Geschundenes Gelände

Das ‘Palais Vest’ in Recklinghausen. Foto(s): Robin Patzwaldt

Ein Text von unserem Gastautor Werner Streletz.

Wer wie ich gelegentlich nachmittags mit dem Auto durchs Ruhrgebiet fährt (Ich besitze ja die Muße dafür), der wird feststellen, wie massiv das „alte Ruhrgebiet“ noch existiert. Besonders natürlich in den Vororten (Essen oder Gelsenkirchen zum Beispiel). Du durchquerst über lange Strecken Straßenzüge mit schlichter Nachkriegsarchitektur, Koloniegebäude, staubdunkle Häusergiebel, bislang noch nicht restaurierte Stuckfassaden,  – dir begegnet eben all das, was das Ruhrgebiet in den Ruf gebracht hat, eine ziemlich hässliche, dreckige Ecke zu sein.  Und doch, gerade dieses etwas Unwirtliche, diese Härte, die von diesen knochigen Häusern auszugehen scheint, vermittelt mir (beim Vorbeifahren) eine Vertrautheit und Nähe, die mir das Gefühl einer besonderen Zugehörigkeit vermitteln.

Natürlich steige ich nicht aus dem Wagen aus, weiß ich doch, dass mir dort kein traditioneller Bergmann, sondern ein Türke die Haustür öffnen würde. Doch gleichviel: Diese Veränderung verringert nicht meine Verbundenheit mit solchen Ruhrpott-Ecken. Mögen sie in den Stadtzentren Glitzerpaläste die Menge errichten (das „Palais Vest“ in RE, welch ein Name!), für mich liegt die Seele des Ruhrgebiets nach wie vor in diesen Vorstadt-Ecken, wo die Zeit (zumindest vom äußeren Anschein her) stehen geblieben zu sein scheint. Doch sie hat sich natürlich weiterbewegt!

Es ist paradox, dass ich in solchen Momenten ein bestimmtes Heimatgefühl gerade in diesen Stadtteilvierteln erlebe, die man NIE einem konventionell denkenden Besucher zeigen würde. Mit Stolz womöglich. Nein, nein, nicht denkbar!  Aber gerade das  macht das Wohlgefühl gegenüber diesem eher versehrten, bedürftigen, im traditionellen Sinne unansehnlichen urbanen Gelände so spannend. Wir haben es ganz für uns allein!

19 Kommentare

Ja, es gibt diese seltsame Verbundenheit mit der zerbrochenen Ödnis dieser Gegenden. Mit dieser antiurbanen Melancholie des Ruhrgebietes, hinter deren Fassaden allerdings mehr reales Leben steckt als es in den besagten Glitzerpalästen je geben wird.

"Natürlich steige ich nicht aus dem Wagen aus, weiß ich doch, dass mir dort kein traditioneller Bergmann, sondern ein Türke die Haustür öffnen würde. "
verstehe ich nicht. Ein "Türke" kann kein "traditioneller Bergmann" sein?

@Moritz Flesch, weil Sie sich ja gerne über Andere erheben, hier aber bei einem einfachen Text Verständnisschwierigkeiten haben, will ich, der ich Sie besonders in mein Herz geschlossen habe, Ihnen das mal erklären, denn Textverständnis setzt zunächst Sprachverständnis voraus.
Den Rest können sie sich dann vielleicht selbstständig erarbeiten.
Lesen Sie mal, was Wikipedia über den Begriff "Tradition" schreibt, bedenken Sie ferner, daß türkische Bergleute noch so frisch im Lande sind, daß mehr als die Hälfte, der hier lebenden Menschen (old boy-gang, wie Sie sie bezeichnen) vor ihrem Erwachsensein noch keinen einzigen türkischen Bergmann kannte, und fragen sich dann, ab wann ein Dichter, der zeitlich zurückträumen möchte, von einem traditionellen türkischen Bergmann sprechen wird.
https://de.wikipedia.org/wiki/Tradition

Nostalgie?
Die scheint mir bei den Menschen sehr unterschiedlich ausgeprägt zu sein und, so scheint mir ebenfalls, sie kann sehr unterschiedliche Bezugspunkte haben -Menschen, Orte, Ortsteile, Bauwerke, Arbeitsstätten, Kirchen, Sitten und Gebräuche, Musik, Literatur und und und.

