenig ärgern, wenn jemand, der ?nicht irgendwer? ist, sich in 2008 derart schablonenhaft zur Ruhrstadt-Idee äußert. Statt dann auch wirklich etwas zu Verkehrs- und Infrastrukturpolitik zu sagen, verwechselt er Strukturwandel mit Gebietsreformen.

Wenn ich Jürgen Großmann dahingehend recht gebe, dass Provinzialität aus allen Winkeln, und eben deshalb auch mitunter aus Konzernzentralen, kommt, meint das ja nicht, dass der Mülheimer Wahlhanseat mit Büro in London kein Kosmopolit sei, sondern dass sein Denken über das, was eine Stadt auf internationale Landkarten bringt, stellenweise reichlich altbacken wirkt. Größe via Gebietsreform ? das ist es jedenfalls nicht.

Großmann Forderung nach Ruhrstadt sind nicht neu. Großmann Forderung nach Ruhrstadt ist aber genauso überholt wie die Forderungen nach einer Ruhrmündungsstadt oder nach einer Veststadt. Gebietsreformen sind keine Lösungen. Sie führen nur dazu, das die Größeren Städte die kleineren Städte ausplündern.

Wer kennt denn noch die Doppelstädte Duisburg-Hamborn, Gelsenkirchen-Buer oder auch Krefeld-Uerdingen. Irgendwann waren die Kleineren geschluckt, und die Doppelnamen verschwanden.

Großmann Forderung, das alle Städte und Gemeinden sollten vor ihren Namen das Wörtchen Ruhr bekommen soll klingen schon reichlich Paradox.

NB

Ruhr Xanten, Ruhr Voerde (Niederrhein), Ruhr Essen und Ruhr Hagen, das klinkt schon sehr Komisch.

Großmann Forderung nach einer Ruhrstadt würde auch bedeuten, das die Stadt einen eigenen Landschaftsverband benötigt. Großmann Forderung nach einer Ruhrstadt würde auch bedeuten, das die Stadt nicht mehr Rheinland oder Westfalen ist.

Als nächstes wird dann gefordert, das die Ruhrstadt ein Bundesland wird, das sie Hauptstadt wird. Schließlich sind ja London und Paris auch Hauptstädte.

@Nobby: Würde es Dich beruhigen, wenn wir den ersten Flugzeugträger des autonomen Ruhrgebiets “Der fliegende Landschaftsverband” nennen?

@Stefan: Du hat aber einen schönen Rheinischen Humor !!!

Zu den Aussagen von dem Herrn Großmann und seinem Forderungen fällt mir aber noch folgendes ein: ?Kein Mensch muss müssen.? Gotthold Ephraim Lessing (Werk: Nathan der Weise)

In Übrigen, das Ruhrgebiet kenne ich recht gut. Ich kenne Oberhausen (Rheinland), Osterfeld (Westfalen) und Sterkrade, das nicht Oberhausen sein möchte.
In Übrigen, den Niederrhein kenne ich allerdings auch.

Ich finde, manchmal sollt man auch das Ruhrgebiet auch von außen betrachten, um alle Schattierungen zu sehen.

In Übrigen, jegliches einheitliche widerstrebt dem Rheinländer.
Ob Eifel, ob im Bergischen oder am Niederrhein, alles ist verschieden, und doch Rheinisch.
Ich frag mich aber allen ernstes, warum gibt es im Pott immer ein streben nach einer Einheit.

NB

Ey, Nobby,
wieso klingt Ruhr Hagen oder Ruhr Essen denn komisch?
Probiers doch mal mit Wuppertal Elberfeld. Ok, Hihi.
Oder Wuppertal Oberbarmen. Muhahahaa. Erbarmen!
Düsseldorf Oberbilk. LOL ROFL *wegwerf*
Das sind doch wohl mal echte Schenkelklopfer.
Gruss aus Ruhr Bochum,
Jens

(Da die Wupper und die Düssel ja Flüsse (Flüsschen) sind, können wir glaub ich froh sein, wenn es demnächst nicht Ruhrdorf, Ruhrtal oder gar Ruhr an der Ruhr heisst…)

@Jens, ja, Ruhr Volmetal und Ruhr Rheinhausen sind alles echte Schenkelklopfer. Man könnte auch vor Stadt auch den entsprechenden Fluss setzen. Emscher Dortmund, Lippe Dorsten, Rhein Wesel zu Beispiel. Bei Rheinberg und Mülheim an der Ruhr sollte man allerdings auf dieses Vorwort verzichten, da sie schon im den Fluss im Namen haben.
Man könnte auch aber auch das Ruhrgebiet in die drei Täler Ruhrtal, Emschertal und Lippetal aufteilen, auch wenn wir dann Essen in Ruhrtal Essen und Emschertal Essen teilen müsste.

Nein, im ernst, Ruhr vor den Namen der Stadt ist in den meisten fällen nur Komisch.

Gruss aus Ruhr Voerde (Niederrhein)
Nobby Brinks

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