Greenpeace kämpft gegen das Elektroauto

Tweet von Greenpeace, den wir gleich genauer betrachten werden. (Screenshot 9.4.19, 9.01 Uhr)

Es sind wilde Zeiten, das ausgewogene Wort wird nicht gehört, und die Zuspitzung, der Irr-Sinn und viel zu wenige Katzenvideos tummeln sich im Netz. Die Hoffnungsfrohen warten auf die Übernahme des ganzen Dinges durch Skynet, die Desillusionierten schauen Netflix. Und dann ist da noch Greenpeace. Die Kämpfer, für irgendwasmitklima. Kommen derzeit etwas ins Hintertreffen, Greta stiehlt Greenpeace die Show. Doch dann: die Propaganda der Tat.

Eine Gruppe junger Aktivisten stellen ‘Partyminister‘ Andreas (Andi) Scheuer (44). Und sie zeigen es ihm dann so richtig

in seinem dicken SUV und fordern ihn auf, doch mal Fahrrad zu fahren.

Der geneigte Leser dieser Zeile nehme sich einmal 30 Sekunden, um obigen Tweet-Screenshot zu sichten.

Na?

Genau.

Das ist Ding ist ein Elektro-Auto, wie an dem “E” auf dem Nummernschild erkannt werden kann. Greenpeace kämpft also gegen ein Elektro-Auto.

Seltsam?

Doch so wurde es getwittert.


Nachtrag. Ein aufmerksamer Leser teilte mit:

Leider bekommen in Deutschland auch Hybrid-Fahrzeuge ein „E“, das ist also kein Kriterium.
Allerdings steht „e-tron“ auf dem Wagen, daher bleibt die Aussage richtig.

 

10 Kommentare

Mag sein, dass den Aktivisten das entgangen ist.
Allerdings haben dicke SUVs auch noch andere Nachteile als den Schadstoffausstoß. Unfälle mit schwächen Teilnehmer sind öfter tödlich, Parkplätze und Straßen sind voll gestopft. Mann darf also auch gegen E-SUVs protestieren.

Man darf protestieren wofür und wogegen auch immer. Wir sind ja nicht in Moskau.

Aber mal zu den Parkplätzen: wieso verstopft ein SUV einen Parkplatz anders als bspw. ein Kombi? Parkplatz ist doch Parklplatz. Ich verstehe dieses Argument tatsächlich nicht.

GP sollte gegen E Autos protestieren, weil die ein schlechtere Ökobilanz als Verbrenner haben, wegen der umweltschädlichen Herstellung der Akkus in China und der Kinderarbeit bei der Gewinnung entscheidender Rohstoffe.

@2 Sebastian

Als Fußgängerin kann ich sagen, dass die Spielzeuge recht fett sind und im Straßenbild dick auftragen. Mich stört das (weil es mittlerweile recht viele solcher Spielzeuge gibt).

Energieeinsparungen verlaufen im Mobilitätssektor nach relativ simplen physikalische Gesetzen. Dabei spielt das Gewicht eines Fahrzeuges eine erhebliche Rolle. Ein Fahrzeug, das relativ zum Nutzeffekt auf Grund seines speziellen Designs zuviel Gewicht hat, und das gilt nun mal für die meisten SUVs, im Gegensatz zu normalem Kombis, kann mit Fug und Recht als Energieschleuder bezeichnet werden.

Da das SUV-Design obendrein auch in Höhe und Breite, im Gegensatz zum Kombi, bewusst überdimensioniert ist, kommt zum Übergewicht auch noch der größere Luftwiderstand hinzu. Mit dem Nebeneffekt, dass auch beim Parken mehr Raum als zum Transportzweck notwendig, eingenommen wird und die Unfallfolgen auf Grund des speziellen Front-Designs für knautschzonenfreie Verkehrsteilnehmer größer werden.

Trotzdem ist der Fahrzeugtyp sehr erfolgreich, was deutlich macht, das den meisten Käufern das Design wichtiger ist als ökologische Ansprüche und eventuelle Unfallfolgen. Dagegen ist grundsätzlich nichts zu sagen, denn jeder soll sich das Auto kaufen, was er/sie mag. Er/sie darf sich allerdings nicht wundern, dass sein Fahrzeug bei anderen Verkehrsteilnehmer in die Kritik gerät.