Warum den Menschen -nicht allen und ggfls. unterschiedlich stark ausgeprägt "die Sehnsucht nach alten Zeiten" innewohnt?

Vielleicht sagt uns hier bei den Ruhrbaronen

Sebastian Bartoschek

fachkompetent etwas dazu.

Und das Möglicherweise unter besonderer Berücksichtigung älterer Ruhrgebiets-Bewohner, denn viele dieser Menschen, mich eingeschlossen, scheinen in besonderem Maße nostalgisch zu sein. Mit dieser Wahrnehmung kann ich allerdings total daneben liegen, denn Nostalgiker gibt es überall.

Diese "Sehnsucht nach alten Zeiten" führt bei mir dazu, daß ich mich stets darüber ärgere, wenn z.B.ein älteres -nicht baufälliges- Fachwerk-Hau.s aus dem 19.Jahrhundert abgerissen und an seine Stelle ein viergeschossiger Neubau entsteht, den ich oftmals architektonisch als Zumutung empfinde oder wenn, wie jetzt hier in Waltrop vollstreckt, die "alte Berginspektion" der Zeche Waltrop abgerissen wird, mit der viele ältere Waltroper, vor allem die aus Bergmanns-Familien, die Schicksale ihrer Familien, aber auch bedeutenden Phasen der Stadtentwicklung verbunden haben -und die zudem für mich eine architektonische Besonderheit im Osten der Stadt Waltrop war-.
Ende der 197oer Jahre habe ich mich dafür engagiert, die Häuser in der sog. alten und neuen Kolonie in Waltrop möglichst langfristig für die Nutzung durch Bergleute und durch ihre Nachkommen zu sichern -wie auch immer rechtlich konstruiert- und sicherzustellen, daß sie äußerlich nicht nach "individuellem Geschmack" umgestaltet werden dürfen; ähnlich haben sich viele bürgerschaftlich engagierte Menschen im Revier positioniert. Einige mit Erfolg. Ich erfolglos. Und meine Erfolglosigkeit registriere ich heute beinahe täglich.

Zugleich nehme ich zur Kenntnis, daß die Menschen, die jetzt in den z.T. komplett neugestalteten ehemaligen Bergarbeiter-Häusern wohnen, durchweg mit dem Haus, indem sie leben, mit dem Wohnumfeld, zufrieden, ja z.T.sehr zufrieden sind. Ich kann mich "am Gartenzaun" mit ihnen über meine Erinnerungen austauschen -über meine diesbezügliche "Sehnsucht" nach alten Zeiten-, ohne im geringsten Kritik an dem, was jetzt ist, oder gar an den jetzigen Bewohnern zu üben.

Die im Kommentar spürbare "Sehnsucht nach alten Zeiten" gilt bekanntlich im Revier, vor allem in den ehemaligen Zechen- und Stahlarbeiter-Siedlungen, neben den Äußerlichkeiten -Häuser, Gärten, Straßen,Plätze- noch dem, was mit "guter Nachbarschaft" umschrieben wird, die seitens der Kumpel und ihrer Familien gepflegt wurde und die nach meiner Wahrnehmung in dieser besonderen Ausprägung heute nicht mehr vorzufinden ist und die aus vielerlei Gründen auch nicht mehr existieren kann, trotz aller Nostalgie, die ich auch diesbezüglich dann und wann empfinde.

"Ein türkisch Stämmiger"…
als Nachbar z.B. in der alten oder sog. neuen Kolonie der ehemaligen Zeche Waltrop? Das ist eine Selbstverständlichkeit und das Miteinander der Menschen ist durchweg ein alltäglich friedliches.

