Gladbecker Bürgermeister vergleicht CDU-Ratsfrau mit einer Prostituierten

Ärger im Gladbecker Rat. Während der gestrigen Ratssitzung verglich Gladbecks Bürgermeister Ulrich Roland die CDU-Ratsfrau Maria Seifert mit einer Prostituierten.

Ulrich Roland: Foto: SPD-Gladbeck

Über den Marktplatz, seine Gestaltung und die Frage ob Autos darauf parken dürfen oder nicht wird in Gladbeck seit Jahrzehnten gestritten und immer wieder ging es im Rat auch einmal hoch her. Doch nun hat Gladbecks Bürgermeister ulrich Roland  mit einer Bermerkung neue Maßstäbe gesetzt. Nach einem Redebeitrag der CDU Ratsfrau Maria Seifert erklärte Roland, diese habe sich in "

Ärger im Gladbecker Rat. Während der gestrigen Ratssitzung verglich Gladbecks Bürgermeister Ulrich Roland die CDU-Ratsfrau Maria Seifert mit einer Prostituierten.

Ulrich Roland: Foto: SPD-Gladbeck

Über den Marktplatz, seine Gestaltung und die Frage ob Autos darauf parken dürfen oder nicht wird in Gladbeck seit Jahrzehnten gestritten und immer wieder ging es im Rat auch einmal hoch her. Doch nun hat Gladbecks Bürgermeister ulrich Roland  mit einer Bermerkung neue Maßstäbe gesetzt. Nach einem Redebeitrag der CDU Ratsfrau Maria Seifert erklärte Roland, diese habe sich in "Straßenmädchenmanier" geäußert. Die Union verließ daraufhin geschlossen die Ratssitzung. Für den Grünen Ratsherr Franz Wegener ein nicht zu erklärender Vorfall: "Seifert hatte sich ganz normal geäussert. Es gibt keine Entschuldigung für Rolands Beleidigung einer Ratsfrau gegenüber, die sich seit Jahrzehnten in der Kommunalpolitik engagiert. Roland hat wieder einmal gezeigt, dass er mit Druck nicht  umgehen kann." Die Ratssitzung wurde abgebrochen und soll am kommden Donnerstag weiter gehen. Laut WDR hat sich Roland mittlerweile bei Seifert entschuldigt. Mit Roland will die SPD im kommenden Jahr auch in die Bürgermeisterwahl gehen. Er wurde gerade erst mit nur eine Gegenstimme erneut nominiert.

8 Kommentare

Ich vasteh dat nich.

Was haben eigentlich alle gegen Prostituierte? Hallo? Das ist erstmal ein Job, wie Lehrer oder Jurist . Soviel Achtung vor Menschen (und ihren Berufen) sollte man schon haben, dass man Berufsbezeichnungen und Beleidigungen nicht durcheinanderwürfelt.
Insofern ist mir völlig unverständlich, wieso die CDU die Ratssitzung verlässt. Wir haben jetzt geklärt, dass es keine Beleidigung sein kann: Prostituierte, Industriekaufmann oder Jurist ist ja egal. Die haben vielleicht gerade mal eine jeweils eigene Manier, sich auszudrücken, OK. Aber vielleicht war das ja nicht nur eine sachliche Feststellung in diesem Sinne (vielleicht hat Fau Seifert auch zu Herrn Roland gesagt “Komm mein Junge, setzt dich mal hin, ich mach das schon…” und hat bei Herrn Roland damit gewisse Assoziationen ausgelöst, das müsste man noch mal eruieren), sondern war sogar als Lob gemeint. Ich weiss jetzt nicht, ob und wenn ja, wie oft Herr Roland seinen Zeit mit Strassenmädchen verbringt, aber vielleicht geniesst er diese Stunden und folgt mit andächtigem Staunen ihrer Strassenmädchenmannier. Vielleicht ist es das, was Roland sagen wollte: Frau Seifert, sie haben sich ganz wunderbar geäussert, ich bin baff und verneige mich vor Ihnen.” Oder so.

Jedenfalls ist Rausrennen keine Lösung, kommt man im Rat doch wieder zusammen, in einer neuen Sitzung, für die es dann wieder Aufwandspauschalen oder so gibt. Die dann unter anderem auch mit den Steuergeldern Gladbecker Prostituierter bezahlt werden.

Ausserdem: Frau Seifert ist Industriekauffrau, da Hätte Herr Roland sich doch mal informieren müssen. Welchen Beruf Herr Roland hat, weiss ich nicht, das war im Netz auch nicht herauszubekommen und ich wollt heute nicht bei der SPD anrufen, ist schliesslich Sonntag. Aber wer weiss, vielleicht hat Herr Roland ja eine Ausbildung als Strassenjunge genossen, ich will das nicht ausschliessen.

Lieber Herr König,

entscheidend bei einer Beleidigung ist die Intention. Prostitution ist mit Sicherheit ein schwerer Beruf, der achtenswert ist.
Da er aber von der Allgemeinheit nicht geachtet wird, ist das eine schwere Beleidigung!
Die Sitzung zu verlassen war das einzig Richtige. Ich mag die Union nicht, ich bin auch kein Fan der SPD — aber das kann ich nachvollziehen und ich hätte mich nicht anders verhalten.
Wenn mensch im parlamentarischen Betrieb einem_r anderen etwas auswischen will, kann er_sie immer noch eine Geschäftsordnungsschlacht anfangen.

Das eine neue Sitzung Geld kostet ist normal, die zusätzlichen Kosten (die ich für gering halte) sind aber Rüppel-Roland anzulasten.

Lieber Herr Nicolai,
das weiss ich doch. Ich bin kein Satiriker, nein, sogar ein der Satire völlig unfähiger Kommentator und gelobe daher, meine Beiträge, so sie zwischendurch mal satirisch oder ironisch oder so intendiert sein sollten, als das zu kennzeichnen. Das mein ich jetzt so, das ist jetzt keine Ironie.

Mir ist natürlich völlig klar, dass das -leider, wie ich finde- eine Beleidigung war, sein sollte und auch als solche verstanden wurde. Ich bin aber nichtsdestotrotz der Meinung, dass der Umgang damit etwas provinzielles hat und bleibe dabei.

Rausrennen ist Volllusche.

Kreativer Umgang mit solch einer Untergürtellinienrethorik, die eigentlich einem Bürgermeister einer Ruhrstadt unwürdig sein sollte (weswegen er auch zurücktreten sollte, nicht wegen Beleidigung, sondern wegen echt kotzschlechter Grundschülerpipipupsbeleidigung, wenn ich das mal so sagen darf), kreativer Umgang damit also wäre sicherlich besser gewesen. Aber die CDU sitzt mit dem SPD-Bürgermeister im gleichen Narrenschiff und wählt die einzig banale Lösung: Sie steigt mal kurz aus.

Ey, und die zusätzlichen Kosten hältst Du für gering? Mir aber Wurst, was andere für gering halten. Wir beide stellen mal fest, was so eine Ratssitzung kostet, und dann überweist Du mir das, ja? Kannst Dir das vom Rüpelroland (nett) ja erstatten lassen. Anlasten meinetwegen auch, aber Vorsicht: Anlasten hat nix mit Bezahlen zu tun.

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