Gegen E Autos? Was denn sonst?
Die E Autos lösen fast kein Problem des Individualverkehrs.
Schwere E Autos sind vollkommen daneben. Physik ist Physik.
Dass E Autos nicht mit der wirklichen CO2 Erzeugung belastet werden, ist eine weitere Verzerrung. Ok von den Schäden bei der Batterieproduktion reden wir nicht, ist ja woanders , und wir retten ja den Planeten mit dt. Gründlichkeit.

Dass E Autos inkl Hybride dann noch massiv subventioniert werden, ist eine weitere Umverteilung von unten nach oben.

Die SUVs habe aus meiner Sicht 2 Designvorteile:
Mehr Bodenfreiheit, d.h. sie kommen auch über Bodenwellen und in steilere Garageneinfahrten.
Das Einsteigen ist bequemer. Viele haben Rücken und die Autos liegen gefühlt immer tiefer.
Dennoch ist es nicht nachvollziehbar, dass Stadtfahrzeuge immer grösser werden.
Statistisch habe wohl auch Pickup grosse Zuwachszahlen.
Aber wenn man dann den Strohhalm einspart, ist ja alles gut.

Und notwendig ist eh nicht der 1:1-Umstieg von Verbrennern auf E-Autos, sondern die Verkehrswende weg vom Motorisierten Individualverkehr.

Denn an den zahlreichen Staus ändert sich auch nix, wenn man statt Diesel demnächst dann halt elektrisch fährt. 😉

Insofern ist auch deshalb die Kritik von Greenpeace nicht ganz so doof, wie es zunächst seinen mag.

Mir ist es egal, was jemand fährt. Aber wenn jemand ein Auto fährt, das mehr als 10 Liter pro 100 km frißt, darf der sich auf keinen Fall als Umweltaktivist bezeichnen. Da werd ich dann sauer, weil das Heuchelei ist. Kürzlich hat ein Kommentator, der sich voll hinter Greta gestellt, und andere Kommentatoren in ein schlechtes Ökolicht gestellt hat, beiläufig erwähnt, daß er zur Zeit eine Maschine mit 193 PS fährt. Solche Maschinen fressen aber 12 Liter auf 100km, während mein Diesel nur 6 Liter auf 100km frißt. Aber dann immer drauf, auf die Diesel. Voller Überzeugung. Ein Abgrund von Heuchelei.

Arnold Voss:
SUV´s sind immer wieder ein wohlfeiler Aufreger – im Sinn haben die meisten Kritker aber wohl eher die richtigen Dickschiffe.
Ich habe letztes Jahr ein Mini-SUV gekauft: erstens weil ich den kaputtgeredeten Diesel noch einigermaßen günstig loswerden wollte (ich hätte ihn gerne noch weiter gefahren), und zweitens weil ich in meinem Alter längst Rückenprobleme habe und ich in einem höheren Wagen besser einsteigen und sitzen kann. Mini-SUV`s benötigen nicht mehr Fläche als ein normales Klein- bis Mittelfahrzeug, nur sind sie etwas höher, und damit für ältere Leute ein gutes Fortbewegungsmittel. Ein Blick auf dem Supermarktplatz genügt um zu erkennen, dass diese Fahrzeuge bei älteren Menschen momentan gut ankommen, und zwar wohl kaum um damit anzugeben, sondern um sich das Leben etwas einfacher zu gestalten. Der etwas höhere Spritverbrauch ist zu vernachlässigen, da diese Altersgruppe kaum noch größere Strecken fährt. Wenn man das noch mit einem Diesel kombinieren würde (aber wer will schon am Tod tausender auf der Strasse herumliegenden Dieseltoten mitschuldig sein? Achtung Satire), dann wäre allen gedient.
Die Nachfrage spiegelt sich momentan auch in der Werbung, Mini-SUV´s überall, das Alter der Fahrzeugkäufer wird naturlich nicht thematisiert.
SUV-Dickschiffe sind immer wieder ein Aufreger, aber nach meiner Meinung nicht der Trend.

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