Zu bedenke gebe ich bezogen auf die von mir geschilderten Wahrnehmungen und auf meine konkret darauf bezogene Nostalgie, daß das Wahrnehmungen und Sehnsüchte eines alten Menschen sind , für den Waltrop Heimatstadt und für den die Bergleute, ihre Quartiere, ihre Nachbarschaften ein wesentlicher Bestandteil seines Lebens waren und noch sind.

Nach Waltrop in den letzten 3o (?) Jahren Zugezogene, aber auch "die Kinder und Kindeskinder" der Alteingessenen sowie alle nicht dem Bergbau irgendwie verbundene Menschen können diese Sehnsüchte nicht haben, sie werden sie in der Regel nicht einmal nachvollziehen können oder wollen: das ist für mich selbstverständlich, ändert aber an meiner Nostalgie nichts, sondern stellt sie permanent in Frage, wenn vpr Ort oder in der Region konkrete Problem zu lösen sind oder über die Stadt- und Regionalentwicklung diskutiert oder wenn….

Und dann"besiegt" im Regelfall der Pragmatismus die Nostalgie bzw. das, was die Sehnsucht nach "alten Zeiten" an Wünschen gebiert.

"Gut so", daß Literatur, Kunst, Theater oder eben auch ein Kommentar wie der vom Gastautor helfen, dann und wann mit seinen und in seinen Sehnsüchten leben zu können, und das am besten in Gemeinschaft mit Gleich-Fühlenden.

Ich steige in Dorstfeld auch nicht mehr aus, weil mir dort ja ein Nazi die Tür öffnen könnte. Und das hat seit Verschwinden der Hausbesetzerszene, die in den Siebzigern für den Erhalt *noch* älterer Bausubstanz massiv gekämpft hatte, auch seine eigene "Tradition".

Ich steige aus. Genau an den stellen, wo der gastautor weiterfährt. manchmal mit fachpublikum. wir zeigen den menschen, die es nicht glauben können, wer da in den bruchbuden und auf den hinterhöfen haust. wir überlegen schon, ob wir ein geschäftsmodell daraus entwickeln sollen: ghetto-führungen, ganz authentisch – wie in der früheren dritten welt. man spart spritkosten fürs flugzeug. leider: von nostalgiegefühl keine spur.

ruhreisen -8-
Es ist -leider- wohl dringend geboten, diejenigen, die im Revier, auch in Quartieren, in denen "Bruchbuden" und "verdreckten Hinterhöfe" das äußere Bild (mit-)bestimmen , die dann und wann von Sehnsüchte nach alten Zeiten erfaßt werden und die zu träumen beginnen, also die sog.Nostalgiker, in die Alltagsrealität der betr. Quartiere und ihrer Menschen zurückzurufen -für mich gilt das auch.

Nostalgiker und Träumer versus Pragmatiker und Realisten…?Das kann man so sehen. Zwingend geboten ist das nicht!

Mich erfaßt dann und wann die "Sehnsucht nach alten Zeiten", zum Beispiel nach dem nachbarschaftlichen Miteinander der Menschen in der Zechenkolonie, und dann und wann erlaube ich mir auch, davon zu träumen, daß die Menschen aus den gut bürgerlichen Quartieren unserer Städten gegenüber den Menschen aus den "abgehängten, vergessenen, vernachlässigten Quartieren öfter im Sinne eines "Wi r alle sind die Stadtbürger" denken und im alltäglichen Leben ein wenig abrücken würden von ihrer oftmals demonstrierten Arroganz und gepflegten Distanz gegenüber den Anderen. Es geht -in meinen Träumen- nicht nur darum, dass materiell das Leben der Abgehängten in den diversen Stadtgebieten ein besseres wird, daß die Bruchbuden und verdreckten Hinterhöfen verschwinden, sondern auch darum, daß die Menschen nicht mehr rücksichts- und bedingungslos im alltäglichen Leben den jeweils Anderen zeigen, warum sie nicht so sind wie sie und warum sich für die besseren Menschen halten. Sehnsucht nach alten Zeiten, hier nach guten Nachbarschaften unter gleichgeachteten Menschen? Nostalgie. Träumerei? Ja, aber zugleich Realität und Grundlage praktischen Tuns -in der Gesellschaft, in der kommunalrechtlich verfaßten Kommune. Diese Gedanken – diese Träumereien- den Quartiersbesuchern vorgetragen von einem Stadtführung beim "Besuch eines Ghettos" wären -so oder so- nicht wirkungslos – bei dien Besucher, bei den Quartiersbewohnern und möglicherweise auch nicht bei denjenigen, die sich offiziell in Politik und Administration um ein menschenwürdiges Leben in diesen Quartieren zu bemühen haben -z.B. im Sinne von "Neues Leben für die Quartiersbewohner in ihren alten Häusern – für sie renoviert!

Sehnsüchte und Träume versus den Realitäten, versus pragmatischer Politik in der Kommune, in ihren vernachlässigten Quartieren? Nein, zwingend geboten ist das so nicht. Politik ohne Sehnsüchte, ohne Träumereien ? Für mich wäre das ein letztendlich seelenloses , letztendlich sinnloses Unterfangen.
Nachdenkliches beim nächsten Ausstieg aus dem Auto im Nordstadt Quartier X der Ruhrgebietsstadt Y? Könnte ja sein, daß…………

#9
danke für den Realisten.
Träume sind ja schön und gut. Die muss man sich nur leisten können. Die gerade so hoch gehypte Quartiersarbeit ist zwar ein netter Versuch, scheitert aber an der Realität in den Zeitprojekten. Nur dort, wo noch Menschen Tür an Tür aus verschiedenen Bildungs- und Finanzmilieus zusammengewürfelt leben, kann gute Nachbarschaft (ehrenamtlich) funktionieren. Und zwar so lange, wie es Einzelne gibt, die sich verantwortlich fühlen. Sie kippt, wenn weggezogen, gestorben und nicht nachgewachsen wird. Wenn ausschließlich Bildungsarme, Migranten, Hartzer und (kranke) Alte nur noch mit fremden, zugewanderten Armen in Zwangsnachbarschaft leben, ist das eine gefährliche Mischung. Hier hilft nur stationierte, unbefristete (professionelle ) Hilfe von Teams aller Sicherheitsbehörden und Sozialarbeiter direkt am Ort – bis es sich zum Besseren ändert. Soweit sind wir nicht.

Im Ruhrgebiet wird es höchste Zeit den Begriff des Ghettos und seine soziokulturelle Funktion von den üblichen darin schon eingearbeiteten Vorurteilen zu befreien. Zu einem multikulturellen Gemeinwesen gehört es nämlich, einige Formen ethnisch/kultureller Abgrenzungen und darauf bezogener kleinteiliger Geschlossenheiten (Häuser, Baublöcke oder sogar ganze Straßenzüge) als unvermeidlich anzusehen, statt sie unter dem Stcihwort "Parallel Gesellschaft" anzuprangern.

Ethnisch einheitliche Areale z.B. können, sofern sie nicht zu groß werden, für das Zusammenleben im Stadtteil sogar von Vorteil sein. Sie bieten nämlich den sozial Geschwächten einen zusätzlichen, persönlichen Halt und bilden so eine soziale Basis, auf der Kompromisse und Zumutungen innerhalb des Stadtteils leichter bewältigt werden können. Sie sind in der Lage, Identitäten zu sichern und interkulturelle Kommunikation und Solidarität zu fördern, sofern ihre äußere und innere Abgeschlossenheit durchlässig ist und es dort genug Menschen gibt, die sozial und kulturell den Kontakt zur Mehrheitsgesellschaft haben.

Unrer dieser Voraussetzung bekommen sie die folgenden wichtige Funktionen:

· Die kulturelle Auffang- und Rückzugsfunktion.
Sie ist vor allem für die Abfederung und Überwindung der Fremdheitserfahrung wichtig, die mit jeder Migration unausweichlich verbunden ist und die ohne Weiteres mehr als eine Generation anhalten kann.

· Die nachbarschaftliche Unterstützungsfunktion.
Sie bildet als gegenseitige Hilfe zur Selbsthilfe eine Tradition aus, die in den Herkunftsländern der Migranten oft üblich und für das Einwanderungsland respektive die Einwanderungsstadt als Gewinn betrachtet werden kann.

· Die sozioökonomische Aufstiegsfunktion.
Die Erfahrung von fünfzig Jahren Einwanderung zeigt, dass ethnische Netzwerke und Familienverbände die Basis, eine erste Stufe zu sozialer und ökonomischer Mobilität darstellen.

· Die psychologische Selbstvergewisserungsfunktion.
Die Integration und/oder die kulturelle Anpassung setzt, wenn sie dauerhaft sein soll, eine individuelle, das heißt partiell von der eigenen ethnischen Gemeinschaft unabhängige Entscheidung voraus. Diese Individuation gelingt aber nur auf Basis einer Auseinandersetzung mit der eigenen kulturellen Herkunft und Besonderheit.

Diese Funktionen-Vielfalt von ethnisch homogenen Wohnvierteln kann produktiv werden, muss aber nicht. Gleichermaßen ist auch die selbst gewählte Segregation möglich, sprich das bewusste Bleiben im Ghetto, was dieses für den Betreffenden dann zur „Enklave“ macht. Enklaven aber, daran sei hier erinnert, gibt es auch in der Mehrheitsgesellschaft massenhaft. Die meisten Menschen wohnen, wenn sie sozial und vor allem finanziell frei entscheiden können, statistisch flächendeckend nachgewiesen, eher mit denen zusammen, die soziokulturell und ökonomisch zu ihnen passen.

Wer dazu noch mehr lesen möchte:

http://www.arnoldvoss.eu/pdfs/ruhrgebiet/projekte/Armut-in-der-Emscherzone.pdf

Genau. Das Gleiche verschachtelt ausgedrückt. Dort, wo nur noch Armut wohnt, weil ein Wegzug finanziell unmöglich ist, gibts keine Solidarität mehr. Schon gar nicht, wenn die Pfründe dann noch mit "Fremden" vermeintlich ungerecht geteilt werden soll.

Ruhreisen -10-

"Träume sind schön und gut"……

Träume sind mehr. Ohne sie würde uns Menschen Substantielles fehlen.

"Die muß man sich leisten können"….
Nein, die "leistet man" sich, die sind jeden Menschen immanent.

Geträumt wird folglich auch durch die Menschen, die in den sog. "heruntergekommenen " Quartieren unserer Städte leben, allerdings, so vermute ich, werden ihre Träume in der Regel nicht wahr, was ihr Träume nicht verhindert, wohl ihre Inhalte .

Das Alles nur nebenbei angemerkt.

Meine Beiträge -6- und -9- befassen sich mit " menschlichen Sehnsüchten und menschlichen Träumen" infolge eines von mir unter "nachdenklicher und nachdenkenswerter Kurz- Erzählung" verstandenen und empfunden Gastkommentars. Mir erschienen , jedenfalls spontan, rationale Erwägungen dazu unpassend, ja (be-)fremdlich.

Ich denke, das Leben der Menschen wäre ein unmenschliches, wenn nicht geträumt würde, wenn Träume nicht offenbart werden dürften, z.B. in einer Kurzerzählung, und wenn darüber nicht nachgedacht werden könnte. Träume (und Sehnsüchte) sind Realität und wirken auf (andere) Realitäten und auf ihren Zustand ein .

Das gilt auch für die Träume der Menschen in Quartieren unser Städte, die…….? Die z.B. nicht dem gerecht werden, was der Norm entspricht, einer von der Mehrheitsgesellschaft gesetzten Norm, die vorgibt, wie die äußeren Zustände sein sollten, in denen Menschen zu leben haben, und die vorgibt, wie sich die dort lebenden Menschen "zu verhalten" haben.
Es wird in diesen Quartieren Menschen geben, die von einem diesen Normen entsprechendem Leben träumen. Es werden in diesen Quartieren aber auch Menschen leben, die -sich- Gegensätzliches (er-)träumen. Es wird "Außenstehende" geben, die ihrerseits träumen, wenn sie sich 'mal in diese Quartiere und unter diese Menschen verirren.

Und darüber gilt es zu erzählen, wie durch den Gastautor in seinem Kurzbeitrag geschehen. Ich habe zu dieser Kurzerzählung ebenfalls etwas Erzählendes beizutragen versucht -über Sehnsüchte (Nostalgie) und Träume.
"Totschlagen" lassen sich Sehnsüchte und Träume, lassen sich Erzählungen über sie nicht. Sie sind Realität.

Dem widerspricht nicht, ihnen zu begegnen mit Verweis auf "andere Realitäten", auf sog. "bittere Wahrheiten", auf menschliche Unzulänglichkeiten, auf politisch-adminstratives Fehlverhalten, auf Pläne und Programme von Behörden, die nicht nur nichts mit diesen Träumen zu tun haben, sondern die den Sehnsüchten, den Wunschträumen vorsätzlich und gezielt zu widersprechen scheinen.

Deshalb lasse ich mich gerne auf erzählte Sehnsüchte und Träume Anderer ein und erzähle gerne von meinen, z.B. dann, wenn ich nach Hause komme nach einem Aufenthalt im Quartier X der Nordstadt Y der Großstadt Z , nach dem Erfassen all der "Bruchbuden", all der verdreckten Straßen und Plätze, der vor sich hingammelnden ehemaligne Fabrikgebäuden und nach dem oftmals vergeblichem Bemühen , Menschen in diesen Quartieren nahezukommen -wörtlich und/oder bildlich-.

W i e das mein politisches Denken beeinflußt? Wie das mein politisches Engagement beeinflußt, meine Forderungen an Gesellschaft/Kommune/Staat, z.B. i.m "Umgang mit den Zuständen in diesen Quartieren und gegenüber den dort lebenden Menschen".

Ich frage hier nach dem W i e , und darauf gibt es menerseits viele Antworten -im allgemeinen und im konkreten ; einige davon sind bekannt -u.a. den hier bloggen Menschen.

Ich frage nicht nach dem O b, denn diese Frage stellt sich nicht..

Danke an den Gastautor, der mit seiner Kurz- Erzählung mir die Möglichkeit gegeben hat, meinerseits "über Sehnsüchte und Träume" nachzudenken, die das Lebensumfeld von Menschen betreffen so wie es einmal war, wie es heute ist und wie es nach ihren und meinen Träumen/Sehnsüchten möglich sein könnte, möglich sein sollte.

Korrektur:
Im Satz 5 fehlt das "nicht"; also: Nein. Die leisten man sich nicht., die sind jedem Menschen immanent.

wie im realen, brutalen leben, bleiben hier die träumer mit ihren geschwurbelten für die allgemeinheit unverständlichen sätzen unter sich. gut so. es gibt keine berührungspunkte. die kämpfer für die beseitung des elends, haben jedenfalls dafür keine zeit.

Kämpfer? Aber schreibt @Ruhrreisen (8) nicht "wir überlegen schon, ob wir ein geschäftsmodell daraus entwickeln sollen: ghetto-führungen, ganz authentisch – wie in der früheren dritten welt"
Das klingt eher nach Safarireisen gegen cash.
Wollt ihr "Kämpfer" uns verarschen?

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